Lipödem - Auch die Seele leidet

18.10.2017

 

 

Für einen gesunden Menschen ist es äußerst schwierig zu verstehen was es bedeutet, jeden Tag mit einer chronischen Krankheit zu leben. Die Art der chronischen Erkrankung hat oft tiefgreifende Auswirkungen auf den Betroffenen und seine Familie. Die ständige Anpassung an den veränderten klinischen Zustand ist für den Betroffenen oft mit psychischen und sozialen Problemen verbunden. Einige chronische Erkrankungen verursacen Einschränkungen oder Behinderungen, welche zu einer Veränderung des Lebensstils führen und sogar dazu beitragen die eigene Identität zu gefährden.

Auch das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die ausschließlich bei Frauen vor kommt. Charakterisiert ist das Lipödem durch eine pathologische Fettvermehrung im Unterhautgewebe, vor allem an den Beinen. Manchmal sind auch die Arme betroffen. Es entsteht eine Disproportion zwischen den Extremitäten und dem Rest des Körpers. Das äußere Erscheinungsbild der betroffenen Frauen verändert sich im Laufe der Zeit zunehmend negativ. Hinzu kommen noch typische Symptome wie Berührungsschmerzen, starke Wassereinlagerungen und eine erhöhte Neigung zu Blutergüssen. Die Erkrankung wird von einigen Medizinern nicht erkannt und häufig fehldiagnostiziert. Selbst die betroffenen Frauen wissen oft jahrelang nicht, dass sie an einer chronischen progredienten Krankheit leiden. Solange die Diagnose nicht gestellt wird denken diese Frauen, dass die stetige Körpergewichtszunahme ihr Verschulden ist.

Aus zahlreichen Patientenforen im Internet von Frauen mit Lipödem ist bekannt, dass diese unter einer großen psychischen Belastung leiden. Hier berichten betroffene Frauen, dass sie von der Gesellschaft mit übergewichtigen Frauen gleichgesetzt, stigmatisiert und beleidigt werden. Das Gefühl ein nicht vollkommenes Erscheinungsbild ihres Körpers zu haben und die Notwendigkeit spezielle Kleidung wie Kompressionsstrumpfhosen für Arme und Beine zu tragen, zwingen diese Frauen dazu, sich aus den sozialen Lebensbereichen zurückzuziehen und die Teilhabe an sozialen Aktivitäten zu vermeiden.

Mit physikalischer Therapie lassen sich zwar einige Symptome wie Schwellung und Druckschmerz positiv beeinflussen, die übermäßige Fettvermehrung und der Körperumfang bleiben jedoch unverändert. Hier versprechen operative Maßnahmen wie die sogenannte Liposuktion (Fettabsaugung) große Erfolge. Leider werden die Kosten solcher Operationen, welche mehrere Tausend Euro betragen, von den Krankenkassen nicht übernommen.

Wie bei anderen chronischen Erkrankungen ist auch beim Lipödem eine vollständige Heilung nicht wahrscheinlich. Vielmehr geht es im Umgang mit dieser Erkrankung um die Frage nach persönlicher Akzeptanz und individueller Integration dieser Erkrankung in die eigene Lebenswirklichkeit. Hier könnte entsprechende Psychotherapie einen wichtigen Beitrag leisten und vielen Betroffenen eine große Hilfe sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 18.10.2017.

0 Wertungen (0 ø)
380 Aufrufe
Sonstige Themengebiete
Um zu kommentieren, musst du dich einloggen. Einloggen
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2018 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: