PR: Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) bei Frauen

20.10.2017
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Der Herzinfarkt zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesursachen überhaupt. Meist wird der Herzinfarkt als Männerkrankheit angesehen. Dabei erkranken Männer öfter am Herzen, aber bei Frauen ist der Verlauf häufiger tödlich. Die Sterbeziffer bei Herzerkrankungen liegt bei Frauen bei 268,2 und bei Männern 243,7 pro 100.000 Einwohner*. Meist werden die untypischen Symptome bei Frauen dafür verantwortlich gemacht. Was ein Herzinfarkt im Allgemeinen ist und welche Ursachen diesem zu Grunde liegen, können Sie in unserem Fachartikel Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) nachlesen. Welche Besonderheiten bei Frauen vorliegen, erfahren Sie in diesem Fachartikel. 

 

*Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

 

Welche Symptome treten bei einem Herzinfarkt bei Frauen auf? 

 

Die Unterschiede eines Herzinfarktes zwischen Männern und Frauen liegen vor allem im Auftreten der Symptome. Neben den klassischen Symptomen wie Schmerzen im Brustraum, die in weitere Körperregionen ausstrahlen, klagen Frauen über Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Rücken- oder Nackenschmerzen, Kiefer- und Halsschmerzen sowie Beschwerden im Oberbauch. Wegen der Fehlinterpretation dieser Symptome kommt es oft zu lebensbedrohlichen Zeitverlust beim Aufsuchen ärztlicher Hilfe. Der Schmerz im Brustraum fühlt sich ebenfalls unterschiedlich an. Bei Frauen handelt es sich hierbei eher um ein Druck- oder Engegefühl und nicht zwingend um das bei Männern bekannte Stechen in der Brust. Auch das Ausstrahlen der Schmerzen in weitere Körperteile, wie z.B. den linken Arm fehlt bei Frauen häufig. Zu den Vorboten eines Herzinfarktes bei Frauen, die schon Tage oder Wochen auftreten können, gehören anhaltende Müdigkeit, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Verdauungsstörungen, Taubheitsgefühl in den Armen sowie Schmerzen im Rücken oder in den Beinen. Ein Monitoring der Symptome kann das Risiko erheblich mindern.

 

 

Warum ist Zeit der wichtigste Faktor? 

Die Gefahr der Nicht-Beachtung und Verharmlosung von Symptomen ist bei Frauen häufiger als bei Männern. Die Erkenntnis, dass Symptome auf einem Herzinfarkt hindeuten, erfolgt oft zu spät oder gar nicht. Dabei ist es gerade bei einem Herzinfarkt entscheidend, frühestmöglich Hilfe zu bekommen, um Folgeschäden oder sogar einen Todesfall zu vermeiden. 

Ob bei Männern oder Frauen: Die erste Stunde nach dem Verschluss eines Gefäßes, bekannt als die „goldene Stunde“, ist entscheidend. Eine schnelle Intervention kann Folgeschäden mindern oder gar vermeiden. Bei einem Infarkt unterbindet die blockierte Arterie die Sauerstoffzufuhr zum Herzmuskel. Nach 20 bis 60 Minuten stirbt dieser im unterversorgten Bereich unwiederbringlich ab und das Gewebe vernarbt. Die Narben können später wiederum gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

Studien haben gezeigt, dass lediglich 11% aller Herzinfarktfälle die notwendige Intervention innerhalb der goldenen Stunde erhalten. Die Ursache der Verzögerung liegt in der oft schwierigen Einschätzung der Symptome und einer verbreiteten Einstellung, kein großes Aufsehen um die eigene Situation zu verursachen. Der Erstkontakt zu ärztlicher Hilfe ist folglich wichtig.

 

Welche Auswirkung kann das Alter bei Frauen und Männern haben? 

Neben den Symptomen liegt ein weiterer Unterschied im Alter zwischen Frauen und Männern. Bei Frauen steigt das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung ab etwa dem 60. Lebensjahr. Dies liegt am Nachlass der Hormonproduktion nach den Wechseljahren. Die im Körper zirkulierenden Hormone schützen Frauen vor einem frühzeitigen Herzinfarkt. Männer sind dagegen schon ab etwa dem 50. Lebensjahr betroffen.

 

Welche zusätzlichen Risikofaktoren gibt es bei Frauen? 

Die bekannten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt gelten auch für Frauen: Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Stress, Übergewicht, Diabetes und Rauchen. Jedoch besonders Rauchen wirkt sich bei Frauen sehr viel schwerwiegender auf die Herzgesundheit aus, als bei Männern. Dieser Risikofaktor hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, liegt bei Frauen die rauchen um 25 Prozent höher als bei Männern. Ein zusätzlicher Risikofaktor bei Frauen ist die Einnahme der Pille.  

 

 

Weitere detaillierter Informationen rund um den Herzinfarkt finden Sie in unserem Fachartikel Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt).

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.10.2017.

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