Nicht jeder möchte Danke sagen

19.09.2017
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„Danke, Apotheke“ ist eine erfolgreiche Kampagne des Wort & Bild Verlags, die nach dem EuGH-Urteil angelaufen war. Für die Idee gab es nun den Medienpreis der Expopharm. Während der Preisverleihung verließen einige Personen demonstrativ den Raum.

Von TV-Spot bis Radio- und Printwerbung war alles dabei, sogar Postkarten konnten von den Kunden an die Apotheke verschickt werden, um einmal „Danke“ zu sagen. (Auch uns erreichten solche Karten und wir haben uns sehr darüber gefreut!).

So hat der Verlag auf die Misere der Apotheke vor Ort aufmerksam gemacht, ohne dass dabei viel gejammert wurde und die Kunden doch gemerkt haben, was ihnen ohne uns fehlen würde. Für diese Kampagne wurde nun der Medienpreis der Expopharm an den Verlag verliehen, und man könnte meinen, alle in der Apothekerwelt seien glücklich und zufrieden – aber NEIN! Weit gefehlt – während der Preisverleihung verließ die Delegation der Apothekenkammer Westfalen-Lippe geschlossen die Veranstaltung. Sie konnten es nicht mit ansehen, wie der „Konkurrenz“ der Medienpreis verliehen wird.

Die Expopharm wird nämlich von der AVOXA Mediengruppe ausgerichtet, die eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der ABDA (Mitglieder sind alle 17 Landesapothekerkammern und Landesapothekerverbände) ist. Diese gibt nun selbst ein Kundenmagazin heraus (die NeueApothekenIllustrierte), deren übermächtiger Konkurrent die Apotheken Umschau ist, deren Verlag nun den Preis eingeheimst hat. Ich persönlich empfinde ein solches Verhalten immer ein wenig als kleinlich und neidisch. Statt auch einmal einen Konkurrenten zu beklatschen, der einfach die emotionalere und objektiv bessere Kampagne auf den Weg gebracht hat, wird nun beleidigt abgerauscht.

Ein solches Verhalten disqualifiziert nicht nur Politiker in Talkshows, wenn etwa die sachlichen Argumente fehlen, es zeigt auch das Problem, das in der Apothekerwelt leider überall zu finden ist. Statt für die gemeinsame Sache Seite an Seite zu stehen und zu kämpfen, wird wieder nur auf den eigenen Geldsack geschielt und auf den der Konkurrenz. Schade. Auf diese Weise kann man keine einzige Schlacht gewinnen.

 

Bildquelle: Marco Verch, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 19.09.2017.

123 Wertungen (2.51 ø)
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Gast
Ich bin auch Personal und lobpreise lieber hier.
#23 am 21.09.2017 von Gast
  7
Gast
@24: Die Verfassung schützt sie nur vor Strafe und Verfolgung bzg. ihrer Meinung. Wenn sie aber müll labern schützt sie niemand davor dass sie jemand darauf hinweist. Wir sind hier in einem Forum für medizinisches Personal. Wenn sie die Versandapotheke so sehr lieben machen sie doch nen eignen Blog auf und lobpreisen sie diese jeden Tag, aber kommen sie nicht mehr hier her.
#22 am 21.09.2017 von Gast
  3
Gast
Übrigens meine Mutter 87 schwört auf DoMo
#21 am 21.09.2017 von Gast
  18
Gast
Ich bin für Kommentare nur nach Registrierung, dann gerne mit Pseudonym. Aber solche Trolle braucht kein Mensch!
#20 am 21.09.2017 von Gast
  19
genervter Gast, Non-Apotheker
Ich habe Sie gebeten! Warum kommen Sie mit der Verfassung, auf die ich mich genauso berufen kann wie Sie? Aber wenn das destruktive Bashing Ihre einzige Lebensaufgabe und -freude ist, bitte! Mein Mitleid haben Sie.
#19 am 21.09.2017 von genervter Gast, Non-Apotheker (Gast)
  16
genervter Gast
Sehr geehrte/r Apotheker- Basher! Bitte suchen Sie sich ein anderes Hobby! Ihr destruktives Posten gegen Apotheker und die Vor- Ort- Apotheken geht mächtig auf den Zeiger. Vielen Dank!
#18 am 21.09.2017 von genervter Gast (Gast)
  15
Gast
#16 klar macht die Versandapo auch Gewinn. Das darf sie auch. Insbesondere dann, wenn sie mich kostenlos beliefert und bis zu 50% preiswerter ist als die Vor-Ort-Apo.
#17 am 21.09.2017 von Gast
  28
Gast
Guten Abend, ich bin PTA mit zwanzig Jahren Berufserfahrung und ich kann den Aussagen von Nr 6 und 7 nur zustimmen.
#16 am 20.09.2017 von Gast
  6
naiver Gast
Dieser Sozialneid in Deutschland ist echt unerträglich. Warum darf ein Apotheker kein gutes Geld verdienen? Macht die Versandapotheke kein Geschäft? Hat der Apotheker keine Verantwortung oder wirtschaftliches Risiko? Zahlt er nicht reichlich Steuern zum Wohl der Allgemeinheit? Hat er den Job geerbt? Nein, durch Fleiß hat er sich den akademischen Grad erarbeitet. Und liebe Neider: Jeder kann Apotheker werden in Deutschland. Er muß es nur machen. Dann kann jeder "reich" werden. Prinz eines Königreichs ist kein verdienter Titel, sondern vererbt. Aber Arzt und Apotheker kann jeder werden. Und ein guter Lohn für fleißiges Erlernen und einen guten Job sei ihm mehr als gegönnt. Ich bin übrigens kein Apotheker (und ich kann gönnen!)!
#15 am 20.09.2017 von naiver Gast (Gast)
  9
Gast
Zum Thema an Medikamenten Geld verdienen: In Deutschland ist der "Gewinn" an rezeptpflichtigen Medikamenten maximal 8 Euro. EGAL wie teuer das Medikament wirklich ist. Und sie können sich ausrechnen dass am OTC Medikament, z.B. Paracetamol für 2 Euro da nicht 8 Euro "Gewinn" drin sind. Und von den 8 Euro müssen Angestellte, Räumlichkeiten, Sozialabgaben u.s.w bezahlt werden. Die Zeiten in denen Apotheken Goldgruben waren sind seit Jahren vorbei. Ich habe schon Apotheker pleite und privatinsolvenz anmelden sehen. Ist schon traurig. Aber in den Köpfen steckt leider immer noch das Märchen vom reichen Apotheker. Das wird aber mehr und mehr aussterben.
#14 am 20.09.2017 von Gast
  3
Manfred L. DIETWALD
Als ein etwa 4-jähriges Mädchen von mir ein kleines Geschenk in der Apotheke annahm, sagte die Mutter immer wieder "sag doch Danke!". Dann scholl es mit inbrünstiger Überzeugung zürnend aus ihr heraus: "Ich hab mein Lebtag noch nie "Danke" gesagt". Das nannte ich schmunzelnd (konsequenter) Kindermund ohne Aussicht auf Dauer.
#13 am 20.09.2017 von Manfred L. DIETWALD (Gast)
  3
Gast
@#11bis dahin macht die Logistik die meisten Apotheken überflüssig. Ein Freund von mir (Logistiker) sagt, die Revolution kommt erst noch.
#12 am 20.09.2017 von Gast
  5
Gast
zu Gast 10: warum glauben Sie, machen immer mehr Apotheken dicht? Wegen Geldüberfluss?!
#11 am 20.09.2017 von Gast
  0
Gast
Hier geht es wie überall: man merkt erst, wie sehr einem etwas fehlt und was das für Folgen hat, wenn man es verliert! Die Leute, die jetzt noch gesund sind, keine Medikamente brauchen oder zumindest keine die schnell da sein müssen, bestellen natürlich günstig im Internet. Wenn dann eines Tages die ortsansässige Apotheke nicht mehr da ist, Medikamente schnell gebraucht werden, oder auch mal nachts oder am Wochenende, wenn ein Kind plötzlich krank ist, oder es Unverträglichkeiten oder wichtige Fragen gibt, weil man nicht mehr den Überblick hat, wenn man inzwischen viele verschieden Medikamente braucht, dann kommt das Erwachen... Denn online-Bestellungen dauern nun mal seine Zeit und man kann oft nichts Fachliches nachfragen, und wenn, dann oft nur allgemein, man ist ja persönlich nicht dort bekannt, also keine individuelle Beratung. Spätestens jetzt würde man vor Ort die Apotheke aufsuchen wollen und Geld spielt vielleicht dann plötzlich auch keine Rolle mehr - zu spät...
#10 am 20.09.2017 von Gast
  0
Gast
Gar nichts verdienen? Ein wirklich guter Joke. Die Apo-Umschau brauche ich nicht. Ich bin kein Geront.
#9 am 20.09.2017 von Gast
  9
Gast
@#8 und dazu darfs dann gerne noch eine gratis Umschau geben, nicht? Dass man so gar nichts mehr an den Arzneitmitteln verdient, interessiert ja auch keinen.
#8 am 20.09.2017 (editiert) von Gast
  3
Gast
@#6 bis 21.00 würde mir reichen. Nur bringen sollten Sie die Medis noch, das wäre angemessen.
#7 am 20.09.2017 von Gast
  10
Gast
Fortsetzung: Dazu zählen auch Hinweis auf Ihre Sexualität, Ihre Haut Ihren Augen und vor allem Ihrer Arbeitsweise. Wichtig ist es auch, dass auch nach Feierabend noch alles für das Wohl des Kunden getan wird. Zum Beispiel das Besuchen von Fortbildungen auf eigene Kosten (die Chefin zahlt dafür natürlich nicht;jeder Apotheker will perfekt fortgebildetes Personal, aber keiner will auch nur einen Cent bezahlen) und in Ihrer Freizeit. Gern gesehen sind auch kosten- und zeitintensive Fortbildungen mit Zertifikation, für die Sie als PTA natürlich nicht mehr Geld verlangen dürfen, sonst gibt's die erste Abmahnung wegen ungebührlichem Verhalten gegenüber der Apothekenleitung. Ich hoffe ich konnte den Lesern nahebringen, was von einer modernen PTA in einer modernen Apotheke erwartet wird. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
#6 am 20.09.2017 von Gast
  8
Gast
Hallo Frau Kollegin, wie immer gut beobachtet. Erlauben Sie mir nun, Sie umfassend aufzuklären was dem Kunden wirklich wichtig in einer modernen Apotheke ist. Wichtig ist vor allem, dass alles billig ist, am besten noch billiger als in jeder Onlineapotheke. Das zweite ist eine adäquate und altersgerechte Belustigung der Kunden, speziell der Senioren. Primär sind Sie Alleinunterhalter, Entertainer. Zum gutem Schluss belästigen Sie den Kunden nicht mit irgendwelchen Blödsinnigkeiten wie Nebenwirkungen, Kontraindikationen oder Analgetikanieren, wenn der Kunde jede Woche fünfzig Ibuprofen holt. Das ist alles unbequem und nicht erwünscht. Oh, ich habe das wichtigste vergessen: Die 50% Gutscheine, die Abgabe von verschreibungspflichten AM ohne Rezept und ohne zu murren sowie jeden Tag bis 22 Uhr geöffnet haben. Darüber hinaus müssen Sie alles, wirklich alles kommentarlos freudestrahlend hinnehmen, was der Kunde Ihnen an den Kopf wirft.
#5 am 20.09.2017 von Gast
  7
Gast
Wilhelm Busch hat schon gesagt: " Wir mögen keinem gerne gönnen, dass er was hat, was wir nicht können."
#4 am 19.09.2017 von Gast
  0
Ditto.
#3 am 19.09.2017 von Christian Becker (Apotheker)
  0
Ich schließe mich voll Herrn Schiedermair an. Das Verhalten ist kindisch und unprofessionell, aber irgendwie typisch.
#2 am 19.09.2017 von Christa Fraatz (Selbstst. Apothekerin)
  3
dieser Einschätung ist nichts hinzuzufügen.
#1 am 19.09.2017 von Dr. Wolfgang Schiedermair (Apotheker)
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