Und dann ergoss ich Blut über mich

16.09.2017
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Da wollte ich noch schnell diese Blutkonserven anhängen. Aber die Konnektionsstelle des Beutels hatte einen Materialfehler. Dies stellte sich beim Anbringen des Infusionssystems heraus. Blöd.

Ich ergoss Blut über mich, über den Boden, über umgebende Schränke und Schubladen. Nachdem Verlust des ganzen Transfusionsblutes (naja, ca. einem Viertel) gelang es mir, das Leck provisorisch abzudichten und ich hoffte inständig es würde halten, bis der Patient fertig transfundiert wäre.

Während ich noch versuchte, die mit Blut be-, äh, netzten Oberflächen und meine Schuhe zu reinigen, reichte man mir das Dienstschwesterntelefon. Ich hätte doch versprochen, mit den Angehörigen von Herr Glaum zu sprechen. Weil ich jetzt aber so lange nicht gekommen wäre (besser, wenn Familie Glaum nicht erfährt warum), wäre die Familie schon heimgegangen.

„Ja, hallo, hier Zorgcooperations …“

Ich erzählte, dass es Herrn Glaum gerade sehr schlecht gehe, dass er außer der schweren Lungenentzündung vermutlich auch zu wenig getrunken habe und wir uns erhofften, dass der Patient wieder wacher werden würde, nach unserer professionellen Antibiotika- und Flüssigkeitstherapie. „Aber wie gesagt, es geht ihm wirklich schlecht.“

„Ach, was!“, sagte Frau Glaum dann. „Sie müssen einfach lauter sprechen! Dann reagiert er auch.“

Ah. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dieses Telefonat war nicht so optimal gelaufen. Resigniert besorgte ich mir einen neuen Satz Arztkleidung und vermerkte zur Sicherheit in Herrn Glaums Akte, dass man laut sprechen solle.

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Bildquelle: Privatbild Zorgcooperations

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.09.2017.

48 Wertungen (4.52 ø)
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Medizin, Innere Medizin
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Ich hoffe, ich habe das Missverstanden, und die Konserve bzw. EK wurde nicht! transfundiert. Ansonsten dürfte das einen groben Verstoss gegen Transfusions- und Hygienerichtlinien bedeuten. Auch der Humor fehlt mir vollständig bei solchem tun!
#9 am 21.09.2017 von Dr. med. Holger Uhlig (Arzt)
  8
Die Erfahrung mit der Blutkonserve ist keine neue. Besonders effektiv kommt die Besudelung wenn sich die Konserve beim anstechen schon in der Druckmanschette mit entsprechendem Druck befindet. ;-)
#8 am 21.09.2017 von Walter Bingemann (Gesundheits- und Krankenpfleger)
  0
Ich liebe Ihren Humor!
#7 am 21.09.2017 von Brigitte van Hattem (Medizinjournalistin)
  1
Gast
Kein Schmarrn. Es hören massenhaft Leute schlecht, auch jüngere. Es ist auch nicht immer sicher, ob Pat. wirklich alles akustisch verstanden haben - viele meinen das nur und/oder fragen nicht nach. Entsprechende Taubheiten daher unbedingt ermitteln, in der Akte dick rot markieren und sich auch dran halten!
#6 am 21.09.2017 von Gast
  1
Gast
zum Glück gab es keinen Transfusionszwischenfall die Konserve kann den Schaden doch schon wer weiss wie lange gehabt haben und war doch nicht mehr steril....
#5 am 20.09.2017 von Gast
  2
So ein Schmarrn....
#4 am 20.09.2017 von Maximilian Micka (Arzt)
  19
...für mich war die Geschichte noch nicht zu Ende...da fehlt etwas
#3 am 20.09.2017 von Dr. Kristine Groth (Ärztin)
  1
Gast
Naja, wenigstens mussten sie das Gespräch nicht "Blutig" führen... ist mir nämlich mal passiert (besser gesagt Aufnahme machen die JETZT SOFORT gemacht werden musste und davor mit natürlich ein Missgeschick mit einem venösen Zugang passierte... der Patient sah auch nicht sonderlich begeistert aus.)
#2 am 19.09.2017 von Gast
  3
Gast
Jupp, die üblichen Vampire, die einem auf Station immer dann begegnen, wenn man gerade mit der Erykonserve rumgekleckert hat ;))
#1 am 17.09.2017 von Gast
  3
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