Trampolinspringen - ein nicht ganz ungefährlicher Freizeitspaß

28.08.2017
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Das Trendsportgerät in diesem Sommer steht in vielen Gärten, es kostet kein Vermögen und vor allem Kinder sind davon restlos begeistert – das Trampolin sorgt bundesweit für Furore, aber beim Kauf denken nur wenige darüber nach, dass dieser Trend für die Freizeit auch gefährlich werden kann. Meist sind es Brüche von Armen und Beinen, die in den Notaufnahmen landen und in der Mehrzahl sind es Kinder, die mit einem Gipsverband die Klinik wieder verlassen.

Der Traum vom Fliegen

Das Trampolin kommt ursprünglich aus der Artistik und stand für den ewigen Traum der Menschheit, fliegen zu können. Mit dem Trampolin wird das möglich, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Seinen Namen verdankt das Trampolin angeblich einem Artisten aus dem Mittelalter, der am Trapez arbeitete und Du Trampolin hieß. Dieser Artist glänzte mit waghalsigen Kunststücken auf dem Sprungbrett und landete dabei in einem Netz aus Tierhäuten. 1937 wurde in den USA das erste richtige Trampolin gebaut, das sich sehr schnell zu einem Massenprodukt entwickelte. Seit den Spielen 2000 im australischen Sydney gehört das Trampolinspringen zu den olympischen Sportarten.

Eine hohe Verletzungsgefahr

Wenn die Profis alleine oder zu zweit im perfekten Gleichklang auf dem Trampolin springen, dann sieht das so elegant und so einfach aus. Vor allem Kinder wollen das gerne nachahmen und damit steigt das Risiko, sich bei einem Trampolinsprung ernsthaft zu verletzten. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie DGOU ist alarmiert, denn seit immer mehr Trampoline in den deutschen Gärten stehen, steigt auch die Zahl der Verletzungen kontinuierlich an. Platzwunden und schwere Prellungen, Knochenbrüche und Gehirnerschütterungen gehören zu den häufigsten Verletzungen, die in den Krankenhäusern behandelt werden müssen. Aber nicht alle verunglückten Sprünge auf dem Trampolin gehen so glimpflich aus, Notfallmediziner berichten auch immer wieder von schweren Verletzungen der Halswirbelsäule und sogar Lähmungen sind keine Ausnahmen mehr.

Kein Gerät zum Spielen

Was Eltern gerne ausblenden, wenn sie ihren Kindern ein Trampolin kaufen, ist, dass das Sprungtuch nicht zu den Spielgeräten, sondern zu den Sportgeräten gehört. Die Kinder werden bei einem Sprung auf dem Trampolin meterhoch in die Luft katapultiert und erreichen dabei hohe Geschwindigkeiten. Die Kräfte, die beim Aufprall wirken, werden dabei zu oft unterschätzt und das gilt vor allem bei kleinen Kindern, die ihren Körper noch nicht unter Kontrolle haben. Die DGOU rät dringend davon ab, Kleinkinder bis sechs Jahre auf dem Trampolin springen zu lassen, denn besonders in dieser Gruppe kommt es immer wieder auch zu schwerwiegenden Verletzungen. Ausgerenkte Ellenbogen, verdrehte Knie und gebrochene Arme sind die typischen Verletzungen bei kleinen Kindern. Immer öfter müssen sich die Ärzte aber auch mit Distorsionen der Halswirbelsäule, also dem sogenannten Schleudertrauma beschäftigen. Eine solche Stauung der Wirbelsäule ist die häufigste Verletzung, wenn die Kinder auf dem Sprungtuch schief aufkommen.

Nur alleine springen

Es gibt bisher nur sehr wenige Studien, die sich mit den Unfällen und Verletzungen auf dem Trampolin beschäftigen. Eine interessante Studie kommt aus dem oberbayrischen Murnau am Staffelsee, denn in dieser Region ist die Zahl der Trampoline die in Gärten stehen, besonders hoch. Die Zahl der Sprungunfälle, so die Studie, hat sich seit Beginn des neuen Jahrtausends mehr als verdreifacht. Gut ein Drittel der Kinder wurde dabei so schwer verletzt, dass es zu komplizierten Brüchen und zu Verrenkungen kam, die operiert werden mussten. Bei zwei Jugendlichen wurde sogar eine Querschnittslähmung diagnostiziert und sie sitzen seither im Rollstuhl. Die Ärzte der Unfallklinik Murnau sind besorgt, ihrer Ansicht nach müsste das Trampolinspringen in die Liste der Hochrisikosportarten aufgenommen werden. Gut zwei Drittel der Unfälle passieren, wenn mehrere Kinder gleichzeitig auf dem Trampolin springen und dabei nicht synchron sind. Dabei kann es passieren, dass eines der Kinder herauskatapultiert wird, zu Boden stürzt und sich dabei schwere Verletzungen zuzieht.

Artikel letztmalig aktualisiert am 28.08.2017.

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Medizin, Orthopädie
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