Antidepressiva: Warum ich zweifle

24.10.2017
Teilen

Sind Antidepressiva noch schlechter als ihr Ruf?

Zugegeben, in einer Fachzeitschrift für Psychotherapie und Psychosomatik wird vermutlich nicht gerade eine Studie publiziert, die sich der biologischen Psychiatrie und Psychopharmakotherapie verschrieben hat. Aber die Studie zu den gesundheitlichen Risiken der Verordnung von Antidepressiva ist schon erschreckend. Danach steigt die Mortalität bei der Verordnung von Antidepressiva um 33 Prozent.

Im Laufe meiner Ausbildungsstationen in der Nervenheilkunde habe ich die Psychosomatik, aber auch die damalige Hochburg der Psychopharmakotherapie an der Unipsychiatrie Mainz kennengelernt. Die Verflechtungen zwischen Uni und Industrie unter Prof. Otto Benkert waren damals legendär. Dennoch hatte ich – und ich denke auch meine Kollegen – keinen Zweifel daran, dass wir mit den zu dieser Zeit relativ neu eingeführten Antidepressiva wie Venlafaxin oder Mirtazapin bei Patienten mit schweren depressiven Störungen gute Effekte erreichten.

Irgendwann kamen Zweifel auf

Und wenn es damit nicht mehr weiter ging, wurde halt ein irreversibler MAO-Hemmer eingesetzt. Psychologen gab es in der Unipsychiatrie nur, damit biologisch-psychiatrische Studien statistisch ausgewertet werden konnten – nicht etwa, um depressive Patienten zu behandeln.

Heute bin ich mir da überhaupt nicht mehr sicher. Und aus meiner Sicht ist die wissenschaftlich zwar angeblich empfehlenswerte Zusatzbehandlung mit immer mehr atypischen Neuroleptika auch nicht gerade im Sinne des Patienten. Kurbelt aber den Markt an.

Bei den allermeisten Antidepressiva dann eben auch den Appetit, sodass bei uns regelmäßig Patienten mit einer Gewichtszunahme von 25 kg innerhalb eines Vierteljahres aufschlagen. Die fühlen sich nach Einnahme von Mirtazapin und Quetiapin dann noch unglücklicher als vorher. Und organisch gesehen sind sie sogar noch kränker. 

Tabletten ändern nichts an den Lebensumständen

Bis zum heutigen Tag ist mir nicht ganz klar, wie groß das Spektrum der Krankheitsbilder ist, die einfach in den Sammeltöpfen für Depression, Dysthymie, schizoaffektive Störung etc. landen. Im Zweifel wird dann alles und nichts mit Antidepressiva behandelt. Dabei gibt es relativ klare Leitlinien und Studien, die nur bei den mittelschweren und schweren Depressionen einen Benefit der Pharmakotherapie zeigen.

In meiner Klinik (einer psychosomatischen Reha) habe ich tagtäglich mit stark leidende Patienten zu tun. Sie leiden aber eher unter beruflich bedingten Problemlagen, Arbeitslosigkeit, Mehrfachbelastungen, weil sie alleinerziehende Mutter und Pflegekraft für die demenzkranke Mutter sind oder sie leiden schlicht und ergreifend darunter, dass sie sozial abgehängt wurden. Wie um alles in der Welt sollte hier ein Antidepressivum die Lage verbessern?

 

Bildquelle: boribakter, pixabay

Artikel letztmalig aktualisiert am 24.10.2017.

104 Wertungen (4.6 ø)
14324 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
Meine Mutti könnte ohne Antidepressiva plus Methylphenidat nicht arbeiten, weil sonst die Erschöpfungsdepression bzw. "Burnout" ganz schnell wieder käme... was man ihr auch anmerkt, wenn mal wieder ein "bischen mehr zu tun" ist...und meine Mutti hat einen, was die Belastung angeht, 0815-Job...
#62 vor 5 Tagen von Gast
  1
Gast
Gibt es Studien zu Suizidraten mit und ohne Mdkte ? Ich kenne mich in dem Gebiet nicht so gut aus (bin nur ein schlichter Kinderchirurg, der keine Zeit hat, die diesbzgl. Literatur zu wälzen), glaube aber, ein naher Verwandter wäre ohne Antidepressiva schon lange wenn nicht tot zumindest arbeitsunfähig, und das bei jahrelanger parallel laufender intensiver Psychotherapie und Unterstützung durch die Familie.
#61 vor 5 Tagen von Gast
  0
Nervenarzt
#59: Ihre Meinungsäußerung ist leider orthographisch und grammatikalisch unverständlich.
#60 vor 14 Tagen von Nervenarzt (Gast)
  2
Gast
Danke! schon wieder ein ehrlicher Artikel, ich bin positiv 'schockiert' und ja die Psychologen sind die statistischen geholfen, denn arzte sind meist unzureichend in quantitativen methoden ausgebildet. Mit absicht behaupte ich mal ketzerisch.
#59 vor 14 Tagen von Gast
  2
Gast
Herr Winkler, ich habe Ihren Vortrag in Münsingen als Video gesehen. Wenn man bedenkt, wie unschön alles bei Ihnen privat ist (was Sie da offen zugegeben haben), dann bin ich glücklich und mit mir im Reinen, dass ich diesen in Wahrheit gar nicht schönen Beruf des Arztes für mich beerdigt habe. Irgendwie hatte man sich das bei Ihnen so gedacht, aber dennoch danke an Sie für die Offenheit in Münsingen, Herr Winkler...diese Offenheit hat auch mir persönlich geholfen.
#58 vor 19 Tagen von Gast
  0
Gast
Danke für den interessanten Bericht Kann vielem von dem oben u.den Infos von Fr. Flur nur zustimmen. Durch Zeitmangel in den Klinike /Praxen, ist nur selten ein wirkl. näheres Betrachten von Patientenproblemen möglich. Da es den Beruf von Promlemlöser/ berufl. /privaten Problemen noch nicht wirkl, gibt, wird eben zu Antidepressivas gegriffen. Jemanden wirkl. zu helfen, wenn er in Not ist, benötigt viel Zeit u. größten Arbeitsaufwand! Dies bezahlen weder Kassen, noch gibt es dafür genug u. ausreichend ausgebildete Fachkräfte! Therorie u. Praxis ist eben zweierlei! Solange Menschen noch angegangen werden, die sich noch die Zeit nehmen Menschen in Not mit alternativen, o. sonst hilfreichen Methoden betreuen u. nicht Pharmakonzerne damit reich machen, werden Patienten auch weiterhin lange Wege gehen müssen, bis ihr Problem gelöst ist!
#57 vor 21 Tagen von Gast
  1
Gast
Gerade weil mittelgradige und schwere Depressionen nicht alleine durch Antidepressiva zu behandeln sind wird in der Regel zusätzlich tiefenpsychologisch gearbeitet, zumindest wenn sich der Patient in einer stationären, teilstationären Einrichtung befindet. Ihr Artikel stellt die aktuelle Lage meiner Meinung nach ser einseitig dar
#56 vor 22 Tagen von Gast
  3
Gast
Lesetipp: "Depression bei umweltmedizinischen Erkrankungen"von Kurt E.Müller die Suchmaschine findet den Text.
#55 vor 22 Tagen von Gast
  0
Gast
Dass aber Antidepressiva oft vorschnell als pauschale "Wunderwaffe" vorschnell eingesetzt werden bei Störungen, wo sie nichts bringen, wie ADHS etc. , und durch das Abespeisen mit Antidepressiva eine genauere psychopathologische Exploration unterlassen wird (die Antidepressiva werden´s ja richten), obwohl z.B. hinter dem "Burnout" ein ADHS dahinter steckt, dem muss man zustimmen. Und ich glaube, genau darum geht es Herr Winkler hierbei ja.
#54 vor 22 Tagen von Gast
  1
Gast
Ich glaube, daß Problem liegt darin, daß der Einfluß von Psychopharmaka auf das biochemische System Mensch auf molekularem Niveau unbekannt ist. Nur weil man einen Zielrezeptor kennt versteht man lange nicht die Wirkung. Unter anderem auch deshalb weil die eigentliche Erkrankung ebenso unverstanden ist. Aus Verlegenheit über sein Unwissen nennt man es dann Depression oder affektive Störung. Psychische Störungen sind aber letztendlich Störungen der Biochemie der Zellen und somit immer! somatisch. Die Tatsache , daß wir erst beginnen dies auch messen zu können (z.B. IL6 bei Depression im Liquor blockiert Serotoninherstellung) heißt ja nicht daß es das nicht gibt. Wenn wir genau wissen was da schief läuft, dann können wir auch gezielt mit den entsprechenden Substanzen behandeln, vorher ist das alles nur trial and error und das im großen Ziel einzusetzen wie bemerkt eine bißchen fahrlässig... stimme Ihnen voll zu.
#53 vor 23 Tagen von Gast
  0
Frau Flum, "Dr. Winkler schreibt von Antidepressiva. Sie von Antipsychotika. Ich als Laie, wie wir den Patienten nahen Pflegekräfte gerne bezeichnet werden, sehe da einen Unterschied. Klären Sie mich gerne auf, wenn ich mich irre." Nur dass Antipsychotika gerne als add-on zu Antidepressiva gegeben werden, wenn das AD nivht so wirkt, wie man das erwartet hat. Für die Hersteller ein Riesenmarkt: Psychose trifft eventuell einen von 100, doch wie viele Menschen nehmen AD?
#52 vor 25 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  1
Gast
@#43 Nervenarzt: Warum wird Kritik immer gleich zum Bashing hin dramatisiert? Das mit den toxischen Substanzen ist einfach schon lange her entlarvt worden und es fehlt nun nur noch überall die Erkenntnis dazu, dass es eben keine harmlosen Hustenmittel sind und nur mehr schaden als nutzen. Warum war es denn überhaupt nötig, dass das Zeug so massenhaft unter das Volk gejubelt wurde und nicht in den Anstalten verblieben ist? Werden demnächst z.B. Anästhesisten ihre geilen Mittelchen auch unter die Menschen bringen wollen?
#51 vor 25 Tagen (editiert) von Gast
  2
#48: Da ist wieder dieses feine, gemeine Kommentar, dass hier so oft zu lesen ist. Ein anonymer Schuss in Richtung Patientennahem Personal. Von welcher gearteten "Einstellung" sie auch sprechen, sie macht mich nicht weniger geeignet. Sondern ich begleite Menschen trotz einer skeptischen, doch nicht ausschließlichen Haltung, immer noch professionell. Oder was genau halten Sie für ein großes Problem. Antidepressiva sind weder allgemein gesprochen Segen oder Fluch. Es gilt immer die individuelle Berücksichtigung aller Faktoren. Nicht mehr und nicht weniger. Und wer beurteilt Erfahrungswerte als ausgefallen? Sie mögen andere Erfahrungen haben, die genauso wie meine ihre Berechtigung zum Austausch hier haben. Finden Sie nicht?
#50 vor 25 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  7
Gast
#49 vor 25 Tagen von Gast
  5
Gast
Dass Sie mit der Einstellung 20 Jahre lang Patienten betreuen durften, das ist ein größeres Problem, als die Antidepressiva. Antidepressiva sind ein Segen und kein Fluch und die Kommentare hier zeigen wieder einmal, welches eher ausgefallene Klientel sich doch so bei Doccheck-Kommentaren tummelt...
#48 vor 25 Tagen von Gast
  23
#43. Bildzeitungsniveau? Plattes Psychopharmaka-Bashing? Empirische Fundierung. Zeigen Sie mir nur eine Studie, bestenfalls eine Langzeitstudie, die Hand und Fuß hat. Herz und Seele um beim Laienniveau zu bleiben. Eine die vor allem unverfälscht echt ist. Und ich überdenke meine 20 Jahre Mit-Begleit-Erfahrung von Patienten über Antidepressiva neu. Keinen hat es geheilt. Dennoch halte ich Antidepressiva und Antipsychotika nicht für allgemein unnötig und schlecht. Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding' kein Gift ist. So heißt es doch oder?
#47 vor 25 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  8
Kürzlich berichteten US-Forscher im New England Journal of Medicine (2008; 358: 252-260), dass Negativstudien zu Antidepressiva seltener in Fachzeitschriften publiziert werden als Positivstudien. So das Ärzteblatt. #45. Dr. Winkler schreibt von Antidepressiva. Sie von Antipsychotika. Ich als Laie, wie wir den Patienten nahen Pflegekräfte gerne bezeichnet werden, sehe da einen Unterschied. Klären Sie mich gerne auf, wenn ich mich irre.
#46 vor 25 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  1
Nervenarzt
Ich zitiere aus der Zusammenfassung des Memorandums der DGSP von 2009: „Eine richtig verstandene zeitgemäße biologische Psychiatrie ist daher kein Gegensatz, sondern eine wichtige Brücke zu den verschiedenen Disziplinen, die der Psychiatrie zu Grunde liegen. Das Fundament einer guten Psychosenbehandlung ist ein komplexes psychosoziales Behandlungsmodell. Antipsychotika sollten in einem solchen Behandlungsansatz selektiv und in der Regel in niedrigen Dosierungen gegeben werden. Sie können die psychosoziale Behandlung ergänzen.“
#45 vor 26 Tagen von Nervenarzt (Gast)
  12
Guten Abend, Gast 43, Studien wie die Kirschstudie gibt es ja schon länger , und beispielsweise seit 2009 das Memorandum des DGSP zur Anwendung von NL erschien, auch eine Diskussion , aber wie weit schlägt sich diese Diskussion um die Fakten in der heutigen Behandlungspraxis nieder? Meine Behandlung fing 2005 an, die Frage ist doch: Sähe sie 2017 anders aus?
#44 vor 26 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  1
Nervenarzt
Was ist denn hier los? Betroffene schildern eigene Erfahrungen, ansonsten auch viele „Einelfallberichte“ auf Bildzeitungsniveau. Etwas mehr empirische Fundierung täte dem fachlichen Niveau der Debatte ganz gut. Natürlich profitiert ein Großteil der „echten“ Depressiven von einer entsprechenden Medikation. Ansonsten würden alle Leitlinien einer Körperverletzung gleichzusetzen sein. Man sollte die Kirche im Dorf lassen und jetzt kein allzu plattes „Psychopharmaka-Bashing“ betreiben.
#43 vor 26 Tagen von Nervenarzt (Gast)
  32
Gast
Als Patient frage ich mich, warum denn so viele Patienten mit Antidepressiva versorgt werden? Ist dies der Weg des geringsten Widerstandes? Als Hashimoto-Patient, der sich mit anderen austauscht, weiß ich auch, dass viele Mitpatienten aufgrund ihrer Symptome in die Psychoecke geschoben und mit Antidepressiva abgespeist werden. Das kann es doch auch nicht sein!
#42 vor 26 Tagen von Gast
  2
Gast
Die hier dank Dr. Winkler zu Recht in Frage gestellt wird. Mein Partner hat eine irreversible Trochlearisparese erlitten durch einen Sturz, ausgelöst durch orthostatische Dysregulation bei Einnahme von Tranylcypromin (Jatrosom). Folge dessen: Rehabilitationsmaßnahme musste abgebrochen werden, Arbeitsunfähigkeit nun dauerhaft, Lebensqualität stark eingeschränkt. Vielleicht nur ein Einzelschicksal. Vielleicht in anderen Varianten öfter als man denkt. Und das nach zwei Jahren Psychiatrie. Ohne Erfolg. Jetzt gehen wir andere Wege - allein - und haben Momente der Gesundheit. Doch an den anders Denkendend kamen wir lange nicht vorbei. Trotz fehlender Genesung.
#41 vor 26 Tagen (editiert) von Gast
  1
Gast
Interessant, wie Dinge aus dem Kontext gezogen werden um es zu wenden. So wenig es nur Suiziadales in China oder Asien oder sonst wo gibt, so wenig gibt es nur gutes im angeblich ssoterisch engehauchten TCM Schmuddelkontext. Ich spreche von "NeuenAlten" Wegen, die alle interessanterweise wenig wissenschaftlich bewiesen, weil nicht lukrativ nicht lohnend, Erfolg haben. Ob sie nun dem Züricher Ressourcenmodell, der TCM, dem Yoga, dem Buddhismus, der Tomaties-Methode entspringen oder sonst was. Die Leitlinien dienen einem vorgefestigtem Rahmen der keinen Raum lässt "Pro-Patient" seine Individualität hervorzuheben und ressourcenorientiert Potenziale stärkt. Psychopharmaka ist definitiv ein Hindernis in Bezug zum erreichen emotionaler Stabilität und dem Erarbeiten von Resilienz . Die Struktur in Kliniken und durch Kassen oder zahlende Träger vorgegebene Muster erlaubt leider keinen Blick über den Tellerrand. Das beginnt bei der Diagnosenstellung und geht über die Therapie.
#40 vor 26 Tagen (editiert) von Gast
  6
Gast
China-Fans...plus: und die sollen ein Vorbild sein? Von wegen!
#39 vor 26 Tagen von Gast
  0
Gast
Für die Chian-Fans, was Psychiatrie angeht: die Selbstmord-Rate in China, Japan, Taiwan, Südkorea etc, ist ca. 3 mal so hoch wie die in Deutschland. Das hat nicht nur mit dem Bildungssystem dort zu tun, sondern auch mit der Kultur des sich psychisch nicht öffnen können. Und die sollen ein Vorbild sein für Deutschland und die dortige Psychiatrie. Das ich nicht lache...
#38 vor 26 Tagen von Gast
  0
Zur Psychotherapie: Habe ich natürlich gemacht, ja. Es geht ja nicht nur darum, unliebsame Pillen wegzulassen; am Anfang standen durchaus Probleme, die meine Lebensfähigkeit eingeschränkt haben. Natürlich musste ich herausfinden, was schief läuft, um nicht wieder in eine psychische Krise zu geraten. Nur: MIT Medikamenten war eine Psychotherapie nicht möglich, weil ich nicht an meine Gefühle rankam. Erst NACH dem Absetzen war eine Traumatherapie möglich. Die Medikamente hatte ich anfänglich freiwillig genommen, weil ich eben sehr lange - fast 2 Jahre- auf einen Therapieplatz warten musste.
#37 vor 26 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  2
Danke für diesen Artikel. Ich bin selbst psychiatrieerfahren und kenne genug Leute, bei denen ausnahmslos AD und NL nicht Teil der Lösung , sondern Teil des Problems waren. Ich selbst habe 10 Jahre lang Neuroleptika und Antidepressiva genommen und lebe seit 2014 ohne. Leider habe ich Übergewicht, eine Leberschädigung und eine unklare Polyneuropathie zurückbehalten ,und mir so ziemlich die Gesundheit ruiniert. Was auch kaum thematisiert wird: Nicht nur die Einnahme ist problematisch, sondern auch das Wiederweglassen. Man kann Haarspalterei betreiben ob es sich um "Sucht" oder "nur" körperliche Abhängigkeit handelt, fest steht, es gibt Patienten, die heftige Absetzsymptome bekommen und die die Medikamente gar nicht mehr weglassen können.
#36 vor 26 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  4
#34 Die Psychiatrie-Enquete war ein gut gesetzter Anfang, und ist sie ja ein bis heute fortwährender Prozess, und bedarf noch vieler (neuer) Wege. Die Veränderung der Welt, Schaffen von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen erfordert eine immerwährende Anpassung. Interkulturelle Aspekte treten mehr in den Vordergrund. Ob das in China so ist, mag ich nicht beurteilen. Meine Erfahrung mit Asiaten in deutscher Psychiatriekultur ist mir eben aufgefallen. Sie ist gleich null. Ob in der Pflege oder in der Begleitung von Patienten durch die Psychiatrie und Pflege in 20 Jahren. Da darf ich mich fragen, woran das wohl liegen mag.
#35 vor 26 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  6
Gast
In China gehen diejenigen, die es sich leisten können, in moderne Kliniken nach westlichem Vorbild, auch in der Psychiatrie. Die Armen werden abgespeist mit traditioneller chinesischer Medizin und diversen Placebo-Effekten. Die Psychiatrie-Enquete der 70er Jahre war übrigens ein großartiger gesellschaftlicher Fortschritt, der heute durch Ideologen wie Karl Lauterbach wieder bedroht ist.
#34 vor 26 Tagen von Gast
  4
Kein Mensch ist nur Leber, Herz, Gehirn oder Psyche. Psychopharmaka, gerade Neuroleptika haben für mich einen ganz gravierenden Nachteil, sie verhindern einen gezielten Zugang zur emotionalen Ebene, die (wieder) verkörpert gehört. (Lesetipp Maja Storch oder GUSI-Programm) Es gilt immer die Biographie, die Lebensumstände, den Mensch in seiner ganz eigenen Welt zu betrachten. Und sich von helfender Seite darauf ganz und emphatisch einlassen zu können, bei stetig eigener Reflektion aller Parteien. Es wäre schön, wenn dies wieder möglich wäre. Dann wäre vielleicht nicht jede Niedergeschlagenheit, nicht jede Dysfunktion entgegen der allgemeinem Regel, eine bitte zu behandelnden Depression, sondern eine wichtige Botschaft an einen selbst, sich mit sich selbst auseinander zu setzen.
#33 vor 26 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  3
Dennoch mag es bei Fremd- und Selbstgefährdung, und schweren psychischen Erkrankungen sicher gute Argumente und berechtigte Gründe für diese Art der Behandlung geben. Sie sollte jedoch nicht die einzige sein dürfen. Doch ohne Erkennen und Be-arbeiten an und in einem selbst mit Hilfe guter Psychologen und Psychotherapeuten wird es nicht gehen. Diese werden (hoffentlich) nicht nur zu Studienzwecken gebraucht. Sie sind wichtiger denn je. Dennoch dürfen Sie gerne gut sein, und ebenso wie alles von außen zugeführte nur ein Anstoß zur Selbstheilung sein. Das steht und fällt mir jedem einzelnen, vom Helfer bis zum Patient. Statt sogenannte Kompetenz- und Früherkennungszentren zu entwickeln, die auch psychische Erkrankungen einteilen in Schizophrenie, Depression, Psychose u.ä. gilt es wieder zurück zu kommen auf die Ganzheitlichkeit.
#32 vor 26 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  3
Die chinesische Kultur, als eine davon lebt es uns seit Jahrtausenden vor. Schon mal beobachtet, wie wenig Asiaten man in der psychiatrischen Klinikwelt erlebt? Psychopharmaka ja oder nein? Diese Frage lässt sich sicherlich nicht mit ganz oder gar nicht beantworten. Die in den 70er Jahren ausgerufene Psychiatriereform ist seltsame Wege gegangen. Vieles ist versucht und verworfen worden. Erfolgreiche Kliniken, die "andere" (derlei es viele gibt) Wege gehen, bleiben meist im privaten Sektor und somit der Allgemeinheit oft verschlossen. Linktip: http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de/psychopharmaka/freiheit_heilt.html Die Nebenwirkungen stehen wirklich manchmal in keinem Verhältnis zum Nutzen. Und man darf bedenken, dass eine Substanzabhängigkeit im Eigentlichen als Komorbidität zu betrachten ist.
#31 vor 26 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  5
"Mit dem Wissen wächst der Zweifel", sagte schon Goethe. Ich bin sehr dankbar für einen Großteil der Worte. Wenn Sie mir jetzt noch die Klinik nennen könnten, in der solch zweifelnde Denker existieren, sende ich Ihnen sofort viele "untherapierbare" mit Unmengen Psychopharmaka bestückte Patienten. Sowohl in meiner Arbeit in der Altenpflege, als auch in Betreuung eines psychisch und somatisch erkrankten Partners erlebe ich einen zu schnellen, unreflektierten, und zu massiven Gebrauch von Psychopharmaka."Herausforderndes" (und aussagekräftiges, wertvolles, sinnenhaftes) Verhalten von (vielleicht an Demenz erkrankten) Bewohnern, Patienten, Klienten wird mit "Sedierung" entgegengewirkt, statt zuzuhören. Menschen in Lebenskrisen werden Tabletten als heilsame Unterstützer zur Krisenintervention angeboten, statt aufzuzeigen, intrinsische Motive entwickeln, die Selbstheilungskräfte aktivieren zu lernen. Um die nächste Krise ggf. mit weniger Hilfe zu bewältigen.
#30 vor 26 Tagen von Tamara Flum (Kinderkrankenschwester)
  3
Gast
...und wenn dann das Antidepressivum nicht wirkt, weil es von der falschen Person mit Bullenbeißer-Visage verordnet wurde (quasi mit Nocebo-Effekt), dann muss man sich nciht wundern.
#29 vor 26 Tagen von Gast
  2
Gast
Ein Problem ist aber auch der Habitus nicht aller, aber vieler, vieler Psychiater und Ärzte insgesamt: Da begegnet der Psychiatrie-Patient kalten, mitunter barschen Preußischen Militärärzten, mit denen man privat lieber nichts zu tun haben wöllte. Das ist sicherlich nicht förderlich der Heilung bei depressiven Patienten und führt dazu, dass zu viele Patienten dann den Rattenfängern der Alternativmedizin, den Heilpraktikern und oft auch Sekten hinterherlaufen. "Kompetenz" allein reicht in der Psychiatrie oft nicht und ohne menschliche Wärme geht es nicht.
#28 vor 26 Tagen von Gast
  6
Sehr schön, dass so etwas, wenn auch noch etwas zu zaghaft, thematisiert wird. Als in der Vergangenheit selbst Betroffener mit handfesten und mittels dieser Psycho-Seuche ignorierten und deswegen weiter unbehandelten handfesten hirnorganischen Schäden, von der zu leichtfertigen Anwendung völlig unhaltbarer "Bad Feeling"-Diagnosen, die Voraussetzung für die zukünftige Opferrolle der pharma-/psychiatrischen Connection, kann ich nur feststellen, dass alle Warnungen nicht fruchten. Wo also ist der Benefit zu einer psycho-pharmakologisch behandelten, ja doch nur immer wieder nur erfundenen "Volkskrankheit"? Also wenn aus einer uns alle mal betreffenden Verstimmung eine gefährlich klingende Depression gemacht wird. Und wer das nicht versteht, für den hat das DSM die larvierte Version davon parat, neben vielen weiteren netten Phantastereien. Müssen wir denn alles den Amis nachmachen? Wie wäre es einmal bei jedem die Resilienz generell zu stärken? Und das geht nur ohne toxische Substanzen...
#27 vor 26 Tagen von Robert Dettmann (Nichtmedizinische Berufe)
  4
Gast
Leider ist die Gesellschaft so wie sie ist. Medikamente ja oder nein? Ist es nicht auch so, dass ohne Medikamente viele Menschen versuchen sich selber zu helfen und mit Alkohol oder anderen nicht zielführenden Mechanismen sich Linderung zu verschaffen. Es ist eine Hilfe den notleidenden Patienten ein leichtes Antidepressivum zu geben, damit sie überhaupt in der Lage sind ihr Leben in die Hand zu nehmen.
#26 vor 26 Tagen von Gast
  12
Gast
Hat sich in diesem Zusammenhang schon jemand mit einer MDMA-unterstützten Therapie beschäftigt?
#25 vor 26 Tagen von Gast
  2
Der Artikel bringt es auf den Punkt. Die meisten "depressiven" Patienten haben eine akute Lebenskrise, die zu einer depressiven Verstimmung führt. Hier helfen keine Antidepressiva, schon gar nicht die "neueren". Ein ausführliches exploratives Gespräch, evtl. eine kurzfristige Entlastung durch eine AU (wenn es gar nicht mehr geht) sind eher zielführend. Natürlich ist das aufwändig, der Patient muss sich auch darauf einlassen und einsehen, dass "Pillen" keine Lösung sind, sondern dass er/sie aktiv etwas ändern muss. Und als Hausarzt muss man gelegentlich auch mal 30-45 min. Zeit für die Pauschale von 15 Euro investieren (Diagnosestellung und therapeutisches Gespräch, Ziffern 35100/35110), um herauszufinden, was eigentlich "los ist".
#24 vor 26 Tagen von Dr. med. Angelica Wegener (Ärztin)
  0
Gast
Genau meine Meinung! Leider unterscheidet man heute nicht mehr zwischen einer deprimierenden Lebenssituation und tatsächlicher Depression. Ganz zu schweigen von denjenigen Patienten, bei denen somatisch (noch) keine Diagnose gestellt werden konnte und die dann irgendeine Form aus dem bunten Strauß des depressiven Formenkreises angedichtet bekommen. Ihre (hier kommt es wieder) aktuell unbefriedigende und deprimierende Situation macht dies einfach. Nur schadet man damit den Menschen mehr, als sie notfalls gänzlich "unbehandelt" zu lassen.
#23 vor 26 Tagen von Gast
  1
Gast
Danke für diesen Artikel ! Er kommt für mich gerade zur rechten Zeit. Beinahe wäre ich schwach geworden. Hoffentlich denken Ihre Kollegen in anderen Rehas genauso. Bitte !
#22 vor 26 Tagen von Gast
  1
Arzt (nicht Psychiatrie)
Hab mich schon öfter über den - wie ich finde - inflationären Gebrauch des Begriffs Depression gewundert. Sie beschreiben hier genau die Situationen (berufliche Problemlage, Arbeitslosigkeit, Mehrfachbelastungen, pflegende Angehörige) wenn die einen - auch mal länger dauernden Durchhänger haben, dann ist das doch eine völlig berechtigte Reaktion. Dass in solchen Situationen z.B. Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit, Traurigkeit auftauchen - das ist doch eine völlig normale Reaktion, die ich ungern als Depression (also pathologisch) werten würde. Vielleicht steckt hier etwas ganz anderes dahinter: z.B. Fragen nach dem Sinn des Lebens, z.B. Konsequenzen aus der gesellschaftl. verbreiteten Vereinzelung des Menschen, u.a., Dinge also die mit Medikation einfach zugedeckt würden. Das ist dier Meinung eines Außenstehenden.
#21 vor 26 Tagen von Arzt (nicht Psychiatrie) (Gast)
  2
...kann Sie gut verstehen! s.a. Deutsches Ärzteblatt, in dem sogar 'versehentlich' im Titel der Spieß umgedreht wurde (https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=16&typ=16&aid=193760&s=Antidepressiva)! Haben Sie schon einmal ein qualitätsgesichertes Johanniskrautpräparat verschrieben? Schauen Sie sich doch einmal die neueste Studie zur Weißlichttherapie an ( Lam RW, JAMA Psychiatry 2016 73;(1):56-63), das ist schon alleine besser als Fluoxetin, zusammen gibt es sogar noch eine Wirkungsverstärkung. Man ist immer wieder erstaunt wie es im anscheinend besonders pharmagläubigen Deutschland braucht (gilt mE für Ärzte wie Patienten wie Politiker!), bis sich derart simple aber effektive Dinge durchsetzen. Studien, Cochrane-Reviews, das ganze EBM-Rüstzeug gibt es seit langem, die Lam-Studie hat zusätzlich den großen Vorteil, dass sie den Effekt randomisiert mit und ohne SSRI untersucht.
#20 vor 26 Tagen von Dr. med. Rainer Stange (Arzt)
  3
S.W. (Dipl.-Psych.)
@#9: Psychotherapie als Gerede zu diffamieren sehe ich in diesem Forum als undifferenzierten Kommentar an. Die Psychotherapieforschung versucht die Wirkfaktoren zu identifizieren, die zu morphologischen Veränderungen der Hirnstrukturen führen. Wann die Effekte beobachtbar sind lässt sich nur bedingt vorhersagen. Vielleicht konnten Sie erst dank Psychotherapie zielführende Veränderungen anstreben zu denen Sie zuvor sich nicht in der Lage sahen.
#19 vor 26 Tagen von S.W. (Dipl.-Psych.) (Gast)
  4
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen - Psychopharmaka ändern nicht die Lebenssituation, das tut Psychotherapie aber auch nicht. Medikamente können aber dafür sorgen, dass gewisse Dinge einen nicht mehr so stark belasten und dass mit Sicherheit schneller als jede Psychotherapie es kann. Sicher haben die Nebenwirkungen die nicht immer prickelnd sind - die Alternative ist es aber auch nicht. Und versuchen Sie mal eine Psychotherapie zu beginnen, wenn es dringend ist - wenn Sie überhaupt jemanden in der Praxis erreichen, dann gibt frühestens in 9 -. 12 Monaten einen Termin - auch nicht hilfreich. Alles hat seinen Platz, auch die Medis gegen Depressionen.
#18 vor 26 Tagen von Berit Kiehn (Weitere medizinische Berufe)
  7
Gast
Psychopharmaka werden doch nicht verordnet, um die Lebensituation zu ändern, sondern den Umgang des Patienten mit ihnen!
#17 vor 26 Tagen von Gast
  11
Gast
Super Artikel, der mir aus der Seele spricht. Schwierige Lebensumstände und Schicksalsschläge lassen sich manchmal nicht umgehen oder verändern und zwingen einen physisch und psychisch förmlich in die Knie. Antidepressiva sind da eher kontraproduktiv. Zum einen haben sie oft unangenehme Nebenwirkungen, zum anderen ändern sie in dem Moment nichts an der Situation. Seelischer Stress bedingt oft Mangelzustände, die es auszugleichen gilt. Leider möchte sich die Psychiatrie nicht damit auseinandersetzen. Darum kann ich #5 hier beipflichten.
#16 vor 26 Tagen von Gast
  2
Ein ausgezeichneter Artikel, dem kaum etwas hizuzufügen ist.Psychiater und klinische Psychologen sehen das Patientenkollektiv meistens nur als Versuchspersonen für neuentwickelte Präparate der Pharmaindustrie.Sehr deutlich wird dies auch in der forensischen Psychiatrie,wo es im wesentlichen um Ruhigstellung der nicht gesellschaftsfähigen Patienten geht.
#15 vor 26 Tagen von Roland Leyser (Nichtmedizinische Berufe)
  12
sehr, sehr gut!!!!
#14 vor 26 Tagen von Dr. Marten Schrievers (Arzt)
  1
Der Artikel erscheint in sich widersprüchlich und teils polemisch. Der wichtige Hinweis auf die S3-leitliniengerechte Behandlung von Depressionen steht dem vorher Gesagten konträr gegenüber. Aber auch ich stehe mit großer Demut vor meinen Patienten, wenn ich ihnen in psychoedukativen Vorträgen in unserer Klinik über postulierte Wirkweisen von Antidepressiva berichte. Ich stehe dazu, dass die Medizin nicht mal ansatzweise versteht oder steuern kann, welches Präparat in welcher Dosierung wo im ZNS wann wirken soll, um eine bestimmte Symptomatik zu behandeln. Es ist und bleibt ein Glücksspiel mit Placeboanteil, das hohe Adhärenz und Motivation des Patienten benötigt. Trotzdem will ich nicht missen, psychotherapieresistenten oder -unfähigen Patienten noch etwas anbieten zu können. Also: "So wenig Psychopharmaka wie möglich. So viel wie nötig." PS: Auch die Augmentation mit AAP ist unverzichtbar - z. B. für die Patientin, die seit Freitag endlich aus ihren depressiv-negativistisch-ängstlichen Kognitionen herausgekommen ist.
#13 vor 26 Tagen von Dr. med. Sascha Hunner (Arzt)
  8
#10: Leider ist das nicht die gelebte Realität...
  0
Gast
Willkommen in der Realität
#11 vor 26 Tagen von Gast
  0
Nervenarzt
Eine enge, leitlinienorientierte Indikationsstellung ist m. E. für die Verordnung von Antidepressiva unumgänglich. Unverzichtbar ist aber auch die Einbindung des Betroffenen in ein übergeordnetes, multimodales Gesamtbehandlungskonzept.
#10 vor 26 Tagen von Nervenarzt (Gast)
  8
Allgemeinärztin
Habe sowohl die Blickrichtung als Hausärztin als auch als langjährig selbst betroffene Patientin auf dieses Thema. Erschreckend vielen Patienten in der Praxis helfen Antidepressiva herzlich wenig. Erst wenn die Patienten beginnen ihre Lebensumstände deutlich zu verändern verbessert sich ihre Situation. Ruhe und die Besinnung auf die eigenen Bedürfnisse helfen viel mehr als Pillen. Selbst betroffen habe ich so ziemlich alles ausprobiert was der Markt so hergibt um in der Mühle arbeitsfähig zu bleiben. Erst die Einsicht dass es notwendig ist die beruflichen Ziele herunterzuschrauben und eine mehrmonatige Auszeit hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Psychotherapie habe ich natürlich auch ausprobiert, das Gerede empfand ich allerdings als nicht zielführend. Nur wenn man als Patient selbst sich aktiv auf den Weg macht wird man diese Erkrankung langfristig kontrollieren lernen
#9 vor 26 Tagen von Allgemeinärztin (Gast)
  3
Ganz ausgezeichnetet und ehrlicher Artikel - herzlichen Dank für Ihren Mut... Mittlerweile ist es sogar so, dass aufgeklärtere Patienten von selbst zu solchen und ähnlichen Erkenntnissen gelangten, vor Allem wurde auch die Wirkungslosigkeit der meisten Antidepressivas und ihre Nebenwirkungen thematisiert. Persönlich unvergesslich ist mir u.a. ein junger, intelligenter Mann der sich nach Wochen der Einnahme von Antidepressivas suizidiert hat.
#8 vor 26 Tagen von Peter Stich (Heilpraktiker)
  7
Gast
Vielen Dank für diesen guten und klaren Beitrag!
#7 vor 26 Tagen von Gast
  0
Sie sprechen mir als Hausärztin aus der Seele ! Es kostet viel mehr Zeit Patienten darüber aufzuklären, dass Psychopharmaka an den Ursachen der psychischen Beschwerden nichts ändern. Pille aufschreiben geht ruck zuck und die Patienten stehen insbesondere bei nur sehr schwer zu ergatternden Psychotherapieplatz alleine da.
#6 vor 26 Tagen von Ruth Hausmann (Ärztin)
  0
Gast
AD, die ja auch angeblich gegen chronische Schmerzen helfen sollen, hatten meinen Zustand massiv verschlimmert, auch die Stimmung! Der Ausgleich des nachgewiesenen Vit.B 6- und Zinkmangels war wesentlich effektiver, auch wenn es keine KPU zu geben hat. Mit Vit. D + K sowie Magnesium in tödlicher Dosierung bin ich mittlerweile weitgehend schmerzfrei
#5 vor 26 Tagen von Gast
  7
Gast
Ich denke diese Meinung sollte viel lauter and weiter verbreitet werden. Die Forschung hinter Anti-depressiva hat noch nicht einmal die genauen Ursachen erkannt, aber preist etwas mit einaer langen Liste an negativen Nebenwirkungen als Loesung an. Und verkauft durch Werbung den Schein, dass eine Pille die Probleme loest. In vielen Faellen wuerde sich mit den Problemen aktiv auseinandersetzen, Umfeld aendern und Verarbeitungspotential durch Praktiken wie Meditation verbessern zu einem viel besseren Zustand und vielleicht sogar einer Loesung fuehren.
#4 vor 26 Tagen von Gast
  3
Gast
Genau! Einer Freundin, die allen Grund hatte, sich aufzuregen, verschrieb man Antidepressiva... Das empfinde ich als mißbräuchlich. Hätte sich mal jemand bemüht, herauszufinden, warum sie so empfand, und sie auf ihrer Suche nach konstruktiven Auswegen aus ihrer Situation sinnvoll unterstützt... DAS wäre angemessen gewesen. Aber meiner Erfahrung nach nimmt sich heute kaum jemand die Zeit, mal tiefer nachzufragen, und die ohnehin schon Frustrierten halten den Mund. Und obwohl es bei vielen Betroffenen sehr wohl Möglichkeiten gäbe, Handlungs- /Berufs- usw. Alternativen einzuleiten, interessiert sich niemand, jedenfalls oft nicht hartnäckig genug; wer durch das auf den ersten Blick erkennbare Raster fällt, hat halt Pech gehabt. Bei zu viel "Professionalität" können Menschlichkeit und gesunder Menschenverstand auf der Strecke bleiben, und hinterher wundern sich dann alle, warum so viele "lädierte" Menschen herumlaufen und nicht mehr allein auf die Füße zu kommen scheinen.
#3 vor 26 Tagen von Gast
  3
Gast
Ein selten wunderbarer Artikel. Glückwunsch! Sie treffen mit ihrer Aussage den Nagel auf den Kopf. Die Erfahrung des Abgehängtwerdens ist mit keinerlei Chemie wegzuzaubern und sie trifft immer mehr Menschen. Da ist niemand mehr der hilft. Oft ein persönliches, familiäres, berufliches Umfeld das auch nur im geringsten Verständis aufbringt. Im Gegenteil, man beteiligt sich an der Ausgrenzung. Für Frauen verschärft sich das Ganze mit dem Klimakterium, welches die Motivationslage oft dramatisch verschlechtert. Die Partnerschaft zerbricht, das Kind geht... ein dramatischer Zirkel. Leider ist in der Psychotherapie auch nicht allzuviel Verstehen zu erwarten. Dort geht es doch auch nur um Diagnostizieren, Bewerten. Medikamentisieren. Aus.
#2 vor 26 Tagen von Gast
  5
Ein mutiger Artikel! Danke!
#1 vor 26 Tagen von Dr. med. Klaus Trageser (Arzt)
  0
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Eigentlich ist es ja ganz einfach : Positive Zuwendung hilft die therapeutische Beziehung zu entwickeln und wird mehr...
http://www.zentrales-adhs-netz.de/fileadmin/ADHS/%C3%9Cber_das_Netz/Taetigkeit/Stellungnahmen/STN_ADHS_Cannabis.pdf mehr...
Der Einweisungsgrund war eine Somatoforme Schmerzstörung(F45.41) mit langjährigen Krankschreibungen und einem mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: