Infantile Insomnie

19.10.2017
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Schlafenszeit ist für Kinder eine wirklich lästige Zeit. Die jähe Unterbrechung des Spielens, Fernsehens oder Vorlesens ärgert manche Kinder sogar so sehr, dass sie zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen. Nicht minder merkwürdig: Die Reaktion einiger Eltern darauf.

Mutter: „Herr Dokter, ich habe ein Problem mit meinem Sohn, der hat eine Schlafstörung.“

Der junge Mann ist dreieinhalb Jahre alt.

Mutter: „Wissen Sie, der geht nach dem Fernsehen um 21 Uhr ins Bett. Da trinkt er noch seine Flasche, dann steht er um elfe wieder auf und kommt zu mir rüber, weckt mich und sagt, dass er jetzt spielen will.“

Ich: „Und dann?“

Mutter: „Dann will er puzzeln, oder er macht den Fernseher an oder die Rolladen hoch. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.“

Ich: „Was machen Sie denn, damit er das lässt?“

Mutter: „Ich spiele dann kurz mit ihm, er will das ja so. Aber Fernsehen oder Rolladen, da schimpf ich dann schon. Letztens lag ich im Bett und da hat er an meinen Wimpern gezupft, dann hat er gesagt, Mama, du hast die Augen auf, los, spiel mit mir. So …"
Ich: „Was kann ich da tun?“

Mutter: „Der hat doch was. Solche Schlafstörungen sind doch nicht normal.“

Ich: „Ich bin ja kein Pädagoge, sondern auch nur Vater, aber ist das vielleicht eine Frage der Erziehung?“

Mutter: „Meinen Sie? Ach so …“

Ursprünglich hier

Bildquelle: Kasey Eriksen, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 24.10.2017.

52 Wertungen (4.85 ø)
9856 Aufrufe
Medizin, Pädiatrie
Zitat: "er will das ja so." DAS ist das Problem...die Eltern wissen nicht mehr wer das Sagen hat und lassen sich von ihren Kindern auf der Nase rumtanzen. Eltern sind keine Freunde, sondern Erziehungberechtigte und Erziehungspflichtige. Ein Kind mit 3 Jahren bis um 21 Uhr vor dem Fernseher zu setzen ist zwar sehr bequem aber absolut nicht förderlich...aber die Eltern werden in Zukunft dahinter kommen...solche Eltern braucht kein Kind!
#15 vor 30 Tagen von Sabine von Lienen (Rettungssanitäterin)
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Gast
Danke, ich habe herzlich gelacht.
#14 vor 30 Tagen von Gast
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Gast
Langschläfer und Frühaufsteher gibt es von Natur aus. Die meisten Menschen sind allerdings weder das eine noch das andere, ihr Schlaf-Wach-Rhythmus liegt irgendwo zwischen dem von morgenfrischen Lerchen und den nachtaktiven Eulen. Nach welchem Rhythmus Sie am liebsten leben, bestimmt Ihre innere Uhr.Sie ist der biologische Taktgeber, über den jeder Mensch verfügt. Wie diese Uhr tickt, bestimmen nicht nur Sie und Ihr Wecker, sondern auch Ihre Gene.(https://www.stern.de/gesundheit/schlaf/geheimnis_schlaf/schlaftypen-von-eulen-und-lerchen-3762970.html) Das ist natürlich ungünstig für unsere Planwirtschaft. Da muß der Junge halt später einen passenden Job finden. Nach 12 Jahren Kind mir "Schlafstörung" Wird man da geistig flexibler. Keine Angst der Kleine schafft das schon. LG https://www.netdoktor.de/schlaf/schlaftypen-von-eulen-und-ler-11355.html
#13 vor 30 Tagen von Gast
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Ein typisches Problem unserer Zeit. Der Kleine ist noch klar im Kopf, seine Mutter aber nicht mehr. Und das wird sich so bald nicht ändern. Es handelt sich um eine grundsätzliche Fehlentwicklung in unserer Gesellschaft. Dauert 1 -2 Generationen mit wachen Köpfen für eine Restitution.
#12 vor 30 Tagen von Dr. med Franz Josef Linnenbaum (Arzt)
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Mama
Frau Kastrati: Danke für Ihre Worte. Es gibt viele hilfreiche Tipps wie man das Schlafengehen für Kinder schön und interessant gestalten kann. Denn wir Erwachsenen sehen die Welt nur mit unseren Augen und selbst wir erwachsenen Vorbilder die wir wissen dass Schlaf keine lästige Pflicht sondern die verdiente Belohnung für einen langen Tag ist vernachlässigen unsere eigene Schlafhygiene allzu oft zulasten der Schlafqualität. Ein Schlafzimmer sollte für alle eine Wohlfühloase sein. Für Kinder ist das besonders wichtig. Ein Ort zum Kuscheln, Träumen und Sicherfühlen, kein Ort der Dunkelheit und Einsamkeit. Schöne Nachtlichter müssen nicht teuer sein, man kann sie auch gemeinsam basteln um nur ein Beispiel zu nennen.
#11 vor 30 Tagen von Mama (Gast)
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Vater zweier Kinder
Und sicher kann man Kinder "bestrafen". Das funktioniert am besten, wenn man schon früh anfängt. Da reicht die Androhung eines Tadels (ja, tatsächlich, ein mündlich ausgesprochener Tadel, und zwar nur das Wort an sich). Und das ist dann das Training dafür, später Konsequenzen "erkennen" bzw. bedenken zu können. Klappt auch nicht immer, Kinder sind schließlich keine Maschinen. Ja, und auch Eltern dürfen einmal genervt und frustriert sein und das auch zeigen und darüber reden (denn Eltern sind nun wahrlich nicht perfekt, weiß ich aus eigener Erfahrung...). Das hilft den Kindern auch selber, ihre Gefühle einzuordnen.
#10 vor 30 Tagen von Vater zweier Kinder (Gast)
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Gast
Ich habe über viele Jahre in meinen Eltern-Kind-Gruppen Eltern betreut, die so gerne alles richtig machen möchten, aber von der Masse der teilweise gegensätzlichen Informationen, die von allen Seiten auf sie einprasseln, völlig überfordert sind. Was beim Thema Schlafenlernen für diese Eltern oft hilfreich war, war die Inspiration, sich einmal in ihr Kind hineinzuversetzen, dass noch keine Ahnung von der Uhrzeit hat und bis zum dritten Lebensjahr entwicklungspsychologisch noch gar nicht in der Lage ist, für möglich zu halten, dass Mama und Papa nicht dasselbe denken und fühlen, wie es selbst. Ist diese Erkenntnis bei den Eltern erst einmal da, fällt es vielen schon viel leichter, eigene Ideen zu entwickeln wie sie ihren Kindern da helfen können.
#9 vor 30 Tagen von Gast
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Vater zweier Kinder
Jedes Kind das ich kenne (incl. der eigenen) haben ab und an "Probleme" beim zu Bett gehen. Die Geschichte spricht ganz eindeutig für fehlende Erziehung. Hier noch das Verhalten des Kindes zu entschuldigen (Untersuchung auf schlafapnoe oder Blähungen? das äußert sich nun wirklich anders), ist genau das Problem! Kinder benötigen Struktur! Kinder benötigen viel Schlaf! Das können Sie nicht allein entscheiden oder regeln, die Eltern müssen den Rahmeb vorgeben. Das ist mitunter anstrengend (anstrengender, als es vor den Fernseher zu setzen) und man ist nicht "der beste Freund" (kurzzeitig). Weiterhin gibt es einen merkbaren Unterschied zwischen "kann nicht schlafen" und "will nicht schlafen". Und wenn man (ab einem gewissen Alter) das Kind auch einmal schreien lässt, lernt es, sich selbst zu beruhigen (bevor mir das wieder falsch ausgelegt wird: ein Kind über drei Jahre kann das, nur Mut). Konsequenzen können die ganz kleinen Kinder noch nicht abschätzen, das geht vielleicht ab 6 Jahren.
#8 vor 30 Tagen von Vater zweier Kinder (Gast)
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Es ist einfach, pauschal zu urteilen, entweder weil man selbst perfekte Kinder hat oder gar keine. Kinder gehen durch Phasen, und wenn sie mal eine Woche nicht schlafen wollen kann das alles mögliche sein, Umgewöhnung an Kindergarten oder neue Kindertanten oder Kameraden, etwas anderes, was sie umtreibt, Wachstumsschmerzen, eine Erkältung, die ausgebrütet wird... und Erziehungssache ist das dann auch nur bedingt. Natürlich müssen klare Strukturen und viel Liebe her, aber wenn "Erziehung" dann heißt, im Dunkeln schreien lassen bis die Kinder blau im Gesicht sind, ist das auch nicht in Ordnung. Zynische Antworten helfen hier nicht weiter. Und ein Arzt, wenn er schon selten genug um Rat gefragt wird, sollte dann auch wirklich abklären ob Schlafapnoe oder Verdauungsstörungen vorliegen anstatt die Mutter lächerlich zu machen.
#7 vor 30 Tagen von MPH Beatrice Kastrati (Ärztin)
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Ich weiss nicht warum hierzulande so großer Stress mit dem Einschlafen von Kindern existiert. Hat das etwas mit den Jahreszeiten, dem unterschiedlichen Dunkelwerden zu tun oder weil die Eltern umbedingt Feierabend wollen? Ich kenne das aus Südamerika so, dass die Kinder ins Bett gehen, wenn sie schlafen wollen. Sind sie noch nicht müde, dürfen sie noch was Ruhiges spielen und sich auch alleine beschäftigen, aber nicht nerven. Wenn man merkt, ein Kind hat nach dem Fernsehen Ängste oder kann nicht einschlafen, dann gibt es kein Fernsehen - zumal um die Zeit eh nix für Kinder kommt. . Ist man aus oder auf Besuch, kann es passieren, dass die Kinder irgendwo einschlafen - man trägt sie dann ins Auto und steckt sie zuhause ins Bett. Die meisten Schulkinder und auch Kita-Kinder in der Stadt müssen sehr früh raus, weil die Schulbusse so lange im Stau stehen bzw. lange Routen fahren. Viele schlafen auch noch im Bus, aber spätestens um 21 Uhr sind sie alle müde.
#6 vor 30 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
fernseh bildet...
#5 vor 30 Tagen von Gast
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Gast
Leider oft Realität.. ohnehin schon tragisch, dass das Arne Kind vor‘m Schlafengehen vor den Fernseher gesetzt wird... mit 3,5 Jahren überhaupt so lange wach..traurig...
#4 vor 30 Tagen von Gast
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Gast
Immerhin weiß der junge Mann was er will. Immerhin einer.
#3 vor 30 Tagen von Gast
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Das ist Alltag in der Erziehungsberatung, Eltern die unsicher sind was Ihrem Sprösslingen gut tut, was das Richtige für sie ist. Aber auch sehr häufig anzutreffen der Partner Ersatz, ich will abends nicht alleine sein, alleine Fernsehen schauen, also muss mein Kind bei mir sitzen. Natürlich gibt es viele weitere Möglichkeiten, warum Eltern Ihren Kindern dies antun und meist endet das darin, dass diese Kinder zwischen dem 4. und 10. Lebensjahr in der Kinder- und Jugendpsychiatrie landen.
#2 vor 30 Tagen von Harald Gerd Ricke (Psychologe)
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Gast
Fragt sich, wer da die Erziehung braucht. Bestimmt nicht der Dreijährige, der bis um 21 Uhr fernsehen und ohne Spiel und vorgelesene Geschichte schlafen gehen muss.
#1 vor 33 Tagen von Gast
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