Schlafstörungen sind ein Milliardengeschäft

30.07.2017
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Schlafstörungen sind zu einer Art Volkskrankheit geworden. Immer mehr Deutsche haben Probleme damit, durchzuschlafen oder einzuschlafen und die Sehnsucht nach der erholsamen Ruhe in der Nacht, hat sich langsam, aber sicher zu einem milliardenschweren Geschäft entwickelt. Die Pillen zum Einschlafen, die Tabletten zum wach werden oder auch der sogenannte Zungenschrittmacher gegen das störende Schnarchen sind nur ein kleiner Teil des großen Geschäftes, was sich um die Schlafstörungen gebildet hat.

Schlafprobleme sind weiter auf dem Vormarsch

Stress, Ärger, Angst und Sorgen bringen viele Deutsche regelmäßig um ihren wohlverdienten Schlaf. Nacht für Nacht wälzen sich Millionen Menschen ruhelos in ihren Betten und stehen am nächsten Morgen entsprechend müde auf. Schlafstörungen sind nach Ansicht von Schlafforschern das Produkt der modernen Industriegesellschaft und sie haben seit 2010 um rund 66 % zugenommen. Mittlerweile klagen vier von fünf Arbeitnehmern darunter, dass sie nur schlecht schlafen können. Während das Problem mit dem Schlaf bei jungen Menschen nicht so stark ausgeprägt ist, sind vor allem Menschen zwischen 35 und 65 besonders stark betroffen.

Das Problem schnarchen

Viele ruhelose Nächte entstehen durch nerviges Schnarchen, aber hier hat sich die High-Tech-Industrie etwas einfallen lassen – den Zungenschrittmacher. Dieser Schrittmacher wird, wie der Schrittmacher für das Herz, im Brustbereich implantiert und er wird immer dann aktiviert, wenn es notwendig ist, also wenn das Schnarchen eine bestimmte Lautstärke erreicht. Der Zungenschrittmacher funktioniert mittels Kabel, das den Zungennerv anregt, die Zunge schiebt sich dann vor, die Atemwege werden frei und der Patient kann endlich wieder durchschlafen. Der Schrittmacher für die Zunge ist recht teuer, aber leider ist er kein Allheilmittel, denn er kommt aus medizinischer Sicht nur für wenige Menschen infrage.

Schlaflosigkeit kann tödlich sein

Die Folgen von Schlafmangel können schnell lebensgefährlich werden. Wer sich unausgeschlafen und übermüdet hinter das Steuer seines Autos setzt, der riskiert den gefährlichen Sekundenschlaf und der führt zu oftmals tödlichen Unfällen. Die häufigste Unfallursache ist nicht das Fahren unter Alkohol, sondern ein übermüdeter Fahrer, der für wenige Sekunden einnickt. Laut einer Studie der DAK ist die Hälfte der Arbeitnehmer schon vor der Arbeit müde und ein knappes Drittel ist total erschöpft. Die Kosten, die dieser dauerhafte Schlafmangel verursacht, wird mit 60 Milliarden Euro beziffert, die der deutschen Wirtschaft in nur einem Jahr entstehen.

Ist das digitale Zeitalter schuld?

Smartphone, PC, Laptop und Tablet sind heute überall dabei und finden selbst im Schlafzimmer ihren Platz. Wer lange vor dem Bildschirm sitzt, der riskiert massive Schlafstörungen, weil der Körper keine Dunkelheit mehr verspürt und in der Folge verringert sich auch die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Dieses Hormon wird aber dringend gebraucht, um überhaupt einschlafen zu können. Vor allem Kinder und Jugendliche sind gefährdet, denn in der Gruppe der 11- bis 18-Jährigen liegt das Smartphone auf dem Nachttisch und viele checken bis zu zehnmal in einer Nacht ihre Posts bei Facebook oder lesen ihre Mails. Wer wieder normal durchschlafen möchte, der sollte sowohl das Smartphone als auch den Laptop und den Fernseher aus dem Schlafzimmer verbannen, dann klappt es auch wieder mit der Nachtruhe.

Therapie statt Tabletten

Die Pharmaindustrie verdient an der Schlaflosigkeit nicht schlecht und das macht viele Mediziner wütend. Die Patienten werden in eine Art Teufelskreis getrieben, aus dem sie nicht selten von selbst nicht wieder herausfinden. Abends wird die Tablette zum Einschlafen genommen, am Morgen dann die Tablette, die wach macht. Auch tagsüber brauchen immer mehr Menschen Mittel, um fit zu bleiben, bevor dann am Abend wieder die Schlaftablette wartet. Der Schlaf mithilfe von Medikamenten ist ein künstlicher Schlaf, der den natürlichen tiefen Schlaf nicht ersetzen kann, den der Körper braucht, um sich zu regenerieren. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, raten Mediziner zu einer gründlichen Ursachenerkennung und zu einer kognitiven Verhaltenstherapie, die wieder für gesunden Schlaf sorgt.

Bildquelle: depositphotos.com @ minervastock

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.07.2017.

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