Wird Katheterablation zukünftig mehr Patientenleben retten?

27.09.2017

Herzinsuffizienz ist laut statistischem Bundesamt die häufigste Diagnose bei Patienten in vollstationärer Krankenhausbehandlung. Kommt dann auch noch Vorhofflimmern dazu, fällt die Wahl einer erfolgversprechenden Behandlung mehr als schwer. Einer neuen Studie zufolge soll Katheterablation die Mortalität der Patienten senken können.

Vorhofflimmern entsteht durch unkoordinierte Extrasystolen, die bei normaler Leitfähigkeit des AV-Knotens tachykard auf die Kammern übergeleitet werden. Meist entstehen diese elektrischen Signale durch ektopische Herde in den Pulmonalvenen.
Patienten mit bestimmter Herzinsuffizienz, der linksventrikulären Dysfunktion, leiden sehr häufig an Vorhofflimmern, wodurch sowohl das Risiko für Morbidität als auch Mortalität immens erhöht wird. 

Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Zum einen gibt es Behandlungschancen durch medikamentöse Behandlung in Form von Antiarrhythmika oder Betarezeptorenblockern. Alternativ kann die invasive Methode eingesetzt werden, die Katheterablation. Bei Ablation wird das Gewebe, das zu Herzrhythmusstörungen führt, verödet.

Auf dem Europäischen Kardiologie Kongress in Barcelona wurde die CASTLE-AF Studie vorgestellt, die die Wirksamkeit der Katheterablation zur Verbesserung der Gesamtsterblichkeit und des Fortschreitens der Herzinsuffizienz untersuchte. Mehrere Studien belegten die Wirksamkeit der Isolation der Pulmonalvenen bei Patienten mit Herzschwäche. Daten zu Sterblichkeitsraten fehlten hierbei bis zum diesjährigen ESC Kongress.

Zur Studie

Insgesamt berichtet Professor Marrouche von einer 47% geringeren Wahrscheinlichkeit für Patienten mit Katheterablationsverfahren zu versterben.

Kritik muss in Bezug auf den implantierten ICD eingeräumt werden, welches nach Autorenmeinung die Mortalität eingeschränkt haben könnte. Ob das Ablationsverfahren tatsächlich so gute Resultate in anderen Kliniken mit weniger Erfahrung erzielt, bleibt fragwürdig. Dennoch füllt die Studie lang dagewesene Lücken und liefert empirische Daten über bessere Behandlungsergebnisse durch  invasive Eingriffe anstatt konventioneller Therapie.

 

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Krankenhaeuser/Tabellen/20DiagnosenInsgesamt.html

https://www.escardio.org/The-ESC/Press-Office/Press-releases/catheter-ablation-improves-outcomes-in-patients-with-heart-failure-and-atrial-fibrillation

http://www.medscape.com/viewarticle/884944#vp_1

Artikel letztmalig aktualisiert am 27.09.2017.

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Medizin, Kardiologie
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