Vernunft in der Medizin - Am Beispiel des künstlichen Kniegelenks 1

11.09.2010
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Ein ausführliches Vorwort in zwei Teilen

Das deutschlandweite Verlangen nach Meinungsäußerungen von Leuten wie Helmut Schmidt und Richard von Weizäcker, ist auch ein Ruf nach Vernunft - nach unabhängiger Meinung mit Augenmaß, basierend auf Wissen und Erfahrung. Dieser Ruf wird umso lauter, je unvernünftiger und chaotischer Politik wird und wirkt. Sozial-, Verteidigungs- und Energiepolitik geben seit Jahren in Deutschland ein klägliches Bild ab. Reformen im Gesundheitswesen sind seit langem keine mehr, sondern allenfalls Herumwursteleien, Beschneidungen und Expansionsbemühungen, wenn es um Bürokratie geht.

Wahrhaftige Veränderungen wird es von oben auf absehbare Zeit nicht geben. Das System muss also vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Ob es um Super-Bahnhöfe, Schließungen von Kaufhausketten oder Verlängerungen von Atomkraftwerken geht, Volkes Meinung wird allein über den Wahlzettel kein Gehör mehr finden. Andere Mittel müssen genutzt werden.

Was für das Leben im Allgemeinen gilt, gilt für die Medizin im Speziellen. Grundlegende Veränderungen im System Gesundheit mit Augenmaß sind von der Politik nicht zu erwarten. Aber wer sind die Füße im Gesundheitswesen? Keine Frage - die Patienten. Aber die lassen sich seit Jahren alles gefallen. Sie sind halt keine homogene Masse, wie zum Beispiel die Stuttgarter, die Karstadt-Angestellten oder die AKW-Gegner. Patienten werden auch nicht von einer Organisation vertreten, jedenfalls nicht nennenswert.

Frage:

Was bleibt, wenn, wie im Gesundheitswesen, weder Regierung noch Volk funktionieren?

Antwort:

Das individuelle Handeln!

Wer fängt an?

Ich habe vor einigen Monaten in meiner Mini-Artikelserie Wer fängt an? behauptet, es müsse der Patient beginnen, wenn wieder mehr Vernunft im Gesundheitssystem einziehen soll. Die Patienten sind die „Füße“ des Gesundheitswesen, auf die es wieder gestellt zu werden gilt. Die Patienten müssen weg vom ständigen „teurer, besser, steht mir zu“. Die pauschalen Ansprüche an die Medizin und Angebote von der Medizin sind ähnlich schädlich wie das "ständige schneller, höher, weiter" in der Welt des Sports. Hier wie da führt überhöhter Anspruch zu einem kranken System.

Vertrauensverlust

Im Sport ist der Glaube an eine vollkommen saubere Sportart verloren gegangen. Ähnlich liegen die Dinge inzwischen in der Medizin. Kann man noch an eine Medizin jenseits von Politik und Profits glauben? Kann man noch glauben, dass irgendjemand, der vom System Gesundheitswesen lebt, an etwas anderes denkt als an seinen Vorteil?

Lesen Sie die Fortsetzung des Vorwortes im zweiten Teil dieser Serie, danach beleuchten wir das Thema am Beispiel des künstlichen Kniegelenks.

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Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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