Karsten, 52 J., ganz grau im Gesicht

07.08.2017
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Karsten ist ein Macher. Das sieht man an seiner Statur, das hört man, wenn er redet. Eine tiefe Stimme, ein Typ, der im Business die Ansagen macht, der den man nach vorne schickt, wenn es um unbequeme Vertragsverhandlungen geht. Karsten hat immer Gas gegeben, sein Leben lang.

Mittlere Reife mit gutem Abschluss, Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, in der Abendschule das Fachabi nachgeholt, dann ein berufsbegleitendes Studium, ab in die Selbständigkeit, mittlerweile Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens im Finanzberatungssektor mit 35 Angestellten. Karsten hatte sich alles selbst aufgebaut, ohne Fleiß, kein Preis. Natürlich war da auch Stress bei. Es gab sogar mal eine Phase, in der er geraucht hat, aber das ist mittlerweile verjährt. Für Sport war nie Zeit übrig, wie soll man das in einer 60-Stunden-Arbeitswoche auch unterbringen.

Im Moment hatte er auch noch mit zwei Prozessen vor dem Arbeitsgericht zu tun. Klare Sache eigentlich aber irgendwie doch zusätzliche Arbeit und auch eine psychische Belastung. Das machte ihm seit einiger Zeit Druck in der Brust. Die Schmerzen waren auch im Rücken, das kam aber bestimmt vom stundenlangen Sitzen am Schreibtisch.

Karsten sucht einen Hausarzt auf

Irgendwann Anfang Mai wurde es dann wirklich unangenehm. Schon morgens ging es mit den Rückenschmerzen los, er war nur noch stundenweise beschwerdefrei. Seine Sekretärin musste ihm online erstmal einen Hausarzt raussuchen, Krankmeldungen hatte er als selbständiger Unternehmer bisher nie benötigt. So bekam er am Folgetag auch direkt einen Termin und stellte sich bei eben jenem Hausarzt vor.

Herr Jacobs praktizierte als überdurchschnittlich beliebter Arzt seit über 35 Jahren in einer von drei allgemeinmedizinischen Praxen im Ort. Eigentlich hätte er vor fünf Jahren in Rente gehen sollen. Letztlich beugte er sich immer wieder dem Wunsch seiner Patienten und verlängerte so von Jahr zu Jahr.

CT wegen Rückenschmerzen

Herr Jacobs lernte Karsten am nächsten Tag als sogenannten Akutpatienten kennen. Die FMFA notierte was von „Rückenschmerzen“. Karsten füllte den Anamnesebogen gewissenhaft aus, 190 cm bei 105 kg Körpergewicht, Ex-Raucher mit 30 pack years, als Kind Mandel-OP, Pollenallergie. Aktuelle Beschwerden: Druck auf der Brust, Rückenschmerzen.

Nach einer kurzen Untersuchung und einem erläuternden Gespräch stellte Herr Jacobs eine Überweisung zum Radiologen aus. Die Schmerzen kommen sicher vom Rücken, bestimmt ein Bandscheibenvorfall, jaja, die viele Arbeit am Schreibtisch, ein CT würde Klarheit bringen. Ein Rezept für Voltaren gab es noch dazu, gute Besserung, bis bald.

Obwohl nur ein CT gemacht werden sollte und kein MRT, musste Karsten noch sechs Wochen auf den Termin für das CT warten. Nach drei Wochen ging Karsten an einem Montag erneut zu seinem neuen Hausarzt. Herr Jacobs rief in der radiologischen Praxis an und bat um einen eheren Termin, ja, man könne ihn Ende der Woche dazwischennehmen, Freitag sei in Ordnung, nehmen Sie solange bei Bedarf zusätzlich Novalgin.

Karsten hielt es nicht mehr aus

Am Donnerstagabend hielt Karsten es nicht mehr aus. Er schwitzte vor Schmerzen und wurde unruhig. Zur großen Verwunderung seiner Frau fuhr Karsten ins örtliche 300-Betten-Krankenhaus und stellte sich in der Ambulanz vor. Hier wurde Karsten glücklicherweise nicht der Chirurgie (wegen Rücken), sondern der Inneren Medizin (wegen Brust) zugeführt.

Eine Ärztin nahm den Patienten auf, es wurde ein EKG gemacht (selbst der Haustechniker, der die Steckdosen in der Ambulanz wechselt, bekommt übrigens ein EKG gemacht), nahm Herzenzyme ab. Karsten kam auf die Normalstation.

Er hatte keine gute Nacht, immerhin fühlte er sich jetzt im Krankenhaus sicherer als zu Hause. Die Schmerzen blieben, die Unruhe nahm zu, der Schweiß lief ihm kalt über die Haut. Am Morgen dann berichtete die Ärztin in der Frühbesprechung von den Neuaufnahmen der Nacht, erzählte kurz auch von Karsten. Der leitende Oberarzt erschrak ob der Schilderung des Krankheitszustands und sah sich umgehend den Patienten (Sichtungskategorie rot!), das EKG (Hebungsinfarkt) und die Laborparameter an (vierstelliges Troponin).

Plötzlich musste alles sehr schnell gehen

Es gibt diesen einen Punkt im Verlauf wirklich dramatischer Krankheitsgeschichten, ab dem es auf einmal alles sehr zügig geht. Meistens ist das der Punkt, an dem all die Ärzte, die in den Tagen und Wochen zuvor nicht konsultiert wurden, gemeinsam und parallel am und mit dem Patienten arbeiten. OP-Hemd an, hier bitte noch unterschreiben, Fahrt ins Katheterlabor, Desinfektion des Armes, Betäubung des Armes und Darstellung der Herzkranzarterien. Es zeigt sich ein massiv und an mehreren Stellen verkalktes und fast komplett verschlossenes Hauptgefäß.

Es erfolgte die Kontaktaufnahme mit meiner Klinik. Der Transport wurde initiiert, wir bekamen die ersten Infos zur geplanten Notoperation. Es gab einen Intensivtransport und 40 Minuten später lag Karsten auf der Trage des Intensivtransports vor der Seitentür des OPs und wurde eingeschleust. Keine Notaufnahme, direkt in den OP.

Karsten war ganz grau im Gesicht, man bekommt irgendwann ein Gefühl für diejenigen, die so richtig krank sind.

Hätte der Hausarzt seinen Bruder auch so behandelt?

Wir wussten von der Vorgeschichte der letzten Wochen. Von der Aufnahme am Vorabend, von all den kleinen und großen Fehlentscheidungen. Es frustriert, wenn man immer und immer wieder miterlebt, mit welcher Nonchalance einige Ärzte mit dem Leben anderer Menschen umgehen. Hätte der Hausarzt seinen Bruder auch so behandelt? Hätte die aufnehmende Kollegin im Kreiskrankenhaus ihren Vater auch so behandelt? Ein schockiger Patient, ein offensichtlicher Herzinfarkt. Keine Rücksprache mit dem Oberarzt, keine kausale Therapie, keine intensivstationäre Aufnahme.

Wo fängt man bei so viel Unfähigkeit an? Bringt es etwas, sich darüber aufzuregen? Warum hat ein solches Fehlverhalten eigentlich keine strafrechtlichen Konsequenzen?

Karsten wurde in den OP gefahren, entkleidet, die Leiste desinfiziert, die Herz-Lungen-Maschine im Standby kreisend. Er wurde eingeleitet und brach trotz maximal kardioprotektiver Anästhesie und laufender Katecholamine komplett ein. Kein Druck, kein Auswurf. Es erfolgte die umgehende Kanülierung der Leistengefäße und Anlage eines Bypasses.

Unter laufender Herz-Lungen-Maschine wurde Karsten mit drei Bypässen versorgt, postoperativ benötigte er noch eine intraaortale Ballonpumpe. Das Weaning gestaltete sich zunächst schwierig, aber nach vier Tagen war er den Beatmungsschlauch los.

Das Gespräch mit dem Hausarzt

Zwei Wochen später war ich auf der kardiochirurgischen Normalstation zum Narkosevorgespräch. Im Nachbarbett lag Karsten. Neben ihm saß seine Lebensgefährtin. Wir kamen ins Gespräch, ich freute mich sehr darüber ihn so wohlauf zu sehen.

Karsten hatte zwischenzeitlich realisiert, wie knapp er dem Tod von der Schippe geglitten ist. Im allerletzten Moment. Seine Partnerin hatte bereits ein paar Tage Vorsprung gehabt, den Ernst der Situation zu realisieren und die Zeit genutzt, um das Gesprächstermin mit dem Hausarzt zu suchen. Sie muss dort einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Er hat sich wohl mehrfach bei Karsten entschuldigt und sich auch sehr besorgt nach seiner Genesung erkundigt.

Eine Woche nach Karstens OP verkündete besagter Hausarzt tatsächlich seinen endgültigen Ruhestand, die Praxis ist mittlerweile geschlossen.

 

Bildquelle: KylaBorg, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 08.08.2017.

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Ich habe mir die Kommentare vorher nicht durchgelesen, aber dieses "bashing" auf andere Kollegen geht ja mal gar nicht! Als Neurologe bin ich mit internistischen Krankheitsbildern zwar nicht wirklich vertraut. Aber trotzdem wird es von allen Seiten immer gefordert. Wir alle machen Fehler, und das ist die Natur der Sache! Hauptsache, man lernt daraus! Dr. 100% richtig gibt es nicht, und wer das von sich behauptet, dann rate ich den Patienten, schnell die Beine in die Hand zu nehmen! Das gilt auch für mich! Ein klein wenig Demut würde gut tun. Nachher ist man immer schlauer!
#59 vor 2 Tagen von Dr. Christoph Neuwirth (Arzt)
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Gast
Sehr geehrte DocCheck Redaktion, BITTE kümmern Sie sich um Niveau. Ist das hier ein Laientheater oder eine Plattform, auf der sich Ärzte austauschen? Es ist recht unerträglich, welches gefährliche Viertelwissen hier zur Schau gestellt wird. Das ist ein generelles Problem dieser Tage: da hat mal einer was (im Internet) gelesen und meint gleich, er sei der Profi. Überlasst das bitte Leuten, die sich nach min. 12 Jahren Ausbildung auch als solche bezeichnen können!! Ansonsten bleibt es hier beim unterirdischen medizinischen (!) Niveau vieler Selbsthilfeforen im Netz. Niveau ist eben KEINE Hautcreme!
#58 vor 7 Tagen von Gast
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Gast
Krankenschwester hat recht. Lieber Gast es ist toll und mag ja interessant für Sie sein Lehrbücher auswendig zu lernen aber ebenso wie unseren Medizinstudenten muss ich ihnen leider mitteilen dass das allein nicht ausreicht um in der entsprechenden Situation schnell die richtige Behandlung durchzuführen... wer noch nie erleben musste wie ein opiatnaiver Patient auf Morphium intravenös reagiert denkt sich vielleicht bei der Empfehlung 5mg i.v. nichts... langsam titriert ist das eine tolle Behandlung für schmerzgeplagte Infarktpazienten, aber zu schnell oder gar als Bolus verabreicht kann das tödlich enden. Also bitte potente Medikamente nicht verteufeln oder verharmlosen. Kollegen die mit Opiaten zögerlich umgehen richten im Zweifel weniger Schaden an als Kollegen die zu schnell zuviel verabreichen.
#57 vor 8 Tagen von Gast
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Krankenschwester
1. Morphium senkt den myokardialen Sauerstoffbedarf, neben der Analgosedation essentiell bei einem ST-Hebungsinfarkt. 2. Bei einer Pneumonie tagsüber schleimlösende Medikamente zum Abhusten in Kombination mit Analgetika, nachts gerne Antitussiva mit Codein.
#56 vor 8 Tagen von Krankenschwester (Gast)
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Gast
zu 54: Bei leichten Herzschmerzen braucht man kein Morphium. Bei stärksten ohne erreichbaren Notarzt schon. Wenn jemand Rauchgiftsüchtig ist, schadet das eine Mal nicht. Hat jemand nie Rauschgift konsumiert, dann hilft die eine Spritze Morphium bei stärksten Herzschmerzen, ohne süchtig zu machen. Hinterher kommt er wieder ohne Morphium aus.
#55 vor 10 Tagen von Gast
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Gast
zu 33, 40 und 49: Auch der Notarzt-Leitfaden Urban & Fischer 6 Auflage Dr.med. Ulrich v. Hintzenstern emphiehl beim Akuten Koronarsyndrom auf Seite 230 unter Sofortmaßnahmen: Analgesie mit 5 mg Morphin i.v., ggf. Nachinjektion von 2mg-Boli.
#54 vor 11 Tagen von Gast
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Gast
zu # 49 Vielen herzlichen Dank für ihre kurze, und doch sehr informative , mir sehr hilfreiche Mitteilung
#53 vor 13 Tagen von Gast
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Gast
Zu mir selbst ad 51: Ich hoffe, dass mein Exkurs keinem zu weit geht.Ich merke hier in Parenthese an.Falls jemand vermeinen sollte, nie die Anmerkungen in Fachbüchern gelesen haben zu müssen: So sage ich: Mit viel Geduld und Ausdauer las ich auch diese Anmerkungen- etwa im Rückteil eines Fachbuches, immer mit viel Interesse.Das Kleingedruckte, Angemerkte eben.So ein Hardliner, der dies stets ausser Acht ließ, war ich nie.Ich gehe davon aus, hierfür Verständnis für derlei kleine Exkurse gefunden zu haben.
#52 vor 13 Tagen von Gast
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Gast
zu 33: Ja, Morhium 5 mg i.v. bringt nicht nur Analgesie, sondern Euphorie, wobei ich etymologisch aber allerdings auf die grundlegende Bedeutung des Wortes bzw. Ausdruckes zurückgehe: Sehr grundlegend: Denn Euphorie kommt aus dem Griechischen und bedeutet keineswegs nur, in gute Stimmung zu versetzen, sondern grundlegend nur: Das Leiden erträglich machen. Sonst nichts.Alles andere Verstehen könnte zum Mißverständnis und Falschbrauch führen.Gelernt ist gelernt. Ich will mich hiert als Laie nicht blamieren, aber ich verfolge seit gut 30 Jahren das Thema, wobei es zuerst einmal um die Medikation schwach wirksamer Analgetika wie Paracetamol etc geht, die chronische Dialysepatienten erzeugte:Weil Opiate verweigert wurden.Wollte mal pharmazeutische Chemie studieren. Ich bin medizizinischer Laie.
#51 vor 13 Tagen von Gast
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Gast
Was geschieht mit der Ärztin auf Inneren Abteilung. Keine Erfahrung mit der EKG Diagnostik. Troponin extrem hoch. Was bedeutet dass sie bis zur Morgen-Besprechung wartet ? Warum wurde der Hintergrundarzt nicht gerufen, wenn der/die "Diensthabende" die Kathastrophe nicht erkennt ;kein EKG lesen kann, Laborwerte nicht zur Kenntnis nimmt. Meiner Erfahrung nach ist die Innere Abteilung des Hauses mit Ärzten besetzt, die dort nicht arbeiten sollten. Zumindest im Bereitschaftsdienst.
#50 vor 13 Tagen von Gast
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Gast
zu 33 und 40: Herzinfarkt Analgesie mit Morphium: Herold Innere Medizin 2011 emphiehlt auf Seite 250 in der Hospitalphase: -Gabe von Analgetika: Bei starken Schmerzen Morphin 3-5 mg langsam i.v. NW Nebenwirkung: Atemdepression, Hypotonie, Übelkeit. Praxisleitfaden Allgemeinmedizin S.Gesenhues, R. Ziesche 4.Auflage Seite 604: Maßnahmen bei akutem Herzinfarkt:Schmerzbekämpfung mit Opioiden, z.B. Morphin 2-5mg langsam i.v.;
#49 vor 13 Tagen von Gast
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Liebe Leser, vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Bitte beachtet in euren Beiträgen jedoch die Netiquette und diskutiert sachlich und themenbezogen. Nehmt zudem von zu ausführlichen Schilderungen zu Einzelschicksalen und eigenen Erkrankungen Abstand. Vielen Dank. Eure DocCheck News Redaktion
#48 vor 13 Tagen von DocCheck News Redaktion (Mitarbeiter von DocCheck)
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Gast 17
Ach mein lieber Herr Wöhrle, Ihnen ist aber schon klar was Sie da schreiben, oder? Arbeitnehmer sollen sich nicht zum Affen machen lassen... am besten nur Arbeitsleistung durchschnittlicher Güte abliefern... strikt nach dem Arbeitszeitgesetz... Ihnen ist schon bewusst dass Klinikärzte auch Arbeitnehmer sind oder? Aber wir sollen uns zum Affen machen und immer makellose Arbeit abliefern, ja? Wir sollen das Arbeitszeitgesetz ignorieren, Überstunden machen und immer unser Bestes geben, ja? Und uns wenn etwas schiefgeht von ahnungslosen Aussenstehenden wie Ihnen mit faulen Eiern bewerfen lassen? Sie haben keine Ahnung von uns und unserer Arbeit. Die meisten von uns arbeiten sich tagtäglich auf um soetwas wie diesen Vorfall zu vermeiden und unsere Patienten nicht nur durchschnittlich, sondern gut zu versorgen. Aber Schwamm drüber, da ist wirklich jedes weitere Wort verlorene Liebesmüh. Von einem Pharmamitarbeiter erwarte ich ehrlich gesagt auch nichts anderes.
#47 vor 13 Tagen von Gast 17 (Gast)
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Als Arbeitnehmer kann man aus der Geschichte den Schluß ziehen, sich nicht zum Affen machen zu lassen, man schuldet lediglich eine Arbeitsleistung durchschnittlicher Güte, alles andere ist arbeitsrechtlicher Blödsinn und man sollte darauf achten, das Arbeitszeitgesetz strikt einzuhalten, das gilt nämlich in Deutschland, auch wenn gerne anderes verzapft wird. Wenn sich allerdings der Chef selber zum Affen macht, dann wird das halt schwierig... @ Nr. 26: Bildzeitung scheint eher Ihre Lektüre zu sein...grober Murks ist eben grober Murks und vielen Medizinern traue ich notorisch NICHT.
#46 vor 13 Tagen von Werner Wöhrle (Mitarbeiter Industrie)
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Gast
Schon richtig, Ihr Einwand: Meine Erwiderung ist auch richtig und wahr:Wenn ich sagte und zitierte, dass Gott der Herr aller Kreatur auch Heilpflanzen wachsen ließ,dann stimmt das eben sehr.Nicht nur harmlose Phytopharmaka, sondern auch stark wirksame, wie Mohn mit Morphium, Digitalis, Atropa belladonna usf.Dass das kein Mensch produzierte, durfte klar geworden sein.Ich sage besser nichts mehr: Weder zum Betrieb der Pflanzlichen Arzneimittel in der Apotheke, noch zum Betrieb der Verweigerung verdächtig gewordener Phytopharmaka wie Morphin unter Medizinern mit Opiatphobie.Mein philosophisches Verdikt ist: Verblendung und Phänomenologischer Irre wird niemanden fördern.In keinster Weise berührt das Sie , Herr.Ich sagte nichts.Gute Nacht!
#45 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Ich erkenne gerade eine kleine Unzulänglichkeit: Sie schrieben zu#41: Von Gott. Ja, besser heute Nacht nicht nur nicht davon reden, sondern in fälschlicher Weise nie davon reden.Das gefiele Ihm weit besser.
#44 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Zu # 42 Entschuldigen Sie bitte, aber ich bin nicht nichtexistent.Ginge es mir nicht um unser Sein, includierte ich nicht das Sein Gottes.Wer es tut , darf wissen: Ich weiß eh nichts. So ebenso sage ich: Bitte,: Heute nicht.Ihnen sei Recht gegeben.Nein, einen nichtexistenten hier als wirklich und wahrhaft Seienden-:Ens realissimum-einzuführen, ginge zu weit.Das gestehe ich liebevoll zu.Und endlose Diskussionen um den einzig Geliebten wären mir das Schlimmste: Heute Nacht.Gute Nacht Ihnen. "Eienen Gott, den es gibt, gibt es nicht", sagte Bonhöffer, zitiert von meinem Meister in der Druckerei: So sei es, geehrter Herr!Diesen Scheinimaginären, diese Phantzasmagorie: Die gibt es nicht.Gute Nacht!
#43 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Zu 41: Bitte lassen Sie einen nichtexistenten Gott aus dem Spiel. Es gibt nur einen Gott, das ist der Tod. Das einzige was wir zu ihm sagen ist: Heute nicht.
#42 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
zu #40 Da könnte ich mich ja mißverständlich ausgedrückt haben: Als wollte ich sagen, ein Herzinfarkt gehe gar nicht mit starken pektanginösen Schmerzen einher: Nein, das sagte ich nicht.Ich sagte, dass in meinem Falle die Brustschmerzen nur mittelstark waren, damit nicht, dass sie bei anderen (vor allem männlichen ) Individuen sehr stark sein können(bei weiblichen verläuft die Symptomatik etwas anders ab).Zudem ging es mir allgemein um eine verbreitete Opiatphobie: Aus Angst vor Sucht. Eine Verweigerung des Mohnes sehe ich aber ebensosehr als Delikt wider den Schöpfer des Alls an, der auch diese Heilpflanze wachsen ließ(Mediziner sind nur Verwalter, nicht Hervorbringer wie Gott).Mir wurde bei meiner Pneumonie Codein verweigert:Begründung: Ich müsse Husten, um zu entschleimen. Irre.Mir tat jeder Atemzug sehr, sehr weh: Eine Atemdepression musste ich mir selbst erzeugen, durch totale Ruhigstellung.Codein sei nicht gut für das Herz.Was noch?Ein Antitussivum noch privatrezeptll.
#41 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
zu 33:Analgesie mit 5 mg Morphin i.v. Immerhin noch jemand, der keine allzu große Opiatphobie hat.Bei derart starken Schmerzen. Ich frug mich manchmal: Wie stark müssen meine Schmerzen eigentlich sein, um als sehr starke gelten zu können: Und also: Gibt es noch stärkere Schmerzen, als die, die ich je auszuhalten hatte? Ich kam zum Schluß: Ein Schlag auf das Schienbein gehört zum stärksten Schmerz, der aber schnell wieder nachläßt. Bei meinem Herzinfarkt(Hinterwand, STEMI), waren nicht die Schmerzen das Schlimmste, sondern eher geringer, ertragbar, sondern die Schwäche und Todesnähe waren das Schlimmste.Bei meiner Pneumonie mit Begleitpleuritis waren die Schmerzen extrem: Morphium , dachte ich, wäre das einzig richtige hier.Hatte nur Novaminsulfon.Also: Die Schmerzen in meiner Brust waren schon bei bloßer Angina pectoris extrem schlimmer, bei mir, beim Infarkt selbst, gerade mal mittelmäßig.Novamin nahm die starken Schmerzen im Unterbauch, wenigstens was, die stärkeren im Pleura nicht.
#40 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
ZUM BEGRIFF DES STRESSES Was unter Streß definitiv zu verstehen sei, bedarf der Klärung: Unter Stress verstehen wir nicht nur kurzfristige starke, extreme Beanspruchungen, sondern zum Streß gehört auch der unterschwellig chronische: Die Strapazen nicht nur durh ein Zuviel an Arbeit, sondern etwa auch durch ein Entbehrenmüssen an Arbeit( lange Arbeitslosigkeit etc.)Oder chronisches Arbeitenmüssen in sehr prekären Arbeitsverhältnissen.Oder Stress durch Mobbing:Psychosozialer Stress.Und so fort....Das alles depremiert das Herz.(physiologisch wie psychologisch).Das führt möglicherweise zum Infarkt.
#39 vor 14 Tagen von Gast
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Felix Maertin
Der Fall kommt mir bekannt vor. Als Apotheker musste ich letzte Woche einem Patienten die Idee austreiben, für seine Brustschmerzen und Luftnot Tavor zu schlucken. Der Hausarzt (60+) hatte Blutdruck gemessen (180/90) aber es auf die Nervosität wegen seiner Kopfhautbestrahlung geschoben. Ich kontrollierte den Blutdruck bei uns erneut (rechts 110/60 und links 140/80) und schickte diesen sofort zum Kardiologen bei uns im Haus. Der Hausarzt wollte den Patienten in 1-2 Wochen nochmal sehen, um den Blutdruck zu kontrollieren.... Wie kann man so mit Menschenleben umgehen?!
#38 vor 14 Tagen von Felix Maertin (Gast)
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Gast
zu #32: Jahrzehnte lang Raubbau an seinem Körper betrieben Das ist erst mal einem Mann/Frau aus der Wirtschaft mit Schwerpunkt Leistungsgesellschaft klarzumachen.Als ich meinem Hausarzt sagte , Arteriosklerose sei auch durch Stress verursacht, sagte er: " Das höre ich zum ersten Mal".Dass Herzinfarkt, verursacht durch koronare Arteriosklerose, durch Stress verursacht wird(mithin wenigstens, als sehr gewichtigem Faktor), ist inzwischen psychosomatisch und durch eine Analyse der Wirkungen der Stresshormone sogar Laien bekannt gemacht worden.
#37 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Zu 34, meinem Beitrag selbst: Durch das Kontingent von nur 1000 Zeichen beschränkt, füge ich an: Ich trage eine Mitschuld, weil ich nach einer Überweisung zum Kardiologen zu dem nicht ging, eben weil ich durch KHK dermaßen geschwächt allgemein war, dass ich jene extrem strapaziöse Tortur wie vor mind. 10 Jahren vor dem Infarkt nicht mehr mitmachen wollte und auch nicht weit an Watt-Leistung gekommen wäre. Somit entschuldigt mich meine Nichtbelastbarkeit, durch welche im Streß-EKG ohnehin nichts auszumachen ist. Hinzu kommt, dass selbst ein Non-STEMI selbst durch ein EKG nicht diagnostizierbar ist ( erst etwa zu 35 der Tropinon-Bluttest.)Ein Herzinfarkt ist selbst durch ein Streß-EKG nicht prognostizierbar. Anderer Mitpatient: Mit Tennisarmsyndrom im Herzkatheterlabor.Wäre ich dort prophylaktisch gelandet und hätte 7 Stents: Kein STEMI.
#36 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Troponin-I-Test: Die Tatsache, dass cTnI ausschließlich aus Herzzellen stammen kann und der Troponin-I-Test eine hohe Sensitivität (> 99 %) für diesen Marker aufweist, macht das Testergebnis sehr zuverlässig. Testabfolge: • Troponin-I-Test auf Raumtemperatur bringen • Probe nehmen (Vollblut, Serum oder Plasma) • 2-3 Tropfen der Probe auf den Troponin-I-Test träufeln • Nach 10 Minuten das Testergebnis ablesen
#35 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Leider kein Einzelfall.Mir selbst erging es ähnlich, wobei ich zugleich zugeben muss, dass die Situation für den Hausarzt durchaus auch undurchsichtig war. Namen werde ich sicher nicht nennen.Vor vier Jahren Herzinfarkt: Einige Monate zuvor einmal schwere Schmerzanfälle auf der Brust, die der Hausarzt nicht als Angina pectoris diagnostiizierte,-und ich selbst wußte vor dem Herzinfarkt nichts davon.Dann schwere Atemnnotsattacke, die aus dem Zusammenhang von Herz und Lunge resultierte. Wider nichts. Schmerzen in der linken Schulter und Oberarm: Zum Orthopäden geschickt worden. Dieser sagte, das könne von Herz und Lunge kommen: Hausarzt schroff: "Der irrt sich", überwies mich aber trotzdem zum Röntgen der Lunge und zum Kardiologen.Ich wurde ca. 10 Jahre zuvor schon zum Kardiologen überwiesen und es wurde mit Belastungs-EKG damals nichts festgestellt.Deswegen vieeleicht die Annahme, da sei immer noch alles ok.usf:Dann Herzinfarkt.Ging hin, erkannte er durch EKG.Notarzt
#34 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Ergänzung zu meinem Kommentar 31: In 45 Jahre Tätigkeit als Allgemeinarzt: Venösen Zugang legen (z.B. Ringer Lösung). Analgesie mit 5 mg Morphin i.v. ggf. Nachinjektion von 2mg-Boli bis Schmerzfreiheit oder i.v. Dipidolor 1 Amp in 100ml NaCl langsam einlaufen lassen.
#33 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Was Ärzte aus dem Fall lernen können ist klar. Aber was ist mit den Verbrauchern?Tatsache ist dass Karstens KHK nicht über Nacht entstand. Er hat Jahrzehnte lang Raubbau an seinem Körper betrieben, sich nicht um seine Gesundheit gekümmert. Wie viele andere im Vertrauen darauf dass irgendein beherzter Mediziner ihn rechtzeitig von der Schippe kratzt (selbst Ärzte denken leider oft genug so im Bezug auf ihren eigenen Körper). Und so war es. Ihm wurde letztlich das Leben gerettet. Aber das ist NICHT selbstverständlich. Selbst wenn die Versorgung von Anfang bis Ende optimal abgelaufen wäre hätte er trotzdem sterben können. Natürlich will keiner die Schwächen die hier zu Tage getreten sind akzeptieren. Ob es wirklich so passiert ist spielt keine Rolle, denn überall können Fehler passieren. Ärzte wollen sich verbessern, Patienten rufen zu Recht nach mehr Sicherheit aber optimale Behandlung ist nicht selbstverständlich. Den eigenen Körper gut zu behandeln sollte selbstverständlich sein.
#32 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
In 45 Jahren Tätigkeit als Allgemeinarzt sah ich viele Herzinfarkte meist bei Männern, 2x bei Frauen. Bei Männern fiel - natürlich neben den Brustschmerzen - immer als Zeichen eines Herzinfarktes Gesichtsschweiß auf, der zu sofortigen Maßnahmen zwang. Je nachdem ob in der Praxis, Dorf oder im Flieger möglichst EKG, ansonsten RR, Puls und i.v. je nach Schweregrad 5000(-20000) E Heparin + 1 Amp Aspirin 500 mg, 2 Hub Nitrolingual Spray bei RR>120, 1 Hub Nitro-Spray bei RR100 bis 120, kein Nitrospray bei RR<100. Sauerstoff möglichst über Nasensonde 3 - 5 l/Min. Pat. von aufgeregten Angehörigen abschirmen, ruhig arbeiten. Klinikeinweisung mit NAW in nächste innere mit Intensivsstation möglichst angeschlossener Kardiochirurgie. Oberkörper halb aufrichten, Kragen und Gürtel lösen. Bei Übelkeit MCP 10-20mg i.v.. Bei Puls >100 Metoprolol 5mg langsam i.v. Nie bei weiterer Tachycardie neben Metoprolol noch Isoptin geben, das kann tödlich wirken. Bei Puls < 45/Min Atropin (0,5-2mg) i.v. Ohne Gesichtsschweiß liegt praktisch (nach EKG und Koronarangiograhie) immer ein Römheldsyndrom vor, bei dem Blähungen von unten aufs Herz drücken. Therapie :3 Tbl Dimeticon zum Entblähen. Bei Linkslage des Bauches gehen Winde ab. Bei Frauen (Deutsche Herzstiftung) sind Luftnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen nicht selten alleinige Alarmzeichen.
#31 vor 14 Tagen von Gast
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Ich bin Logopädin. Krankengeschichte eines Aphasie-Patienten: Stellt sich morgens seinem Hausarzt vor mit dem Symptom, er würde Doppelbilder sehen. Überweisung zum AUGENARZT. Insult bei der Verabschiedung direkt im Sprechzimmer.
#30 vor 14 Tagen von Gudrun Falkenberg (Logopädin)
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Leute! Bekommt Ihr nicht mit, dass Ihr hier der Selbstdarstellungssucht des Autoren aufsitzt. Ich würde den Autoren nach Art und Inhalt der Darstellung als recht unerfahren, ziemlich jung und bisher nur schmalspurig in einem klinischen Fach (Anaesthesie?) beginnend ausgebildet einschätzen. Das, was er hier als "Fall" konstruiert hat, hält er nämlich wirklich für möglich. Den hier Applaus spendenden Nichtmedizinern mag ich die Naivität und/oder Unwissenheit ja noch verzeihen, aber den Kollegen? Der grundlegende Tenor der Seifenoper ist doch: ich bin der Held und so betroffen vom Versagen der ach so dummen Kollegen. Das ist unterirdisch - und kaum einer merkt es. Schlimm, wie einfältig und manipulierbar die Mehrheit ist!
#29 vor 14 Tagen von Dr. med. Christoph Schmuelling (Arzt)
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Habe mich verschrieben: Ich meinte "unterschätzt". Ärzte arbeiten oft am Limit ihrer physischen und psychischen Gesundheit .
#28 vor 14 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Bei uns wars umgekehrt: Im Krankenhaus wieder heimgeschickt worden, herbeigerufener Arzt in der Nacht das Problem nicht erkannt - erst der Hausarzt stellte die richtige Diagnose: Blinddarm kurz vorm Durchbruch und beginnende Bauchfellentzündung. Ich war dankbar, dass wenigstens eine Kontrollinstanz Leben gerettet hat. Ich frage mich aber auch, weshalb solche Fehler passieren: Arzt überarbeitet und müde? Arzt zu selbstsicher? (In unserem Fall: Arzt leicht panisch ( Im KH dachte der Doc, es wäre Noro und war wesentlich beschäftigter damit, sich den Kittel und den Mundschutz anzuziehen als die Patientin richtig zu untersuchen?) Ich weiss, dass das ein Einzelfall war, aber Überarbeitung und Müdigkeit dürfen nicht überschätzt werden. Mich würde interessieren ob in anderen Systemen wie in Skandinavien, in denen ärzte feste Arbeitszeiten haben, solche Fehler seltener passieren?
#27 vor 14 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast 17
Meine Güte Herr Wöhrle, das ist doch das gleiche... nur mit dem Unterschied dass "Fehler" weniger sensationell klingt als "eklatantes Versagen". Gute Fehlerkultur wäre sachlich die möglichen Ursachen und Vermeidungsstrategien zu diskutieren und etwas daraus zu lernen. Das wäre zum Beispiel die Grundregel dass ein Patient mit Verdacht auf akutes Koronarsyndrom immer in der Notaufnahme am Monitor verbleiben muss bis der Tropwert vom Arzt gesehen wurde, ebenso das EKG (nicht nur anschauen, lieber mit dem Lineal befunden). Im Zweifelsfall wäre es möglich den Kardiologen der Herzkatheterbereitschaft hat das EKG zu zeigen. Dass Sie, Herr Wöhrle sich hier als scheinheiliger Zaungast ereifern bringt keinem etwas. Also sein Sie doch bitte so freundlich, wischen Sie sich bitte den Geifer vom Kinn und widmen sich wieder der Bildzeitung.
#26 vor 14 Tagen von Gast 17 (Gast)
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Gast
@ Conny Diwok zu Kommentar #21 in Ihrem berichteten Einzelfall kam es zu einem Stentverschluss unter alleiniger Antikoaguaiton mit Marcumar. Hatte der Patient keine Thrombozytenaggregationshemmer erhalten (in dem Zeitfenster nach Stentimplantation eigentlich auch doppelt)? Vielleicht gab es einen Grund dafür. Ein Stentverschluss scheint bei dieser Konstellation tatsächlich sehr naheliegend. Generell sollte man mit Anschuldigungen sehr zurückhaltend sein. Zu einfach macht man es sich meiner Meinung nach mit dem Finger vorschnell auf einen mutmaßlich Schuldigen zu zeigen. Leider viel zu häufige Praxis in unseren Kliniken. Denn man ist im Nachhinein (wenn alle Bedfunde vorliegen) immer schlauer und "der" Moment der "Fehl"-Entscheidung ist häufig nicht eindeutig festzulegen. Die große Katastrophe (siehe Bericht) tritt bekanntlich erst nach Versagen mehrere Ebenen ein (Schweizer Käse Modell). Unsere Arbeit verlangt in jedem Fall Demut.
#25 vor 14 Tagen von Gast
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Gast
Egal, ob die Geschichte nun wahr ist, oder nicht. Man wird wieder sensibilisiert, und das ist doch der Sinn! Mit einem leichten Schmunzeln muss ich dabei an mein mündliches Staatsexamen beim Internisten denken. Es wurden drei Fälle durchgesprochen. Ehrlich gesagt, traf er so ziemlich genau in meine schwarzen Löcher. Aber er wollte nur erreichen, dass man immer, egal ob juckender Zeh oder Haarausfall, an einen Herzinfarkt denkt. Und wissentlich ist mir nur ein Herzinfarkt bekannt, den ich im Notdienst mangels EKG aufgrund einer völlig untypischen Symptomatik übersehen hatte. Aber dass etwas Gravierendes vorlag, hatte ich glücklicherweise festgestellt und die Patientin mit RTW in die Klinik geschickt.
#24 vor 14 Tagen von Gast
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@ # 17: Hier geht es nicht um "Fehler", die logischerweise passieren können, hier geht es um eklatantes Versagen und das nicht nur bei einer Person an einer Stelle.
#23 vor 14 Tagen von Werner Wöhrle (Mitarbeiter Industrie)
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Gast
Sorry, Daumen runter für diesen Artikel. Ist für mich zu viel "Geschmäckle" dabei. Wer macht keine Fehler? Der "Narkosearzt unterwegs" macht keine? Aber der "doofe Hausarzt", der wars...............Davon abgesehen ist die Story wirklich zu unwahrscheinlich um wahr zu sein.
#22 vor 14 Tagen von Gast
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Einzelfall sollte es heißen...! Beispiel von einem Patienten: Schlanker Mann, ca 50 Jahre, kommt Januar 2017 wegen Schulter Nacken Problemen mit Ausstrahlung in den rechten Arm, Kiefer, Rücken. MRT gemacht: leichte BS Protrusion. Herzinfarkt Oktober 2016, Stent gesetzt, mit Marcumar eingestellt. Der Herzinfarkt äusserte sich mit den gleichen Symptomen wie jetzt. Ich sage ihm, er muss sofort zum Arzt und das abklären lassen. Er hatte im Februar einen Kontrolltermin wegen dem Stent und wollte bis dahin warten. Fazit: Er geht als Notfall vor dem Termin ins KH und trifft den Arzt(Oberarzt) der ihn wegen dem Herzinfarkt im letzten Jahr behandelt hat. Der Arzt meinte etwas labidar, dass dies Quatsch sei und nichts mit dem Herzen zu tun habe sondern von der HWS kommt. Es kommt raus: der Stent ist dicht trotz Marcumar und die Schmerzen sind dadurch verursacht. Zum Glück nicht ganz so dramatisch, aber es zeigt, wie inkompetent manche Ärzte reagieren!
#21 vor 14 Tagen von Conny Diwok (Physiotherapeut)
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Gast
Ich bin Physiotherapeutin. Leider kann ich solche "Storys" zu genüge aus der Praxis bestätigen! Es ist unglaublich, was Patienten berichten, wie sie knapp dem Tod von der Schippe gesprungen sind, wie sie abgefertigt werden mit den Worten "das kann nicht sein"! Und dabei spielt sicher oft auch das Budget eine Rolle! Und das wird immer schlimmer! Leider kein Einzeller!!!
#20 vor 14 Tagen von Gast
  2
Gast
Selbst als Nichtmediziner fällt mir bei der Beschreibung des Patienten (Druck auf der Brust und Schmerzen im Rücken) als erstes das Herz ein. Leider habe ich selbst schon oft erlebt, daß Symptome bewusst nur einzeln betrachtet und kleingeredet werden (oftmals so klein, daß sie das Budget nicht mehr belasten). Jetzt können gerne die getroffenen Hunde bellen. ;-)
#19 vor 15 Tagen von Gast
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Gast
?? Ganz ehrlich? Ich weiß gerade nicht, was ich von der hier erzählten Story und manchen der Kommentare halten soll... Aber unterhaltsam isset ja schon!
#18 vor 15 Tagen von Gast
  5
Gast
Ja, klar Herr Wöhrle und Herr Wagner, sich aufplustern und behaupten "Mir wäre das nicht passiert" das kann hinterher jeder. Insgeheim denken das vermutlich auch die meisten Ärzte die das lesen... Tatsache ist aber: Fehler können JEDEM passieren. Wer sich hinstellt und herumtrötet er sei vor so etwas gefeit ist in der Regel einer der heißesten Kandidaten für solche Flüchtigkeitsfehler, denn Arroganz macht in der Regel mehr Fehler als Demut und genau diese Überheblichkeit geht in vielen Fällen den übelsten Patzern voraus. Deshalb liest man solche Kommentare auch oft von Leuten die vielleicht ein bisschen Halbwissen mitbringen aber selbst diese Verantwortung nie tragen mussten.
#17 vor 15 Tagen von Gast
  2
Gast
Das passiert nicht einmal der Klofrau - bei allem Respekt. Fallt doch nicht alle auf solch eine dumme Story herein! Ich fasse es nicht!
#16 vor 15 Tagen von Gast
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@ # 4: Das wäre nicht nur dem Heilpraktiker nicht passiert, mir als gelerntem Industriekaufmann mit mittlerer Reife ohne jedes Studium auch nicht! Habe allerdings auch noch mehr als ein Vierteljahrhundert Berufserfahrung in der Pharmaindustrie und etliche Jahre als ehrenamtlicher Rettungssanitäter im Schwarzwald, 1977-1984. Bei MACHER mit Druck in der Brust, Rückenschmerzen und GANZ FAHL im Gesicht denke ich jedenfalls zuerst an Herz und dann vielleicht irgendwann noch an Rücken. Heinz ist doch der Klassiker von einem, der sich rastlos kaputtbrasselt. Das Alter paßt da auch gut dazu. Das sind die Typen, die glauben, ohne sie ginge im Betrieb gar nix. Sind sie dann urplötzlich weg stellt sich hinterher raus - oh Wunder - die Welt geht auch ohne sie nicht unter...
#15 vor 15 Tagen von Werner Wöhrle (Mitarbeiter Industrie)
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In meiner Eigenschaft als Staff Grade GenMed/Geriatrie (sowas wie OA) war ich jahrelang in GB als Aufsicht die die Aufnahmen abnahm und gegenzeichnete unterwegs. Hier hat man anscheinend diese Rolle komplett abgeschafft, Assistenten bleiben sich selbst überlassen. Die allerwenigsten Mediziner haben eine psychiatrische Grundausbildung, und Geriatrie ist sowieso nicht chic ! Gerade das zusammen mit Demenzen dürften aber wohl an 50% der Notaufnahmen und Praxen sein ?!
#14 vor 15 Tagen von Rainer Kumm (Arzt)
  1
Gast
Ich bin ab und an im privaten Nordienst unterwegs und habe es da oft mit Menschen zu tun die gar keinen Hausarzt haben - woran liegt das wohl ? Nicht zuletzt auch an der Arroganz des Systems das "sprechende Medizin" nicht honorieren will. Endoskopischer Klappenersatz und Schrittmacher bei einer 92 jährigen mit NYHA IV Herzinsuff ist dagegen kein Problem, "Biologicals" für 1000€/Woche , Auffermann Skandal der im Sande verläuft - alles kein Problem !
#13 vor 15 Tagen von Gast
  1
Gast
Die Geschichte hat nicht einmal Bildzeitungsniveau!! Das ist schlimmer als RTL II. Hier geht es nicht um Fehleranalyse und -vermeidung, sondern nur um die Befriedigung von Sensationslust. Das bringt niemandem irgendeinen Erkenntnisgewinn!
#12 vor 15 Tagen von Gast
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Dazu könnte meine Geschichte passen. Zwar keine unmittelbare Todesbedrohung, aber immerhin. Seit 5 Jahren massive Beschwerden wie Benommenheit, Tachykardien, Tinnitus, Gewichtszu- und -abnahmen (nehme zu und ab wie der Mond, nur gewichtiger 17kg ab, 20kg zu), eingeschränkte Lebensqualität, mehrere Klinikaufenthalte, Herzkatheder, HNO - alles o. B. und letztendlich der Fall vom Schreibtisch auf Arbeit im Geschäft (Synkope). Wurde von einem Kunden gefunden, Notaufnahme - Schilddrüsenwerte TSH hoch. HÄ hat jahrelang einmal jährlich nur Blutfette und Zuckerkontrollen gemacht, keine SD-Werte. Radiologie/Befund: linke SD ohne Funktion und vernarbt, rechte grenzwertig. Medikation nun für den Rest des Lebens. Wem gibt man die Schuld für das späte Erkennen?
#11 vor 15 Tagen von Sabine Uhlig (Nichtmedizinische Berufe)
  10
Gast X
Hierzu optimal passend der aktuelle Blogbeitrag von Lieschen Müller über realistische und alltägliche Zustände in den deutschen Notaufnahmen. Wer wundert sich noch darüber wie schnell man abstumpfen kann wenn man tagtäglich für solchen Bullshit verheizt wird. Mir tut die Internistin ebenso leid wie der Hausarzt und der Patient. Die beiden haben an diesem Tag wahrscheinlich jeweils mindestens 30 "Patienten" gesehen... und wenn dann EINMAL einer daherkommt der wirklich (!) krank ist, ist man dann so ausgebrannt dass man nicht mehr funktioniert... man bewahre uns und unsere Patienten vor solchen Diensten.
#10 vor 15 Tagen von Gast X (Gast)
  9
Gast
Ja, das ist mal wieder so eine Geschichte, die einen sprachlos zurücklässt.......Habe bei meiner über 30jährigen Berufstätigkeit als Krankenschwester in der Notaufnahme und auf Intensivstationen mehrere renomierter Häuser einige mehrere solcher "Vorkommnisse" mitanschauen müssen.Und auch bei mir und meinen Angehörigen wurden grobere Fehler begangen bei eigentlich standardisierten medizinischen Abläufen, sodaß diejenige Person oder das Kleinkind/Baby kurz vor knapp an einem Todesfall, bzw. einer Schwerbehinderung vorbeigeschrammt ist, nochmal Glück gehabt?? Jetzt arbeite ich als niedergelassene Heilpraktikerin mit kranken Menschen und blicke vor eine Wand vor Wut schäumender Kommentare der Ärzte, wenn mal ein Heilpraktiker geraten hat, einen Kleinkinderschnupfen mit Globuli und Hausmittel zu behandeln.Wie unverantwortlich von diesen Scharlatanen von Heilpraktikern.., wenn ich an die "überlastungsbedingten Fehlentscheidungen mancher Ärzte zurückdenke,kann ich da nur bitter lächeln...
#9 vor 15 Tagen von Gast
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Zu allererst und an oberster Stelle hat eine gründliche Fehleranalyse durch ALLE Beteiligten zu erfolgen und zwar OHNE Schuldzuweisungen und Androhung negativer Konsequenzen. Nur so ist eine gründliche Aufarbeitung möglich und zumindest bei den Beteiligten ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich sowas oder ähnliches nicht wiederholt. Der Ruf nach strafrechtlichen Konsequenzen ist verständlich aber kontraproduktiv, weil die das Geschehene nicht ungeschehen machen und die Drohung solcher Konsequenzen in aller Regel nicht zu einem besseren Fehlermanagement führt sondern im Gegenteil einen Anreiz bildet, Fehler nach Möglichkeit zu vertuschen, um eben diesen Konsequenzen zu entgehen.
#8 vor 15 Tagen von Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast (Biologe)
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Ich halte diese Geschichte für an den Haaren herbeigezogen und in relevanten Teilen für frei erfunden. Dass ein Facharzt für Allgemeinmedizin und/oder Innere Medizin (oder auch Praktiker) mit über 35 jähriger Berufserfahrung bei Rückenschmerzen ohne jede radikuläre Symptomatik ein CT anordnet und bei einem Hochrisikopatienten die kardiale Genese völlig vernachlässigt, dass zudem ein angeordnetes EKG im Krankenhaus ebensowenig angesehen wird, wie ein Troponinwert (weder vom Labor, noch von ärztlicherSeite) und ein schwitzender, schmerzgeplagter Patient auf einer internistischen Station versauert, das glaubt der Autor doch selbst nicht. Wir benötigen keine "Räuberpistolen" bzw. im Neusprech "Fake News". Fehler, aus deren Darstellung man lernen kann, sind Fehler, die auch dem Kenntnisreichen und bei redlichem Bemühen entstehen können, z.B. weil unglückliche Umstände zusammenkommen oder, als häufigste Ursache, weil Kommunikation nicht funktioniert.
#7 vor 15 Tagen von Dr. med. Christoph Schmuelling (Arzt)
  34
Gast
Ich denke, es geht nicht darum, das keine Fehler passieren. Aber von einem Hausarzt würde ich erwarten, dass er vieleicht doch etwas "globaler" schaut. Druck in der Brust kann nunmal auch vom Herzen kommen und Infarkte können atypisch sein. Aber das finde ich, ist oft das Problem bei Ärzten. Wenn man einmal in einer Schulblade ist, schauen sie auch nur da hinein. Das fängt mit dem Orthopäden an, der nach dem MRT sagt, es ist kein Bandscheibenvorfall, dann haben sie auch keine Schmerzen und dabei leider übersieht, das "einfach" nur der Wirbel blockiert ist. Oder die Neurologin, die meint, Eisenmangel als Auslöser für RLS sei nicht möglich, auch wenn gewisse Laborparameter genau darauf hindeuten. Und, oh Wunderheilung, die Symptomatik sich mich Eisensubstitution relativ schnell bessert... Einerseits wird der Patient mit Rezept raus komplimentiert. Andererseits ist man fast noch beleidigt, wenn er in seiner Verzweifelung bei D. Google zumindest mal kurz nach Alternativen schaut...
#6 vor 15 Tagen von Gast
  3
Gast
Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein... Der erfahrene Hausarzt hat die Reißleine gezogenund ist in Rente. Doch wieviele Fehler passieren im hektischen Alltag, bei Übermüdung und und und...Nicht jeder kann die Praxis schlließen und dennoch muss reflektiert werden. Statt anzulagen würde mich der Umgang interessieren.
#5 vor 15 Tagen von Gast
  2
Gast
Niemand ist ohne Fehler... aber wenn bei einem Patienten ALLE Instanzen versagen muss man offen und schonungslos die Ursachen diskutieren. Nur so kann man was draus lernen und die Abläufe verbessern. Ich nehme an das ist auch der Grund warum uns der Narcosedoc an der Geschichte teilhaben lässt. Schade dass hier Herrn Wagners Selbstbeweihräucherung erstmal den Anfang macht... daraus lernt man eher nicht so viel
#4 vor 15 Tagen von Gast
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Wer unter uns MEDIZINERN ist ohne Fehler? Der werfe den ersten Stein!
#3 vor 15 Tagen von Dr. med. Jürgen Kreitinger (Arzt)
  17
Gast
Echt peinlich! Ein Flugzeugabsturz. Der Ärmste ist durch die Maschen aller Sicherheitsnetze gefallen. Ein EKG nicht schreiben obwohl es indiziert wäre ist schon eine Sache. Ein geschriebenes EKG nicht anzusehen, da wirds schon abenteuerlich... aber wie kann bitteschön der Troponinwert übersehen werden?!? Wofür nehme ich das Troponin denn überhaupt ab wenn ich den Patienten auf Normastation schiebe bevor es fertig ist? Und warum ruft das Labor den Dienstarzt nicht an???
#2 vor 15 Tagen von Gast
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Wo hört Schlamperei auf und fängt Unfähigkeit an und die übliche Floskel vom Zeitdruck greift hier auch nicht. Selbst mir als HP wären bei dieser Schilderung der Beschwerden alle Alarmlampen angegangen und ich hätte den Patienten umgehend in die Klinik geschickt mit dem Hinweis auf eine Herzproblematik.
#1 vor 15 Tagen von Robert Wagner (Heilpraktiker)
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