Welches Thromboserisiko ist mit dem Risikofaktor Krampfadern verbunden ?

26.07.2017
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Welches Thromboserisiko ist mit dem Risikofaktor Krampfadern verbunden ?

Die Entstehung einer Thrombose ist ein mulifaktorielles Geschehen.
Ca. 20 % der Männer und ca. 26 % der Frauen haben Krampfadern 1). Diese Häufigkeit ist bedeutend. Treten die Krampfadern sehr pregnant hervor, dann  macht sich die betroffene Person Gedanken über das damit verbundene Thromboserisiko. Damit ein Thrombose stattfinden kann, muß zu den erworbenen und/oder ererbten Risikofaktoren noch ein akutes, auslösendes Ereignis wie z.B. eine Operation, eine Tumorerkrankung oder eine Entzündung dazukommen. Krampfadern sind die häufigste Ursache für Venenentzündungen . Damit begünstigen Krampfadern ein solches akutes Ereignis, das die Gerinnung massiv aktiviert. Das Gerinnsel setzt sich, wenn es sich bildet, meist in einer tiefen  Beinvene fest.

Risikofaktoren für ein thromboembolisches Ereignis:

Erworben:

·         Höheres Lebensalter ( > 60 Jahre)

·         Thrombose in der Vergangenheit

·         Hormonersatztherapie

·         Schwangerschaft bzw. Einnahme der Anti-Baby-Pille
         (Deutliche Erniedrigung des Protein S-Spiegels)

Meist ererbt:

·         Thrombophilierisikofaktoren wie z.B. Faktor-V-Leiden-Mutation (ererbt) oder
          z.B. auch Lupus Antikoagulans (erworben)

·         Krampfadern (bei vererbter Bindegewebsschwäche – in ca. 17 % der Fälle)

Krampfadern entwickeln sich durch eine nachlassende Elastizität der Gefäßwände oder durch eine ererbte Bindegewebschwäche mit Schwächung der Venenwand und der Venenklappen. Das Blut fließt zumindest teilweise zurück in den Fuß. Die Stauung des Blutes stellt den eigentlichen Thromboserisikofaktor “Krampfadern” dar.
Konkrete Angaben über die Bedeutung dieses Risikofaktors sind spärlich.

Wie häufig bekommen Patienten mit Krampfadern eineThrombose ?

Thrombosen sind in der Allgemeinbevölkerung ein seltenes Ereignis. Nur 0,1 % erleiden pro Jahr eine Thrombose. Die S3-Leitlinie “Prophylaxe der venösen Thromboembolie” 2) bewertet auch die stark ausgeprägte Varikosis als einen Thromboserisikofaktor mit geringer Bedeutung.
Die Dissertation von Svetlana Liadski 3) nennt in der Thromboseanamnese die Auffälligkeiten bei 314 Patienten mit Thrombose, die in die Studie eingeschlossen waren:
Nur 7 % der Thrombosepatienten hatten eine chronische Venenerkrankung, d.h. Krampfadern  oder eine chronisch venöse Innsuffizienz. Deutlich häufiger fiel bei den Patienten eine Thrombose in der Vergangenheit (22,5 %) oder z.B. eine Faktor-V-Leiden Mutation (16 %) auf. Auch diese Studie legt dem Phänomen “Krampfadern” eher ein gering erhöhtes Thromboserisiko nahe.
Dies bestätigt G. Kammerlander 4), wenn mit der Varikosis höchstens das CVI-Stadium 1-2 verbunden ist. Allenfalls im Stadium 3 der chronisch venösen Innsuffizienz (CVI) ist das Thromboserisiko hoch.

Die Beschwerden bewegen den Patienten zum Phlebologen und nicht das Thromboserisiko
Die Krampfadern bewirken eine Zirkulationsstörung im Blutkreislauf. Meist ist damit eine Beinschwellung (Ödem) und / oder ein Spannungsgefühl verbunden, die den Patienten zum Phlebologen treibt.
Im Anfangsstadium der Varikose wird in der Regel ein Kompressionsstrumpf verordnet. Dieser sollte zumindest bei sitzenden oder stehenden Tätigkeiten getragen werden.Stauung und Spannungsgefühl gehen zurück. Der verbesserte Blutfluss zum Herzen reduziert gleichzeitig das Thromboserisiko. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen ist besonders im Sommer nicht sehr angenehm. Sport, der die Beinmuskeln trainiert und die Durchblutung fördert, wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen, ist ebenfalls ein sehr erfolgreicher Weg Ödeme zum Verschwinden zu bringen.
Durch diese Maßnahmen reduziert der Patient das geringe Thromboserisiko, es seie den, der Patient präsentiert weitere Thromboserisikofaktoren wie  vor allem eine Thrombose in der Vergangenheit.

Empfehlung

Mit Krampfadern sollte man zum Phlebologen gehen, um das Stadium der Erkrankung festlegen zu lassen und um eine entsprechende Therapie empfohlen zu bekommen. Damit hat man auch etwas gegen das meist geringe Thromboserisiko getan.

Literatur

1.)   E.Rabe. Bonner Venenstudie der Deutsche Gesellschaft für Phlebologie.Phlebologie 2003; 32:1-14.

2.)   S3-Leitlinie “Prophylkaxe der venösen Thromboembolie”, Stand 2015

3.)   Svetlana Liadski. Tiefe Beinvenenthrombose – Unterschiedliche Therapiekonzepte. Dissertation, Essen, 2003. Tab. 10 Thromboseanamnese.

4.)   G. Kammerlander. Lokaltherapeutische Standards für chronische Hautwunden.
Springer-Verlag Wien, 2. Auflage, Kap. 10 Thrombose Risikogruppen 

Bildquelle: Erich Kunzmann

Artikel letztmalig aktualisiert am 21.09.2017.

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