Die Leiden der jungen Ärzte

22.10.2017
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Assistenzärzte in Polen verdienen nur 700 Euro im Monat. Deshalb arbeiten sie in mehreren Kliniken gleichzeitig – bis zur völligen Erschöpfung. Mit einem Hungerstreik protestieren sie gegen diese Bedingungen. Auch in Deutschland ist die Arbeitsbelastung für Assistenzärzte hoch.

Wer dieser Tage die Eingangshalle der Kinderklinik in Warschau betritt, wird vom Anblick überrascht sein: überall auf dem Boden liegen Isomatten und Kissen verstreut, Menschen in T-Shirts und Jogginghose sitzen darauf. Ein paar tragen weiße Kittel. Sie lesen in Büchern, schauen aufs Smartphone oder unterhalten sich in kleinen Gruppen. Daneben stehen literweise Getränkeflaschen, doch Essen sucht man erstmal vergeblich. Was wie ein Ferienlager anmutet, hat einen ernsten Hintergrund. Polens Ärzte machen mit Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Rund 20 Ärzte eines Warschauer Kinderkrankenhauses befinden sich seit fast drei Wochen im Hungerstreik – für eine faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.

Der Verband der Nachwuchsmediziner, der den Streik organisiert, klagt über starken Personalmangel und lange Wartezeiten für Patienten. Schon im vorigen Jahr hatte es Proteste von polnischen Assistenzärzten gegeben, die das chronisch unterfinanzierte Gesundheitssystem in Polen kritisieren.

Tod durch Überarbeitung

Anlass für den aktuellen Hungerstreik war der Tod der erst 39-jährigen Ärztin Justyna Kusmierczyk. Sie starb völlig unerwartet vor drei Wochen. Als Auslöser vermutet man Tod durch Überarbeitung nach vielen Stunden Dienst. Justyna ist kein Einzelfall. Immer wieder sind in den vergangen Jahren polnische Ärzte nach der Arbeit zusammengebrochen. Ein 59-jähriger Chirurg starb an einem Herzinfarkt, nachdem er seinen 24-Stunden-Dienst beendet hatte und eine weitere obligatorische Schicht vor sich hatte.

Die 28-jährige Psychiaterin Katarzyna Kuzmiak berichtet: „Ich hatte die Situation nach einer Bereitschaft, dass ich im Auto saß, meine Augen begannen zu zittern und zu zucken. Ich wusste nicht, ob ich noch heil nach Hause komme". Katarzyna gehört zu den Ärzten, die aus Protest in Hungerstreik getreten sind. Sie selbst musste diesen nach 5 Tagen bereits wieder aufgeben, da der Nahrungsverzicht sonst ihre Gesundheit gefährdet hätte.

Lange Arbeitszeiten und wenig Lohn

„Wir studieren jahrelang und ehrerbietig Medizin, um diesen großartigen Beruf zu ergreifen. Doch wenn wir den Praxiseinstieg wagen, werden wir jäh aus unseren Träumen gerissen. Die Realität in den Krankenhäusern trifft uns mit voller Wucht“, erzählt der angehende Frauenarzt Tomasz aus Warschau. Das Problem sind nicht nur die langen Arbeitszeiten, sondern auch das unangemessen niedrige Gehalt der angehenden Fachärzte. So verdient ein Assistenzarzt nur etwa 700 Euro im Monat. Samit verdienen die angehenden Fachärzte zwar etwas mehr als den polnischen Mindestlohn, der bei umgerechnet 470 Euro liegt, doch die Mieten in Warschau sind angestiegen. Mindestens 300 Euro müssen die Mediziner für eine Einzimmerwohnung einplanen, 500 Euro kostet eine Zweizimmerwohnung. So bleibt kaum noch etwas für die restlichen Lebenshaltungskosten übrig. Für weitere medizinische Qualifikationen oder gute Fachbücher fehlt das Geld erst recht.

Hiermit verzichte ich auf Freizeit

Die Folge: Fast alle Ärzte haben mehrere Arbeitsstellen oder arbeiten Zweifach- und Dreifachschichten, um über die Runden zu kommen. Der Warschauer Arzt Krzysztof Halabuz erzählt: „Ich bin in der Abteilung für allgemeine Chirurgie angestellt, da arbeite ich täglich von 8 Uhr bis 15 Uhr, außerdem habe ich Schichten im Rahmen meiner Spezialisierung als Notarzt und übernehme in einem anderen Krankenhaus Nachtdienste. Normalerweise arbeite ich über 300 Stunden pro Monat. Das Gesetz verbietet das eigentlich, aber seit etwa zehn Jahren können Ärzte eine sogenannte Opt-out-Klausel unterschrieben, mit der sie auf Freizeit verzichten." 

In Polen werden nur etwa 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für das Gesundheitssystem ausgegeben, das entspricht circa 20 Milliarden Euro. Polen landet damit in der EU im letzten Drittel auf Platz 36. Zum Vergleich: Deutschland gab 2015 rund 340 Milliarden Euro für die Gesundheit aus. Dies entspricht einem Anteil von 11,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Die polnischen Ärzte fordern die Politik auf, jetzt zu handeln. Sie streben eine Erhöhung der Ausgaben auf 6,8 Prozent (ca. 27 Milliarden Euro) an, sowie einen Anstieg der Gehälter.

Der nächste freie Termin: im Jahr 2021

Auch die Patienten haben unter den Umständen zu leiden. Frauen müssen fast ein Jahr lang auf eine notwendige Brustkrebsbehandlung warten. Kinder, die dringend kardiologisch abgeklärt werden müssen, warten rund vier Monate. Tomasz berichtet: „Zuletzt kam eine Patientin mit Grauem Star zu mir und fragte nach einer künstlichen Linse. In anderen Ländern wird so etwas sofort gemacht. Ich musste sie auf das Jahr 2021 verweisen, erst dann wäre wieder ein solcher Behandlungstermin frei gewesen“.

Auf 1.000 Patienten kommen in Polen gerade einmal 2,2 Ärzte. Der 29-jährige Anästhesist Michael kritisiert, dass die hohe Arbeitsbelastung ihm nicht erlaube, seine Patienten gewissenhaft zu behandeln. So sei ein Mann nach einer erfolgreichen Behandlung im Krankenhaus gestorben: „Er ist erstickt, weil niemand ihm das Sekret nach einem Luftröhrenschnitt abgesaugt hat ", erzählt der Arzt. „Auf 40 Patienten auf der Station kamen nur zwei Krankenschwestern.“

Andere Ärzte wollen sich dem Hungerstreik anschließen

Der Weltärzteverband hat sich am vergangenen Freitag mit den hungerstreikenden Ärzten solidarisiert. Er forderte die polnische Regierung auf, das Leben der Krankenhausärzte zu schützen und für eine ausreichende Finanzierung des  Gesundheitssystems zu sorgen. Die Ärzte anderer polnischer Städte haben angekündigt, sich dem Hungerstreik anzuschließen.

Vergangenen Mittwoch äußerte sich die polnische Regierung zum Sachverhalt. Regierungschefin Beata Szydlo versprach, dass 2018 der Etat für Ärztegehälter um 40 Prozent angehoben werden soll. Auch der Mindestlohn für die Nachwuchsärzte soll in den nächsten vier Jahren auf rund 1.200 Euro steigen. Insgesamt wolle man rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich in die Gesundheit investieren. Doch das geht den meisten jungen Medizinern nicht weit genug. „Das Gesundheitssystem erfordert unverzügliche Veränderungen sonst wird der Hungerstreik bis auf weiteres fortgesetzt“ sagt Tomasz. Mit einer einmaligen Gehaltserhöhung werde das Grundproblem nicht gelöst. Es ginge um eine generelle Veränderung des gesamten polnischen Gesundheitssystems.

Flucht ins Ausland

Während sich die älteren Ärzte meist mit der Situation abgefunden haben, gehen viele junge polnische Ärzte ins Ausland. Die polnische Ärztekammer schätzt, dass 10.500 Ärzte, mehr als 2.000 Zahnärzte und 17.000 Krankenschwestern Polen in den letzten Jahren verlassen haben. In den EU-Nachbarländern, vor allem in Deutschland, ist die Bezahlung deutlich besser. Trotzdem werden auch hierzulande das niedrige Gehalt und die langen Arbeitszeiten kritisiert. Ein deutscher Assistenzarzt verdient im Schnitt 4.400 Euro brutto als Einstiegsgehalt, das sich je nach Erfahrung und Berufsjahren erhöht.

Zunächst einmal klingt das ganz ordentlich, doch denkt man an die 6 ½ Jahre Studienzeit ohne Bezahlung, die langen Arbeitszeiten und die große Verantwortung gegenüber den Patienten, empfinden viele junge Ärzte diesen Lohn als unangemessen niedrig. Sven K., Assistenzarzt für Innere Medizin, meint: „Das ist lächerlich wenig Geld. Angestellte, die nur eine Ausbildung gemacht haben, kommen am Ende mit genauso viel Geld raus wie ich. Und sie haben nicht so lange studiert wie Mediziner und tragen nicht so eine hohe Verantwortung. Außerdem werden unsere Überstunden häufig nicht bezahlt, sodass wir mehr Stunden für den gleichen Lohn arbeiten müssen.“

Hinzu kommt, dass sie im praktischen Jahr, in dem viele Medizinstudenten häufig ähnliche Aufgaben wie junge Assistenzärzte übernehmen, gar nichts verdienen. Sie arbeiten ein Jahr Vollzeit, übernehmen wichtige medizinische Tätigkeiten und bekommen nicht einmal einen Euro pro Stunde – geschweige denn den gesetzlichen Mindestlohn. Ohne die PJ-ler würde die Stationsarbeit in vielen deutschen Kliniken zusammenbrechen, denn dann müssten die Ärzte diese Aufgaben zusätzlich übernehmen und die haben jetzt schon kaum Zeit, allen ihren medizinischen Pflichten nachzukommen.

Auch in Deutschland ist die Arbeitsbelastung hoch

Auch hierzulande gibt es Vorwürfe, Mediziner seien nach Überarbeitung gestorben. So wie es der Fall der 56–jährigen Krefelder Ärztin Olena L. nahe legt. Nach einer 24-Stunden Schicht verunglückte sie mit dem Auto als sie auf die Gegenfahrbahn gelangte. Ein anonymes Schreiben an die Staatsanwaltschaft erhob schwere Vorwürfe gegen die Klinik der verstorbenen Ärztin. Laut diesem Schreiben habe die Ärztin nicht 24, sondern 26,5 Stunden arbeiten müssen. Den Vorgesetzen von Olena wirft der anonyme Schreiber vor, sie würden ihre Angestellten massiv unter Druck setzen, „mehr leisten zu müssen, als sie sich selbst zutrauen." So hätte die verunglückte 56-Jährige angeblich mehrfach betont, dass sie nicht in der Lage sei, einen Bereitschaftsdienst über 24 Stunden zu verrichten.

Wenig Schlaf, hoher Druck und kaum Freizeit ist für viele Ärzte Alltag. In einer Umfrage des Marburger Bunds von 2015 gab die Hälfte der befragten Mediziner an, bis zu 59 Stunden pro Woche zu arbeiten. Drei Prozent sagten, sie arbeiten bis   bis zu 80 Stunden pro Woche, wobei die Dunkelziffer wohl sehr viel höher liegt.

Die in den Tarifverträgen festgeschriebene durchschnittliche Höchstarbeitszeitgrenze von bis zu 60 Stunden pro Woche kann von jedem vierten Klinikarzt nicht eingehalten werden. Dabei wünschten sich 90 Prozent der Befragten eigentlich eine Arbeitszeit von unter 48 Stunden pro Woche. Die Hauptlast der Bereitschaftsdienste tragen dabei die jungen Assistenzärzte, die durchschnittlich 5-6 Dienste pro Monat absolvieren. Kein Wunder, dass Überstunden an der Tagesordnung sind, denn viele Stationen sind zudem unterbesetzt.

Dazu kommt der Leistungsdruck, unter dem die Berufsanfänger stehen. Die jungen Ärzte sind häufig ziemlich schnell komplett alleine für eine Station schwerstkranker Menschen verantwortlich. Die Versagensangst und die Angst, Fehler zu machen, sind groß. In kaum einem anderen Beruf trägt man eine so hohe Verantwortung wie als Mediziner. Jede Entscheidung kann Auswirkungen auf die Gesundheit und sogar das Überleben der Patienten haben. Laut der Umfrage des Marburger Bunds fühlen sich 60 Prozent der Ärzte psychisch belastet. Depressionen und Burn-Out können die Folge sein.

Streik in Deutschland? Fehlanzeige.

Auch in Deutschland fehlen Ärzte. Besonders auf dem Land, aber auch in Großstädten haben junge Mediziner heutzutage kaum mehr Probleme eine Stelle zu finden. Eigentlich eine gute Verhandlungsposition. Warum also hört man hierzulande kaum von Streiks für bessere Arbeitsbedingungen und für mehr Gehalt? Viele junge Assistenzärzte ertragen ihre Situation, da sie von den Vorgesetzten abhängig sind.

In der Facharztausbildung ist man auf ein gutes Verhältnis zum Chef angewiesen, denn er ist verantwortlich für die Bescheinigung der erlernten ärztlichen Tätigkeiten und damit auch indirekt dafür, wie schnell man seinen Facharzt erlangen kann. Zudem wollen viele Mediziner ihre Patienten nicht im Stich lassen. Würden alle jungen Assistenzärzte einer Klinik die Arbeit niederlegen, könnten wichtige Operationen und Therapien nicht mehr durchgeführt werden. Wer will schon für eine verschlechterte Gesundheitssituation der Menschen verantwortlich sein, die man eigentlich nach bestem Gewissen behandeln möchte.

Allerdings ändert sich auch nichts, wenn man die Situation nur hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Der große Ärztestreik in Deutschland von 2006 – der erste Streik von angestellten Ärzten überhaupt – zeigte, dass solch drastische Maßnahmen von Erfolg gekrönt sein können. Damals haben sich die Ärzte nach monatelangem Streik auf einen Tarifvertrag mit mehr Lohn geeinigt – den ersten ärztespezifischen Tarifvertrag überhaupt. Wir haben in Deutschland natürlich ungleich bessere Arbeitsbedingungen und Gehälter als in Polen oder anderen Ländern, doch ist das kein Argument dafür, die Situation einfach hinzunehmen. Auch das deutsche Gesundheitssystem bräuchte Reformen, um die Arbeitsbedingungen der Ärzte und die Behandlung der Patienten zu verbessern. 

 

Bildquelle: Azat Akhyarov, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 23.10.2017.

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Gast
Bei so viel Nabelschau und so wenig Solidarität - kann es da besser werden?
#47 vor 22 Tagen von Gast
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Gast
Es ist ein absolutes no go eine Assistenz ärztin am Wochenende 5 Staionen bedienen zu lassen und gleichzeitig die Notaufnahme mit zu versorgen. In einer Klinik ist eine Ärztin nach Ihrem Dienst tödlich verunglückt. Ursache zu viele Stunden gearbeitet und Erschöpfung. Ich hatte das Vergnügen am Wochenende verschiedene Stationen aufzusuchen . Dort hätte ich alle Patientendaten mitgehen lassen können Die patienten bestehlen können oder auch anderes tun können. Ob sich die Patienten versorgt fühlen ist hier die Frage. so kann man auch den medizinischen Nachwuchs kaputt machen. In sogenannte altertümlichen Kliniken habe ich Schwestern gesehen die sich liebevoll um die patienten gekümmert haben. am wochenende........... Wenn ein Arzt weniger verdient als ein Handwerker ist das nicht gut. Aber andererseits wann ist genug ? Hier ist eindeutig der Gesetzgeber gefordert weil scheinbar die Ständevertretung sich nicht optimal durchsetzen kann.
#46 vor 24 Tagen von Gast
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in Rumänien 300 EUR..
#45 vor 25 Tagen von Bogdan Spiru (Arzt)
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Gast
Eine Klinik ist keine Firma, in der es vor allem um die Profitsteigerung geht, indem Überstunden stillschweigend übergangen werden ohne Bezahlung. Der 24-Stundendient ist meiner Meinung nach sowieso nicht zu vertreten. Das ist Ausbeutung und und unverantwortlich. Es muß eine Reform kommen für mehr Personal, 1) Ärzte/Ärztinnen, 2) Schwestern/Pfleger. Die Streßatmosphäre im Krankenhaus trägt nicht dazu bei, daß die Patienten sich wirklich gut versorgt fühlen, weil alles schnellstens "erledigt" wird und niemand Zeit hat, sondern nur von Patient zu Patient hetzt. Übermüdete Menschen haben oft auch schlechte Laune, sind unkonzentriert und neigen daher auch eher zu Fehlentscheidungen, die hier fatal sind, da es um Menschen geht. Von der Bezahlung reden wir mal vorerst nicht. Bessere Arbeitsbedingungen wären auch schon ein Gewinn.
#44 vor 28 Tagen von Gast
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Gast
#41 Was soll uns das bitte genau sagen? Das liest sich nicht wirklich zusammenhängend. Und was hat der NC bitte mit den realen Anforderungen zu tun? Und mal wieder auf der Gehaltssituation herumzureiten und Ärzten die ewige Gier vorzuwerfen ist nicht wirklich angebracht. Ein Blick in andere, nordeuropäische Länder zeigt eines deutlich: Der Abstand zwischen der Bezahlung in Gesundheitsberufen zu der Bezahlung des Bevölkerungsdurchschnittes ist riesig! Während er in D relativ klein ist.
#43 vor 29 Tagen von Gast
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Andi
Ja, die Situation hier könnte besser sein, aber wir jungen Ärzte sind auch selbst daran schuld! Die normale Arbeitszeit geht bis 16/17 Uhr. Wer um 20 Uhr noch im Arztzimmer hockt und Briefe schreibt ist mE selbst daran schuld! Unser Beruf ist kein Beamtenjob, aber es ist eben auch nur ein Job und nein, es sterben nicht immer gleich Menschen, nur weil der Assistent um 5 nach Haus ging. Ich habe mehrfach in Assistentenschaften gearbeitet, wo jeder die Augen verdreht hat über beschissene Arbeitszeiten, unbezahlte Dienste, die als Überstunden ins Nirvana flossen usw., aber dagegen aufgestanden ist keiner bzw. kaum einer. Und dem, der aufstand ggü. hieß es allzu oft: "Nein, da mache ich nicht mir, nein, das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren" und andere Argumente. Ärzte sind Duckmäuser vom Feinsten! Weder alleine, noch in Gruppen zum Zusammenhalt fähig. Und wenn man schon den Mund nicht öffnen will, kann man kündigen, sich eine neue Stelle suchen, oder Teilzeitmodelle wählen.
#42 vor 29 Tagen von Andi (Gast)
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Gast
30 Jahre habe ich - bis vor kurzem - im Klinikum gearbeitet und miterlebt, wie sich die Ärzteschaft verhält und mein Urteil ist nicht positiv! Es gibt keine Berufsgruppe die sich so abgehoben verhält. Sicher der Arzt entscheidet über Leben und Tod und wurde somit auf einem ungerechtfertigten Sockel gestellt und hat ein Jahrzeht lang jedes Jahr eine Lohnsteigerung bis zu 12,5% bekommen! Das hat keine Berufsgruppe geschafft! Doch die Ärzteschaft hat meist ein Nummerus Clausus der nicht mit den realen Anforderungen korreliert: zu oft von der Fähigkeit logistisch zu planen weit entfernt, der Menschlichkeit fremd und überhebleich, dürfen Ärzte Entscheidungen treffen, die katastrophale Auswirkungen haben können. Dazu wurden aufgrund der Hierarchischen Struktur die Assis alleingelassen in ihren Bereitschaftsdiensten. Das wurde unverständigerweise nie der Ärzteschaft angelastet, sondern tausende von Ärztestellen geschaffen! Merke: Arzte stöhnen immer! Ob Geld oder Arbeit!
#41 vor 29 Tagen von Gast
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Gast
selber schuld, den Assis in der Klinik fehlt einfach der Mut und Zusammenhalt mal gegen das alles zu demonstrieren, die IG Metall schafft das ja auch nur die Assis in der Klinik arbeiten sich lieber tot als für ihre Rechte einzustehen
#40 vor 30 Tagen von Gast
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Gast
@38. Stimme vollkommen zu! Es ist wirklich ein Unterschied ob man nach 3 Jahren einen Berufsabschluss hat oder ob man nach über 6 Jahren Studium, Staatsexamen usw. und anschließender mehrjähriger Berufstätigkeit immer noch als Anfänger angesehen wird- entweder rein optisch oder weil auf dem Schild eben "Assistenzarzt" steht. Über den Spruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" kann ich schon lange nicht mehr lachen
#39 vor 30 Tagen von Gast
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Assistent
Es ist schon wirklich unfassbar, was hier von allen Seiten von sich gegeben wird. Auf der einen Seite wird das Studium zzgl FA-Wb mit einer Ausbildung zum GuKP zzgl Fachpflegeweiterbildung verglichen. Der Vergleich ist schon mal ein äußerst schlechter Scherz. Ich persönlich kann das ganz gut beurteilen, da ich vor dem Studium Krankenpfleger gelernt habe und die Fachweiterbildung in Anästhesie/Intensivmedizin absolviert habe. Und wenn ich den Aufwand der Ausbildung mit dem meines Medizinstudiums vergleiche, kann ich heute nur über die Lernbelastung aus der Pflegezeit schmunzeln. Weiterhin ist die Belastung durch Dienste als Assistent ebenso wesentlich höher im Vergleich zum regulären 8-12 Std Dienst einer Pflegekraft. Ein nächster Punkt ist der Unterschied in der Entscheidungsverantwortung. Ein Vergleich macht hier jedenfalls keinen Sinn (wobei ich dennoch finde, dass das Gehalt von Pflegekräften deutlich angehoben werden sollte).
#38 vor 30 Tagen von Assistent (Gast)
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Assistenzärztin
Jeder Mediziner ist frei seine Arbeitsbedingungen selbst zu wählen. Es gibt auch kleine Häuser und Rehakliniken die vernünftige Arbeitsbedingungen bieten. Die große Karriere macht man da zwar nicht, aber man läuft auch nicht so schnell Gefahr selbst in der Psychiatrie zu landen oder sich zu suizidieren. Früher waren die Gehälter noch schlechter und die Arbeitsbedingungen noch mieser, da hat sich inzwischen schon viel verbessert. Zunächst sollten die Gehälter in der Pflege deutlich aufgestockt werden und die Arbeitsbedingungen der Pflegenden verbessert , da sehe ich derzeit den größten Handlungsbedarf
#37 vor 30 Tagen von Assistenzärztin (Gast)
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Gast
Na, die Welt ist ja groß...und wenn in Osteuropa der Markt für Ärzte und sonstiges medizinisches Personal leergefegt ist, dann schauen sich die Klinik-Manager und BWLer im Gesundheitssystem in Deutschland eben anderswo um. In Indien, Philippinen etc. gibt es sicher mehr als genug willige und billige Ärzte, die sich in deutschen Kliniken ausbeuten lassen und für die das ein Mehr an Lebensqualität bedeutet. No countries, no borders, no welfare.
#36 vor 30 Tagen von Gast
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Assistenzärztin
Genauso müssen die Arztbriefe im normalen Klinikalltag fertig gestellt werden, wobei man es manchmal nicht einmal schafft kurz was zu essen oder auf die Toilette zu gehen und deshalb länger bleiben um die Briefe fertig zu stellen/zu korrigieren, was nicht als Überstunden genehmigt werden. Ebenfalls kann man in unserem Beruf nicht einfach krank sein, da wir immer wissen, dass einer unserer Kollegen auf sein bisschen Freizeit verzichten muss und reinkommt, während wir zu hause krank und mit einem schlechten Gewissen liegen und sobald es nur irgendwie geht uns wieder in die Arbeit schleppen. Ach ja und man ist auch nicht einfach krank man arbeitet meistens die Zeit nach, da meistens ein Diensttausch erfolgt damit der einspringende Kollege trotzdem noch etwas Freizeit hat. Der Kranke hat dann nur in dem Monat noch weniger Zeit zum erholen, da wenn man Krank im Bett liegt das keine Erholung ist. Die jungen Ärzte sind nicht verzogen, wir wollen unsere Patienten gut versorgen, aber auch noch ein Leben führen und da Freizeit meistens aufgrund des zu geringen Personals nicht möglich ist, dann doch in Form des Gehaltes.
#35 vor 30 Tagen von Assistenzärztin (Gast)
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Assistenzärztin
Diese Aussagen, dass die junge Generation nichts mehr verträgt und es damals viel schlimmer ist, kann ich nicht mehr hören. Man kann diese Zeiten nicht miteinander vergleichen, die Medizin hat sich seither verändert und auch die Arbeitssituation. Übrigens auch wir arbeiten heutzutage viel, ich hatte einmal die letzten 2 Wochen eines Monats ohne ein Tag frei und die ersten 2 Wochen des nächsten durcharbeiten sollen, als ich angesprochen habe, dass das einfach nicht geht, hieß es ich habe noch die wenigsten Überstunden. Es waren letztlich nur 26 Tage am Stück, zwar nicht an allen Wochenenden mit langen Diensten, aber dennoch ohne ein Tag frei. Denn wir hatten trotz fehlendem Personal zusätzliche Dienste für die Wochenenden im Winter zur Entlastung eingeführt und wir haben akzeptiert nich mehr Wochenenden zu arbeiten um uns gegenseitig zu Helfen, obwohl einfach mehr Personal notwendig wäre und nicht das bestehende aufzubrauchen. So habe ich auch schon 4 von 5 Wochenenden gearbeitet. Genauso wie es viele andere Kollegen von mir tun, v.a. in peripheren Krankenhäusern. Wir bleiben viele länger "freiwillig und unbezahlt", da eine Übergabe, die länger als die eingeplanten 30 Minuten dauert nicht Notfall ist und deshalb auch als Überstunden nicht genehmigt wird. Da uns die Patienten und unsere Kollegen am Herzen liegen nehmen wir uns die Zeit die Patienten gut zu übergeben und bleiben länger.
#34 vor 30 Tagen von Assistenzärztin (Gast)
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@ 22 Lieber Herr Müller, sicherlich haben sie ihre Praxis längst abbezahlt und nicht mehr im Blick, wie hoch für viele Ärzte - vor allem Fachärzte -, die eine umfangreichere technische Ausstattung benötigen, die finanzielle Grundbelastung ist, egal ob sie 30 oder 60 Stunden in der Woche behandeln. Da bleibt einfach kein Spielraum, die eigene Behandlungszeit zu reduzieren, wenn schon bei Vollzeit nur noch 20% vom Umsatz als Gewinn vor Steuern bleiben.
#33 vor 30 Tagen von Dr. med. dent. Gerd Kruse (Zahnarzt)
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@31 Es gibt auch andere Berufe die ein Studium von 5 Jahren und mehr voraussetzen und in denen die Arbeitsbelastung hoch und die Vergütung schlechter als im ärztlichen Bereich ist. Naturwissenschaftler müssen oft promovieren (ca. 3-5Jahre) und zwar in Vollzeit bei max. 60%iger Bezahlung und das nach einem mindestens 5 jährigem Studium nur um um das zu verdienen was ein Assistenzarzt direkt nach dem Studium verdient. Die Regelstudienzeit für Medzin ist 6 Jahre wobei hier auch das PJ mit einfliesst in dem wie schon der Name sagt gearbeitet wird. Die Facharztweiterbildung, die ein learning on the Job ist mit dem Studium gleichzusetzen ist aus meiner Sicht unsinnig, zum Einen wird hier schon ein volles Gehalt verdient zum Anderen erfolgt die Weiterbildung berufsbegleitend. Hier von einer Ausbildungszeit von 12 Jahren zu sprechen ist absurd. Ich spreche ja als Krankenpfleger auch nicht von 5 Jahren Ausbildung wenn eine berufsbegleitende Weiterbildung in Fachpflege erfolgt.
#32 vor 30 Tagen von Klaus Samer (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast X
@26: Sie wollen das doch jetzt wirklich nicht ernsthaft mit einem Ausbildungsberuf vergleichen oder? Schließlich gehen der Facharztausbildung noch 6,5 Jahre Studium voraus. In welchem Ausbildungsberuf hat man schon eine Ausbildungszeit von 12 Jahren? So etwas kann man nicht zum Stundenlohn eines Maurerlehrlings vergleichen (obwohl auch da bestimmt eine bessere Bezahlung angemessen wäre...)
#31 vor 30 Tagen von Gast X (Gast)
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Dr. med. S. Dittrich (Arzt)
#16 ich ertrage diese ewige Ignoranz der heutigen Situation durch ältere Kollegen nicht mehr. Hören Sie auf, den jungen Ärzten von heute Faulheit zu unterstellen und öffnen Sie endlich Ihre Augen. Lassen wir Fakten sprechen: Zahl der Krankenhausbetten von 1993-2013 MINUS 127.987 (-20,3%). Anzahl der behandelten Fälle 1993-2013 PLUS 3,6 Millionen (+19,1%). Durchschnittliche Krankenhausverweildauer von 12,6 Tagen auf 7,5 Tage fast halbiert (Quelle: Stat. Bundesamt). ... forts
#30 vor 30 Tagen von Dr. med. S. Dittrich (Arzt) (Gast)
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Dr. med. S. Dittrich (Arzt)
Forts.... Kennen Sie Begriffe wie Obere Grenzverweildauer (OGVD)? DRG-Ampel? Case-Management? Das Case-Management legt Ihnen morgens eine Liste mit Patienten vor, die in die Nähe der OGVD kommen und Sie müssen sich rechtfertigen, falls die Patienten noch nicht entlassbar sind. Bitte sehen Sie endlich der Realität ins Auge, dass die jungen Ärzte von heute keine Generation Fun & Party ist, und dass Sie die Situation im Gesundheitswesen von 1973 nicht mit der heutigen Situation gleichsetzen können. Mit solchen unangebrachten Vergleichen treten Sie denen ins Gesicht, die heute unter der hohen Arbeitsdichte und dem Personalmangel leiden müssen.
#29 vor 30 Tagen von Dr. med. S. Dittrich (Arzt) (Gast)
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Gast
@#16 Die Arbeit in den 70ern war eine andere, da das Tempo viel geringer war und weniger bürokratischer Aufwand betrieben wurde. Wenn Sie selber heute noch als Arzt arbeiten, sollten Sie wissen, dass ein Großteil der Zeit für Dokumentation am PC draufgeht (oft zusätzlich zur weiter bestehenden handschriftlichen Dokumentation) und dass sich außerdem der Durchsatz an Patienten pro Woche enorm erhöht hat. Dadurch kann die Arbeitszeit selten als Lehrzeit genutzt werden, sondern alles muss am Fließband laufen und spätestens beim zweiten Mal klappen. So entsteht Überforderung und ein Gefühl der Ohnmacht. Durch Kommentare wie den Ihren wird die Situation nicht besser.
#28 vor 30 Tagen von Gast
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Der Verweis auf eine eigene Praxis in Selbständigkeit kann zum Bumerang werden. In letzter Zeit hat sich ganz viel geändert, von Aussenstehenden unbemerkt. Ausufernde Vorschriften, lähmender Papierkram ohne Ende, Überwachung, Gängelung, irre teure Pflichtfortbildungen und teure aber sinnlose Validierungen , Wasserproben, alles was mit Hygiene zu tun hat, ist als Goldesel für die Industrie von deren Lobbyisten in Gesetze gegossen worden. Alles drumherum ist wirklich explodiert im Preis, die Patienten sind unkooperativer, unzuverlässiger, und fordernder geworden. Je nach Region muss man jeden Patient inzwischen als künftigen Prozessgegner ansehen. Sehr traurig. Ich selbst bin zwar im Nachhinein zufrieden für die Entscheidung zur eigenen Praxis, aber unseren Kindern haben wir abgeraten, in diese Fußstapfen zu treten. Die sollen lieber Anwälte werden, da hat man ein ruhigeres Leben mit viel weniger Sorgen.
#27 vor 30 Tagen von Dr. med.dent Karl Samanek (Zahnarzt)
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Gast
4400 Brutto? Bitte welcher Ausbildungsberuf steigt damit ein? Das ist knapp doppelt so viel, wie GuKp im Schnitt nach Jahren verdienen. Das ist nun wirklich kein schlechtes Geld. Über die Arbeitszeit braucht man nicht zu streiten, die ist unter allem.
#26 vor 30 Tagen von Gast
  12
Gast
Sehr wohl fühlte man sich früher bei den Marathon Diensten überfordert und ich und auch andere saßen zwischendurch heulend auf der Toilette und zweifelten an sich und an ihrer Fähigkeit Arzt zu sein .Normalerweise geben dies eher die Kolleginnen als die Kollegen zu.Damals glaubte ich ich wäre die einzige die sich so überfordert und kaputt fühlt.Vor allem wenn man persöhnlich sehr engagiert ist kommt dieser Zustand wohl bei vielen Ärtzen vor.
#25 vor 30 Tagen von Gast
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Gast X
Oder vielleicht erzählt man uns das in der Klinik nur um uns davon abzuhalten zu gehen...;-)
#24 vor 30 Tagen von Gast X (Gast)
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Gast X
@Herr Mueller: ich kann Ihnen nicht genau sagen warum es unter „jungen Ärzten“ so wenig Praxisniederlassungen gibt... vermutlich weil wir erst unsere Facharztreife erreichen müssen (Lehrjahre sind keine Herrenjahre...) oder weil so mancher in der Klinik angestellte Facharzt bei besserer Bezahlung immer noch weniger Arbeitsstunden absolviert als so manch ein Praxisinhaber... und das ohne nebenbei noch sein eigener Betriebswirt zu sein. Hausärzten wird vielfach durch unnötige Bürokratie das Leben schwer gemacht.
#23 vor 30 Tagen von Gast X (Gast)
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Und warum haben junge Ärzt/Innen nicht den Mut, in die eigene Praxis zu wechseln? Nirgendwo kann ich Familie und Beruf besser verbinden als in einer Situation, in der ich meine Arbeitszeit selbst bestimme! Und bekomme neben einer finanziellen Auskömmlichkeit zusätzlich - wenn ich mich im zwischenmenschlichen Kontakt nicht als total inkompetent präsentiere - eine hohe soziale Wertschätzung. Und der Notdienst ist mittlerweile auch in ländlichen Strukturen gut geregelt und institutionalisiert: nur noch Selbstdarsteller schlafen mit dem Telefon am Bett! Ich als ehemaliger Großstädter (Frankfurt/M.) habe die Entscheidung für die Landpraxis vor 33 Jahren niemals bereut und mache gerne Werbung für diesen Weg. Voraussetzung ist allerdings die Emanzipation von elterlichen Alimentationstöpfen und der Wille zur eigenen Lebensgestaltung. Biete weitere Diskussionsmöglichkeit unter Tel.05556-1088.
#22 vor 31 Tagen von Manfred Mueller (Arzt)
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Leider wird oft nur gejammert statt Civilcourage an den Tag zu legen. Es gibt den Marburger Bund als Interessenvertretung, der den Oberarzt juristisch unterstützt hat bei der Durchsetzung der zulässigen Höchstarbeitszeit.Den polnischen Hungerstreikenden Kollegen ist Respekt zu zollen für ihr Engagement.Die Kehrseiteder EU- Arbeitnehmer-Freizügigkeit, nämlich das Abwandern der polnischen Ärzte nach Deutschland sollte man unterbinden ,damit in den Heimatländern nicht noch größerer Ärztemangel eintritt, der zu einer Überlastung der Ärzte führt. Rainer Mönks (Arzt für Anästhesiologie)
#21 vor 31 Tagen von Rainer Mönks (Arzt)
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@16: Leider, Herr Kollege Kirschke, ist genau das die Einstellung, die das bestehende, z. T. regelrecht ausbeutende, System festigt. Früher war immer manches anders, das gilt für unzählige Bereiche. Aber die Zeiten ändern sich und wir als Gesellschaft ändern uns in ihnen. Zu Ende gedacht ist es daher offensichtlich, dass man die Situation von 1973 nicht mit der Gegenwart vergleichen kann. Zudem ist sicherlich auch die Dienstsituation als solche mit heute nicht mehr vergleichbar.
#20 vor 31 Tagen von Dr. med. Ralf Grebe (Arzt)
  0
Gast
@16. Nur weil es mal so war heißt es nicht dass es gut war und so bleiben muss. Und vielleicht sollte man auch an körperlich oder psychisch nicht so belastbare Kollegen denken. Diese können solche Dienste gar nicht oder nur schwer stemmen. Arzt sein dagegen können sie sehr wohl denn es gibt bis heute keine verpflichtende Tauglichkeitsuntersuchung.
#19 vor 31 Tagen von Gast
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@16: Vermutlich sogar beides (die Arbeitsbelastung hat zugenommen und ein anderes Bewußtsein hinsichtlich der Life-Work-Balance).
  0
Gast
Jaja, ich habe auch von Freitag Morgen bis Montag abends buchstäblich durchgearbeitet -ohne Freizeitausgleich und ohne Nachtzuschlag... Aber ich bin froh , dass diese Zeiten vorbei sind und denke auch im Sinne der Patienten müssen wir uns um humanere Arbeitszeiten bei adäquatem Gehalt einsetzen!
#17 vor 31 Tagen von Gast
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hat die Arbeitsbelastung zugenommen oder wird die Arbeit vermehrt als Belastung empfunden, weil es nicht in die persönliche Work- Life Balance paßt. Mein erster Arbeitsvertrag als MA 1973 hatte keine Arbeitszeit Angabe und das bei DM 630 ! Auch als Assistent war die maximale Grenze 36 Std. in einem Stück. Man hatte Tagesdienst bis 17 Uhr, dann Bereitschaftsdienst bis 8 Uhr und dann einen normalen Tagesdienst. Man fühlte sich müde, aber nicht überfordert. Das Wort " Burn out" gab es noch nicht.
#16 vor 31 Tagen von Dr Wolfgang Kirschke (Arzt)
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Arzt aus Pommern
Wo bleiben da eigentlich die Initiativen der Kammern, die gibt es doch auch in Polen, oder? Sollten diese nicht Ihre Mitglieder vor sowas schützen?
#15 vor 31 Tagen von Arzt aus Pommern (Gast)
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Nicht nur Ärzte, auch anderes medizinisches Personal (Pflege, MTAs u.a) werden mit Bereitschaftsdiensten (die real keine mehr sind, weil die Arbeitsbelastung deutlich über 50 % liegt) und zu viel Arbeitsbelastung wegen zu wenig Personal verheizt.
#14 vor 31 Tagen von Nicole Rosenow (Studentin)
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Dank für diesen Artikel. We are(!) the Champions - auch weil wir uns unter Wert behandeln lassen.
#13 vor 31 Tagen von Dr. med. Michael Boldt (Arzt)
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Physiotherapeutin
Das ist doch ein grundsätzliches Problem mit der Bezahlung im Gesundheitswesen. Da sollten wir doch gemeinsam an einem Strang ziehen und nicht jede Berufsgruppe für sich.Jeder Alleingang geht zu Lasten der anderen. Aber das scheint mir Illusion in unserer Gesellschaft.In der auch für materielle Anschaffungen (z.B.Autos) mehr Geld ausgegeben wird,als für die eigene Gesundheit(Krankenversicherung). Arbeite seit 16 Jahren als Physiotherapeutin in einer Klinik.
#12 vor 31 Tagen von Physiotherapeutin (Gast)
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Jammern in Deutschland auf hohem Niveau. Ein Sprichwort besagt , daß "Lehrjahre keine Herrenjahre" sind. Andere hochqualifizierte Berufe kann man auch nur durch die Ausbildungszeit mit wenig oder keinem Gehalt erreichen. Und die Arbeitszeiten als Akademiker in der Industrie, unterliegen keineswegs immer den gestzlichen Arbeitszeiten. Von der geforderten Flexibilisierung ist auch zu sprechen. Einmal Mediziner, bedeutet noch lange nicht - immer Mediziner. Einmal am Standort X eingestellt, bedeutet noch lange nicht - immer am gleichen Arbeitsplatz. Dann möchte ich noch anmerken, daß Geld wichtig, aber nicht alles ist. Ich bin sehr froh, daß ich auf diverse Herausforderungen Leistung bringen konnte. Daß man es mir zugetraut hat und ich gerne gearbeitet habe. OK - ich habe einen Fehler gemacht. Vor der Zeugung wurden wir ja alle gefragt, zu welchen Eltern wir möchten. Da hätte ich evtl. meinen noch nicht vorhandenen Finger anders heben sollen.
#11 vor 31 Tagen von Joachim Grams (Sonstige)
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Gast
Habe ich auch schon erlebt oder gehört. Ich frage mich nur,wie kann man als Arzt die eigenen Warnsignale so lange ignorieren und so lange warten wie oben beschrieben, bis man einen Herzinfarkt bekommt oder Angst hat nicht heil zu Hause anzukommen. Da gab es doch sicher auch Vorboten. Und dann kann man doch wenigstens nach Alternativen schauen, nach Teilzeit fragen usw. Das ist nicht der Mainstream und hat vielleicht auch Nachteile aber schlimmer als der Tod ist es sicher nicht.
#10 vor 31 Tagen von Gast
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Psychotherapeut
Nach Abgabe eines halben Kassensitzes arbeite ich seit einiger Zeit nur noch echte 30 Zeitstunden pro Woche. Ich werde damit zwar nicht reich, es bringt aber wirklich ein unglaubliches Plus an Lebensqualität im Vergleich zu meiner Assistenzarztzeit und den früheren Jahren der vollen Niederlassung.
#9 vor 31 Tagen von Psychotherapeut (Gast)
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Ähm, in den letzten 25 Jahren ist die Anzahl der Pflegekräfte in den deutschen Krankenhäusern gleich geblieben während die Anzahl der Ärzte um 60% zugenommen hat : https://www.aerzteblatt.de/archiv/193894/Krankenhaeuser-Mehr-Aerzte-weniger-Pflegekraefte. Und das rechnerisch eine Pflegekraft in Polen 20 Patienten versorgt ist auch nicht soweit von Deutschland entfernt wo eine Pflegekraft auf 15 Patienten kommt. Ein Vergleich deutscher mit polnischen Assistenzärzten ist absurd. Als es noch den A... im Praktikum gab, hatten die Assistenten deutlich mehr Recht zur Klage als heute, auch zahlen manche Kliniken heute schon im PJ eine gewisse Aufwandsentschädigung. Die Stellung der Assistentzärzte ist heute auch eine ganz andere als noch vor 20 Jahren damals war es schwierig überhaupt eine solche Stelle , sieh AIP, zu bekommen heute ist das überhaupt kein Problem mehr. 4400 Euro Brutto ohne Zulagen oder Bereitschaftsvergütungen ist ja nun auch kein Hungerlohn.
#8 vor 31 Tagen von Klaus Samer (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
Ich bin nach dem Studium nach Schweden gegangen und arbeite hier seit 15 Jahren. Ich habe es noch keinen Tag bereut. 40 Stunden Woche, bezahlte Forschung, Elternzeit ohne Karriereknick. Man wird nicht reich, aber die meisten Ärzte in Deutschland werden das auch nicht mehr. Daher mein Tip, einfach mal woandershin gehen, vieleicht geht den Verantwortlichen ein Licht auf wenn es in Deutschland oder Polen mal keine Ärzte mehr gibt.
#7 vor 31 Tagen von Gast
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und im niedergelassenen Bereich gehören die 36 Std Schichten immer noch zum Alltag - zumindest bei denen, die nach einem Tag in der Praxis dann ihren KV - Dienst ableisten dürfen, um sich die verschleppte Bronchitis, die akute Gichtzehe etc des nächtens anschauen dürfen, es sei denn, sie schliessen nach 24 Std die Praxis mit 1000 - 2000 € Umsatzverlust ... Widerstand gegen diese jedem WANZ Prinzip widersprechende Luxusversorgung - Fehlanzeige
#6 vor 31 Tagen von Dr. med. Burkhard Meyer (Arzt)
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Gast
Ein guter Artikel, der die Missstände klar aufzeigt. Noch sind wir von den Zuständen, unter denen die polnischen Kollegen arbeiten, ein gutes Stück weit entfernt. Das Prinzip der Misere ist jedoch dasselbe: - Massive Verletzung des Arbeitszeitgesetzes (EWTD) durch die Opt-Out-Regelung, die jedoch in den seltensten Fällen wirklich freiwillig erfolgt. - unangemessen niedriges Gehalt gemessen an der Ausbildung und der Verantwortung.
#5 vor 31 Tagen von Gast
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Gast
2-3 nicht 23 Jahre
#4 vor 31 Tagen von Gast
  0
Gast
Ich war auch ÄiP, und klar, man konnte vom Lohn für den Nachtdienst keine Pizza im Nachtdienst bezahlen. Trotzdem käme ich nie auf die Idee, dass mit der polnischen Situation zu vergleichen, geht's noch? Nach den 18 Mon AiP bekam man BAT lla, das waren je nach Bundesland mit 28 Jahren 4200 bis 4800 DM. Es war also irgendwann vorbei. Die jungen Kolleginnen und Kollegen in Polen verdienen unsere Unterstützung. Nebenbei biete ich eine Assistenzarztstelle an für jeden, der mal 23 Jahre Berufserfahrung hat. Vielleicht kapiert die populistische Regierung in Polen, dass es so nicht weitergeht, wenn alle abhauen. Schließlich sind Ärzte überall auf der Welt einsetzbar.
#3 vor 31 Tagen von Gast
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Als Medizinalassistentin 1973/74 hatte ich jede 2.Nacht! Dienst. Am Wochenende V Freitag 7.30 bis Montag 13h. Anaesthesie mit Op und Intensivstation.Damals bekam man 800 DM und erst zu diesem Zeitpunkt wurden die Nachtdienst vergütet.
#2 vor 31 Tagen von DR. Heidrun Halbgewachs-Breiden (Ärztin)
  12
Gast
Früher war es noch schlimmer im AiP ging es uns nicht besser als polnischen Ärzten und danach kamen Drittmittelverträge und 450hArbeitszeit mit den anfallenden Bereitschaftsdiensten schon das ist schon noch verbesserungsfähig auch hier
#1 vor 31 Tagen von Gast
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