Es war einmal … nichts

18.08.2017
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Ach wie gut, dass niemand weiß, um wen es in dem Märchen geht, das mir von einer Leserin überliefert wurde und das ich nun gerne mit euch teilen möchte. Nennen wir die Hauptperson, um die sich die Geschichte dreht, einfach Rumpelstilzchen.

Diese Woche erhielt ich eine Nachricht von einer geschätzten Leserin meines Blogs. Sie schrieb mir von einem Märchen, das ich nun freundlicherweise weitererzählen darf. Verehrte Kollegin – vielen Dank! Wer weiß, vielleicht ist das Märchen sogar wahr. 

„Es war einmal ein Rumpelstilzchen. Das wartete seit Stunden in der Notaufnahme. Es hatte eine lange Reise hinter sich. Schon am Morgen war es in seiner behaglichen Wohnung überrascht worden. Von einer Truppe der Feuerwehr, der Polizei und dem Rettungsdienst. Die es, trotz heftiger Schimpftiraden, aus seiner Wohnung in die Notaufnahme brachten. Das Rumpelstilzchen lag nämlich auf dem Boden, antwortete nicht adäquat und hatte eine Druckstelle am Hinterkopf. Es hatte seine Wohnungstüre von innen abgeschlossen und vergessen, dass es eigentlich einen Termin mit seiner Tochter hatte. Die sich natürlich sorgte. Leider hörte das Rumpelstilzchen sehr schlecht und hatte an diesem Morgen auch vergessen, seine Hörgeräte einzusetzen. So konnte es weder die Klingel an der Haustüre hören, noch die schnellen, leisen Fragen der Einsatzkräfte verstehen. Es konnte sich nur mit Händen und Füßen wehren, aus seinem hutzeligen Zuhause verschleppt zu werden. Dabei hatte es nur auf dem Boden gelegen, wie jeden Morgen, um seine Gymnastikübungen zu machen. Und wenn es nicht gestorben ist, dann lebt es auch noch heute.“

 

Bildquelle: thecmn, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 21.08.2017.

52 Wertungen (4.08 ø)
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Medizin
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Gast X
Herr Arnold: das würde ich so nicht pauschalisieren. Es gibt viele Fälle bei denen erst in der Notaufnahme ersichtlich wird dass der Transport in die Klinik unnötig war, hier gilt lieber: einmal zu oft als einmal zu wenig. Schließlich waren die möglichen Differenzialdiagnosen die im Raum standen Schlaganfall oder ICB. Wenn man schon die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund stellen möchte sollte man lieber an den vielen unnötigen Einsätzen wegen ganz offensichtlicher Lappalien sparen.
#7 am 22.08.2017 von Gast X (Gast)
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Nennen wir das Kind doch beim Namen, wenn man schon angerückt ist, nimmt man das Rumpelstilzchen auch mit, mann bekommt es ja bezahlt, eine Leerfahrt nicht. Ich war 40 Jahre ehrenamtlich und Hauptamtlich im Rettungsdienst tätig und weiß von was ich rede. das hat mit Vorsicht nichts zu tun, sondern nur das Geldsteht im Vordergrund!
#6 am 22.08.2017 von Rudi Arnold (Rettungsassistent)
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Lieber einmal zu viel uffgebasst als einmal zu wenig.
#5 am 21.08.2017 von Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann (Nichtmedizinische Berufe)
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Charlotte (Ärztin)
Das ist dann doch nicht so selten; wir hatten im Rettungsdienst auch schon mal einen alten Herren, der Gymnastik gemacht hat und ein Bauarbeiter von der gegenüberliegenden Baustelle hat den am Boden liegenden Mann an die Leitstelle gemeldet. Bis die Angelegenheit aufgeklärt war,hatte es aufgrund von Hör-und Sprachproblemen allerdings gedauert.
#4 am 21.08.2017 von Charlotte (Ärztin) (Gast)
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Armes Rumpelstilzchen! Es wird wohl eine der eher heiteren Anekdoten der Notaufnahme und auch im Familienkreis abgeben. Es könnte wohl auch dazu helfen in Zukunft deutlicher mit Anderen Rumpelstilzchen zu reden.
#3 am 21.08.2017 von Hilke Tröger (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Hm, ja, kann ich mir tatsächlich vorstellen. Auch wenn ich mich spätestens an dem Teil mit den "schnellen, leisen" Fragen bemühen würde, auch wirklich zu verstehen, was Rumpelstilzchen mir mitteilen möchte.
#2 am 21.08.2017 von Helmut A. Bender (Rettungsassistent)
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:D :D :D :D
#1 am 21.08.2017 von J. Kögler (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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