Wer nicht will, der hat schon gelebt

22.08.2017
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Herr Büllendal hat 72 Jahre seines Lebens erfüllt und glücklich hinter sich gebracht. Es genügte ihm. Den Begriff Makuladegeneration konnte er nicht aussprechen, aber welche Bedeutung das Wort für ihn hatte, merkte er dafür von Jahr zu Jahr umso mehr. Nichts zu sehen heißt Abschied von den Dingen zu nehmen, nichts zu hören heißt Abschied von den Menschen zu nehmen.

Herr Büllendal hatte seine Frau um viele Jahre überlebt, zu den Kindern gab es schon lange keinen Kontakt mehr. Das 13-stöckige Hochhaus bot die Anonymität einer Großstadt. Die ihm noch verbliebenen vertrauten Nachbarn hatten sich in den letzten Jahren in Altenheime verabschiedet oder zur ewigen Ruhe gelegt. Die Welt um Herrn Büllendal wurde kleiner, enger, leiser. Trauriger.

Am frühen Vormittag eines gewöhnlichen Großstadtdonnerstags ging Herr Büllendal ans Fenster seiner Eigentumswohnung im 5. Stock und sprang. Herr Büllendal war nicht tot. Er überlebte den Sturz schwerstverletzt. Initial kritisches A, kritisches B, kritisches C, kritisches D. Offenes Schädel-Hirn-Traum, einseitig instabiler Thorax, multiple Extremitätenverletzungen, instabile Beckenfraktur.

Reanimation durch 12-köpfiges Team

Thoraxdrainagenanlage beidseits und Intubation erfolgten durch den Notarzt vor Ort. Parallel wurde ein RTH alarmiert, der den Patienten übernahm und in unserem Schockraum übergab – unter Reanimationsbedingungen.

Innerklinisch wurde der Patient durch ein insgesamt 12-köpfiges Team aus Anästhesie, Unfall- und Neurochirurgie und Radiologie reanimiert. Rhythmus bei Aufnahme: Asystolie. Laufende Reanimation seit 15 Minuten.

Zwanzig Minuten nach Ankunft im Schockraum immer noch Asystolie. Weite, lichtstarre Pupillen. Und innerlich der leise Wunsch, Herr Büllendal möge es doch bitte geschafft haben. Nach zähen 30 Minuten, ZVK, Arterie, Sono, Massivtransfusion und viel notfallmedizinischem Gedöhns kommt vom Teamleader die Rückfrage an das Team, ob noch jemand eine Idee zur Rettung des Patienten habe.

Wir entschließen uns im Konsens zum Abbruch bei insgesamt infauster Gesamtkonstellation.

Erst später erfahren wir von den Suizidabsichten

Angefangen und fortgesetzt haben wir das ganze übrigens nur, weil er nach dem Sprung in der Hecke gelandet ist und bei Ankunft des Rettungsdienstes noch einen Kreislauf gehabt habe.

Freier Fall aus 15 m Höhe. Von dem möglicherweise suizidalen Hintergrund erfahren wir erst nach erneuter Rückfrage beim einliefernden Notarzt. Die Polizei habe in der Wohnung des Patienten einen Abschiedsbrief gefunden. Man sei sich aber zunächst nicht sicher gewesen, ob er nicht vielleicht doch nur ausgerutscht sein könnte, daher habe man behandelt. Man weiß ja nie.

Manchmal macht Notfallmedizin keinen Spaß. Manchmal tröstet noch nicht mal der Gedanke, es versucht zu haben. Manchmal fragt man sich aber auch, was wir da eigentlich machen. Oder gemacht haben. Verhältnismäßigkeit. Ressourcenplanung und so. Es bleibt kompliziert.

Bildquelle: Mark Bonica, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 23.08.2017.

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Gast
#35: Ich habe es in meiner längst verblichenen Jugend schon einmal geschafft, mich ziemlich berauscht auf das Dach eines Hauses zu begeben. Mit etwas mehr Leichtsinn hätte ich ziemlich tief fallen können. Umgkehrt bin ich vor einigen Jahren mit einem parkinsonkranken Verwandten zusammen auf das Dach seines Gartenhauses gestiegen um Obst zu pflücken . meiner armen Mutter als Zuschauerin ward angst und bange. Also: Vom Alter des Menschen auf die Ursache des Falles schließen zu wollen (Unfall, Absicht oder gar Fremdverschulden) ist schlicht Blödsinn! Der Patient gehört versorg,t und das heißt denn auch, reanimiert. Überhaupt, eine DNR-Tattauierung sagt ja nun gar nichts darüber aus, wann genau nun die Rea nicht erwünscht ist.
#39 am 31.08.2017 von Gast
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Gast
Möge Herr Büllendal in der Anderwelt wieder aufwachen, im Kreis seiner Liebsten. Hoffentlich ist er nicht in der Angst gestorben irgendwer würde ihn verurteilen.
#38 am 25.08.2017 von Gast
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Gast
@35: DNR ist NICHT Suizid. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Suizidalität ist das Symptom einer Krankheit oder eines für den Patienten akutell unerträglichen Zustandes den man beheben kann. DNR ist die bewusste Entscheidung des Patienten auf lebenserhaltene Maßnahmen bei einem kardiovaskulärem Ereignis welches unbehandelt zu Tode führt zu verzichten. Gewaltiger Unterschied. Außerdem: Das ganze über "Buhuuu Renterverarmung, Gesellschaft, globale Familienstrukturen!!!" Lass mal stecken. Hier helfen keine "Abschiedsmedikamente", hie hilft an die eigene Nase fassen. Ich kümmere mich um meine Angehörige dass die gut versorgt sind und im Familienleben eingebunden. Da hilft kein jammern auf die BÖSE GESELLSCHAFT, da hilft vorleben und seinen Teil dazu beitragen. Wer das nicht kann und will sollte ganz still sein mit der ganzen Sterbehilfe Sache. Das klingt mir nämlich sehr stark an Verantwortung abgeben wollen. Kommt mir persönlich nicht besonders ethisch korrekt vor.
#37 am 25.08.2017 von Gast
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Gast
Lieber Gast #35: Tattoos wie Sie sie ansprechen (gerne direkt auf der Brust, die ja für die CPR frei gemacht wird) gibt es aber sie haben in Deutschland keine Gültigkeit/sind nicht rechtlich bindend. Im Studium wurde dieses Phänomen direkt angesprochen und betont, dass trotzdem reanimiert wird.
#36 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
Gast #19 ist bedingungslos beizupflichten. Man kann vielleicht noch bei einem 2jährigen Kind von einem Unfall bei derartigen Fallhöhen ausgehen, aber doch nicht in dem Lebensalter. Vielleicht hilft es, den "Do Not Reanimate"-Vermerk eintätowieren zu lassen. Mehrfach, es könnte ja eine Stelle unleserlich werden. Ist zwar auch nicht sicher, wenn nicht das ganze Team dies verstehen kann: Es könnte ja ein Gag gewesen sein. Das Problem dieser Art von Suiziden ist gesellschaftlich bedingt, also soll die Gesellschaft bitte auch dafür sorgen, das die Betroffenen, die willens sind, sich diesen Konsequenzen zu beugen, dies geordnet tun können. Wer das nicht verstehen will: Es gibt keine globalen Familienstrukturen. Die gewollte Rentnerverarmung zwingt alte Menschen in die Isolation. Ein solches Problem wird offiziell erst erkannt werden, wenn es zum Massenphänomen wird. Das Menschen das verursacht haben, wird auch dann geleugnet werden. Abhilfe bis dahin: Ausstiegsmedikamente.
#35 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
@21: wenn sie dagegen auf einen Patienten anspielen der von Lebenserhaltenden Maßnahmen abhängig ist, z.B. im Koma liegt und ohne Beatmung, künstliche Ernährung, u.s.w. schon längst tot wäre... DAFÜR gibt es Patientenverfügungen bzw. Gespräche mit den Angehörigen um den vermuteten Willen des Patienten zu evaluieren. Die Maschinen dann "abstellen" ist übrigens KEINE Sterbehilfe. Viele Kollegen haben extreme Angst davor, aber ja, manchmal ist es sinnvoller einen Menschen gehen zu lassen. Das sind aber IMMER Entscheidungen die im Team MIT den Angehörigen und vor dem Hintergrund des Falls entschieden werden müssen. Und das sind bei weitem KEINE Akutentscheidungen. Ich bleibt dabei: Im aktuem Falle OHNE Vorliegen eines eindeutigen Rea-Neins? Natürlich mit Rea beginnen und alles was geht. Evalutation und Abbruch kann dann immer noch entschieden werden wenn mehr Infos da sind. Und da ist EGAL ob da ein Suizidversuch vorliegt oder nicht.
#34 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
Genau, das hatten wir Alles schon mal, jeder wird abgespritzt, der nicht mehr sozial verträglich ist. Mehr Platz für Flüchtlinge aus Aller Welt
#33 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
@21: Nein. Aber ein Schwerstkranker Mensch kann trotzdem Lebensqualität besitzen und ein lebenswertes Leben führen. Schon mal was von Palliativmedizin gehört? Man fragt sich da "WARUM will der Mensch sterben" Schmerzen -> Mach ne ortenliche Schmerztherapie. Verlust von Mobilität -> Versorge ihn sinnvoll mit Hilfsmitteln. Übelkeit -> Aniemetika oder auch gerne mal Naturheilkundliche Ansätze. Scham wegen Geruch/Pflegebedürftigkeit -> kann man auch viel machen, Vereinsamung -> integration in einen sozialen Verband. DEPRESSION -> Anständige Betreuung durch Psychotherapeuten und medikamentöse Unterstützung (und wenn es nur Johanniskraut war wenn man den Patienten eine weitere Pille ersparen wollte) Ich hab z.T. in einem Hospitz gearbeitet. Keiner da war suizidal. Klar, sie wussten dass der Tod nahe war und den meisten machte das nicht einmal Angst. Aber ein Mensch der mit dem Ziel der Lebensqualität gut versorgt ist ist auch schwerkrank nicht suizidal und schon gar nicht "dahinvegetieren".
#32 am 24.08.2017 von Gast
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Wann immer von aktiver Sterbehilfe die Rede ist, frage ich mich, ob der "freiwillige Tod" nicht irgendwann (z.B. bei weiter steigenden Kosten des Gesundheitswesens) als quasi "soziale Pflicht" gesellschaftlich von allen erwartet werden könnte, die seitens der Umwelt als zu alt und/oder zu krank (zu dement z.B.) bzw. zu behindert angesehen werden, als dass man ihnen noch ein Recht auf Weiterleben zugestehen würde. Spätestens dann wird man als Arzt irgendwann z.B. in ein Pflegeheim gerufen werden, weil die Angehörigen beschlossen haben, dass eine demente Person jetzt sterben soll, weil die Familie z.B. die Kosten für das Heim nicht mehr tragen kann/will. Und als Arzt müßte man dann ggf. "einschläfern", da das ja so human ist?
#31 am 24.08.2017 von Christoph Tsirigiotis (Arzt)
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Gast
Heut lässt man uns ja nicht mehr lebenssatt werde, das fängt bei der Brille an und geht über den Rolator zum Schmerzmittel und hört beim Glauben an ein Jenseits auf..
#30 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
#27: Wollen Sie bei einem reanimationspflichtigen Patienten erstmal im Schreibtisch herumwühlen, um eine eventuell vorhandene Patientenverfügung zu finden, die in vielen Fällen dann gar nicht aussagekräftig ist? #28: Es gibt mir aber niemand das Recht, diese Entscheidung über Leben und Tod zu treffen! Daher wird im Zweifel reanimiert. Wenn später Informationen zu dem Willen der Person auftauchen (z.B. durch Verfügung, Angehörige), dann kann man immer noch abbrechen - umgekehrt geht es eben nicht. Ich habe früher als Krankenpfleger auf einer Intensivstation auch häufig gedacht "Ach lasst den armen Kerl doch sterben, was soll das denn hier!". Einige Fälle, die entgegen der Wahrscheinlichkeiten (z.B. längere Reanimation, unklar Liegezeit, Laien-CPR) einige Wochen später in die Reha gegangen sind und sehr froh und dankbar waren, dass sie weiterleben konnten, haben meine Einstellung gründlich geändert.
#29 am 24.08.2017 von Gast
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Im alten Testament findet man beim Lesen den Satz: Er starb alt und Lebenssatt. Bei unserer geliebten Medizin frage ich mich schon lange, ob wir nicht gelegentlich Maß und Ziel einer Therapie aus den Augen verlieren. Sollten wir nicht alle sehr sorgfältig mit unseren Möglichkeiten umgehen? Manchmal merke ich an dieser Stelle, das Aktionismus vorgeschoben wird, um keine Entscheidung treffen zu müssen.
#28 am 24.08.2017 von Diakon Mathias Krüger (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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zu #7 ich hoffe dass eine Patientenverfügung auch vorher konsultiert würde! Und frage mich, ob das überhaupt machbar ist...
#27 am 24.08.2017 von maria melcher (Heilpraktikerin)
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meine grösste bewunderung!
#26 am 24.08.2017 von maria melcher (Heilpraktikerin)
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Gast
Bin jetzt böse: hatten wir das nicht schon mal, dass ein Arzt entschied, wer weiter leben darf?
#25 am 24.08.2017 von Gast
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Nur noch ein kurzes Wort zu meinem Vorredner: in den drei von mir miterlebten Fällen der Nahrungs- und Flüssigkeitsverweigerung bis zum Tode war gar nichts zu "beheben". In allen Fällen war es nur ein Warten auf den Tod, und die Personen nahmen die "Abkürzung". Allerdings wäre eine Abkürzung der Abkürzung überlegenswert gewesen!
#24 am 24.08.2017 von Günther Hartmann (Altenpfleger)
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Gast
# 21 Also, sollen die schwerst Kranken lieber jahrzehntelang noch vor sich hinvegetieren???? Außerdem ist jeder Mensch unterschiedlich leidensfähig
#23 am 24.08.2017 von Gast
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Ich will mich hier zunächst mal #17 anschließen.... wo kämen wir da denn hin! Wenn ein Rettungsteam an einem Unfallort zuerst einmal überlegen würde :"Ja, wollte der Mann jetzt gegen den Baum fahren, oder war`s dann doch eher ein Unfall. Sollen wir jetzt reanimieren, oder sollen wir`s bleiben lassen?" Das wäre fatal. Für psycho-philosophische Überlegungen ist in einer Rettungssituation 1. keine Zeit, und 2. sind selten studierte Ethiker mit an Bord. Außerdem hat in der Regel niemand seine Patientenverfügung an die Brust geheftet oder auf die Stirn tätowiert. Ergo, muss immer zuerst von einer ungewollten Selbstschädigung ausgegangen werden, solange nicht das Gegenteil klar vor Augen liegt. Deshalb hat das Team meiner Meinung nach völlig korrekt gehandelt. Das die Selbsttötungsabsicht im Nachhinein deutlich wurde,.... nun gut. Aber in dem geschilderten Fall liegt die Ursache der Suizidabsicht und der anschließend konkreten Tat ganz klar im sozialen Bereich! Und da gleich mit "aktiver Sterbehilfe" zu argumentieren, ist meiner Meinung nach, total daneben. Ein isolierter Mensch.... hier hat ganz klar das soziale Umfeld versagt (bzw unterliegt so etwas ja immer Wechselwirkungen, wie es hier in dem Satz mit den Kindern zum Ausdruck gebracht wurde); eine Traurigkeit, die aber recht häufig anzutreffen ist. Natürlich muss zu aller erst die gesamte therapeutische Palette abgearbeitet werden, bevor das Wort der "aktiven Sterbehilfe" überhaupt in den Mund genommen darf! Und das traf hier ganz gewiss nicht zu. Ich arbeite seit 25 Jahren in der Altenhilfe und habe einige Alterssuizide "miterlebt", darunter auch Sprünge aus größerer Höhe, aber auch Plastiktüten und Medikamente, und 3 Fälle von konsequenter Verweigerung der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Alle 3 Personen waren hochbetagt, bei klarem Verstand und schwer Krank. Zwei Hemiplegiker und die dritte Person litt an einem weit fortgeschrittenen Parkinsonsyndom. Hier wäre die Frage nach "aktiver Sterbehilfe " angebracht gewesen.
#22 am 24.08.2017 von Günther Hartmann (Altenpfleger)
  0
Gast
Zum Thema Suizid: Man kann es auch so sehen, dass jede Suizidalität ein Ausdruck, also ein Symptom eines Leidens ist was behebbar ist. Was ist denn der Grund der Suizidalität des Patienten hier? Einsamkeit, Einschränkung in Sehen und Hören... sicherlich keine schöne Situation und nicht vollständig behebbar. Aber trotzdem, hätte der Mann ein vernünftiges soziales Netz gehabt mit Angehörigen, Freunden, oder ja, auch das Pflegeheim welches ihn unterstützt und seine Welt wieder mit lebenswerten Dingen füllt... wäre vielleicht der Wunsch nach dem Tode nicht so aktiv geworden. In der Situation hier natürlich war er bereits gesprungen... und ich finde die Kollegen haben richtig gehandelt. Im Zweifel immer für das Leben, später re-evaluation und gemeinsamer Entscheid die Rea abzubrechen. Aber Aktive Sterbehilfe hat nichts in Deutschland zu suchen. Punkt. Passive Sterbehilfe KANN man drüber diskutieren. Aber selbst dass finde ich persönlich kritisch.
#21 am 24.08.2017 von Gast
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Gast aus Bayreuth
Die soziale Vereinsamung, das ist für mich das Stichwort. Ich habe das nach dem Tod meines Vaters bei meiner Mutter miterlebt. Meine Eltern waren selbst im hohen Alter noch sehr aktiv und hatten einen großen Freundeskreis. Ich war, soweit bei meiner zeitintensiven beruflichen Tätigkeit möglich, für sie da, aber ihr fehlten die Freunde und Verwandten, die zunehmend selbst nicht mehr mobil waren oder bereits verstorben waren. Sie ist aber friedlich mit 91 Jahren verstorben. Ich bezeichne das als innerlichen oder unbewußten Suizid. Sie wollte einfach nicht mehr leben, ihr Körper schaltete sich nach und nach, Organ für Organ ab. - Danke für diesen Artikel, er macht nachdenklich: Wie gehe ich mit einsamen Leuten um, was kann ich im eigenen Umfeld besser machen? Wie sehe ich mein ärztliches Handeln in diesem Zusammenhang?
#20 am 24.08.2017 von Gast aus Bayreuth (Gast)
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Gast
Ich möchte als freier Mensch Selbst entscheiden wie, wann und wo ich Sterben möchte ,und ich möchte auch Zugriff zu Morphium oder anderen hilfreichen Giften haben. Der Arzt hätte nur die Aufgabe mir zu sagen, wie ich die Giftmischung richtig dosiere und mir noch Alles gute Wünschen für meine Reise ins Nirvana
#19 am 24.08.2017 von Gast
  3
Gast
Die Bildauswahl ist wieder klasse. Es ist sicher nicht einfach, ein Bild zu finden, das mit dem Artikel nichts zu tun hat! Gratulation!
#18 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
Der Notarzt hat gefälligst ohne Ansehen der Person zu agieren! Schluss, fertig, Amen! Wo kommen wir denn sonst hin?
#17 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
Bevor ein Mensch suizidale Absichten hat, verändert sich sein Leben. Er sieht die Welt als für ihn nicht mehr lebenswert. Es entsteht die Sehnsucht des Nicht-mehr-Leben-Wollens. Er bereitet sich auf eine Möglichkeit vor, die in seinen Augen wirklich funktioniert. Der harte Suizid ist bei Männern oft. Denn das Risiko, zu überleben, führt zur psychiatrischen Einweisung mit medikamentöser Behandlung, eventuell zum stationären Verweilen-Müssen. Es ändert aber nicht die Lebenssituation. Also wird der Mensch es immer wieder versuchen bis er es schafft sich selbst zu töten.
#16 am 24.08.2017 von Gast
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Ich stelle mir diese Situationen als Arzt wirklich wahnsinnig schwierig und psychisch belastend vor. Wenn man einerseits den Menschen retten will und muss, andererseits einen aber das Gefühl beschleicht dass dieser genau das nicht will, auch wenn er wieder auf die Beine käme. Zwar käme bei mir keine Wut auf, ich könnte aber verstehen wenn es Ärzte gibt die Wut verspüren. Weil Sie hier Anstrengung, Zeit, Angst/Sorge, Stress und alles reinstecken ggf umsonst und ohne dass der Patient das überhaupt will und vllt irgendjemand anderes gerade eine Notsituation hat und die Hilfe will und besser brauchen kann. Aber woher will man wissen ob es nicht eine Affekthandlung war oder doch ein Unfall etc und der Patient dankbar für die Rettung ist und sein weiteres Leben.
#15 am 24.08.2017 von J. Kögler (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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Ich denke die Thematik kommt auf, da es einen Unterschied zwischen "Suizid" und "Freitod" gibt (ich denke jeder weiß was ich damit differenzieren will). Der NA kann selten sofort wissen ob es sich zB um einen Suizid im Affekt o. einen Freitod handelt. Also wird immer alles getam. Wir hätten sehr viel weniger Suizide, wenn Personen mit Freitodwunsch diesen nicht geheim planen u. sich etwas suchen müssen was zu 100% sofort funktioniert oder um lange genug nicht gefunden zu werden. Sonst ist die Gefahr hoch „gerettet“ zu werden. Jeder hat das Recht auf Leben, das bedeutet er ist nicht dazu gezwungen! Leider maßen wir uns aber viel zu oft an dieses Menschenrecht als Zwang durchzusetzen. Rechtlich darf sich jeder das Leben nehmen. Er darf es nur nicht äußern, scheitern oder es sich kurzfristig doch noch anders überlegen = PsychKG. Die Akzeptanz dieses Wunsches wäre schon mal ein Anfang und gold wert + unter gewissen Umständen eine „unterlassene Hilfeleistung“ straffrei zu stellen.
#14 am 24.08.2017 von J. Kögler (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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Gast
Fortsetzung: Traurig ist an der Stelle nur, dass dem armen Mann nicht vorher geholfen werden konnte, z.B. durch Kontakt mit den Nachbarn, Einbindung in Seniorengruppen etc. An dieser Stelle sicherlich nicht hilfreich sind Menschen, denen zur Thematik der Suizidalität nur Dinge einfallen wie: "die Schweiz", "mit Strick/Insulin geht's besser" oder "mein Haustier hätte ich einschläfern lassen"
#13 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
Was hat denn A) eine Reanimation bzw. B) ein Suizid aus sozialer Motivation mit aktiver Sterbehilfe in der Schweiz zu tun? Soweit das dem hier geschilderten Fall zu entnehmen ist, war der Mann vereinsamt und hat deshalb Suizid begangen. Selbst wenn wir aktive Sterbehilfe für Schwerstkranke einführen (was ich durchaus befürworten würde) - dieser Fall z.B. würde definitiv nicht dazu zählen! Oder wollen Sie gleich alle Patienten mit z.B. Depression umbringen, die sich unter entsprechender Therapie einige Wochen später vom Suizid distanzieren und ein gutes Leben weiterleben? #10: "§17 TierSchG: Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet." Bei allem Respekt, aber weder die Schweiz, noch das Einschläfern von Tieren sind an dieser Stelle ein sinnvoller Beitrag.
#12 am 24.08.2017 von Gast
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Gast
Ein Armutszeugnis dass man es nicht schafft - wie in der Schweiz. Bis vor 2 Jahren war es möglich, für Schwerstkranke für 5000 Euro in der Schweiz begleitete Sterbehilfe zu bekommen. Das Pflegesystem ist am zusammenbrechen die Pflegekräfte am Ende -nach 8 Jahren haben viele Pflegekräfte den Rücken ruiniert od Burn out. Schaut mal bei den Nachbarländer, in denen Sterbebegleitung erlaubt ist, was die anders machen -
#11 am 23.08.2017 von Gast
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Gast
Bei Tieren, die nichtmal selbst mitreden können, gibt es das sehr humane Verfahren des Einschläferns. Wenn der gute Mann zu seinem Hausarzt hätte gehen können und seinen Wunsch äussern, und das nach einem halben Jahr noch genauso gesehen hätte, dann wäre das allen erspart geblieben.
#10 am 23.08.2017 von Gast
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@ Nr. 8: Das mit dem Hochhaus und erst recht mit dem Zug sind fiese Methoden für diejenigen, die die Überreste dann einsammeln dürfen. Wie wäre es mit Strick oder noch besser mit Insulin, das haben viele Senioren...
#9 am 23.08.2017 von Werner Wöhrle (Mitarbeiter Industrie)
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Gast
Wann wird in Deutschland endlich die AKTIVE STERBEHILFE eingeführt, damit man nicht gezwungen wird sich von einem Hochhaus zu stürzen oder vor den Zug zu werfen.
#8 am 23.08.2017 von Gast
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Gast
@Therapeutin: Lesen hilft. 1. Herr Büllendahl lebt nicht weiter. Im Text steht eindeutig dass man sich entschlossen hat die Wiederbelebungsversuche abzubrechen. 2. Das Hirn ist bei einer 15 minütigen Reanimation nicht ohne Sauerstoff (zumindest wenn sie korrekt durchgeführt wird) deshalb macht man es ja und deshalb nennt man es auch Reanimation. 3. Bei JEDER Reanimation besteht das Risiko eines irreversiblen Hirnschadens, das weiß man leider tragischerweise immer erst hinterher. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte braucht eine Patientenverfügung. 4. Eine Reanimation ist niemals falsch, natürlich sollte bei der Reanimation durch Fachpersonal möglichst rasch intubiert werden um eine Aspiration zu vermeiden, aber die CPR steht sowohl bei Laien als auch bei Profis im Vordergrund (siehe Punkt 2). 4. Das Handlungskonzept wurde überprüft, steht doch im Text. 5. Was ihrer Freundin passiert ist tut mir leid, ein tragischer Verlauf. Andere wachen nach 40-60 Minuten ohne Defizite auf.
#7 am 23.08.2017 von Gast
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Gast
Wie lange darf ein Hirn ohne Sauerstoff sein, bevor es großen Schaden nimmt? Doch bestimmt keine 15 Minuten und mehr. Warum wird immer wieder länger reanimiert?. Bei einer Freundin nach Herzstillstand wurde 40 Minuten reanimiert, der Mageninhalt wurde dadurch in die Lunge gedrückt. Ergebis: Koma mit fürchterlichen Krampfanfällen und unerträglichem Kampf der Familie um das Ende der lebensverlängernden Maßnahmen. In welchem Zustand muss dieser Herr Büllendal nun weiterleben? Ich kann es nicht verstehen! Ein 12-Köpfiges Team um einen geschundenen Körper. Wer überprüft das Handlungskonzept der Rettungsmaßnahmen? Da muss große Uneinigkeit geherrscht haben. Therapeutin (Gast)
#6 am 23.08.2017 von Gast
  24
Gast
Es gibt Fälle / Situationen / Handlungen die sind weder gut noch böse, richtig oder falsch. Sie hinterlassen Spuren und bedürfen schlicht Mitgefühl. Sonst wird man müde und schlimmstenfalls verliert man die Sinnhaftigkeit im Tun.
#5 am 23.08.2017 von Gast
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Nervenarzt
Es muss doch noch gestattet sein, selbstbestimmt aus dem Leben scheiden zu dürfen ...
#4 am 23.08.2017 von Nervenarzt (Gast)
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Alte Pflegerin
Wahnsinn.
#3 am 23.08.2017 von Alte Pflegerin (Gast)
  4
Gast
Die Frage sei mal so gestattet, welcher Suizid ist denn dann inakzeptabel? Aber egal, ich glaube, eine solche Diskussion führt vom eigentlichen Problem weg, daß hier eine nicht nur medizinische, sondern auch ethische Ausnahmesituation für den Notarzt und sein Team vorliegt. Und daß das schwer verdaulich sein kann für alle beteligten, ist klar, und gut, es anzusprechen.
#2 am 23.08.2017 von Gast
  1
Gast
Bilanzsuizid. Akzeptabel.
#1 am 23.08.2017 von Gast
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