Cialis bei benignem Prostatasyndrom

30.07.2017
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Seit 2007 ist das verschreibungspflichtige Arzneimittel Cialis zur Bedarfsbehandlung von erektiler Dysfunktion bei Männern zugelassen. Studien beschreiben positive Effekte des aktiven Wirkstoffes Tadalafil bei der Behandlung von benignem Prostatasyndrom. In niedrigen Dosierungen von 2,5 Milligramm und 5 Milligramm ist Cialis bei entsprechender Indikation verschreibungsfähig.

Benignes Prostatasyndrom: Was ist das?

Im seitlichen und vorderen Bereich des männlichen Harnröhrenbeginns ist ab dem dreißigsten Lebensjahr ein verstärktes Wachstum von Zwischengewebe und Drüsen zu beobachten. Diese gutartige Vermehrung der Prostatazellen wird als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet.

Hauptsächlich sind hierfür männliche (beispielsweise Testosteron) als auch weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) verantwortlich. Mit zunehmendem Alter nimmt der Testosteronspiegel bei Männern ab. Der Östrogenspiegel steigt im Gegensatz dazu.

Die Aktivität des Enzyms 5-alpha-Reduktase nimmt in der Prostata selbst zu. Es wandelt vorrangig Testosteron in das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) um.

Bis dato bleiben konkrete Ursachen zur Entstehung von BPH offen. Mediziner gehen davon aus, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren hierfür ausschlaggebend ist. Neben bereits aufgeführten, gehören hierzu auch die Ernährung sowie der Nikotin- und Alkoholkonsum.

Treten neben aufgeführten Prostataveränderungen weitere objektive als auch subjektive Anzeichen auf, stellen Ärzte die Diagnose BPS (benignes Prostatasyndrom). Typische Merkmale sind beispielsweise Harnabflussstörungen.

Cialis zur Behandlung von BPS

Das rezeptpflichtige Arzneimittel gehört zur Gruppe der PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Inhibitoren). Aufgrund dessen ist es hauptsächlich bei ärztlich diagnostizierter, erektiler Dysfunktion angezeigt.

Männer bevorzugen Cialis im Gegensatz zu anderen PDE-5 Hemmern aufgrund seiner niedrigen Dosierung sowie seiner Langzeitwirkung von bis zu 36 Stunden. In den niedrigen Dosierungen lindert Cialis zudem BPS Beschwerden.

Der aktive Wirkstoff Tadalafil hemmt das im Hoden aktive PDE-5. Auf diese Weise unterbindet das Arzneimittel den Abbau von CGMP (zyklisches Guanosinmonophosphat), wodurch sich die Gefäßmuskeln im Bereich der Penisschwellkörper entspannen. Der Bluteinstrom in den Penis erhöht sich.

Bei der Behandlung von erektilen Dysfunktionen ermöglicht dies eine Erektion des männlichen Geschlechtsorgans. Hauptsächlich verordnet wird in diesem Zusammenhang Cialis mit 10mg / 20mg  (höchste Dosierung) des aktiven Wirkstoffes.

Ähnlich agiert Tadalafil auch beim BPS. Aufgrund oben beschriebener biochemischer Prozesse, ermöglicht die muskuläre Entspannung eine verbesserte Öffnung des Blasenhalses. Infolge dessen verbessert sich der Harnabfluss. Da dieser Effekt, anders als zur Behandlung der erektilen Dysfunktion, dauerhaft erzielt werden muss, wird Cialis in der niedrigen Dosierung zur täglichen Einnahme verschrieben.

Studien über Cialis bei BPS

Die beschriebenen Vorteile der Therapie von BPS mit Cialis wurden in verschiedenen Studien mehrfach nachgewiesen. Ermittelt wurde die jeweilige Linderung von Symptomen bei beteiligten Studienteilnehmern mithilfe der International Prostate Symptom Score (IPSS).

Zunächst belegten zwei Untersuchungen dass sich bei täglicher Einnahme von 5 Milligramm Tadalafil der IPSS bei erkrankten Patienten gegenüber der Kontrollgruppe signifikant verbesserte. Probanden der Kontrollgruppen erhielten Placebos.

In weiteren Studien lag der Fokus auf der Wirkung des PDE-5 Hemmers bei erwachsenen Männern, die sowohl an BPS als auch an erektilen Dysfunktionen litten. Die Symptome beider Krankheitsbilder verbesserten sich bei einer täglichen Dosierung von 5 Milligramm Cialis.

Trotz der effektiven Wirkung Tadalafils bei beiden Indikationen ist zu beachten, dass Krankenkassen die Kosten für Cialis nur bei BPS übernehmen. Im Gegensatz zur Einnahme bei erektilen Dysfunktionen steht bei der Behandlung von BPS nicht die erhöhte Lebensqualität, sondern die Behandlung der Beschwerden im Vordergrund.

Verschiedene Therapiemöglichkeiten bei BPS

Neben Cialis kommen weitere Arzneimittel zur Behandlung von BPS infrage. Hierzu zählen beispielsweise Alpha-1-Blocker, Phytopharmaka oder 5-alpha-Reduktase-Hemmer. Alpha-1-Blocker sind blutdrucksenkende Präparate, welche bei Herz-Kreislauferkrankungen als auch bei Bluthochdruck indiziert sind. Im Gegensatz zur Behandlung von BPS mit Cialis zeichnet sich die Verordnung dieser Präparate vorrangig durch wirtschaftliche Vorteile aus, da häufig Generika zum Einsatz kommen.

In Abhängigkeit von der jeweiligen Diagnose ist es möglich, Cialis (5 Milligramm) parallel zu genannten Medikamenten einzunehmen. Alternativ dazu ist eine Einzeltherapie mit Tadalafil möglich. Letzteres ist vor allem dann angezeigt, wenn der Patient sowohl unter BPS als auch erektilen Dysfunktionen leidet.

Der Vorteil von Cialis bei der Langzeitbehandlung von BPS besteht darüber hinaus darin, dass im Verlaufe der Zeit keine Wirkungsverluste des aktiven Wirkstoffes zu verzeichnen sind.

Zu beachten sind mögliche Kontraindikationen des PDE-5-Hemmers. Nicht geeignet ist Cialis gegen BPS bei Patienten mit bekannter Allergie gegen enthaltene Substanzen beziehungsweise mit Herz-Kreislauferkrankungen verschiedener Art.

Bildquelle: depositphotos.com @ furtaev

Artikel letztmalig aktualisiert am 31.07.2017.

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Medizin, Urologie
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