Patient-Hausarzt 2

21.10.2010
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Wer braucht wen?

Wenn ein Verhältnis durch Veränderung der Zeiten neu sortiert wird, wie das von Patient und Hausarzt, ist die Frage nach den Abhängigkeiten wichtig. Wer braucht wen? Hier geht es nicht um Erpressbarkeit, sondern eher um Angebot und Nachfrage. Angebot - Hausarzt, Nachfrage - Patient.

Das Thema wird klarer, wenn wir das Pferd von hinten aufzäumen und die Frage stellen:

Muss ein Mensch, der Arzt wird oder geworden ist, Hausarzt werden?

Die Antwort lautet eindeutig - nein! Einem fertig ausgebildetem Arzt stehen viele Wege offen. Derzeit scheinen Dinge, wie Neigung und Lebenswunsch einziges positives Kriterium zu sein, für die Wahl des Berufes Hausarzt, vielleicht noch die Nachfolge in der elterlichen Praxis. 

Gesichtspunkte, wie Chancen auf berufliches Fortkommen, gesichertes hohes Einkommen, Ansehen in der Gesellschaft, Stimmung in der Politik, bürokratischer Aufwand in der Berufsausübung, finanzielles Risiko in Sachen Existenzgründung bilden eine Mauer von Argumenten, die einen fertigen deutschen Mediziner eher nicht Hausarzt werden lassen, jedenfalls nicht in seinem Heimatland. 

Dem gegenüber steht die Frage:

Muss ein Mensch Patient werden?

Die Frage ist mit einem klaren Ja zu beantworten. 

Für die Zukunft ist vorhersehbar, dass potentiell jeder Einwohner zum Patienten werden wird. Es muss dabei nicht um Krankheit gehen, gesunde werdende Mütter sind dabei ebenso Patienten wie ihre gesunden Kinder, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die Möglichkeiten der gesetzlichen Gesundheitsvorsorge reichen bereits heutzutage bei neugeborenen Mädchen nahtlos von der Geburt bis zum Tod. Bei Männern existiert noch eine Lücke von knapp zwanzig Jahren, zwischen 18 und 35.

Tatsächlich spielen Themen wie Vorsorge und Gesundheitsmanagement eine immer größere Rolle. Andererseits wird nahezu jeder gegenwärtige und zukünftige Einwohner Deutschlands im Laufe seines Lebens auch aus Krankheitsgründen Patient werden - zumal am Ende seines Lebens. Statistisch gesehen sterben nur wenige Menschen plötzlich und aus vollkommener Gesundheit.

Die Frage, ob der Mensch Patient werden muss, ist damit hinreichend geklärt. Bliebe die Frage: 

Braucht der Mensch, wenn er Patient ist, einen Hausarzt?

Reicht nicht irgendein Arzt? Ein Facharzt, ein Arzt im Krankenhaus, in der Ambulanz, in der Poliklinik oder innerhalb eines medizinischen Versorgungszentrums?

Hier wird die Angelegenheit subjektiv. 

Führende Politiker scheinen zur Zeit der Überzeugung zu sein, ein Hausarzt sei verzichtbar. So, wie Gesundheitspolitik gegenwärtig läuft, wird die medizinische Versorgung der Patienten immer mehr gebündelt. Einzelpraxen sterben, vor allem die auf dem Land, Kleinstkrankenhäuser schließen, große Zentren medizinischer Versorgung entstehen. Dabei gilt die Faustregel, je zentraler und größer, umso unpersönlicher.

Nun, bin ich keine Verfechter von Einzelpraxen, im Gegenteil, ich bin selbst Teil einer großen Gemeinschaftspraxis, es geht mir um den Trend. Wohin geht die Reise für die Patienten?

Sie geht eindeutig hin zur technokratischer Mega-Versorgung. Es ist wie mit dem Tante-Emma-Laden und REAL, dem Fernsehfachgeschäft und Saturn, dem Buchhändler um die Ecke und Thalia oder Hugendubel.

Darum beantworte ich die Frage... 

Braucht der Patient unbedingt einen Hausarzt? 

...eindeutig mit JA! Und zwar in Zukunft mehr denn je! 

Warum?

Darum geht es im nächsten Artikel dieser Reihe.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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Über die Beantwortung dieser Frage sind sich Deutschlands Mediziner sicher weitgehend einig. Die einen sagen es laut, mehr...

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