Zucker im Blut tut der Erektion nicht gut

04.09.2017
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Am heutigen Tag der sexuellen Gesundheit sollte neben den vielen Geschlechtskrankheiten, die wieder auf dem Vormarsch sind, nicht vergessen werden, dass sexuelle Gesundheit weit mehr umfasst als die Summe der übertragbaren Infektionen. So leidet aktuell beispielsweise jeder zweite Mann mit Diabetes unter Erektionsstörungen.

Diabetes ist längst auf den vorderen Rängen der führenden Zivilisationskrankheiten angekommen. Unerkannt oder nur unzureichend behandelt führt der hohe Blutzuckerspiegel auf Dauer zu Folgeerkrankungen, wie z. B. einem diabetischen Fuß oder Sehstörungen bis hin zur Erblindung.

„Bei Männern – und dies wird leider noch immer unterschätzt – äußert sich der Diabetes sehr oft in Form von Erektionsstörungen“, so PD Dr. med. Tobias Jäger, Urologe aus Essen.

Jeder zweite Diabetiker impotent

Forscher aus Großbritannien haben sich kürzlich diesen Zusammenhang zwischen einem Diabetes und Erektionsstörungen bei 88.577 Männern (Altersdurchschnitt: 55,8 Jahre) einmal etwas genauer angesehen. Das Ergebnis war eindeutig: 52,5 % der untersuchten Diabetiker litten unter Erektionsstörungen – also jeder zweite Zuckerkranke! Männer, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankten, waren dabei sogar noch stärker von der erektilen Dysfunktion betroffen als Typ-1-Diabetiker.

Die Häufigkeit von Erektionsstörungen steigt mit zunehmendem Lebensalter natürlicherseits immer weiter an. Doch auffällig ist, dass diabetische Männer in der Regel circa 10-15 Jahre früher über Einschränkungen beim Liebesspiel klagen als ihre gesunden Altersgenossen, so auch in der aktuellen britischen Studie.

Manneskraft und Herzgesundheit

„Erektionsstörungen können darüber hinaus ein Hinweis auf einen drohenden Herzinfarkt oder einen Schlaganfall sein. Männer sollten daher die Möglichkeiten zur Prävention frühzeitig ergreifen“, rät Prof. Dr. med. Frank Sommer, Deutschlands einziger Universitätsprofessor für Männergesundheit und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. Für Patienten und Ärzte heißt das gleichermaßen, dass Diabetiker routinemäßig auf Erektionsstörungen angesprochen werden sollten.

„Andererseits kann aber auch der Mann, der über mangelndes Stehvermögen oder verringerte Ausdauer berichtet, ein noch unerkannter Diabetiker sein“, ergänzt PD Dr. med. Magnus Baumhäkel, Kardiologe.

Fazit

Die sexuelle Aktivität und Gesundheit des Mannes hängt sowohl von psychischen als auch von körperlichen Faktoren ab. Ein bekannter Diabetes sollte daher stets besondere Aufmerksamkeit erfahren, vor allem auch seitens der betroffenen Männer. Denn frühzeitig erkannt, lässt sich die erektile Dysfunktion durchaus vermeiden und gleichzeitig der Diabetes kontrollieren, bevor dieser schwere gesundheitliche Folgen nach sich zieht.

Quellen
Kouidrat Y et al., High prevalence of erectile dysfunction in diabetes: a systematic review and metaanalysis of 145 studies. Diabet Med 2017; DOI: 10.1111/dme.13403

Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. vom 04.09.2017

Artikel letztmalig aktualisiert am 04.09.2017.

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