Ich bin sterbenskrank (naja, vielleicht doch nicht)

02.09.2017
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Ein schlechtes Herzgefühl wäre das. Als ob es gleich aus der Brust falle. So könne er auf keinen Fall die Nacht noch aushalten. Nein, nein, keine Schmerzen. Ein schlechtes Herzgefühl! So.

Herr Gisami krümmte sich missmutig vor der Notaufnahme zusammen und zur Vorsicht ließen ihn die Schwestern rein und holten gleich mal einen Arzt.

„Hm, hm, komisch“, sagte ich und versuchte, Ordnung ins Chaos zu bringen. Wir besorgten uns Proben von Herrn Gisamis Blut und testeten auf Hinweise für Lungenembolien, Herzinfarkte oder vielleicht auch einen 08/15-Infekt. Wir machten ein cooles Röntgenbild und selbstverständlich auch ein EKG. An einen Überwachungsmonitor schloss ich Herr Gisami an, um eine mögliche Herzrhythmusstörung sofort erkennen zu können. Ich fragte viele komplizierte Fragen. Ich klopfte, hörte und zog ausführlich an Herrn Gisami herum. Einen Ultraschall machte ich auch.

Herr Gisami schimpfte ununterbrochen, dass Gefühl würde überhaupt nicht besser und er fühle sich gar nicht gut. Hm. Nachdem ich nun aber nichts fand, zog ich meinen hocherfreuten Oberarzt dazu. Der Oberarzt machte nochmal einen Ultraschall, fragte Herrn Gisami ein weiteres Mal all die Dinge, die ich schon gefragt hatte und ordnete noch mehr Blutwerte an.

Wir beschlossen Herrn Gisami aufzunehmen. Am nächsten Tag würden wir eine Magenspiegelung machen. Mehr Blut abnehmen, vielleicht auch ein CT machen. Ich schrieb einen langen Anweisungsplan für die Station, damit auch alles gut klappen würde und Herr Gisami außerdem die Nacht ordentlich überstehen könnte.

Dann ging ich hin und sagte: „Wie besprochen nehmen wir sie jetzt auf Station 12 auf und werden morgen noch mehr Untersuchungen machen. Bis dahin werden wir …“

„Oh“, sagte Herr Gisami, „Ich möchte doch nicht hierbleiben. Ich gehe jetzt heim.“

„Bis vor einer Minute hatten sie noch ein sehr unangenehmes Gefühl im Brustkorb?“

„Jaja, das ist immer noch da“, Herr Gisami stand auf und sammelte seine Jacke und Ehefrau ein, „aber ich gehe jetzt heim. Vielleicht komme ich später nochmal.“

In der Tür drehte sich die Ehefrau um und fragte noch beiläufig: „Moment! Was ist eigentlich bei ihren ganzen Untersuchungen herausgekommen?“

Herr Gisami war da schon draußen.

m_1504626139.jpg

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Bildquelle: Privatbild Zorgcooperations

Artikel letztmalig aktualisiert am 06.09.2017.

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Medizin, Innere Medizin
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Gast aus Bayreuth (Arzt)
ad40) Medizinische Versorgung ist eine Dienstleistung ;-). Bei manchen Einsätzen im KV-Dienst möchte ich fragen, welche Pizza ich mitbringen soll, oder ob es die Familienpizza sein darf, dann gibt es eine halbe Flasche Rotwein gratis. - Aber mal im Ernst: Manchmal fahre ich verärgert irgendwo hin und dann stellt sich die Situation ganz anders da als geschildert und ein Besuch ist doch angezeigt. Auch wenn es nervt, das ist halt unsere Aufgabe, die Situation zu klären, Krankheiten und Ängste zu lindern, den Pat. zu nehmen, wie er ist. Ich fluche auch manchmal im Auto - wäre ich halt was Gescheites geworden.
#50 am 09.10.2017 von Gast aus Bayreuth (Arzt) (Gast)
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Gast
Als Chirurg habe ich schon öfter BPS-Patienten in der Notaufnahme versorgt, verstehe ich nicht wieso in diesem Forum soviel Drama daraus gemacht wird. Manche waren sogar netter und höflicher als manche anderen Normalos.
#49 am 17.09.2017 von Gast
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Krhs- Arzt
#47: Bashing - berechtigt! Hm, merken Sie selber, oder?
#48 am 09.09.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Gast
# 46 Das sogenannte Ärzte-Bashing ,wird wohl in einigen Fällen seine Berechtigung haben
#47 am 09.09.2017 von Gast
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Krhs- Arzt
#45: Bei meinen Patienten weniger, aber vor allen in diesen Foren und in der Presse.
#46 am 09.09.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Gast
@Krhs-Arzt Wo genau werden Ärzte dauernd als kalt, gierig und pharmaunterdrückt dargestellt? Das hohe Sozialprestige der Ärzteschaft ist sein Jahren und Jahrzehnten ungebrochen. Nicht zuletzt deshalb ist der Studiengang Medizin ja so beliebt.
#45 am 09.09.2017 von Gast
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Gast
Gerade bei solchen Fällen sieht man schon die BILD Überschrift "Verantwortungslose Ärzte ließen ihn einfach gehen - Mann an XYZ gestorben!" -.- Es ist wirklich so, als Arzt ist man da echt immer der "böse". Versucht man gute Medizin zu machen ist man der geldgierige von allen was sich lobby schimpfen darf bezahlte Bösewicht, wenn man sich dem Willen des Patienten einfach so beugt ist man der faule, unfähige Arzt der seine Arbeit nicht richtig machte. Wie @43 sagte: Dokumentation! Und wenn man es irgendwie hinbekommt Patienten trotzdem unterschreiben lassen!
#44 am 09.09.2017 von Gast
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Krhs- Arzt
Einige sehen das hier echt zu locker! Wenn Sich ein Patient in die Hände eines Arztes begibt, ist der Arzt automatisch haftbar. Wenn der Patient geht und es passiert etwas, kommt es zu einer Beweisumkehr zu Ungunsten des Arztes. Dieser muss dann beweisen, dass er sich juristisch richtig verhalten hat. Hier scheinen viele diese Verantwortung nicht zu sehen. Der Patient übernimmt nicht komplett die Verantwortung, wenn er geht. Bei einem Noteinsatz trägt er auch nicht die zusätzlichen Kosten. Dauernd werden hier Ärzte als kalt, gierig und pharmaunterdrückt dargestellt. Welche ethische und vor allem juristische Verantwortung getragen wird, sieht hier keiner. Vergleiche zu anderen Heilern möchte ich hier gar nicht anstellen. Kollegen: DOKUMENTATION!!!
#43 am 09.09.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Gast
Und mit "es spielt keine Rolle" meinte ich: für die vielen anderen Krankheiten die mit Herzbeschwerden einhergehen aber vor denen sich der Patient nicht fürchtet spielt es keine Rolle. Der Krankheit ist es egal ob sich jemand vor ihr fürchtet oder ob er je davon gehört hat... das ist nicht nötig, sterben kann man daran trotzdem. Natürlich ist es dem Arzt wichtig wovor der Patient Angst hat aber das allein darf die Behandlung nicht bestimmen.
#42 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
@39: Natürlich ist das Verhalten nachvollziehbar und verständlich, natürlich kann jeder Patient selbst entscheiden was er für sich möchte... es soll niemand genötigt werden aber wenn er dann letztlich entscheidet dass er nicht behandelt werden möchte und damit dem Dienstarzt der Notaufnahme völlig umsonst kostbare Zeit gestohlen hat, andere Patienten seinetwegen auf ihre Behandlung warten mussten und die Gemeinschaft diesen teuren Ausflug samt Rückzieher und eventuell späterer Wiedervorstellung wegen anhaltender Beschwerden bezahlen soll dann darf man doch -mit Verlaub- seine Zweifel an diesem unnötigen Zeitvertreib äußern.
#41 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
@39 Wenn der Patient sich aber nicht einmal die Untersuchungsergebnisse anhört (wie oben beschrieben) dann kann man aber nicht davon reden dass der Patient hier eine informierte, bewusste Entscheidung getroffen hatte. Es hat sich irgendwie in den Köpfen eingebürgert dass Medizin eine Dienstleistung ist, die man bestellen und abbestellen kann. IST SIE ABER NICHT. Entweder man will korrekte Behandlung und Untersuchung oder nicht. Ich erwarte schon auch dass ein Patient zumindest solange bleibt bis wir gemeinsam über das Vorgehen geredet haben. Und wenn dann zusammen eine Entscheidung getroffen wurde (wie oben volles Programm, Überwachung, stationäre Aufnahme... das fängt man nämlich nicht an OHNE vorher OK des Patienten zu haben) würde ich mich auch vor den Kopf gestoßen und vera*** vorkommen wenn dann der Patient plötzlich geht. Wie gesagt, WENN dann was passiert ist es der Arzt/die Notfallschwester/das Krankenhaus was schuld war, weil "man hätte doch den nie gehen lassen dürfen!"
#40 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
@38 Seltsamer Vergleich, seltsame Einstellung! Natürlich spielt es eine Rolle, was der Patient meint und wovor er sich fürchtet, und der Arzt hat auch nicht über den Kopf des Patienten hinweg zu entscheiden, ob dieser "All-Inclusive" braucht, wie Sie es ausdrücken. Wenn ein Patient die Behandlung abbrechen will, weil er sich nichts mehr davon verspricht, kann er das zu jeder Zeit auf eigene Verantwortung tun. Außerdem sollte man sich m. E. vor Allgemeinplätzen hüten wie "Heutzutage möchte jeder alles..." Es gibt Riesenunterschiede beim Anspruchsdenken der Menschen.
#39 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
@37: es kann aber nicht funktionieren nach dem Motto wünsch-dir-was. Es spielt keine Rolle ob ein Patient glaubt es wäre bei unklaren Herzbeschwerden ausreichend einen akuten Infarkt auszuschließen, nur weil das zufällig das einzige Krankheitsbild das er fürchtet (oder von dem er weiß), der Profi weiß: das allein reicht keinesfalls. Heutzutage möchte jeder alles als DIY-Baukasten präsentiert bekommen, das funktioniert vielleicht beim Friseur oder beim Bau einer Gartenlaube oder bei der Bestellung eines Outfits im Internet (welche Größe, Farbe, Zahlungsmethode? Sicher dass sie nicht die passende Krawatte dazu wollen? Nein? Ganz bestimmt? Muss auch nicht sein...). In der Notaufnahme läuft es aber nicht so "jetzt nehme ich erstmal nur das Sparmenü und wenn ich das nächste mal wiederkomme darfs dann auch gerne das All-Inklusive-Paket sein... da sollte der Arzt entscheiden wer All-Inklusive braucht und wer nicht und ein "Nein, Danke ich gucke nur" gibt es auch nicht;-)
#38 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
Vielleicht hatte Herr Gisami ja auch "nur" Angst, es könne sich um einen Herzinfarkt handeln. Muss ein medizinischer Laie, der noch keinen Infarkt hatt, genau differenzieren können? Wie oft hört oder liest man den Aufruf, in solchen Fällen nicht zu zögern und evtl. sogar den Notarzt zu rufen. Nach den Untersuchungen in der Klinik konnte Herr Gisami aber sicher sein, zumindest keinen akuten Infarkt zu haben und war dann erst einmal beruhigt. Irgendwie verständlich.
#37 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
(cont.) ... wie muss ich mich rücksichtsvoll verhalten, was muss ich alles mitnehmen (Krankenkassenkarte!), was sind geläufige Ausdrücke in diesen Breiten für meine Beschwerden (wie unten beschrieben dass Leber hier nicht als Herz verstanden wird) und so weiter. Laut meiner Kollegen vor Ort klappt das wohl ganz gut. Aber es wird wohl dauern bis sich sowas merklich durchsetzt, zumal das ja auch wieder mit finanziellen Investitionen verbunden ist. Auf der anderen Seite... ich wünsche mir ähnliches auch für viele Deutsche. Die wissen ja auch oft nicht was sie in der Notaufnahme erwartet (O-Ton: "Ich dachte das ist hier wie eine schnelle Praxis! Warum muss ich denn so lange Warten? Und warum kommen denn ständig irgendwelche Leute an mir vorbei geschoben?! Das geht doch nicht, können die nicht gleich auf die Station wenn die so krank sind?!")
#36 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
Nun, ich hab auf meinem Notfall vielfach das andere Krankheitsverständnis anderer Kulturen erlebt, vor allem wenn etwa 10 Mann auf einmal reingeströhmt kamen, allesamt aufgeregt durcheinander redeten und der Patient in der Mitte laut vor Schmerz jammernd hereingeführt wurde. Kulturelles hin oder her, es war störend und nervig erst einmal sich durch alle Leute zum Patienten durchkämpfen zu müssen, zumal dann auch noch wenig Verständnis bestand dass nur 2 Leute auf einmal an der Liege stehen konnten, die anderen doch bitte draußen warten mussten. Verständnis von mir? Auf alle Fälle aber der Frust war halt auch da. Und leider gibt es den von @Remedias Cortes vorgeschlagenen Praktikaten nicht immer und wenn brauche ich den anderorts viel mehr. Seit einigen Jahren gibt es in verschiedenen Großstädten Deutschlands aber Seminare speziell für Leute mit Immigrationshintergrund um genau solche Sachen zu vermitteln: Was muss ich auf dem Notfall/beim Arzt erwarten (...)
#35 am 08.09.2017 von Gast
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Ist Herr Gisami Ausländer? Da gibt es manchmal Ausdrücke, die versteht man falsch, beispielsweise die Türken sagen, ihnen tut die Leber (!) weh, wenn sie meinen, sie haben etwas auf dem Herzen. Andere Kulturen psychosomatisieren mehr als wir. Ich weiss, das dazu Notaerzte natürlich keine Zeit haben, doch vielleicht gibt es eine Praktikantin, die sich mit Herr Gisami hinsetzen kann und fragen, wo der Schuh drückt. Ich bin fast sicher, es gibt einen seelischen Kummer. (der in der Notaufnahme nichts zu suchen hat, ist schon klar, ich will diesen Patienten nicht rechtfertigen, sondern nur sein Verhalten interpretieren)
#34 am 08.09.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Krhs- Arzt
Eigentlich habe ich darauf gewartet, dass noch jemand schreibt, man wolle den Patienten nur aufnehmen, weil das Krankenhaus damit mehr Geld verdient. Sonst würde es vom Direktor Ärger geben. Aber dieser Blödsinn ist uns erspart geblieben. Der behandelnde Arzt übernimmt die Verantwortung für einen behandelten Patienten, dazu kann auch ein Überwachen gehören. Das verstehen aber nur Mediziner. Wichtig: Falls der Patient doch geht, sorgfältige Dokumentation über Verlassen der Klinik auf eigenen Wunsch gegen ärztlichen Rat! Sonst kann das juristisch böse ausgehen, falls doch etwas passiert. Kollegen! Sichert Euch ab!
#33 am 08.09.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Gast X
Es ist mir durchaus möglich mich in den Patienten hineinzuversetzen. Ihnen hingegen ist es offenbar nicht möglich zu begreifen wie Medizin funktioniert, was eine Klinik ist und was das Wort stationärer Aufenthalt bedeutet: dort kann er beobachtet werden, es kann jederzeit eine Kontrolle der Vitalwerte und auch der bisher durchgeführten Untersuchungen stattfinden, falls die Beschwerden schlimmer werden ist jederzeit ein Arzt verfügbar desweiteren kann über Nacht ein Langzeit-EKG geschrieben werden uvm. Kurz: wir arbeiten auch nachts. Nur weil bei den Erstuntersuchungen nichts lebensbedrohliches festgestellt wurde heißt das nicht automatisch er ist gesund. Jeder Wert ist nur eine Momentaufnahme. Eine lebensbedrohliche Erkrankung wäre immer noch möglich aber nur weniger Wahrscheinlich. Entweder er möchte auf Nummer Sicher gehen oder nicht. Ganz einfach. Leider gibt es nur wenige Therapien für ein komisches Gefühl, das disqualifiziert uns aber nicht für die Behandlung von Herzerkrankungen
#32 am 08.09.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
@30 Nicht Gast-X hier aber ich schließe mich diesem bedingt an. Ein "komisches Herzgefühl" kann alles bedeute, von Druck auf der Brust bis zur Inneren Unruhe. Das kann harmlos sein, KANN aber nicht. Sicherlich kann man das ganze aus der Sicht des Patienten sehen "warum soll ich hier bleiben" anderseits wenn es ihm so beunruhigt hat, warum will er dann nicht "im Sicherem" bleiben wo ihm schnell geholfen werden kann wenn aus dem "komischen Gefühl" vielleicht doch der akute Herzinfarkt wird? Warum war er so beunruhigt dass er die Notaufnahme aufsuchte wenn er dann doch nicht alle nötigen Maßnahmen, und dazu gehört auch das Monitorin, möchte? Mein Chef hätte mir das Fell über die Ohren gezogen wenn ich den hätte gehen lassen und wenn dem was passieren sollte dann ist natürlich wieder der Arzt und die Notaufnahme schuld weil man hat ja nicht 100% alles gemacht.
#31 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
@#25 Gast-X 1. Was hat es mit Wortklauberei zu tun, wenn ich Sie darauf aufmerksam mache, dass der Patient überhaupt keine Schmerzen geäußert hatte, nachdem Sie mehrfach Schmerzmittelgabe als Möglichkeit genannt haben. 2. Offenbar ist es für Sie unmöglich, sich in die Rolle es Patienten zu versetzen. Ich habe nur versucht, seine Sichtweise darzustellen. Es ging mir nicht darum, vorzuschlagen, was der Arzt anders hätte machen sollen. Noch einmal: Der Patient ist gründlich untersucht worden. Man konnte ihm sein "komisches Herzgefühl" nicht nehmen, hat aber auch nichts Lebensbedrohliches festgestellt. Die Untersuchungen wären ohnehin erst am nächsten Tag fortgesetzt worden. Warum sollte er dann die Nacht in der Klinik verbringen?
#30 am 08.09.2017 von Gast
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Gast
# 28 Fortsetzung.... wir BPS-ler nehmen nur in sich gefestigte Ärzte-Persönlichkeiten , mit erfüllenden Sexualleben. Die sind entspannter und sehen Alles gelassener
#29 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
Ganz ehrlich, sollte sich ein BPS -Patient ins Krankenhaus verirren, ist Alarmstufe ROT angesagt . Für solche Fälle sind ganz spezielle Ärzte erforderlich, vor Allem solche die hellwach, munter, gut gelaunt und ausgeschlafen sind
#28 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
Lieber Gast Numero 24, Arzt muss mit Allen eventualities rechnen, und gelegentlich verirrt sich auch ein BPS -Gast in die Notaufnahme ( aber nur sehr, sehr selten)
#27 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
Drama machen ist nur leider auch sehr schlecht. Wirklich. Wenn jemand schreiend vor Schmerzen kommt zieh ich stärkere Mittel auf und stärktere Mittel haben auch stärkere Nebenwirkungen. Das A und O als Patient ist EHRLICH sein. Keine Sachen dazu erfinden, bitte ehrlich beschreiben was in diesem Augenblick passiert. Mediziner, egal wo und was, wollen ihren Patienten helfen. Aber natürlich ärgern wir uns wenn da ein Mensch kommt mit einem Problem, wir alles für tun und es sich heraus stellt dass das, was man bei dem Beschwerdebild tun müsste, er dann ablehnt. Was nun, hüh oder hot, ist es nun ein Notfall oder nicht? Und wenn nicht, warum ist der Mensch dann auf dem Notfall wenn er gar keine Hilfe will?
#26 am 07.09.2017 von Gast
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Gast X
@21: was wäre denn aus Ihrer Sicht ein adäquates Vorgehen gewesen? Was hätte der Arzt ihrer Meinung nach machen sollen? Entweder man hat ein " komisches Herzgefühl" und Angst um seine Gesundheit, dann kann man auch über Nacht bleiben oder man lässt es. Der Patient hätte zu Hause auch an einer Rhythmusstörung sterben können aber Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen war wohl nicht zumutbar, also war das Herzgefühl wohl doch nicht so komisch und er hätte gleich zu Hause bleiben können... an dieser deplatzierten und kontraproduktiven wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Einstellung ändert auch ihre Wortklauberei nichts. Medizin ist mehr als nur "lindern", man kann nicht jede Befindlichkeitsstörung mit einem Abrakadabra wegzaubern. Und eine Notaufnahme ist kein Drive-In Schnellrestaurant.
#25 am 07.09.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
#23: genau! Der Arzt soll bloß nicht schlafen nachts um drei nach Dienst seit acht Uhr morgens am Vortag - es könnte ja jemand mit BPS kommen und Drama machen!
#24 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
#22 Manchmal kann Drama, Drama, Drama nicht schaden, vielleicht wacht dann ein noch so verschlafener Arzt plötzlich aus seinem Koma auf
#23 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
Mein Vater hat einen Herzinfarkt, eine Nierenkolik und einen leichten Schlaganfall zu Hause ausgesessen, weil er nachts "kein Theater" in der Notaufnahme machen wollte. Gestorben ist er dann 2 Jahre später mittags unmittelbar nach einer Herz-OP in der Klinik Bonn-Venusberg. Ich fand das auch sehr rücksichtsvoll.
#22 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
@#16 Haben Sie die Schilderung nicht richtig gelesen? Der Patient hatte überhaupt keine Schmerzen! Somit wäre die Gabe eines Schmerzmittels in der Tat völlig sinnlos gewesen. Im Übrigen habe ich aus der Sicht des Patienten geschrieben! Und für ihn stellt es sich eben so dar, dass man seine Beschwerden trotz aller Untersuchungen nicht lindern konnte, er aber trotzdem in der fremden Umgebung bleiben sollte, was für ihn eine zusätzliche Belastung dargestellt hätte. Warum sollte er dann bleiben?
#21 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
Gast 18: da hält sich als Internist mein Verständnis in Grenzen. "Die Internisten wollten ihn nicht..." immer das gleiche. Sie sind doch auch Arzt. Sie können auch ein EKG schreiben und ein Labor bestimmen, ein Sono oder UKG anordnen, eine Anamnese durchführen... wenn es Probleme mit den Befunden gibt ist ein internistisches Konsil schnell durchgeführt. Wir beraten und helfen gerne und wenn sich dann ein eindeutig internistisches Krankheitsbild offenbart übernehmen wir natürlich sofort. Aber einfach ohne Untersuchungen in die Innere abschieben weil sich jemand post-OP irgendwie nicht gut fühlt ist einfach nur bequem. Kein Wunder dass Ihre Kollegen da nicht angesprungen sind.
#20 am 07.09.2017 von Gast
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Gast
Die Frage ist für mich: in wieviel % finden solche unnötigen Besuche der Notaufnahme statt und in wieviel % finden nötige Besuche dort (mit fatalen Folgen!) nicht statt? Vielleicht hält sich das sogar die Waage? Gibt es entsprechende Statistiken?
#19 am 07.09.2017 von Gast
  0
Gast
Ich hatte einen p Patienten, der mir nach seiner komplikationslosen OP mitteilte, dass es ihm nicht gut ging. Die Internisten wollten ihn nicht, war ja ein chirurgischer Patient. Die Anästhesidten eollten ihn nicht, OP war ja gelaufen. Es war ein Herzinfarkt ohne "typische" Symptome. Es gibt Patienten, dir haben nichts Halbes und nichts Ganzes und sind trotzdem schwerkrank.
#18 am 07.09.2017 von Gast
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Gast X
Fortsetzung: das geht aber nur nachdem man die wichtigsten gefährlichen Optionen ausgeschlossen hat (was leider ambulant nicht vergütet wird) und auch nur wenn man sich darauf verlassen kann dass der Patient dann auch wirklich den Hausarzt aufsucht. Das tun die meisten aber nicht. Ich hatte schon jemanden der innerhalb einer Woche 4mal kam, immer nachts, nach ausführlicher Untersuchung nicht bleiben wollte um die empfohlenen Untersuchungen machen zu lassen aber tags dann auch nie zum Hausarzt ging, immer wieder dasselbe Spiel für nichts und wieder nichts. Und immer Enttäuschung und Frustration weil die unfähigen Ärzte "nichts finden". Ich hätte schon gewusst wo ich suchen muss, aber das wollte er nicht, die Medikamente nehmen auch nicht. Wochen später wurde dann mein Verdacht bestätigt, die von mir vorgeschlagene ÖGD erfolgte als Notuntersuchung (natürlich nachts), das vermutete Magengeschwür hatte angefangen zu bluten. Ging gut aus gottseidank, hätte aber besser laufen können.
#17 am 07.09.2017 von Gast X (Gast)
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Gast X
@Gast 15: wenn es dem (wie Sie sagen naiven oder überängstlichen) Patienten nur darum geht dass jemand auf den Schmerzen-Aufhören-Knopf drückt und es ihm vollkommen egal ist ob diese Schmerzen vielleicht durch eine Erkrankung oder Verletzung ausgelöst werden die unter Umständen seine Gesundheit oder gar sein Leben gefährdet warum dann überhaupt zum Arzt oder in die Notaufnahme gehen? Dann kann man auch genauso gut zu Hause bleiben, einfach irgendein rezeptfreies Schmerzmittel einwerfen und abwarten. Dann wird es schon nicht so schlimm gewesen sein... Uns Ärzten ist es jedoch untersagt einem Patienten mit völlig unklarer Schmerzgenese einfach sein Symptom wegzunehmen und ihn dann wegzuschicken. Das ist Pfusch. Entweder man klärt die Ursache sofort ab oder man behält den Patienten zur weiteren Beobachtung in der Klinik. Die Taktik Schmerzmittel geben dann heimgehen lassen und am nächsten Tag den Hausarzt nachuntersuchen lassen wäre noch möglich, Fortsetzung folgt
#16 am 07.09.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
Jetzt mal aus Sicht des (vielleicht etwas naiven oder überängstlichen) Patienten:Er hat ein äußerst unangenehmes Gefühl in der Brust und begibt sich daher in die Notaufnahme des Krankenhauses. Seine Hoffnung ist, dass ihm dort irgendwie (Spritze, Medikament etc.) gehofen wird, was nicht gelingt. Warum sollte er die Nacht dort verbingen?
#15 am 07.09.2017 von Gast
  18
Gast
Die Folgen sind dann,dass man mit einer schweren Divertikulitis und sehr hohem Fieber wieder nach Hause geschickt wird.In der kurzen Zeit fand man die Ursache nichtWegen Überfüllung und fehlendem freiem Bett.So erging es mir.Gott sei Dank hab ich das überlebt!
#14 am 07.09.2017 von Gast
  5
Gast
@#9: Ganz meine Meinung: Wer eine Notaufnahme, ohne "Not", als 24/7-Praxis missbrauchen will, der legt erstmal 20 EUR auf den Tisch. Wer dann doch keine Infusion bekommt oder auf andere Weise eine spontane Wunderheilung erfährt, wird sich den nächsten Besuch vielleicht überlegen.
#13 am 06.09.2017 von Gast
  3
Gast
Thoracale Subluxationen können äußerst schmerzhafte, mitunter atemabhängige Schmerzen und sogar Parästhesien auslösen. Man hätte dem Mann auch schnell helfen können, nachdem die Untersuchungen keine Kardiologischen Diagnosen liefern konnten. Mit Chiropraktik. Ich weiß ich weiß, nicht evidenzbasiert. Aber wirkungsvoll !
#12 am 06.09.2017 von Gast
  17
Wer kennt sie nicht als Arzt, die lieben Patienten, die Sonntags um 22h30 noch eine dringende AU für die nächste Woche brauchen, da die Alte seit 5 Wochen bestehende, am Freitag abgelaufen sei. Den Notfall der seit 2 Wochen unter Bauchschmerzen leidet ("der Hausarzt meint Magen-Darm-Grippe, aber das glaub ich nicht") um 23h in der Notaufnahme aufschlägt. Die russischstämmige Familie (getrennt lebend), die gemeinsam in 2 Portionen aufgerufen vom Unfall des Kindes 12 Jahre von vor 2 Tagen berichtet (Anprall Fußball re Arm). Nein, Röntgen wolle man nicht, das sei ja schon am Vortag in der Nachbarklinik erfolgt, aber es tue immer noch weh. Im Nachgang (neu aufgerufen) der Vater dazu: er habe seit einigen Tagen ein angeschwollenes Knie und verlangt ein MRT, kein Trauma. Ambulanzkarte dazu ein 3 Monate alter Brief zum selben Problem. Diagnostikempfehlung des Briefs befolgt? Beim Hausarzt gewesen? Natürlich nicht, es war ja wieder gut. Daher Kopie des alten Briefs mitgegeben.
#11 am 06.09.2017 von Harald Schneider (Arzt)
  0
Grundsätzlich wäre ich durchaus dafür, bei diesen Patienten, die Rechnung nicht an die Kasse, sondern Ihnen Privat zuzustellen. Ob ihre Kasse das dann ersetzt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wird Ihnen (hoffentlich) bewusst, welche Kosten sie durch ihren KissKiss verursacht haben.
#10 am 06.09.2017 von Dominik Boeddinghaus (Gesundheits- und Krankenpfleger)
  6
Gast
Kann man nicht eine Gebühr erheben (20 € vielleicht), die erlassen wird, wenn der Patient stationär aufgenommen wird?
#9 am 06.09.2017 von Gast
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Genau wie die Leute, die 1 Tag vor Ihrem Urlaub noch Beschwerden, die ein halbes Jahr bestehen, Freitagabend am Sprestundenende noch abgeklärt haben wollen!
#8 am 06.09.2017 von Ute Kath (Arzthelferin)
  0
Notarztfossil
Es gibt bei solchen "Schwerstkranken" in der Notaufnahme (bevorzugt zu nächtlicher Stunde) ein Vorgehen, das zu sofortiger Heilung führt. Ich durfte dies vor vielen Jahren als PJ'ler in der chir. Notaufnahme erleben. Es stellte sich ein "Patient" mit unerträglichen Schmerzen im linken Kleinzeh seit Wochen vor, weil er gerade in der Altstadt war und deshalb der Weg ins Krankenhaus nicht weit. Nach ausführlicher Befragung und Untersuchung (o.B.) sprach der diensthabende Chirurg die folgenden heilsamen Worte: "Da hilft nur noch eins, - Schwester, die Axt!" Darauf verließ der Patient eilig und spontan geheilt die Ambulanz; so schnell, dass er nicht mehr nach der AU fragte, die er bei Ankunft in der Ambulanz noch unbedingt haben wollte. Aber heutzutage lockt die als selbstverständlich vorausgesetzte und ein klares Wort verhindernde Empathie viele Anspruchseinforderer in die Ambulanzen.
#7 am 06.09.2017 von Notarztfossil (Gast)
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Wir raten, sollte Frau Doktor sich auf Station irgendwie übrig vorkommen, doch ins Fahrzeugdesign zu wechseln. worin wir ihre große Zukunft sehen...
#6 am 06.09.2017 von Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann (Nichtmedizinische Berufe)
  10
Gast
Es wird Zeit für eine BPS Auffangstation besonders zu den wichtigen Feiertagen scheint mir das essenziell.
#5 am 06.09.2017 von Gast
  1
Gast
(cont.) Fand er gar nicht gut, vor allem weil er ja gar nicht seine Infusion bekommt. Ist dann wutentbrand gegangen, wollte nicht mal meinen Kurzbrief haben um dann ins nächste größere Haus zu gehen... ja okay, die Zeit die er bei mir auf der Liege geschlafen hätte durfte er dann im Wartezimmer der Notaufnahme des anderen Hauses verbringen. (Kollegen riefen mich später an und fragten nach meinen Befunden. Diagnose der Kollegen deckte sich übrigens mit meiner: viraler Infekt oberer Atemwege. Kein Bedarf für Antibiotikum, kein Bedarf für Infusion irgendeiner Art. Patient wurde gegen 13 Uhr auch ambulant entlassen.. OHNE Infuion.)
#4 am 05.09.2017 von Gast
  0
Gast
Ich hatte ähnliche Fälle: Junger Mann, 21 Jahre, kam Nachts 4 Uhr in die Notaufnahme mit ganz schlimmen Husten, ganz böse, er erstickt förmlich. Okay, er saß ganz munter und ruhig vor mir, Sauerstoffsättigung 99%, Puls 60/min, RR okay. Er hatte nur einmal einen Hustanfall, trocken, als ich mein Stetoskop auf die Brust gesetzt habe. Kein Fieber. Blutbild und CRP blande. Dann stellte sich raus dass er das schon seit 1 Woche hat und bereits 3 mal beim Hausarzt war der ihm mit allem unter der Sonne, auch Codein, versorgt hat. Ist aber nicht gut. Ich soll ihm ne Infusion machen. Ähh... mit was? Spielt für ihn keine Rolle. Infusion muss her, das hat bei Papa auch geholfen. Als ich ihm geduldig erklärt habe dass er einen viralen Infekt hat hat er auf stur gestellt. Nein, er wolle die Infusion. JETZT. Und am liebsten ein Bett und statinäre Aufnahme. Leider waren wir komplett voll, und 5 Uhr nachts jetzt, hab ihn angeboten dass er bei mir im Notfall übernachten (...)
#3 am 05.09.2017 von Gast
  0
Gast
Typisch. Kommt leider viel zu häufig vor. Wenn sich mal wieder jemand fragen sollte warum in unserem Gesundheitssystem nie genug Geld da ist und warum man trotz guter Besetzung in der Notaufnahme ewig warten muss und dann auch noch das Personal abgehetzt, grantig und überarbeitet ist, dann liegt das unter anderem an solchen Leuten. Und laut Triage kommt so jemand auch noch vor den meisten anderen dran... bindet kostbare Ressourcen, kostet die Gemeinschaft viel Geld (bzw. die Klinik denn die bleibt ja auf den Kosten sitzen) ...da soll man noch nett, geduldig und empathisch sein wenn jemand null Respekt vor der Leistung hat die da für ihn erbracht wird... von der unter Umständen das Leben abhängen könnte... UN-FASS-BAR
#2 am 03.09.2017 von Gast
  1
Gast
Liebe Frau Zorgcooperations, vielen Dank für Ihre Bemühungen. "By proxy", sozusagen für den Patienten. Denn der dankte ja nicht. Nicht verzagen, weiter wagen. Ich mag Ihren Blog.
#1 am 02.09.2017 von Gast
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„Hallo, Herr Müllor-Stor, ich bin ihr Arzt. Haben sie denn gerade Atemnot?“ „Oh nö.“ „Hm und mehr...
An dieser Stelle reichte mir unsere verzweifelte Anmeldeschwester das Anmeldetelefon. Ein missmutiger mehr...
Das Gerät war unwiderruflich kaputt. Ein neues musste her. Na gut, dachten sich alle sonoaffinen Ärzte. Wie lang mehr...

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