Kaliummangel – keine Bananität

17.10.2017
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Kaliummangel ist eine große Gefahr für das menschliche Herz. In medizinischen Kliniken gehört die Messung zu den wichtigsten Verfahren, die bei Herzrhythmusstörungen ständig durchgeführt werden müssen. Fehler und mangelnde Beobachtung werden mit Patientenleben bestraft. Doch wie viel Kalium ist überhaupt gesund für den Körper?

Dass unbehandelte Hypokaliämie sehr verheerend enden kann, zeigte kürzlich ein Fall aus dem Landeskrankenhaus in Oberösterreich: Ein 61-jähriger Patient wurde vom Notarzt mit der Diagnose Vorhofflimmern in das Spital eingeliefert. Die behandelten Ärzte verordneten eine Kalium-/Magnesium-Infusion: Stattdessen wurde dem Patienten aber eine Calciumchlorid-Magnesiumchlorid-Infusion für Nierenkranke verabreicht. Als Folge verstarb der Mann wenige Tage später. Noch ein weiterer Todesfall durch diese Medikamentenverwechslung wird vermutet.

Doch Kalium wird nicht nur mit Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht. Ein Mangel soll nach Ergebnissen einer Studie sogar Arteriosklerose begünstigen. Amerikanischen Experimenten mit Mäusen zufolge erhöht die Hypokaliämie den Kalziumgehalt in den Myozyten der Arterienwände und verringert ihre Elastizität. In dem Journal JCI Insight berichteten die Forscher, dass die Muskelzellen der Mäuse durch die kaliumarme Diät eine osteogene Differenzierung entwickelten, was zur Versteifung der Muskelwände führte. Der mit Gefäßverkalkung assoziierte Magnesiumspiegel ergab bei allen Mäusen keinen signifikanten Unterschied.

Im Klartext bedeutet dies: Fördert Kaliummangel nicht nur bei Mäusen, sondern auch bei Menschen die Verkalkung der Gefäßwände, könnte eine ausgewogene Ernährung helfen, Infarkte und Thromben zu vermeiden.

Doch wie viel Kalium ist gesund?

Der tägliche Tagesbedarf an Kalium beträgt circa 4mmol/l. Lebensmittel mit einem hohem Kaliumgehalt sind: Bananen, Obstsaft, Kartoffelprodukte.

Doch auch vor einem übermäßigen Kaliumverzehr ist zu warnen. Serumkalium-Werte über 5,2-6mmol/l bedürfen nicht nur einer Kontrolle, sondern auch einer raschen Senkung, weil auch Hyperkaliämie zu Arrhythmien führen kann. Somit ist von frei käuflichen Zusatzmitteln, sofern sie nicht vom Hausarzt verschrieben wurden, abzuraten.

Artikel letztmalig aktualisiert am 17.10.2017.

9 Wertungen (3.56 ø)
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Aus: Herz
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P.S. Der Artikel scheint ohnehin unter Stress oder Müdigkeit verfasst worden zu sein. Denn dass "Fehler ...mit Patientenleben bestraft werden" klingt befremdlich. Ich denke, Fehler können eher mit PatientenABleben bestraft werden bzw. Patienten das Leben kosten. Immerhin lässt einen dann der "tägliche Tagesbedarf" (vorletzter Absatz) schmunzeln.
#3 vor 38 Tagen von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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Bin ich ganz Ihrer Meinung lieber Kollege Rinast. Einen Tagesdearf als Konzentration (pro Liter) anzugeben, ist in der Tat unsinnig. Pro Liter was denn? Und wer kann aus dem Stehgreif etwas mit einem Millimolwert anfangen. Milligram pro Kilogramm Körpergewicht wäre eine sinnvolle Angabe. DIe gewöhnlichen Empfehlungen für die tägliche Kaliumaufnahme eines Erwachsenen liegen bei ca. 4 Gramm. 1 Millimol (mmol) Kalium entspricht etwa 39 Milligramm. Somit beträgt also der Tagesbedarf ines Erwachsenen etwa 100mmol. Aber wenn man einem Patienten empfielt, täglich 100mmol Kalium aufzunehmen, wird der große AUgen machen. Mit 4 Gramm und der Info, dass eine mittelgroße Banane (120g ohne Schale) etwa 0,5g Kalium und 100g getrocknete Aprikosen sogar 1,7g Kalium liefern, kann jeder etwas anfangen.
#2 vor 38 Tagen von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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4mmol/l ist zur Angabe eines Tagesbedarfs unsinnig
#1 vor 38 Tagen von Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast (Biologe)
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