Ein Pflegeschüler macht Wahlprogramm

19.09.2017
Teilen

Kurz vor dem Urnengang kocht die Stimmung wohl doch noch mal auf. Während der bisherige Wahlkampf als einer der langweiligsten der letzten Jahrzehnte angesehen werden darf, scheint jetzt ein Thema allseitig diskutiert zu werden.

Ein junger Pflegeschüler bescheinigte der Regierung Merkel in einer TV-Sendung umfängliches Versagen im Bereich der Pflegepolitik. Seitdem hat man von fast allen Parteien etwas zu dem Thema hören dürfen. Gerade gestern versprach Martin Schulz einen „Neustart der Pflege“.  Die Augsburger Allgemeine griff das auf und befragte am 19.09. auf ihrer Internetseite ihre Leser: „Wie wichtig ist Ihnen das Thema Pflege bei der Bundestagswahl 2017?“
Um 18:30 konnte man sehen, dass 40 % der Befragten mit „sehr wichtig“ und 30 % mit „eher wichtig“ abgestimmt hatten. Natürlich ist das nicht wirklich repräsentativ, aber ein Hinweis auf die Bedeutung des Themas in einer alternden Gesellschaft ist das wohl allemal.

Warum redet man erst jetzt darüber?

Die Antwort ist wohl denkbar einfach. Jetzt passt es rhetorisch ganz gut in die Strategie. Das Thema wurde öffentlichkeitswirksam angeprangert. Darauf nicht zu reagieren, wäre unklug. So funktionieren politische Duelle. Wenn wir uns die neuen Versprechungen aber vor dem Hintergrund der Taten der letzten Jahre anschauen, verblassen sie schneller, als sie ausgesprochen wurden. CDU und SPD, die beiden Regierungsparteien, hatten eine absolute Mehrheit im Bundestag. Es wäre die Zeit gewesen, sich auf den demografischen Wandel vorzubereiten und den Gesundheitssektor auszubauen. Stattdessen wird über Autos geredet. Keine Frage, Autos sind wichtig, Ökologie ist wichtig. Es wird aber nicht über Autos geredet, weil Autos etwas ganz neues sind und Studien auf einmal gezeigt haben, dass ein Diesel nicht die beste Umweltbilanz hat. Es wird über Autos geredet, weil es eben grade öffentlichkeitswirksam ist. Die Politik hat sich in den letzten Jahrzehnten zusehends zu einem Showroom gewandelt. Das sieht man wohl am besten am Erstarken des Populismus.

Denn wenn wir ehrlich sind: Eigentlich redet man auch nicht erst jetzt über Pflege. Hunderte von Initiativen, Aktivisten und Institutionen warnen seit Jahren vor einem Pflegenotstand. Hinzu kommt der Mangel an Physiotherapeuten und MTAs, die nach wie vor in den meisten Fällen Schulgeld zahlen müssen, um einen gesellschaftlich so wertvollen Beruf überhaupt ergreifen zu können. Der Ärztemangel besteht schon länger, wird aber nur unzureichend bekämpft und ganz neu ist inzwischen wohl der Mangel an Rettungsfachpersonal. Die Zeitschrift „Rettungsdienst“ aus dem S-und-K-Verlag hat inzwischen einen Stellenmarktanteil von rund 10 Seiten. Noch vor 4 Jahren war er halb so klein. In diesem speziellen Fall hat wohl auch das neue Berufsbild des „Notfallsanitäters“ seinen Anteil daran. Ein solches Problem aber alleine mit einem Wandel des Rettungsdienstes zu begründen, greift deutlich zu kurz.

Leiharbeit erlebt Imagewechsel

Ein zunehmender Trend ist daher inzwischen die Leiharbeit. Vom Klinikalltag enttäuschte Pflegekräfte und Ärzte bereisen die Krankenhäuser und ambulanten Operationszentren ihrer Region und auch Rettungsdienstler können sich inzwischen über mehrere Agenturen bundesweit vermitteln lassen. Auch schon davor gab es im Gesundheitswesen Leiharbeit, sie fiel nur nicht so auf. Betroffen waren nämlich lediglich die Reinigungskräfte und der technische Service der Krankenhäuser, die man in Subunternehmen ausgliederte, die dann wiederrum Leiharbeiter beschäftigten.

Damals noch hatten Zeitarbeitsfirmen einen furchtbaren Ruf. Sie bezahlten schlecht und man sagte ihnen nach, sie würden jeden nehmen, der nicht bei Drei auf einen Baum geklettert wäre. Das hat sich heute unter dem zunehmenden Druck des Arbeitnehmermarktes gewandelt. Oftmals sind die Arbeitsbedingungen bei Zeitarbeitsfirmen besser als in bestimmten Kliniken oder bei Rettungsdienstanbietern. Man muss zwar etwas flexibler sein und hat nicht immer die kürzesten Anfahrtswege, das aber ist insbesondere jungen Menschen häufig nicht so wichtig wie ein interessantes Arbeiten ohne oder mit nur wenig Druck und eine anständige Bezahlung.

Und der Druck ist tatsächlich für viele Zeitarbeiter geringer als er es noch im alten Klinik- oder Wachenalltag war, denn man ist auf einmal ein hinzugezogener Experte, der ein wenig den Zaungast spielt und eben nicht mehr dem Pool von überarbeiteten Vollzeitunternehmensstützpfeilern zugehörig ist. Man fühlt sich seinen Patienten und vielleicht auch seiner Leiharbeitsfirma verpflichtet, nicht aber so sehr dem aktuellen Auftragsgeber. Und selbst wenn man es dort doch mag, besteht häufig die Möglichkeit zur Übernahme.

Jedem das Seine

Das klingt jetzt auf den ersten Blick so, als habe die „Gesundheitsfachkraft-Ich-AG“ nur Vorteile. Mit diesem für den Sozialstaat Deutschland relativ neuen Modell geht allerdings auch vieles verloren, was unserer Medizin und unserer Pflege immer gutgetan hat. Wir verlieren dabei die Vision eines Ortes, an dem Menschen eng zusammenarbeiten, füreinander Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewirken. Heraufbeschworen wird nun eine Arbeitswelt, in der Kollegen zu Konkurrenten um die besten Marktbedingungen werden. Eine ziemlich amerikanische bzw. wirtschaftsliberale Perspektive auf ein System, das eigentlich auf dem Fundament der Solidarität errichtet wurde.

Dass der Liberalismus nichts Gutes für den sozialen Sektor bewirkt, ist hinlänglich bekannt. Noch heute sind viele Menschen in den USA nicht krankenversichert. Selbst Obamacare war nur ein kleiner Vorstoß gemessen an dem, was etablierte Sozialsysteme anzubieten haben. Hinter dem Liberalismus steckt ein einfacher und zugleich auch schöner Gedanke, der das „Prinzip der Eigenverantwortung“ genannt wird. Jeder sorgt sich um sich selbst, dann ist für alle gesorgt. Der Liberalismus ist insofern irgendwie auch ein Kompliment an den Menschen. Denn er sagt damit indirekt: „Du kannst über dein Leben bestimmen! Du bist mit Vernunft gesegnet und kannst stolz darauf sein.“

Eine wirklich schöne Fantasie, die ich gerne teilen würde. Dass das so aber in der Realität nicht stimmen kann, zeigen reiche Länder wie die USA, in denen so arme Menschen leben, wie man ihnen in Deutschland nie begegnen würde. Und das – hier sollten sich Konservative, Sozialisten, gemäßigte Liberale und Sozialdemokraten nun wirklich einig sein – kann kein Vorbild für eine deutsche Gesundheitspolitik sein.

Wir haben viel zu tun

Wir müssen mehr Pflegekräfte ausbilden, die gerne in ihrem Beruf tätig sind.
Wir müssen die Gesundheitsversorgung auf dem Land verbessern.
Wir müssen die Personalkrise im Rettungsdienst überstehen.
Wir brauchen mehr MTAs und Physiotherapeuten, die von ihrem Gehalt zufrieden leben können.
Wir müssen die fachärztliche Versorgung verbessern.
Wir brauchen Konzepte für eine erschwingliche Unterstützung von Menschen im hohen Alter.
Wir müssen etwas gegen Krankenhauskeime tun.
Wir müssen die Notfallversorgung besser strukturieren.

Also wählt am kommenden Sonntag weise, liebe Leser …

 

Bildquelle: Alexas_Fotos, pixabay

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.09.2017.

35 Wertungen (4.57 ø)
4335 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Krankenschwester
Es ist eine unhaltbare Lage dieser Pflegenotstand. Anstatt den Beruf attraktiver zu machen z.B besseres Gehalt und/ oder mehr Urlaubstage, attraktive Fort-und Weiterbildungsangebote werben einige Krankenhäuser im Ausland um Pflegepersonal sowie auch Hebammen. Das gesamte Gesundheitsystem droht zusammenzubrechen
#23 vor 27 Tagen von Krankenschwester (Gast)
  0
Gast
Pflegestufe 3 mit Härtefall (als Maximum) ist man bei 2000€ (Sachleistungen). Ein examinierter Krankenpfleger verdient brutto im Schnitt 2500€, Arbeitgeberbrutto dürfte etwa bei 3000€ liegen. Es steht rechnerisch also eine 2/3-Pflegekraft zur Verfügung, bei ca. 175h Monatsarbeitszeit wären das dann knapp 4 Stunden pro Tag. Davon müsste man natürlich noch einiges Abziehen: Anfahrten, Papierkram, Verwaltungskräfte des Pflegedienstes, Arbeitsausfall durch Krankheit der durch zusätzliche Kräfte kompensiert werden muss, etc. pp. Auf viel mehr als 3 Stunden pro Tag (und das bei schwerstkranken Patienten) wird man nicht kommen.
#22 vor 27 Tagen von Gast
  0
Gast
#19: Dann pflegen Sie aber Patienten, die privat zuzahlen. Mit den Geldern aus den Pflegestufen ist das eine sehr einfache Rechnung: eine Fachkraft über eine angemessene Zeit ist da nicht drinnen.
#21 vor 27 Tagen von Gast
  0
Gast AB
Und zu allem Überfluss wird hier jetzt eine MTLA-Schule geschlossen, aus Mangel an geeigneten Bewerbern. Eine Reform der Ausbildung ist hier dringend nötig.
#20 vor 27 Tagen von Gast AB (Gast)
  0
Gast
Seit über 16 Jahren bin ich aus der wirtschaftlichen Pflege ausgestiegen. Ich mache mir die Zeit, die ein Mensch in der Pflege benötigt. Allerdings ist das in Deutschland nicht gewollt! Viele, die dies auch machten, sind verschwunden, einfach ausgehungert. Was in unserem Lande gewollt ist kommt aus Polen, Rumänien, Ukraine etc.. Wir wollen keine professionelle Pflege! Was hier in Deutschland passiert, passiert im Willen und mit dem Zuspruch der Bundespolitik. Würde ich meine Mitarbeiter für das Entgeld einer osteuropäischen Hilfskraft zu meinen Kunden schicken, wäre ich im Knast!
#19 vor 27 Tagen von Gast
  0
Gast
Glauben Sie ernsthaft, dass das Arbeiten unter einem Apotheker, der nur auf Verkaufen aus ist und Ihren pharmazeutischen Sachverstand untersagt, mehr Spaß macht? Glauben Sie mir, wenn Sie erstmal vier bis fünfhundert Kunden am Tag bedient haben im Sekundenakkord gehen Sie abends auch traurig und unzufrieden nach Hause! Ich kann Sie absolut verstehen! PS Da unser Beruf kaum bekannt ist, erfahren wir auch kaum Wertschätzung, weder von unsern Vorgesetzten noch vom Kunden, für die wir bessere Verkäufer sind und kein examiniertes Fachpersonal! Durch das Wegfallen des Nachwuchses muss bei uns auch jeder gestresst hin und her rennen und kann keine Pause machen! Viel Arbeit auf extrem wenigen Schultern. Ich bin ganz bei Ihnen!
#18 vor 29 Tagen von Gast
  0
Gast
#17: Es geht nicht um die unterirdische Bezahlung. Die ist etwas niedrig-durchschnittlich für einen Ausbildungsberuf, in der Industrie verdient man etwas mehr, aber nicht wesentlich. Es geht darum, dass durch Personaleinsparungen und gleichzeitiger Verdichtung der Arbeit (kürzere Liegezeiten = mehr "frische" akut kranke Patienten mit hohem Arbeitsaufwand) die Bedingungen langsam unerträglich werden - einmal, weil man Patienten nicht mehr angemessen versorgen kann, zum anderen, weil man keine Pausen mehr nehmen kann, oft gehetzt hin und her rennt und abends unzufrieden nach hause geht. Insofern passt die von PTA's immer wieder angestoßene Debatte hier überhaupt nicht rein. Von meinem Gehalt kann ich durchaus gut leben, und die Wertschätzung seitens Patienten wie auch Ärzten o.a. Gesundheitsberufen ist hoch. Das bringt aber nichts, wenn ich den ganzen Tag minderwertige Akkordarbeit leisten muss, weil irgendwelche Verwaltungsheinis auf Polstersesseln ausgerechnet haben, dass das reicht.
#17 vor 29 Tagen von Gast
  0
Gast
Gleichzeitig aber möchte ich meinen Respekt und meine Ehrfurcht vor denen ausdrücken, die trotz der unterirdischen Bezahlung und Behandlung trotzdem in die Pflege gehen und sich um Alte und Kranke kümmern. Meiner Meinung nach sind das die wahren Helden des Alltags. Es ist tatsächlich für ein reiches Land ein nicht hinzunehmender Missstand, dass der überwiegende Großteil der nichtapprobierten Gesundheitsberufe am besten noch einen Zweit- oder Drittjob braucht, um überleben zu können.
#16 vor 29 Tagen von Gast
  0
Gast
Verehrter Herr Grotjahn, das hat einen einfachen Grund. Erstmal vielen Dank für Ihre Antwort. Ohne PTAs, das ist ein Fakt, kann eine Apotheke nicht betrieben werden. Die PTAs halten den Apothekenbetrieb aufrecht und beliefern auch Krankenhäuser und Pflegeheime. Sie haben, ebenso wie alle nichtapprobierten Gesundheitsberufe im Gesundheitswesen einen anstrengenden, verantwortungsvollen und vor allem unterbezahlten Job, der darüber hinaus noch mit ständigen Bepöbelungen einhergeht. Viele viele unserer Kollegen und Kolleginnen wenden sich deshalb der Industrie zu, wo zum Teil doppelte Gehälter mit Zulagen gezahlt werden. Gleichzeitig vergreist die öffentliche Apotheke mit ihrem Chef und es gibt niemanden mehr, der diese Arbeit für das Gehalt noch machen möchte, zumal sich viele Chefs auch nicht an die Tarifverträge halten. Ein wichtiger Aspekt des Gesundheitswesens ist dabei wegzubrechen und keinen schert das im mindesten. Ich verstehe es aber, die Industrie bezahlt und behandelt besser.
#15 vor 29 Tagen von Gast
  0
Ich denke nicht, dass wir nun alle Gesundheitsfachberufe aufzählen müssen, die in Artikel nicht thematisiert wurden. Die Pflege ist ein heißes Thema, da die tatsächliche Ausgestaltung der Generalisierung nicht schlussendlich geregelt ist. Die PFlege sehe ich als eine der stärksten Berufsgruppen im Krankenhaus, die für die anderen Berufe, beispielsweise die Therapieberufe maßgebliche Präzedenzfälle in Ihrem neuen Gesetzestext zur Berufsordnung schaffen kann. Es wird künftig aber nicht nur um die Pflege und die Ärzte gehen können. Wir vergessen da wichtige Mitspieler, wie beispielsweise die therapeutischen Berufe (Physios, Logos, Ergos, DiätassistentInnen und weitere), Hebammen, MTAs, PTAs und viele mehr... zu diesen Berufen lese ich hier leider sehr wenig. Vielleicht kann sich das ja künftig ändern!
#14 vor 30 Tagen von Dennis Grotjahn (Diätassistent)
  0
Gast
Bitte unbedingt in der Auflistung die PTAs ergänzen, denen ergeht es nämlich auch nicht besser.
#13 vor 30 Tagen von Gast
  5
Gast
#11: Im übrigen ist es nicht wirklich richtig, dass mit der Pflege Rendite gemacht wird. Es ist eher so, dass z.B. mit OP's oder ähnlichen gut abrechenbaren Prozeduren Rendite gemacht wird, und die Pflege dann in den Augen der BWL-Leute eher als notwendige Übel angesehen wird, das man vorhalten muss um operieren zu dürfen und das man eben vom Gewinn abziehen muss, mit dem Ergebnis, das man an ihr spart wo es nur irgendwie geht. Da braucht man nicht unbedingt private Häuser verstaatlichen, es würde schon reichen, feste Pflegeschlüssel (wie gefordert) festzulegen. Aber oh Wunder, das kann man nicht - weil dann die kommunalen Häuser mangels Geld und aktuell auch überhaupt mangels verfügbarem Personal genauso nicht mehr betrieben werden könnten.
#12 vor 30 Tagen von Gast
  0
Gast
#11: Als ob es in kommunalen Häusern wesentlich besser laufen würde. Es ist doch vorgeschoben, dass alles den privaten Häusern anzulasten. Fakt ist: es wird zu wenig Geld für Personal ausgegeben, und um das zu ändern muss man mehr Geld locker machen. Einen Teil kann man davon sicherlich von den Krankenkassen holen, zumindest solange die größere Überschüsse haben wir im Moment. Vielleicht könnte man auch einen Teil durch Abbau von Verwaltung und Bürokratie bekommen. Letztlich läuft es aber darauf hinaus, das bei steigender Lebenserwartung und alternder Bevölkerung, also erwartungsgemäß mehr kranken und pflegebedürftigen Patienten, in Zukunft die Krankenkassenbeiträge massiv steigen werden, wenn wir unseren jetzigen Qualitätsstandard in der Medizin und Pflege beibehalten wollen. Das ist natürlich eine Botschaft, die kein Mensch hören will, und damit auch keine Partei in ihr Wahlprogramm aufnehmen wird.
#11 vor 30 Tagen von Gast
  2
Es ist richtig, dass mehr Pflegekräfte, MTAs und mehr Geld benötigt werden, um aber das Problem wirklich zu lösen, muß die Struktur der Pflege geändert werden. Solange wie Privatinvestoren mit der Pflege Renditen erwirtschaften, wird es eine Änderung nicht geben. Übrigens hat in der Talkshow der Pflegeschüler darauf hingewiesen, dass Pflege in gemeinnützigen Einrichtungen erfolgen muß, ohne Gewinnausschüttung. Es ist höchst unmoralisch, Pflegebeiträge und Krankenbeiträge für privaten Gewinne zu verwenden.
#10 vor 30 Tagen von Dr. rer. nat. Christoph Cichos (Chemiker)
  1
Gast
Ergänzung: im Regierungsprogramm steht seltsamerweise garnichts zu einem Pflegeneustart... Ein bisschen was zur Unterstützung pflegender Familienangehöriger und ambulanter Pflegestützpunkte, fertig. Kein Wort zur Situation in den Krankenhäusern. Man könnte unterstellen, da hinter der großspurigen Ankündigung zu einem Neustart steckt nicht all zu viel Substanz...
#9 vor 30 Tagen von Gast
  1
Gast
Was ist denn weise wählen? Den Typen, der "Neustart in der Pflege" ruft, und dann nichts weiter? Was ist denn bitte ein "Neustart in der Pflege"? In den vergangenen Legislaturperioden hat jede relevante Partei mal den Gesundheitsminister gestellt, und jeder einzelne hat nichts getan bzw. verschlimmbessert. Langfristige Probleme wie ein Mangel an Pflegekräften (bzw. besser gesagt generell allen Gesundheitsberufen) ist schon sehr lange abzusehen, das ist doch nichts neues...
#8 vor 30 Tagen von Gast
  0
(Jetzt auch nochmal nicht anonym) Ich bin übrigens nur im Herzen und auf dem Foto so jung geblieben. Meine Tochter ist in diesem Jahr in die 7. Klasse gekommen. Aber vielleicht haben Sie ja Recht, Frau Lippens, ihre Geburt (also auch der Hebammenkontakt) ist schon ziemlich lange her. Es ist gut möglich, dass da schnell so ein "Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Effekt" entsteht.
#7 vor 30 Tagen von Tobias Sambale (Rettungsassistent)
  0
Hallo Frau Stenz, hallo Frau Lippens, Sie haben beide vollkommen Recht. Die Hebammen dürfen nicht vergessen werden. Ich habe im Rahmen eines alten Artikels auch bereits ein wenig über mögliche Schnittstellen zwischen der Hebammen- und der Notfallsanitäterausbildung geschrieben: http://www.save-yourself.de/principiis-obsta/ Ich hatte damals die Ehre von einer Hebamme durch die Uni geführt zu werden, die für mich auch die Situation des Berufsstandes beleuchtet hat. Mit eben jener Hebamme liegt auch ein Interview genau zu diesem Thema in der Artikelpipeline, das wir aus Zeitgründen leider noch nicht durchführen konnten. Etwas schade finde ich folgenden Satz: "Es geht ja auch nur um Frauen und Kinder......". Liebe Frau Stenz, ich bin auf Ihrer Seite. Es gibt keinen Grund für Polemik.
#6 vor 30 Tagen von Tobias Sambale (Rettungsassistent)
  0
Aber bitte die Qualität der kommenden Ausbildung im Blick behalten. Ich sehe die Mischmaschausbildung dreier eigenständiger Berufsgruppen eher kritisch. Jede hatte bisher ihre Daseinsberechtigung. Das alles in einen Topf zu schmeißen geht zu Lasten der Qualität. Vermutlich wird eher ge"downsized", von allem ein Häppchen, nichts ganz. Dem wird dann auch zügig die Lohnanpassung nach unten folgen. Nur wer noch ein paar Jahre Pflegemanagementstudium dazu ergänzt, wird vernünftig wirtschaften können.
#5 vor 30 Tagen von Alexandra Arnold (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
  2
Liebe Kollegin Stenz, ja, das dachte ich auch beim Lesen. Aber dann habe ich mir das Foto des Autors angeschaut. Er ist noch ziemlich jung und hat wahrscheinlich (noch) keine Kinder. Das ist ja grad ein Problem der Geburtshilfe, dass viele Menschen sich erst für die Zustände/Personalsituation in der Geburtshilfe interessieren, wenn sie keine Ressourcen haben, sich dort für Veränderungen einsetzen: während der Schwangerschaft und den ersten schönen, aber auch aufreibenden Jahren mit Kindern.
#4 vor 30 Tagen von Frauke Lippens (Hebamme)
  0
Gast
Weise wählen bedeutet die durchaus legitimen Eigeninteressen "aller" im Gesundheitswesen Beschäftigten in den Vordergrund zu rücken. Dabei gibt es relevante Unterschiede bei den jeweiligen Parteien. Wer würde denn ein "weiter so" oder noch mehr Ökonomisierung gerne haben wollen? Und bitte keine Bemerkungen über zu wenig Geld im System, wer soll das denn noch glauben?
#3 vor 30 Tagen von Gast
  0
Gast
so, so...... weise sollen wir wählen....... Die Frage ist doch: Gibt es (noch) eine weise Partei auf dem deutschen politischen Markt:::::
#2 vor 30 Tagen von Gast
  1
Der Hebammennotstand und die menschenverachtende Geburtshilfe in vielen Klinken, einhergehend mit nicht akzeptablen Arbeitsbedingungen, wurde in dem Artikel komplett vergessen. Es geht ja auch nur um Frauen und Kinder......
#1 vor 30 Tagen von Gabriele Stenz (Hebamme)
  11
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Hendryk Goldszmit wurde an einem Montag geboren. Oder an einem Dienstag. Ganz genau weiß man das nicht. Die Quellen mehr...
Wir hatten ein Jahr frei, haben fremde Orte und Kulturen kennengelernt, hatten Zeit zum Lesen, Kochen und auch dafür mehr...
Auch die vielen Zuschriften mit Themenvorschlägen, Diskussionsansätzen und weiterführenden Gedanken haben mich mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: