Moderhinke am Schaf

29.08.2017
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Moderhinke ist eine häufig auftretende Klauenkrankheit bei Wiederkäuern, die insbesondere bei Schafen auftritt und zu einer eitrigen Entzündung der Klauen führt. Werden keine geeigneten Maßnahmen getroffen, kann sich die Erkrankung schnell auf einen Großteil der Herde ausweiten. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was genau unter Moderhinke zu verstehen ist und wie die Krankheit behandelt wird.

Was ist Moderhinke?

Moderhinke ist im Volksmund auch als Klauenfäule bekannt. Es handelt sich hierbei um ein Nagelgeschwür (Panaritium). Dieses kommt durch das Zusammenspiel der bakteriellen Erreger Fusobacterium necrophorum und Dichelobacter nodosus zustande. Von der schmierigen, gräulich-weißen Eitermasse, die sich an den erkrankten Klauen bildet, geht ein unangenehmer, fauliger Geruch aus, welcher der Erkrankung ihre Bezeichnung gab.
 
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Der Erreger Dichelobacter nodosus kann auf Weideflächen und im Boden bis zu 14 Tage überleben. Bei sehr günstigen Bedingungen kann sich diese Lebensdauer allerdings auf ein Vielfaches ausdehnen und bis zu 6 Monate erreichen. Ist der Erreger erstmal in der Klaue eines Wiederkäuers angekommen, kann er in dem verseuchten Klauenmaterial sogar mehrere Jahre überstehen.

Moderhinke ist hochansteckend und verbreitet sich durch indirekte Ansteckung über den Boden einer kontaminierten Weide. So kann sich die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit schnell innerhalb einer Herde ausbreiten. Für die Verbreitung spielen jedoch auch Umweltfaktoren eine Rolle. Feuchte Böden begünstigen eine Ansteckung, vor allem in Kombination mit einer mangelhaften Klauenpflege der Schafe. Extreme Wetterbedingungen (sowohl Hitze als auch Kälte) hingegen senken die Empfänglichkeit für die Krankheit. Die Anfälligkeit ist zudem abhängig von der Rasse. Während z. B. bei Merinoschafen eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht, sind Romney-Schafe wesentlich resistenter gegen die Erkrankung. Auch andere Nutztiere wie Ziegen oder Rinder können von Moderhinke betroffen sein, jedoch in der Regel mit milderen Verlaufsformen.

Wie wird Moderhinke behandelt?

Meist beginnt die Entzündung erst an einem Fuß im Zwischenklauenspalt (auch Interdigitalspalt genannt) und breitet sich dann auf die restlichen Gliedmaßen aus. Die Erkrankung ist für die betroffenen Tiere äußerst schmerzhaft. Sind die Vorderklauen befallen, kann häufig betrachtet werden, dass die Tiere knien, um die Klauen zu entlasten. Bei einer Erkrankung der Hinterläufe werden diese oft abwechseln entlastet, teilweise kommt es jedoch auch vor, dass die Tiere dann im Liegen fressen. 

Eine Behandlung der Krankheit ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll sondern auch aus Tierschutzgründen notwendig. In einem ersten Behandlungsschritt wird das gesamte, losgelöste Klauenhorn samt eitriger Masse durch Ausschneiden restlos entfernt. Dies sollte möglichst außerhalb der Stallungen z. B. auf einer Betonfläche oder einer Plane durchgeführt werden. Danach werden die Gliedmaßen mit einem sogenannten Klauenbad behandelt. Dazu werden sämtliche Klauen (auch von gesunden Tieren) nach Möglichkeit 60 Sekunden in einer Lösung aus Formalin, Zinksulfat oder Kupfersulfat gebadet. In einem nächsten Schritt werden die behandelten Klauen und/oder Klauenbänder mit einem Wundspray behandelt, das antibiotisch wirkt. Um eine weitere Ansteckung innerhalb der Herde zu verhindern, sollten gesunde von infizierten Tieren getrennt werden. Bei schwer erkrankten Tieren bietet sich eine antibiotische Allgemeinbehandlung an. Im Anschluss erfolgt in wöchentlichen Abständen eine Nachkontrolle bzw. -behandlung, bis sich die Heilung einstellt. Auch eine Impfung der Tiere kann sich anbieten, diese wirkt jedoch nur temporär für ein paar Wochen. Um eine erneute Ansteckung der gereizten Klauen zu vermeiden, sollten die Tiere danach auf eine Weide gebracht werden, auf der für mindestens 6 Monate kein Tier stand.
 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 29.08.2017.

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