Hüftdysplasie frühzeitig erkennen und richtig behandeln

19.09.2017
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Unter Hüft- oder auch Gelenksdysplasien versteht man eine Fehlstellung, Störung oder auch Verknöcherung des Hüftgelenkes. Diese kann entweder angeboren sein, oder auch erworben werden. Oft findet man diese Erkrankung schon bei Neugeborenen vor und sie tritt in einigen Fällen auch noch zu anderen angeborenen Fehlbildungen in Erscheinung.

Die Hüftdysplasie als alleinstehende Erkrankung findet man allerdings wesentlich häufiger vor und ganz besonders bei Mädchen. Man geht davon aus, dass besonders die Beckenendlage hierfür ausschlaggebend ist und dass nicht selten diese Erkrankung der Hüfte nach der Geburt zunächst nicht immer sofort erkannt und diagnostiziert wird.

Zwar ist die heutige Medizin auf diesem Gebiet wesentlich fortschrittlicher, doch erkannt werden muss die Erkrankung trotzdem anhand einiger Merkmale, die der entbindende Arzt schon bei der ersten Untersuchung des Neugeborenen erkennen muss. Die Symptome der Gelenksdysplasie sind signifikant und auch markant in ihrem Erscheinungsbild und ist diese Fehlstellung der Hüfte erkannt, sollte dementsprechend gehandelt und behandelt werden.

Was ist eine Hüftdysplasie?

Die Abkürzungen, die Mediziner für diese Erkrankung nutzen sind CDH, DDH. Das ist zunächst die Bezeichnung für alle angeborene oder erworbene Fehlstellungen und Störungen der Verknöcherung des Hüftgelenks beim neugeborenen Kind. Die Symptome und Erscheinungsbilder bei erkrankten Babys sind grundsätzlich gleich. Optisch erkennt der Fachmann bei der ersten Untersuchung, dass zunächst eine Seitenungleichheit der Pofalten vorliegt und starke Bewegungseinschränkungen der jeweiligen Hüfte beim Strampeln des Kindes vorhanden sind.

Werden diese Symptome nicht frühzeitig erkannt und nicht dementsprechend vorsorglich behandelt, kann es bei schwereren Formen der Dysplasie zu bleibenden Schäden kommen. Die betroffenen Hüftgelenke schmerzen stark, das Gangbild ändert sich drastisch und Betroffene fangen an, die jeweilige Hüfte durch ein Hinken entlasten zu wollen. Durch die andauernde Fehlbelastung und zusätzliche Belastung der vielleicht nicht betroffenen Hüftseite entsteht ein weiteres Problem und es kommt zu schweren Abnutzungserscheinungen beider Hüftgelenke. Die Folge sind arthrotische Veränderungen in diesen Bereichen und die Hüftgelenksarthrose ist vorprogrammiert. Auch hierbei ist Zeit kostbar, denn desto länger man mit einer Behandlung wartet, umso schlimmer und gravierender sind die Folgeschäden an Hüftknochen und Gelenken. Mehr Informationen zu diesem Thema findet man auch auf diesem Informationsportal.

Diagnostik und Behandlung

Frühzeitiges Erkennen dieser Erkrankung ist das A und O. Denn wird diese Diagnose schon bei der ersten Säuglingsuntersuchung bescheinigt und festgestellt, kann klug und effektiv gehandelt und behandelt werden. Die sicherste Methode, um eben auf Nummer sicher zu gehen, ob und wie schwer eine Hüftdysplasie vorliegt, ist eine eingehende Folgeuntersuchung. Mittels einer Ultraschalluntersuchung beispielsweise kann man schon dem Übel auf die Schliche kommen und handeln. In einigen Fällen, bei denen noch Unklarheit und Unsicherheiten bezüglich der Diagnostizierung dieser Erkrankung vorliegen, wird die Hüfte beidseits bei Verdacht geröntgt oder auch anhand einer Kernspintomografie oder eines CTs ermittelt. Steht die Diagnose eindeutig fest und die Dysplasie ist ermittelt, muss so schnell wie möglich gehandelt werden. Dazu ist ein operativer und chirurgischer Eingriff in diesem Stadium eines Säuglings nicht nötig. Durch gezieltes Windeln und spezielle Wickel, Bandagieren und dem Tragen von Spreizhosen, ist das Problem der Fehlstellung in der Regel schnell behoben. Allerdings benötigen Eltern viel Geduld und Ausdauer denn der Erfolg stellt sich natürlich nicht von heute auf morgen ein. Es dauert schon einige Zeit, bis die Fehlstellung nicht mehr vorhanden ist und die Hüfte nebst Gelenken, Gelenkpfannen und Konchen in einem richtigen Verhältnis zueinanderstehen.

Handelt es sich beim Säugling um eine schwere Form der Dysplasie, werden heute noch Spreizgipse angefertigt, um die Ruhigstellung in der richtigen Position der Hüfte und Hüftgelenke über einen gewissen Zeitraum der Regeneration zu sichern. Sicher ist, dass in der Weiterentwicklung der medizinischen Technik einiges geändert hat. Die Früherkennung dieser Erkrankungen ist um ein Vielfaches verbessert und die zügige Behandlung dank der sonografischen Screenings der Säuglinge gesichert. Operative Eingriffe bei dieser Diagnose sind sehr selten überhaupt noch nötig. In der Regel werden diese Fehlstellungen anhand der genannten Methodiken beseitigt. Denn beim Neugeborenen besteht das Hüftgelenk zunächst aus Knorpel. Die Manipulation der Stellung des Gelenkes in seiner Gelenkpfanne ist also in diesem Zeitpunkt am besten möglich. Im Kleinkindesalter und aufwärts bis zum Erwachsenen nämlich, ist das ohne operative Eingriffe nicht mehr möglich, da sich aus dem Knorpel schließlich die knöcherne und harte Knochensubstanz bildet. Die fortwährende Knorpelbildung bis zur knöchernen Substanz geschieht beim Neugeborenen zwischen dem 3. und 9. Lebensmonat. Wird die Fehlstellung nicht erkannt und der Knochen hat sich in diesem Bereich vollständig gebildet und verhärtet, bleibt die Hüfte mit dieser Fehlstellung in ihrem bisherigen Zustand und verursacht schließlich bei Belastungen und Verschleiß Schmerzen und erhebliche Probleme im Hüftbereich.
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 25.09.2017.

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Medizin, Orthopädie
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