PR: Hippokratischer Eid überarbeitet: Ärzte schwören jetzt auch auf eigene Gesundheit und Patientenautonomie

20.10.2017
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Der Weltärztebund hat den ärztlichen Berufsschwur überarbeitet. Das war lange überfällig. Die Neufassung der Genfer Deklaration wurde am 19. Oktober 2017 in Chicago beschlossen.

 

Das sind die wichtigsten Änderungen:

 

Die neue Formel: Genfer Deklaration 2017

The Physician’s Pledge

As a member of the medical profession:

I solemnly pledge to dedicate my life to the service of humanity;

The health and well-being of my patient will be my first consideration;

I will respect the autonomy and dignity of my patient;

I will maintain the utmost respect for human life;

I will not permit considerations of age, disease or disability, creed, ethnic origin, gender, nationality, political affiliation, race, sexual orientation, social standing or any other factor to intervene between my duty and my patient;

I will respect the secrets that are confided in me, even after the patient has died;

I will practise my profession with conscience and dignity and in accordance with good medical practice;

I will foster the honour and noble traditions of the medical profession;

I will give to my teachers, colleagues, and students the respect and gratitude that is their due;

I will share my medical knowledge for the benefit of the patient and the advancement of healthcare;

I will attend to my own health, well-being, and abilities in order to provide care of the highest standard;

I will not use my medical knowledge to violate human rights and civil liberties, even under threat;

I make these promises solemnly, freely and upon my honour.

 

Die Deklaration muss nun übersetzt werden.

 

Die alte Genfer Deklaration stammte aus dem Jahr 1948. Sie lautete:

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich:

mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.

Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit erweisen.

Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.

Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren.

Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten.

Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein.

Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung.

Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und

selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.

Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre.

 

Die Genfer Deklaration soll in Zukunft auf allen Veranstaltungen des Weltärztebundes gesprochen werden. Auch in Deutschland gibt es Bestrebungen, dass Medizinstudenten bei der Aufnahme in den Arztstand die Formel verpflichtend sprechen sollen. Diese modernisierte Variante des traditionsreichen hippokratischen Eids steht am Anfang der ärztlichen Berufsordnung.

 

Was halten Sie von der neuen Genfer Deklaration? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.

 


Weiterführende Links:

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.10.2017.

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