Beruf Landarzt - besser geht’s nicht (9)

02.07.2011
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Wie sieht die BWA eines Traumes aus?

Die Patientenzahl der neuen Gemeinschaftspraxis in Dorf A steigt ständig, deswegen wird in der folgenden betriebswirtschaftlichen Analyse ein Jahresdurchschnitt von 3.800 Krankenscheinen/Quartal angenommen.

Die Patienten werden von drei Volltagsärzten und drei Halbtagsärzten betreut. Rein rechnerisch sind das 4.5 Ärzte, wobei zwei Halbtagsärzte meist außerhalb der Praxis arbeiten (Hausbesuche, Visiten in Einrichtungen). Alle sechs Ärzte teilen sich die Notdienste.

Der neue Praxisalltag

  • Die Praxis ist bestens organisiert (schließlich geht es um einen Traum). Dies kommt Patienten und Ärzten, sowie allen Angestellten zu Gute.
  • Die Patienten können dank einer guten Ärzteversorgung wesentlich  besser versorgt werden als vorher.
  • Chronisch Kranke werden regelmäßig untersucht (vier Jahre hintereinander nur Wiederholungsrezepte u. ä. kommt nicht mehr vor).
  • Hausbesuchspatienten werden bezgl. der Versorgung dem Standard in der Praxis angeglichen (Vorsorge, DMP, HZV)
  • Durch DMP- und HZV-Management (s. Vorartikel) werden zusätzliche Budgets genutzt.
  • Die Praxis läuft volltags als Terminsprechstunde mit Raum für Notfälle, darüber hinaus wird eine reguläre Samstagssprechstunde eingeführt, die wechselweise mit einem Arzt besetzt ist. Der Arzt, der samstags arbeitet, bekommt in der darauffolgenden Woche die doppelte Stundenzahl frei.
  • Jeder Arzt erhält 7 Wochen Urlaub im Jahr. Teilhaber, die mehr als fünf Jahre in der Praxis mitarbeiten, erhalten 8 Wochen Jahresurlaub.
  • Der Gewinn wird zur Analyse des Einkommens durch die entsprechenden Anteile geteilt, das heißt ein Volltagsarzt bekommt ein 2/9, ein Halbtagsarzt 1/9 des Gewinnes vor Steuern. Diese Rechnung erleichtert die Bestimmung eines fairen Halbtagsgehalts, bzw. die Errechnung von Erfolgszulagen für angestellte Ärzte.

Umsatzsteigerung

Der Umsatz pro Patient/Quartal steigt auf 63.00 Euro (3.800 x 63 x 4 = 957.600)

Kostensteigerung

Trotz guter Strukturierung und Terminierung reicht das bisherige, etwas überzählige, Personal nicht. Es wird eine weitere Medizinische Fachangestellte und ein weiterer Azubi eingestellt. Außerdem müssen Investitionen und Renovierungen finanziert werden (Privatkredite sind nicht berücksichtigt, da sie aus dem Gewinn vor Steuern finanziert werden müssen). Die Kosten steigen auf 373.464 Euro im Jahr.

Daraus ergibt sich folgende BWA im Vergleich.

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Im nächsten Artikel folgt die Kommentierung des Traumes.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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Über die Beantwortung dieser Frage sind sich Deutschlands Mediziner sicher weitgehend einig. Die einen sagen es laut, mehr...

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