Wechselgeldbetrüger in der Apotheke

04.09.2017
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Nach einem mail des lokalen Apothekervereins waren wir schon vorgewarnt, aber letzte Woche hatten wir einen ziemlich typischen Fall:

Die Kundin kommt, kauft etwas günstiges ein, sie zahlt – meine Kollegin gibt das Rückgeld heraus, die Kundin dreht sich um. Meine Kollegin versorgt das Geld und schliesst die Kasse. In dem Moment dreht sich die Kundin wieder zurück und sagt: „Ich habe aber mit einer Hunderter-Note bezahlt. Sie haben mir nur auf 50 herausgegeben!“

Die Kollegin ist vollkommen überrascht, ist aber sicher, eine Fünfzigernote in die Kasse versorgt zu haben, darum leistet sie Widerstand: „Nein, ich bin sicher, es war eine 50er Note!“

Darauf wechselt die Kundin die Sprache – auf einmal kann sie kein Deutsch mehr, nur noch englisch und redet schnell, wobei sie mit ihrem Portemonnaie fuchtelt auf sie ein.

Das ist der Punkt, wo man mich zu Hilfe holt.

Beide erzählen mir ihre Geschichte – ich erkläre der Kundin ruhig, dass ich das jetzt so nicht entscheiden kann – aber Morgen früh, wenn die Kasse gemacht wird, sieht man schnell, ob 50 Franken zuviel drin sind. Sie soll mir ihren Namen angeben und morgen noch mals vorbeikommen.

Die Kundin ruft immer noch aus, meint sie sei nur jetzt hier und wohne nicht in der Nähe, sei nur auf der Durchreise … ich bleibe hart. Wenn sie mir ihre Adresse angibt, kann ich es ja gegebenenfalls schicken.

Will sie aber auch nicht.

Dieser Trickbetrug funktioniert mit Täuschung und dem Überaschungseffekt. Viele lassen sich dazu drängen das Geld zu geben.

Man kann sich dagegen zu Wehr setzen, indem man sich immer genau merkt, was gegeben wurde oder es sogar so auf dem Kassabon eingibt. Ist der Verkauf abgeschlossen, darf man sich nicht bedrängen lassen, das oben ist eine gute Variante, Zeit zu gewinnen.

Übrigens: nein, es war nicht zuviel Geld in der Kasse … und die „Kundin“ ist auch nicht wieder aufgetaucht.

Es gibt noch die anderen Wechselgeldbetrüger, die einen während dem Zahlvorgang verwirren und mit flinken Fingern ein paar Noten ad hoc austauschen. Die sind schwierig - und man sollte deshalb (ausser den Mitarbeitern) niemanden in Griffnähe der Kasse lassen und die Kasse auch immer rasch schliessen.

Artikel letztmalig aktualisiert am 04.09.2017.

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Pharmazie
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Gast
@14: Ich kann mir vorstellen warum ihre Beiträge immer gelöscht werden. Wenn ihnen Medizin und Apotheken so stinken, warum sind sie dann hier, in einem FORUM für MEDIZINER und Apotheker? Und ich schließe mich (der aktuellen) #12 an: Auf dass sie ewig gute Gesundheit haben und nie einen Schatten auf meine Schwelle werfen müssen.
#7 am 18.09.2017 von Gast
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Gast
@10 Arzt hier. Placeboeffect ist ein Ding das existiert. Manchmal helfen Bachblüten, weis der Himmel warum. Wenn es der Patient unbedingt haben will und es ihm hilft, mein Gott soll er es doch haben. Solange es nix ist weswegen er dingend "harte" Medizin braucht können meinetwegen Patienten in den Zeug baden. Und er Apotheke gönn ich die paar Euro ganz ehrlich.
#6 am 11.09.2017 von Gast
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Gast
Widerspruch: Bachblüten, helfen keinem. Die Menschen glauben, die haben geholfen. Für mich ist der Verkauf Betrug am Kunden.
#5 am 10.09.2017 von Gast
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Gast
@#8: wow, man chill doch mal wirklich. 1) Deine ganze Kritik am Blog die ich bisher sehe bezieht sich einfach auf das WESEN einer Apotheke nicht auf den Inhalt der Blogeinträge. 2) Okay ich bin jetzt auch kein Homöopathen-Freund aber lass die Leute doch ihre Bachblüten kaufen, einigen hilft es. 3) Apotheken tun schon mehr als "Kunden hinters Licht führen". Ich meine, wow wirklich. Entweder mal konstruktive Kritik üben oder in die Foren gehen wo das Thema tatsächlich Homöopathische Medikation oder so ist. Haben Sie denn wirklich sonst nichts besseres zu tun?
#4 am 10.09.2017 von Gast
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Ärztin in Weiterbildung
Wow, mir tut der Blog hier echt leid, einige Leute haben anscheinend sehr viel Zeit Pharmamas Blog regelmäßig zu lesen und sich zu beschweren... und alle anonym natürlich. Liebe Autorin, Ihr Blog ist ziemlich witzig. Ich bin kein Apotheker aber sehe in Ihren Beiträgen viele parallelen im "Kundenkontakt"... nur dass ich denen meist das zum glück jetzt bedruckte statt beschriebene Rezept mitgebe ;) Zum Thema Kassenbetrug kann ich nur sagen dass das in den besten Gegenden vorkommt und ich finde es gut dass Sie da so ein Auge drauf haben... und auch hier davor warnen. Also, nicht unterkriegen lassen von den Meckerern. Einige Leute haben offenbar zu viel Freizeit und zu wenig zu tun...
#3 am 08.09.2017 von Ärztin in Weiterbildung (Gast)
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Gast
#1 also wird man in der Apotheke auch hinters Licht geführt? Das war mir bisher nicht so klar. Ich habe mich erst jetzt mit Homöopathie befasst.
#2 am 06.09.2017 von Gast
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Gast
Sehen Sie es doch mal praktisch: SIe verkaufen Homöopathie. Das könnte man ja auch gefühlt B. nennen. Und jetzt regen sie sich über einen plumpen Betrugsversuch auf. Ist die Masche mit der Homöopathie nicht gefühlt perfider?
#1 am 04.09.2017 von Gast
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