Frau Zypries im Körper des Feindes

06.08.2017
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Um mehr darüber erfahren, wie Versandapotheken funktionieren, fährt unsere Wirtschaftsministerin Frau Zypries im Rahmen ihrer Wahlkampftour ausgerechnet in die Niederlande – und holt sich Inspiration bei DocMorris. Hierzulande geht das ja anscheinend nicht.

Unsere deutsche Wirtschaftsministerin (SPD) Frau Zypries ist auf ihrer Wahlkampf- bzw. Dankestour bei den (der Partei?) geldgebenden Konzernen irgendwie vom Weg abgekommen.

Lernt man in den Niederlanden besser?

Oder wie will man es sonst erklären, dass sie ins benachbarte Ausland gefahren ist, um sich von unserem Freund DoMo die digitale Zukunft der Versandapotheken erklären lässt – Apotheke 4.0? Der Grund ihres Besuches war angeblich der, die „fortschreitende Digitalisierung des Gesundheitswesens“ zu besprechen. Und das hätte sie nicht bei einer deutschen gesetzestreuen Versandapotheke tun können? Dazu MUSS sie ins Ausland fahren und sich bei einer Firma beraten lassen, die ohne ihre arabischen Geldgeber ganz arm aussehen würde? Die hier im Land wiederholt Gesetze bricht und die gesamte Apothekerschaft auf die Barrikaden treibt? Was will sie damit demonstrieren? Dass wir hierzulande zu dämlich für fortschrittliches und digitales Arbeiten sind?

Warum muss sie denn ein Unternehmen besuchen, das hier in dem Land, dem sie dienen sollte, weder Steuern bezahlt, noch Geld in den Kranken- oder Rentenkassen lässt, das Gesetze bricht und wohnortnahe Frauenarbeitsplätze vernichtet? Um sich eine Rezeptur anzusehen? Um einen Live-Chat zu betrachten? Das ist derart lächerlich.

Ein digitales Pflaster aufs Knie

Das könnte Frau Zypries hier nicht nur bei den Versendern erleben, sondern auch in einem großen Teil der Vor-Ort-Apotheken. Dort würde sie vielleicht auch einmal persönlich sehen, wie problemlos sich der ein oder andere 90-jährige in einen Chatroom einwählt. Oder wie einfach es sein kann, einem Kind, das sich das Knie aufgeschürft hat, digital ein Pflaster aufzukleben. Auch die Anmessung von Kompressionsstrümpfen nach Maß ist für DoMo sicher ein Kinderspiel – genau so einfach wie die Versorgung von Schwerkranken mit BTM - innerhalb einer halben Stunde.

Wir werden sehen, wie es bei Frau Zypries weitergeht, und wie lange es dauern wird mit dem Beratervertrag bei der Zur Rose Gruppe nach der politischen Karriere. Anders kann ich mir ein solches Verhalten jedenfalls nicht erklären, sozial ist ihre Politik nicht mehr. Interessant finde ich, dass sie den Besuch bei DocMorris auf ihrer Facebook-Seite mit keinem Wort erwähnt, wo sonst jede Eröffnung einer Telefonzelle mit Foto und Bericht hervorgehoben wird.

Schreibt es in die Kommis

Offenbar hat sie gemerkt, dass der Aufenthalt in den Niederlanden so kurz vor der Wahl politisch eher unklug war. Es ist aber schön zu sehen, dass in den Facebook-Kommentaren von Apothekerseite immer wieder daran erinnert wird. Schreibt ihr doch auch mal ein kurzes Statement, ich denke sie wird sich darüber freuen, wie gut der demokratische Diskurs in diesem Land funktioniert ;-)

 

Bildquelle: Matheus Swanson, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.08.2017.

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ein Nichtapotheker
Also unsere Lobby hat jämmerlich versagt, das zeigen die Kommentare über die armen reichen Apotheker. Aber schon klar, es können 20 Apotheker nebeneinander stehen, davon 12 die vielleicht einen Tick mehr als Tariflohn mit ihren Betrieben erwirtschaften, fünf die noch akzeptabel für einen Selbstständigen verdienen, zwei die sehr gut verdienen und einer der wirklich dick verdient. Schon verdienen sie alle dick wie die zuletzt Erwähnten und beuten ihre armen PTA aus, ist klar, das ist das Deutschland der Stammtische. Diese Verteilung entspricht ungefähr der Umsatz- und, daraus resultierend, Einkommensstruktur der deutschen Apotheken. Also bitte, liebe Stammtischler, schluckt euren unbegründeten Neid den ersten 17 Apothekern gegenüber runter und regt euch meinetwegen über die drei letztgenannten Apotheker auf. Aber vergesst nicht, am Anfang stand die freie Berufswahl. Obwohl, selbst neidisch auf einen Apotheker zu sein der erstmal die Voraussetzung beim NC von 1,X (aktuell glauben ich 1,3) erfüllen musste um überhaupt studieren zu dürfen, der dann das Studium absolviert hat und danach den Arsch in der Hose hatte sich lächerlich hoch zu verschulden um überhaupt eine beneidenswerte Apotheke kaufen zu können, ist eigentlich auch daneben. Denn was kann DER für eure falsche Berufswahl? Garnix, denn selbst 12 seiner Studienkollegen auf die ihr kollektivneidisch seid haben trotz gleichem Beruf ebenso die falsche Wahl getroffen ;)
#28 am 15.08.2017 von ein Nichtapotheker (Gast)
  2
Gast
PTAs Ihr seid die Sherpas der Apotheker. Gering entlohnt, hoch kompetent. Damit verdient der Chef am Ende sein Geld.
#27 am 11.08.2017 von Gast
  6
Gast
Glauben Sie mir, 22: Am allerwenigsten haben davon die Angestellten was, die ihrem Chef diesen Luxus erst ermöglichen. Die gehen trotzdem mit einer lachhaften Aufwandsentschädigung am Monatsende nach Hause! Leider vergessen die allermeisten Apotheker sehr gerne wer das eigentliche Herz und die Seele des Ladens ist und wer die Kohle rankarrt!
#26 am 11.08.2017 von Gast
  4
Gast
An alle Kommentatoren, die meinen die Apotheke würde sich eine goldene Nase verdienen: Erklären Sie mir bitte, warum ich als PTA (das sind zu 98% die Leute, die fast alle anfallenden Arbeiten erledigen und die Kunden belustigen, inkompatible Rezepturen herstellen, die meist unnötig sind und sich regelmäßig von den lieben Kunden anpflaumen lassen müssen, während der Apotheker im Büro sitzt und Kaffee trinkt) von meinem Tarifgehalt plus ein paar Prozent kaum leben kann, während mein Mann als Industriemechaniker beinahe das doppelte verdient? Ein pharmazeutisches Examen zur PTA ist kein Armutsgelübde!
#25 am 11.08.2017 von Gast
  5
Gast
Ich liebe Apotheker! Die haben so was kämpferisches und duften so gut nach gebrauchten 500€ Scheinen.
#24 am 10.08.2017 von Gast
  3
Gast
#19,#21,#22: hier wird eins ganz offensichtlich, nämlich eine reine Zurschaustellung von Neid...armselig...mit sachlicher Diskussion ist da nix zu machen...
#23 am 10.08.2017 von Gast
  7
Gast
#17 ich weiß aber welche Immobilien mein Apotheker sein Eigen nennt und welche Autos er und seine Frau fahren.
#22 am 10.08.2017 von Gast
  14
Gast
Ich dachte Apotheker kennen nur Dom. Rep.
#21 am 09.08.2017 von Gast
  10
Gast
Domo ist aber vor Jahren für 200Millionen Euro von der Celesio in Stuttgart gekauft worden. Die Führung erfolgt auch von Stuttgart. Die Celesio ist ein oder besser gesagt DER Pharmagroßhändler in Deutschland. Sein Grundstock ist die Gehe mit Sitz in Stuttgart Neckartalstraße 153. Gehe ist der Großhändler in Deutschland, Domo in der 155. Man kann auch sagen den Mitwttbewerber im eigenen Haus. Die Übernahme kostete der Gehe damals schon Kunden aber dem Umsatz der AG hat es nicht geschadet. Solche Verhaltensweisen nennt man kapitalistisch Wirtschaften.
#20 am 09.08.2017 von Gast
  14
Gast
.......und bei dem Apothekergejammer wird mir immer sehr heiß. Ich transpiere vor Neid, wegen der vielen Kohle, die sie so machen.
#19 am 09.08.2017 von Gast
  13
Gast
#16 ich meinte E.Müller.
#18 am 09.08.2017 von Gast
  0
Gast
@ #7: Ihr Kommentar zeigt leider, dass Sie wenig Ahnung von der Preisgestaltung im Arzneimittelmarkt haben. Die Frage ist hier auch welches "Monopol"? In Deutschland gilt (noch) Fremd- und Mehrbesitz-Verbot, daher wird es schwierig Ihr genanntes Monopol zu finden. Ab Aufhebung von Fremd- und Mehrbesitz-Verbot können Sie beim entstehen eines Monopols zuschauen. Es wird natürlich alles durch Angebot und Nachfrage reguliert, es sei denn große Apothekenketten würden Preisabsprachen treffen. Die Autoindustrie hat da schon Ideen aufgezeigt.
#17 am 09.08.2017 von Gast
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M. Müller
Wir haben kein Temperaturproblem!! Das war böswillig!
#16 am 09.08.2017 von M. Müller (Gast)
  0
Gast
Bei den Parteienspenden liegt m.W. die CDU vorne.
#15 am 09.08.2017 von Gast
  4
Gast
Wo bleibt eigentlich Super-Apo-Müller? Der meldet sich bei Apo-Jammertal-Themen immer markant zu Wort.
#14 am 09.08.2017 von Gast
  12
Thorstein Wagner
Gejammer? Stimmt. Arzneimittelsicherheit und der Umgang des Versandes damit ist echt zum Jammern... für den Patienten, der denkt, er würde vernünftig versorgt. Drum picken Sie weiterhin Rosinen aus Holland. Wäre die Apothekerlobby so infam, wie hier behauptet würde, hätte Sie die 4.000 € für Gespräche mit Frau Zypries und 5.000 für selbiges mit Frau Prüfer-Storcks (siehe: https://drive.google.com/file/d/0B9Tq3xXTFAKmdjlvOWJrNVI0NFU/view ) auf den Tisch gelegt. Die regelmäßigen Anzeigen im "vorwärts"-Blättchen und gesponserte Spargelfahrten sind sicher auch nur dummer Zufall, oder?
#13 am 09.08.2017 von Thorstein Wagner (Gast)
  12
Gast
#11 + 12 Das ist doch nur Gejammer, was Sie hier veranstalten.
#12 am 09.08.2017 von Gast
  24
Thorstein Wagner
Läppische 4.000€! #rentasozi . So machen Konzerne "Politik". Dabei ist die Lieferproblematik des Versandes immer noch am "kochen". Aber noch wirksame Medikamente werden wohl überschätzt: http://www.eurotransport.de/news/eipl-online-apotheken-in-der-kritik-9173289.html http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/apotheker-testet-versand-docmorris-und-die-geschmolzenen-kapseln/ Nunja, jeder wie er's braucht - die Politik protegiert gerne...
#11 am 08.08.2017 von Thorstein Wagner (Gast)
  14
Gast
Es geht doch hier garnicht um den Versandhandel an sich. Bei den OTC-Präparaten (also den frei verkäuflichen) wurde die Preisbindung schon vor vielen Jahren aufgehoben, so dass hier schön Schnäppchen gejagt werden können, egal ob online oder in der Apotheke mit Sonderangeboten. Pikant wird das Ganze, wenn es um die verschreibungspflichtigen Medikamente und deren Preisbindung geht. Wenn ein deutscher Apotheker für ein eingelöstes Rezept z.B. in ein Bonusheft einen Stempel macht, der bei vollem Bonusheft vielleicht 20 oder 50 Cent "wert" ist, steht sofort die Apothekerkammer vor der Tür wegen unerlaubter Rabattierung von preisgebundenen Arzneimitteln. Da kann man so richtig in Teufels Küche kommen. DocMorris aber darf, wie man der Werbung entnehmen kann, bis zu 30 Euro Rabatt pro Rezept geben. Man erlaubt also ausländischen Versandapotheken Rabatte, die den deutschen Apotheken strengstens verboten werden. Und wenn die hiesigen Apotheker sich gegen einen solchen, in höchstem Maße unlauteren Wettbewerb wehren, geht sofort das übliche Bashing los. Auf keine andere Sparte unseres Gesundheitswesens prügelt es sich so schön unreflektiert drauflos wie hier. Am Besten soll der Kaufmann Apotheker garkeinen Gewinn mehr machen, dafür aber Service, nächtlichen Notdienst und immerwährende Freundlichkeit bieten. Und das Personal, das dann von 8 bis 8 (plus Samstag) im Laden steht und Kunden bedient und berät, arbeitet sicher auch gern umsonst, aus purer Menschenfreundlichkeit. Nur leider: viele, vor allem kleine Apotheken, leben von den eingelösten Kassenrezepten mit dem fetten Gewinn von 3 (!) % und knapp 6 Euro pro abgegebener Packung. Ganz einfach für fleißige Internet-(Rezept-)Besteller: keine regelmäßigen Rezepte, keine Apotheke. Auch nicht, wenn man dann doch mal akut ein Leiden hat, weg ist weg. Man schaue sich nur mal in der Offline-Welt um, wie viele kleinere Läden das Internet überlebt haben. Klar kann man alles bestellen, nichts dagegen, aber die Gesund- bzw. Krankheit sollte dabei vielleicht etwas differenzierter betrachtet werden und nicht wichtige, oft überlebensnotwendige Arzneimittel mit Konsumgütern gleich gesetzt werden.
#10 am 08.08.2017 von Gast
  17
Gast
Der Versandhandel belegt seit Jahren eine untere einstellige Prozentzhal beim Marktanteil. Das wird auch so bleiben. Apotheken gehen also am Versandhandel nicht pleite, wenn dann am Unvermögen des Chefs.
#9 am 08.08.2017 von Gast
  26
Gast
Die Apotheke kann nur bleiben, wenn fair gekämpft wird... hier ging es ja eher speziell um DM, das, protegiert durch den EuGH, das deutsche Arzneimittelgesetz mit Füßen tritt. Das wäre so, als würde man Amazon erlauben, sich über die deutsche Buchpreisbindung hinweg zu setzen und die Bücher zu rabattieren. Das aber wurde untersagt, warum das bei den Arzneimitteln über ausländische Versender rechtens sein soll, steht buchstäblich in den Sternen. Sind die Vor-Ort-Apotheken mal zu, ist es zu spät und es bleibt im Zweifelsfall dann nur noch die Krankenhauseinweisung für das Kind mit Lungenentzündung, um an das dringend notwendige Antibiotikum zu kommen...aber das macht die fiese Apothekerlobby dann auch bestimmt mit Absicht...
#8 am 08.08.2017 von Gast
  0
Gast
Die Apotheke kann bleiben, nur das elende Monopol ist durch die Versender unterbunden, finde ich gut, als Kunde.
#7 am 08.08.2017 von Gast
  27
Apotheker
Ist die Vor-Ort-Apotheke erst mal unterbunden, gibt es kein Zurück mehr. Deshalb sage ich als Kunde: Apotheke muss bleiben.
#6 am 08.08.2017 von Apotheker (Gast)
  19
Gast
einfach unglaublich. da bleibt einem die Spucke im Hals stecken!!
#5 am 08.08.2017 von Gast
  0
Gast
Apothekengejammer.
#4 am 08.08.2017 von Gast
  40
Gast
Die Logistig befindet sich derart im Umbruch, dass gut aufgestellte Versender bald innerhalb weniger Stunden werden liefern können. Dann beginnt der Wettlauf erst, den die Apotheker jetzt versuchen vorbeugend zu unterbinden. Ist der Versand erst mal unterbunden, gibt es kein Zurück mehr. Deshalb sage ich als Kunde: Versand muss bleiben.
#3 am 08.08.2017 von Gast
  36
Apotheker
@Frustrierter Apo Kunde: die Wahl der jungen, gesunden Kunden führt hier dazu, dass die alten und kranken, die sich nicht wehren können, nicht mehr richtig versorgt werden können. Daher gebietet es unser Berufsethos, dies zu kritisieren und dagegen vorzugehen! Beispiele sind im Artikel genannt (Notversorgung, BTM, Individualrezepturen, Massanfertigungen usw. können eben nur Vor-Ort-Apotheken,solange es diese noch gibt).
#2 am 08.08.2017 von Apotheker (Gast)
  1
Frustrierter Apo Kunde
Die Lobbyarbeit deutscher Apo-Funktionäre ist nicht verbesserungswürdig. Sie ist schlicht ekelhaft aufdringlich und im vereinigten Europa unpassend. Lasst den Kunden die Wahl.
#1 am 08.08.2017 von Frustrierter Apo Kunde (Gast)
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Kürzlich erreichte mich eine Frage, über die ich erst einmal nachdenken musste: Wie groß ist die Gefahr für mehr...
Immer wieder spreche ich ja das Thema der langweiligen Apothekenschaufenster an – eine englische Apothekerin hat mehr...
Ich teile einfach diesen Sinn für Humor nicht und finde ihn in einer Apotheke schlicht unangebacht. Klosterfrau mehr...

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