Klinikhierarchien: Haus der Demütigung

22.07.2017
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Die hierarchischen Rollen in Kliniken sind seit 150 Jahren klar verteilt: die Oberen herrschen, die Unteren buckeln. So werden Operationsschwestern vom Chirurgen als „dumm“ bezeichnet. Und für Assistenzärzte gehören öffentliche Schikanen während der Visite zum Klinikalltag dazu.

Das Krankenhaus ist von Natur aus ein Ort, an dem es um Leben und Tod geht. Das ist die Arbeit, die Ärzte, Krankenschwestern und andere Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes gewählt haben. Die ständige drohende Gesundheitsgefahr der Patienten, der enorme emotionale und auch körperliche Stress kann sie motivieren oder runterziehen. Doch was dabei immer an erster Stelle stehen muss, ist ein Höchstmaß an Professionalität. Was aber tun, wenn das nicht funktioniert und die starren Hierarchieebenen von Vorgesetzen missbraucht werden?

Sticheleien zwischen Pflegepersonal und Ärzten

Janina K. ist Krankenpflegerin in einer großen Münchner Klinik. Ihren vollen Namen und genauen Arbeitsort möchte sie nicht nennen, aus Angst vor möglichen negativen Konsequenzen. Sie berichtet, dass sie und ihre Kolleginnen beinahe täglich unfaires Verhalten der Ärzte ihnen gegenüber erleben. Das harmloseste sei die offensichtliche Nichtbeachtung ihrer Person, gerade im Beisein von Patienten oder das maßlose Anherrschen, sollte etwas nicht zur Zufriedenheit der Ärzte erledigt worden sein. Erfahrene Operationsschwestern würden von den Chirurgen häufig als „blöd“, „debil“ oder „faul“ angepöbelt, und das nicht unter vier Augen, sondern vor Assistenten und anderen Zuhörern.

Man lernt mit solchen Sticheleien umzugehen und auch das schlechte Gerede hinter dem Rücken zu ignorieren, betont die Pflegekraft. Doch es gibt auch Situationen, die Janina ziemlich zusetzen, gerade dann, wenn sie auch für Patienten gefährlich werden können. So hatte Janina einmal einen Mann betreut, der für eine Stammzelltransplantation vorgesehen war. Er hatte typische Symptome eines Herzinfarkts gezeigt, was durch die Medikamente, die er bekam, hervorgerufen werden konnte. Wenn der Patient jedoch kardial instabil ist, kann das eine geplante Transplantation sehr riskant machen. Also bekam der Patient ein EKG angelegt und die Schwestern warteten auf den Arzt, der es auswerten sollte.

Als die Morgenvisite startete und der Patient dem diensthabenden Arzt von seinen stechenden Brustschmerzen berichtete, warf dieser nur einen kurzen Blick auf das EKG, während er gleichzeitig auf seinem Smartphone herumtippte. Er kam schließlich zu der Feststellung, dass ihn das jetzt nicht beträfe und sich ein anderer Kollege doch „irgendwann“ darum kümmern solle. Der Arzt war für seine herrische Ungeduld bekannt.

An guten Tagen brodelte seine schlechte Laune nur an der Oberfläche, an schlechten kochte sie über. Janina fühlte sich in einer Pattsituation. Würde sie den Arzt noch einmal auf die Beschwerden und die möglichen Risiken wegen der bevorstehenden Transplantation ansprechen, könnte es sehr ungemütlich für sie werden, wenn sie die Wut des Arztes ab bekäme. Ließe sie es jedoch bleiben, könnte das dem Patienten schaden. Als sie beim Arzt schließlich doch noch einmal zaghaft nachfragt, dreht dieser sich plötzlich inmitten der versammelten Mannschaft zu ihr um und schreit sie wutentbrannt an: „Warum?! Wollen Sie etwa meinen Job tun? Haben Sie etwa Medizin studiert?“. Die Krankenpflegerin ist eingeschüchtert und fühlt sich vorgeführt. Die versammelte Runde bricht in leises Gekicher aus. Dies ist nur eine von vielen Situationen, in denen die altbekannte Hierarchie zwischen Ärzten und Schwestern sich von ihrer schlimmen Seite zeigt.

Schikanieren der Assistenzärzte

Doch nicht nur das Pflegepersonal muss unter denjenigen leiden, die ihre Machtposition missbrauchen. Auch die Ärzte selber erfahren solche Demütigungen häufig am eigenen Leib, gerade in ihrer Anfangszeit.

Assistenzärzte stehen besonders unter Druck, da sie zur Facharztprüfung einen dicken Katalog an Operationen und Untersuchungen nachweisen müssen und häufig daneben auch noch wissenschaftlich tätig sein müssen. Sie haben oft nur einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag, wodurch die Chefärzte sie in der Hand haben und deren unangemessenes Verhalten nicht geahndet, sondern toleriert wird.

Beliebt ist laut Assistenzarzt Hannes R., der in einer großen chirurgischen Abteilung arbeitet, das Bloßstellen während der Visite. Hannes berichtet, dass Assistenzärzte regelmäßig vom Chefarzt vor den Patienten „ausgefragt“ werden. Sie müssen dann auswendig die Patientenakte hinunter beten, inklusive Wohnort, früherer Arbeitsstellen, Haustiere und anderer häufig unrelevanter Informationen. Bei Nichtwissen würde der Vorgesetzte dann süffisant vor dem Patientenbett bemerken „Sehen Sie, Sie sind kein guter Arzt. Wie soll nur jemals was aus Ihnen werden“.

Auch Dr. Rebecca Mahnsen*, die Assistenzärztin in einer Kölner Klinik ist, berichtet uns von ähnlichen Erlebnissen. „Die PJler und Famulanten werden regelmäßig wie Luft bei den Visiten behandelt, wobei ich diese ja noch beneide.“ Die Assistenzärzte hingegen werden jederzeit vor der versammelten Runde runtergemacht, wenn etwas nicht so notiert wurde, wie der Chef persönlich es wolle oder bei sonstigen „angeblichen“ Fehlern.

Einmal wurde eine Kollegin angeschrien, weil sie eine Minute zu spät zum Dienst erschien. Rebecca Mahnsen berichtet, dass sie häufig einfach von ihrem Chefarzt ignoriert würde. So würde dieser ziemlich wichtige OPs ihrem männlichen Kollegen geben, während sie leer ausginge. Wenn sie dann darauf zu sprechen komme, würde der Arzt nur grinsen und meinen, dass sie noch nicht „das Zeug dazu hätte“.

Medizinstudenten werden ausgenutzt

Solche Situationen, in denen die hierarchischen Ebenen im Krankenhaus ausgenutzt werden, erleben viele Ärzte tagtäglich. Ein PJler in der Inneren Medizin erzählte uns, dass sein Oberarzt auf Station immer die ganzen Patientenakten rausreißen und auf den Boden werfen würde, wenn er etwas nicht richtig eingeordnet hätte. Oder er würde ihn mit Botengängen schikanieren, wie etwa, dass er der versammelten Mannschaft Kaffee holen müsse und deswegen „leider“ nicht an der interessanten Besprechung teilnehmen könne.

Auch würde sein Chef ihm häufig kurz vor Dienstschluss noch längere Aufgaben aufs Auge drücken, wie etwa Aktenschränke auszusortieren, damit er ja nicht pünktlich gehen kann so wie die anderen Ärzte auch. Doch auch schon im Studium bekommen viele Medizinstudenten die hierarchischen Ebenen im Krankenhaus zu spüren. Beispielsweise, wenn es um das Erstellen der Doktorarbeit geht.

Stefanie K. bekam das am eigenen Leib zu spüren. Die Studentin bewarb sich für eine Dissertation an einer anerkannten Klinik für Plastische Chirurgie. Am Anfang sah alles super aus. Sie hatte einen Assistenzarzt, der sie in die Laborarbeit einführte und der Doktorvater und Oberarzt der Klinik erschienen auch nett und sehr kompetent. Stefanie begann motiviert ihre experimentelle Arbeit und dokumentierte alles sorgfältig. Als erste Ergebnisse feststanden, meinte ihr Betreuer, er müsse diese nun auf einem Kongress vorstellen. Stefanie dachte, das wäre so üblich und überreichte dem Betreuer alle ihre schriftlichen Aufzeichnungen.

Doch schon bald nach dem Kongress begann die Qualität ihrer Betreuung rapide zu sinken, sie wurde immer öfter mit Fragestellungen alleine gelassen. Schließlich erfuhr sie durch Zufall, dass ihr Betreuer auch schon eine Publikation mit ihren Ergebnissen eingereicht hatte: Sie stand zwar auch weit hinten auf dem Paper, doch ihr Betreuer nannte sich als Erstautor und verwendete ihre hart erarbeiteten Ergebnisse gleich für seine Zwecke. Als sie ihren Doktorvater schließlich zögerlich darauf ansprach, meinte dieser nur, dass sei halt so üblich, schließlich wolle sich der Assistenzarzt habilitieren und er könne die Arbeit ja nicht alleine machen.

Mobbing im Krankenhaus

Solch ein Ausspielen von Machtpositionen kann auch sehr extrem werden und zu Mobbing ausarten. Das ist ein Thema, das zwar oft nicht angesprochen wird, aber in ziemlich vielen Kliniken besteht. Im Gesundheitswesen wird sogar mehr gemobbt als in jeder anderen Berufssparte. Zu diesem Ergebnis kam eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Kanada. Die Erkenntnisse lassen sich aber auch auf Deutschland übertragen.

Als Mobbing bezeichnet man Handlungen, die dazu dienen, andere Menschen wiederholt zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen, beispielsweise durch die Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit. Viele Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes kennen diese Situationen. Oft ist das Mobbingopfer zunächst Sündenbock für unverarbeitete Konflikte am Arbeitsplatz. Später kommt es zu gezieltem Terror durch Ausgrenzung und  Kränkungen.

Wie bei der Ärztin Ramona Hoffmann*. Sie bewarb sich für eine Assistenzarztstelle an einer großen Klinik in der Inneren Medizin. Anfangs war sie sehr motiviert, freudig, dass es nun endlich losging mit dem ersten richtigen Job. Doch schnell fühlte sie sich von ihren Vorgesetzen alleine gelassen. „Ich habe keinerlei Unterstützung von meinen Oberärzten bekommen“ erzählt sie. „Ich war für eine ganze Station als absoluter Anfänger alleine verantwortlich.“ Das zerrte an ihren Nerven: „Wenn ich abends nach Hause kam, betete ich, heute niemanden umgebracht zu haben“.

Bei Fragen, die sie an ihren Oberarzt richtete, war der zu beschäftigt, um zu antworten. Doch wenn sie am nächsten Tag in der Morgenvisite den Patienten vorstellte, wurde sie vor versammelter Mannschaft vorgeführt, weil man hinter ihrem Rücken Therapiepläne änderte. „Oft fand ich meine Anordnungen in den Patientenakten mit einem dicken roten Stift durchgestrichen, ohne, dass jemand mit mir darüber gesprochen hätte, was ich falsch gemacht hätte“, berichtet die junge Ärztin. „Sowieso hab ich immer alles falsch gemacht, egal wie sehr ich mich anstrengte“.

Die Situation nagt an ihren Kräften, Ramona wird immer unsicherer und ihr Selbstwertgefühl leidet. „Wollte ich einen Patienten noch am selben Tag untersuchen, hieß es immer, dass sei doch nicht nötig, ich müsse auch auf die Kosten achten. Verschob ich das Ganze auf den nächsten Tag, sagte man mir, dass müsse doch unbedingt gleich erfolgen, ob ich im Medizinstudium nichts gelernt hätte“. Ramona geht es immer schlechter.

Oft geht sie weinend nach Hause, müde vom Nachtdienst, erschöpft und frustriert, weil sie wieder einmal von ihrem Oberarzt eins auf den Deckel bekommen hat. Die Assistenzärztin traut sich immer weniger zu, will bei allem auf Nummer sicher gehen und bekommt doch von allen Seiten zu hören, sie wäre nicht gut genug für den Beruf. Als sie sich immer mehr zurückzieht, um ja nichts Falsches zu tun, sagt man ihr, sie müsse sich gar nicht wundern über die schlechte Kritik ihres Vorgesetzten, sie würde den Beruf ja gar nicht wollen.

Schließlich zieht Ramona die Reißleine. „Ich habe gekündigt und mir eine andere Stelle in einer anderen kleineren Klinik auf dem Land gesucht“, erzählt sie. „Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht“. In der kleinen Klinik erfährt sie Unterstützung und flache Hierarchien. „Jeder grüßte sich mit Vornamen, man saß häufig noch nach der Arbeit gemütlich in einem kleinen Cafe um die Ecke zusammen. Jeder war freundlich und bereit, Sachverhalte vernünftig anzusprechen und zu erklären.“ So etwas kannte sie vorher nicht. Erst im Nachhinein wurde Ramona klar, dass sie zuvor ein Mobbingopfer gewesen war.

Auch Chefärzte sind betroffen

Wie der 2015 bekannt gewordene Fall eines Chefarztes der Ilmtalklinik zeigt, kommt Mobbing allerdings nicht immer nur von Seiten der Ärzte. Hier wollte die Klinik den in Ungnade gefallenen Arzt loswerden und wendete perfide Methoden an. Gewisse lukrative Eingriffe waren rückläufig geworden, anscheinend konnte man nicht die vorgeschriebene Mindestmenge an Fällen erbringen, wodurch sich finanzielle Probleme ergaben. Die Klinik wollte den Arzt zur Kündigung drängen. Der betroffene Chefarzt wurde eines Tages zur Geschäftsleitung zitiert und fiel aus allen Wolken, als er von dieser nach gesundheitlichen Problemen befragt wurde.

Der Geschäftsführung sei nämlich von verschiedenen Seiten zugetragen worden, dass er „Aussetzer“ habe. Die Klinik wollte den Arzt untersuchen lassen und tatsächlich rief kurze Zeit später einen psychiatrische Einrichtung an: er solle sofort zu einer 14-tägigen stationären Untersuchung kommen, man hätte von der Geschäftsleitung gehört, es stehe sehr schlimm um ihn.

Der Chefarzt wurde zwangsweise einer neurologisch-psychiatrischen Begutachtung wegen angeblicher Demenz unterzogen. Zwar haben Klinikleiter tatsächlich das Recht bei Zweifeln am Gesundheitszustand eines Mitarbeiters auf eine vertrauensärztliche Untersuchung zu bestehen, aber „dass es allerdings im konkreten Fall um einen Chefarzt geht und zudem auch noch um ein etwas untypisches Krankheitsbild, das ist jetzt eher selten", erklärte der Geschäftsführer der Bayrischen Krankenhausgesellschaft Siegfried Hasenbein.

Die Begutachtung des Chefarztes fand schließlich heraus, dass dieser „überdurchschnittliche Fähigkeiten besitzt“, wie es in einem Schreiben des Ärztlichen Kreisverbandes heißt. Doch damit hatte er noch lange keine Ruhe, denn er wurde erneut mit einem Vorwurf konfrontiert. Diesmal sollten die im Landkreis praktizierenden Fach- und Hausärzte angeblich kein Vertrauen mehr zu ihm haben und deswegen ein Auflösungsvertrag erfolgen.

Doch wieder konnte der Vorwurf entkräftigt werden – die Landkreisärzte sprachen dem langjährig tätigen Chefarzt ihr Vertrauen aus und stellten sogar den Klinikleiter auf einer Sitzung zur Rede. Das Vorgehen der Geschäftsführer der Ilmtalklinik ist kein Einzelfall. Um unerwünschte Mitarbeiter loszuwerden, wird auf verschiedene Arten versucht, Machtpositionen auszunutzen, um Angestellte „rauszuekeln“.

Was tun?

Es stellt sich die Frage, was man gegen Schikane und Mobbing im Krankenhaus tun kann. „Mobbing ist in Kliniken stark verbreitet - das liegt auch an den traditionellen, strikt hierarchischen Strukturen“, erklärt Dr. Brigitte Hefer, Mobbing-Beauftragte der Ärztekammer Nordrhein. Schon seit 150 Jahren sind die Rollen im Krankenhaus klar verteilt.

Im 19. Jahrhundert wurden in der Preußischen Militärakademie Chef-, Ober- und Unterärzte (die heutigen Assistenzärzte) ausgebildet. Dabei wurden keine Widerworte geduldet und alles streng reglementiert. Und auch heute noch haben wir diese strengen Hierarchien. Das schlechte Arbeitsklima führt dazu, dass Schwächen oder Probleme unerwünscht sind. Es wird hart und rücksichtslos kritisiert, da keine Zeit bleibt, um Konflikte in Ruhe auszutragen. Die Hackordnung führt dazu, dass Schikanen und Machtmissbräuche häufig toleriert werden und Opfer sich keine Hilfe suchen.

„Die Betroffenen leiden meistens sehr lange, ehe sie sich bei uns melden - im Schnitt drei Jahre“, berichtet Hefer. Doch nicht nur die standestypische Hierarchie ist Grund für den rauen Umgang im Krankenhaus. Es ist vielmehr eine allgemeine Entsolidarisierung und der generelle Verlust persönlicher Scham und Anständigkeit, die ein solches Verhalten erst ermöglichen. Schon im Studium werden Medizinstudenten eher zu Einzelkämpfern erzogen, als zu Teamplayern. Es werden die Ehrgeizigsten ausgewählt, solche die schon in der Schule immer sehr gute Leistungen erbrachten und diese nicht gerne mit anderen teilen. Das zeigt sich auch im späteren Berufsleben wieder.

Die Konkurrenz ist groß. Gerade in den großen beliebten Facharztrichtungen Chirurgie und Innere Medizin helfen sich die jungen Ärzte nicht untereinander, sondern stoßen mit den Ellenbogen, um ganz nach oben zu kommen. Der Erfolg des Einzelnen ist wichtiger als Zusammenhalt, schließlich möchte man sich jetzt schon einen Namen machen.

Die Ärztekammer versucht mit verschiedenen Methoden, Mobbing in Kliniken vorzubeugen. Man braucht dazu einerseits klare Regeln für häufig mit Konflikten behaftete Bereiche wie Dienstpläne, Urlaub, Fortbildung und Dienstreisen. Alles muss transparent gestaltet werden, damit keiner nachteilig behandelt werden kann.

„Man muss den Chefs das Druckmittel nehmen, beliebig zu strafen“, erklärt Hefer. Andererseits sollte auch eine Kultur geschaffen werden, die es innerhalb der Klinik selbstverständlich macht, dass Mobben für den „Mobber“ negative Konsequenzen hat und unkollegiales Verhalten nicht geduldet wird. Wichtig sind zudem klare Organisations- und Betriebsstrukturen im Krankenhaus.

Vorgesetzte sollten an Schulungen im Bereich Führungsverhalten teilnehmen, um den richtigen Umgang mit Mitarbeitern zu erlernen. Erfährt man selber tagtäglich Schikanen, sollte man sich auch von den Mobbingbeauftragen der Kliniken oder Ärztekammern im konkreten Fall beraten lassen.

„Wir weisen die „Mobbingopfer“ auf berufs- oder arbeitsrechtliche Aspekte hin, die nach unserer Erfahrung sehr oft vorliegen. Bei berufsrechtlichen Verstößen kann die Ärztekammer eine Überprüfung einleiten. (...) Stehen arbeitsrechtliche Belange im Vordergrund, weisen wir die Kollegen auf arbeitsrechtliche Unterstützung durch einen Rechtsanwalt oder den Marburger Bund hin. (...)Wir bieten den Ratsuchenden außerdem die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens (Gespräch zwischen „Gemobbtem“, „Mobber“ und Moderation durch die Ärztekammer) an.

In einigen Fällen ist das Arbeitsverhältnis so zerrüttet, dass von den Betroffenen keine Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit gesehen wird. In diesen Fällen raten wir, die Möglichkeit einer adäquaten Abfindung, gegebenenfalls mit Hilfe eines Rechtsbeistandes, prüfen zu lassen“ erklären Dr. Brigitte Hefer und Dr. Martina Levartz, Geschäftsführerin des Instituts für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein.

Zudem halten sie die Einführung einer Betriebsvereinbarung zur Lösung von Konflikten am Arbeitsplatz für sinnvoll, in der Prävention von Mobbing und eine Anlaufstelle sowie Ablaufschritte bei Mobbing niedergelegt sind.

Gemeinsam ist man stärker

Vor allem aber sollten die Kollegen untereinander besser zusammenhalten. Ist man nicht nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, sondern stärkt sich untereinander den Rücken, kann es erst gar nicht soweit kommen. Mobbing funktioniert nur, wenn Einzelne aus der Gruppe ausgegrenzt werden. Setzen sich Kollegen zusammen zur Wehr und dokumentieren notfalls alle unfairen Schikanen, schießt sich der Mobber schnell ein Eigentor.

Natürlich können sich Vorgesetzte und andere Mitarbeiter in Stresssituationen mal im Ton vergreifen oder einen schlechten Tag haben. Wichtig ist dann aber in einem ruhigen Moment das Gespräch mit dem Gegenüber zu suchen und alles zu bereinigen. So kann sich kein Frust anstauen, der womöglich zu unkollegialem Verhalten führt. Gerade bei den hierarchischen Strukturen im Krankenhaus scheint das nicht immer einfach. Oft traut man sich nicht, auch den Chef an einen respektvollen Umgang miteinander zu erinnern. Doch nur, wenn alle zusammen arbeiten, kann das Gesundheitspersonal bestmöglich den Patienten versorgen. Und nur in einem angenehmen kollegialen Arbeitsklima kann die medizinische Arbeit letztlich auch Freude und Erfüllung für alle bieten.

*Namen auf Wunsch geändert

Bildquelle: Bert Kaufmann, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 04.08.2017.

165 Wertungen (4.58 ø)
43186 Aufrufe
Medizin, Studium
Gast
# 39 Hoffentlich schlummert der ahnungslose Patient ruhig und friedlich bei soviel Drama im OP
#115 am 04.08.2017 von Gast
  1
Gast
Sex, Drugs and Rock and Roll. Wer braucht dann noch Ärzte oder Kranken-Vernichtungs-Fabriken???
#114 am 04.08.2017 von Gast
  11
Gast
Besser spaßig gestorben, als sadistisch und qualvoll, dahinvegetierend durch Apparate-Medizin am Leben gehalten werden
#113 am 04.08.2017 von Gast
  9
Bedauerlicherweise ist der Bericht zutreffend. Nach 40 Jahren Krankenhaus hat man/frau gelernt, entweder LmaA-Einstellung oder Burnout. Der Rest geht vorzeitig. Es ist schade um die vielen altruistisch und humanistisch eingestellten Menschen, die am System scheitern. In der Klinik geht es nur um Geld und Politik, in den wenigsten Fällen um die wirklich Hilfe benötigenden Patienten.
#112 am 04.08.2017 von Eberhard Krämer (Sonstige)
  3
Gast
Eine gute Idee wäre schon mal Krankenhäuser mit Haustieren zu gründen. Der beste Freund des Menschen hat eine heilende Wirkung auf den Patienten
#111 am 04.08.2017 von Gast
  10
Gast
Neue Krankenhäuser braucht das Land, es muss ein Ruck durch die ÄrzteschAft und Co-AG gehen. Wir werden jetzt Spaß-Kliniken gründen ,wo jeder auf seine Kosten kommt und der Patient ob geheilt oder aber auch gestoben, sagen kann: Das war ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Immer wieder Krankenhaus made in Germany
#110 am 04.08.2017 von Gast
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Bettina R.
Auszüge aus einer fränkischen Klinik: -Intensivschwester pöbelt diensthabenden Arzt wegen Aufnahme einer frischoperierten 90j. Pat'in an. "Die kann auf Station, wir haben auf Intensiv schon genug zu tun!"-Besagte Intensivschwester greift sich den anwesenden Hintergrund-OA. Daraufhin pöbelt auch dieser den Intensiv-Kollegen an. Ergebnis: Pat'in kommt auf Normal-Station. Am nächsten Morgen ist sie tot. - Auf wegen vorliegenden Verdachts sexuellen Missbrauchs eines zu operierenden Kindes darauf angesprochener OA meinte nur: "Da halten wir uns 'raus. Wir wollen keinen Ärger." - usf.
#109 am 04.08.2017 von Bettina R. (Gast)
  3
Gast
Ich bin leider auch cholerisch veranlagt, ein wahrlich hartes Schicksal, weil ich am meisten unter mir Selbst leide.
#108 am 04.08.2017 von Gast
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Ich fühle mich beim Lesen des Artikels an den Anfang des vorigen Jahrhunderts versetzt. Es wurden wohl einige wenige Kliniken gezielt ausgewählt. Sie zeigen das typische Bild schwacher Vorgesetzter, die sich nur durch entsprechendes Verhalten durchsetzen können. Ich habe Solches nie erlebt; ich war in den 60-ger und 70-ger Jahren Medizinalassistent, Assistenzarzt und Oberarzt an 2 Universitätskliniken. Anschließend als Chefarzt war es mir wichtig, dass unsere Patienten immer im Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten etc. behandelt wurden. Ich habe nie eine Visite ohne zuständiger Pflegekraft gemacht; diese wusste doch am besten über das aktuelle Befinden Bescheid. Ich wage zu behaupten, dass dies in den meisten Kliniken üblich war. Ich wünsche uns allen (med. Personal und Patienten) "starke" Vorgesetzte in den Kliniken, die respektvoll miteinander umgehen; die geschilderten Verhältnisse sollten / können nur die Ausnahme sein.
#107 am 04.08.2017 von Dr. med. Max Lindemann (Arzt)
  1
Gast
nach all der Litanei bleibt zu hoffen dass für Sie noch genug Zeit verbleibt ihrer Berufung zu fröhnen damit den Patienten die nötige Genesung zuteil wird vielen Dank und alles Gute
#106 am 04.08.2017 von Gast
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Gast
#50 Sie wären besser beim Theater aufgehoben, dort ist Drama, Drama , Drama erwünscht
#105 am 04.08.2017 von Gast
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@RTWi Ob Sie im falschen Fach tätig waren oder nicht, wage ich zwar nicht zu beurteilen. In der praktischen Medizin scheinen Sie allerdings sehr gut aufgehoben gewesen zu sein. Denn in jedem anderen Berufsfeld in vergleichbaren Gehaltssphären (dabei denke ich im weitesten Sinne an Beschäftigungen im gehobenen Management) hätten Sie mit dieser Haltung massivste wirtschaftliche Verluste herbeigeführt und massenweise Arbeitsplätze vernichtet.
#104 am 03.08.2017 von Alexander Körbel (Student der Humanmedizin)
  16
Gast
Am besten man geht in ein anthroposophisch-arbeitendes Krankenhaus. Dort gibt es solche abgehobenen Ärzte und Ärztinnen nicht. Teamwork ist dort angesagt- vom Keller bis zum Dachboden :) Wenn mir jemand auf die beschriebene Weise entgegentreten würde, könnte ich nur mit schallendem Gelächter anworten. Lächerliche Witzfiguren!
#103 am 03.08.2017 von Gast
  37
Gast
eine Hommage der Huldigung ! der Patient eine Bilanz Fälschung unerträglich sind die Schuldzuweisungen Schwerstkranker Sterbender leidvolle Schreie Klagen die zum Trauma werden nicht der lächerliche alltägliche Veitstanz medizinischer Ikonen der Götter in Weiß finden Sie nicht auch ?
#102 am 03.08.2017 von Gast
  17
RTWi
Vielleicht war ich ja im "falschen" Fach tätig. Jedenfalls habe ich die angeprangerten Verhaltensweisen in meinen ersten Klinikjahren ab 1976 gelegentlich erlebt und ab den 90er Jahren gar nicht mehr. Aber wenn deutlich wird, dass eine für den Patienten gefährliche oder gar tödliche Fehlleistung auch aus der Retrospektive nicht als solche erkannt und bedauert, sondern bagatellisiert wird, dann muss man sich als Vorgesetzter auch mal aufregen und kann das nicht immer verbergen. Das hat aber weniger mit schlechter Hierarchie zu tun als mit der manchnmal fehlenden Bereitschaft in allen(!) Berufsgruppen, sich im Rahmen der Möglichkeiten zu bemühen und Verantwortung zu übernehmen. Nebenbei: ich bin Neurologe, habe aber auch in meiner Psychiatriezeit viel Anerkennung der Ärzte für die Kompetenz von Pflegekräften erlebt. Vielleicht sind die vielen üblen Schilderungen, die ich hier gelesen habe, doch etwas elektiv - oder eben fachspezifisch. Was aber tatsächlich ein zunehmendes Problem darstellt, ist die Übergriffigkeit von Verwaltungen, die versuchen, im Interesse der Gewinnoptimierung das an den Interessen der Patienten orientierte Handeln zu sabotieren (tägliche Frage: Warum wird der Patient denn immer noch nicht entlassen. Die durchschnittliche Verweildauier ist doch überschritten! Wir verlieren jeden Tag Geld! Tun Sie IHre Arbeit!). Die Antwort auf diese Frage bzw. diesen Vorwurf ("Der Patient ist noch zu krank, seine Krankheit orientiert sich nicht am statistischen Mittel") interessiert nicht, denn die Verwaltung will und soll ja nicht den Patienten sehen, sondern nur die Bilanzzahlen. Das Übel dahinter ist die politische Vorgabe: "der Markt muss es richten". Er tut es auch, aber auf seine nicht besonders humane Weise. Ich empfehle, sich die Gedanken von Giovanni Maio (Medizinethiker aus Freiburg) zu Gemüte zu führen. Er bringt die Misere auf den Punkt. Meine Meinung: Aktien-Dividenden, die bei der durch Solidarbeiträge finanzierten Krankenhausbehandlung generiert werden, beruhen ebenso wie unmäßige Einkünfte einzelner Ärzte darauf, dass Patienten angemessene Leistungen für das gezahlte Geld verweigert werden.
#101 am 03.08.2017 von RTWi (Gast)
  3
Gast
dieser Mobbing ist doch Teil der Ausbildung und gehört zum alltäglichen Standartritual archaisch hierarchisch organisierter Steinzeitgesellschaft unterwürfige Bestätigung der Alpha Stellung Egozentiker Narzissten Psychopathen und die sadomasochistische Gefühlsduselei der Betroffenen Angriff Aggression oder Fluch uns Resignation biologische Verhaltensweisen jfk
#100 am 03.08.2017 von Gast
  17
Gast
Nach 20 Jahren Arbeit im medizinischen Bereich kam ich zu dem Schluss, dass manche Ärzte nur wegen des damit verbundenen Status diesen Beruf ergriffen haben. Der Weg zum Ausnutzen eben dieses Status ist bei vielen nur ganz kurz angelegt.
#99 am 03.08.2017 von Gast
  5
Aus meiner leider sehr vielfältigen Erfahrung als stationärer Patient mit langer ambulanter Nachsorge kann ich den Beitrag nur in einem Fall bestätigen. Nach einem schweren Sturz im Jahre 1996 musste ich in der Ambulanz in Goch fast zwei Stunden warten, bis "Professor" L. aufgrund seiner Anordnung am Wochenende erreichbar war. Im weiteren dann stationären Verlauf habe ich nur erleben müssen, wie er sämtliches Personal zur Schnecke machte und der einzigen, damals Assistenzärztin, die die Röntgenaufnahme richtig deutete, den Mund verbot. Hervorzuheben ist auf jeden Fall das Emmericher Willibrordspital, in dem nach meinen Erfahrungen von ganz oben bis ganz unten echte Teamarbeit geleistet wird.
#98 am 03.08.2017 von Dipl. Verw. Wirt Johannes Schmidt (Mitarbeiter Versicherung)
  3
Wenn das Pflegepersonal sich einig wäre, könnte man Ärzte, die sich inakzeptabel gegenüber Pflegekräften verhalten, maßregeln bis zur Abmahnung. Ebenso verhält es sich bei Ärzten zu ihren Vorgesetzten. Da ist das Duckmäusertum besonders ausgeprägt. Im Übrigen sollte man bei offensichtlichen Schikanen bzw. Entgleisungen konsequent und unmittelbar vom "Gelben Zettel" Gebrauch machen. Das trifft den Arbeitgeber am empfindlichsten. Dr. Martin H., selbständig
#97 am 03.08.2017 von Dr. med. Martin Heitmann (Arzt)
  3
Gast
Ärzte sind eben auch nur Menschen mit verschiedenen Charaktereigenschaften, in der Medizin geht es tagtäglich um Leben und Tod, deshalb ist der Anspruch von Mediziner natürlich Ultrahoch nicht den geringsten Fehler zu machen. Toll, wenn man dann mit Nerven wie Drahtseile gesegnet ist
#96 am 03.08.2017 von Gast
  4
Gast
# 88 Sie sind ein Vor-und Leitbild für Alle Ärzte dieser Welt. Sehr erfrischend zu lesen, dass es auch human in deutschen Kliniken zu gehen kann, wenn man denn so Will ,und sich nicht verbiegen lässt. Tausend Dank
#95 am 03.08.2017 von Gast
  0
Doch die Anerkennung, die mir von mir selbst entgegengebracht wurde, als ich zum ersten Mal reflexartig das Kollektivgejammer durchbrach ("ich geh freiwillig arbeiten!") war noch toller. Ich könnte noch ewig schreiben, z.B. ob es auch "gemobbte" Patientengruppen gib (z.B. Suchtkranke)? Wertschätzung ist m.E. das Zauberwort. Vielen Dank für's Lesen.
#94 am 03.08.2017 von Thomas Folz (Gesundheits- und Krankenpfleger)
  0
Das ist mein Anspruch an mich, professionell zu Handeln. Aber wann beginnt Mobbing? Wenn ich einen Medizinstudenten im Pflegepraktikum von der Visite "abziehe" um einem Patienten essen anzureichen stehe ich dahinter. Keiner meiner Rettungsdienstpraktikanten muss mir bei der GKW helfen, wenn nebenan eine Kardioversion läuft. Schüler rennen nicht wegen der Faulheit examinierter Pfleger auf die Klingel. Ein Frisör-Azubi kehrt im ersten Lehrjahr auch fast ausschließlich, NACH dem Zuschauen wie man's macht. Und wenn ein KFZ-Mechaniker-Azubi Werkzeug wegräumt hat er Zeit sich interessantes zu betrachten und darauf zu freuen, wenn er es benutzen kann (nicht darf!). Es gibt viel zu tun in diesem Bereich, und ändern kann man nur was, indem man sich ändert oder manches einfach mal anders macht. Klar ist die Anerkennung toll, wenn alle lästern und man auch eine Story dazu beiträgt.
#93 am 03.08.2017 von Thomas Folz (Gesundheits- und Krankenpfleger)
  1
Gast
#90 Ich als Patientin achte immer darauf, dass ich Alle gleich freundlich behandelt werden ,von der Reinigungskraft bis zum Professor Dr.Dr. Dr. sind sie bei mir gleichwertig und werden mit Freundlichkeit und Respekt behandelt
#92 am 03.08.2017 von Gast
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Man kann es fast nicht glauben, dass die vorgenannten Beispiele durch Menschen verursacht wurden, die studiert haben. Sozialverhalten, Menschenführung, Empathie, soziale Intelligenz sollten schon in der Grundschule gelehrt werden! Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Keine Angst, es lohnt sich auf jeden Fall solche Knilche ebenfalls anzubrüllen. Man braucht sich nicht rausschmeißen zu lassen- besser wäre selbst zu gehen, denn es gibt genug Arbeitsstellen!
#91 am 03.08.2017 von Anna Wojcik (Nichtmedizinische Berufe)
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Doch als Pfleger kann ich auch "Mobbing" von Patienten her beobachten, gerade gegenüber weiblichen Kollegen. Die "schöne Frau" die einen morgens weckt ist eine Pflegefachkraft, die Schülerpraktikantin kein "Frolein", das man herumkommandiert. Ich versuchte, dem entgegenzuwirken, indem ich die Arbeit meiner Kollegin wertschätze, Schülerinnen/Praktikantinnen daran erinnere, dass Ihnen ein respektvoller Umgang zusteht, biete Hilfe bei der Vermittlung zwischen Patient und Betroffener Kollegin an. Ich wollte nicht mit wehenden Fahnen in den Kampf gegen Ungerechtigkeit ziehen, sondern mit kleinen Äußerungen und eigenem Handeln für ein positiveres Arbeitsklima zu sorgen. Doch ich denke, dieses Problem liegt tiefer verwurzelt und lässt sich auch auf Bereiche außerhalb des Sozial-/Gesundheitswesen übertragen. Einem mir unsympathischen Kollegen helfe ich genauso wie einem, mit dem ich meine Pause verbringe, weil es mein Kollege ist.
#90 am 03.08.2017 von Thomas Folz (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Vielen Dank für diesen Artikel. Ich erinnere mich an viele Situationen, die man durchaus als "Mobbing" bezeichnen kann, doch auch an mindestens ebenso viel Gegenteiliges. Als Pflegefachkraft auf einer Intensivstation wurde durchaus Wert auf meine Einschätzung des Zustands eines Patienten bei der Therapie gelegt. Nach Zusammenlegung beider Intensivstationen unseres Hauses beklagten sich viele meine Kollegen, dass Sie bei Visite nicht mehr nach ihrer Meinung bzw. dem "wirklichen" Zustand des von Ihnen betreuten Patienten gefragt würden und wie Luft behandelt würden. Auch ich habe dies kurz darauf so erlebt. Wenn der Assistenzarzt dann bei Visite den Patientenzustand beschreibt, der um 3:00 Nachts noch aktuell war, sich zwischenzeitlich jedoch deutlich geändert hat (z.B. Ausschleichen von Katecholaminen), warte ich bis dieser fertig ist, wende mich höflich an den Ober-/Chefarzt und teile diesem den Ist-Zustand mit. Nach kurzer Zeit erkundigt man sich bei mir und der Chefarzt grüßt.
#89 am 03.08.2017 von Thomas Folz (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
Auch ich fing als kleinster Assi in der Chirurgie an und wurde von Anfang an gemobbt, auch von OP-Schwester und Pfleger, die im OP das Sagen hatten. Eigene Entscheidungen wurden in der Visite vor allen zerrissen, eine sehr wichtige psychiatr. Med. vom ChA abgesetzt: So etwas gibt es nicht bei mir! Ich hatte genug Demütigungen geschluckt und explodierte: Ich glaube, weder vorher, noch nachher, hat jemand meinen cholerischen ChA so angebrüllt. Meine Stationsschwester war totenbleich. Er brüllte nicht zurück, er war baff. Es kam ja nichts Persönliches, es blieb rein fachlich. Wir gingen uns die nächsten Tage aus dem Weg. Ich rechnete schon mit negativen Folgen, aber nichts passierte. Am WE Kurvenvisite, er setzte stillschweigend die abgesetzte Med. wieder an. Mit einem freundlich gemeinten Schnauben verließ er dann das Stationszimmer. Eine Woche später fragte er mich, ob ich bereit wäre, ein großes Fibrom an seinem Rücken zu operieren. Ich hatte seinen Respekt erworben und er wußte, dass ich für einen Pat. - auch für ihn - alles machen würde, was ich für notwendig erachte, ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Als sich dann bessere berufliche Möglichkeiten für mich ergaben, hat er mich mit großem Bedauern ziehen lassen. - Das ist natürlich ein persönlicher Fall, aber auch das Mobbing erlebe ich z. Zt., obwohl ich gegen Ende meiner med. Karriere als ltd. ChA tätig bin. Meine Allround-Betrachtung eines Pat., die ich auch meinen Ärzten vermittle, entspricht nicht mehr den finanziellen Vorstellungen der Verwaltung. Ich bin zu teuer und soll in die Frührente gehen (sagt natürlich keiner laut). Habe ich nur nicht vor, ich habe ein sehr dickes Fell durch meine Anfangsjahre in der Chirurgie ;-)
#88 am 03.08.2017 von Gast
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Gast
Hallo ich bin Legastheniker weil ich Mobbing schon seit der Grundschule ein Bestandteil meiner pychosozialen Entwicklung war und von staatlich gesellschaftlicher weiter gertrieben wurde und ich damit meine klassenspezifische Zugehörigkeit als Underdog in asozialen staatlich organisierten Strukturen bedienen darf jf.keller
#87 am 03.08.2017 von Gast
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Ich halte diesen Artikel für die Anhäufung alter Clichees, was mit der Realität moderner Krankenhäuser nicht mehr viel gemeinsam hat.
#86 am 03.08.2017 von Dr. med. Ingo Müller (Arzt)
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Ein ausgezeichneter Beitrag. Im ärztlichen Bereich herrscht ein ausgezeichneter Untertanen-Geist. Und das nicht nur in Krankenhäusern, sondern das ist eine allgemeine Mentalität von Ärzten. Anfangs "buckeln" und wenn man lange genug gebuckelt und eine entsprechende Postion erreicht hat, dann wird "getreten" und natürlich immer nach unten, denn nach oben hin wird weiterhin gebuckelt. Und so ist auch das Verhalten der Ärzteschaft gegenüber der Politik, gegenüber einer unverschämten ärztefeindlichen Politik und Politikern. Da sind unsere Ärzte-Funktionäre froh, wenn sie bei unseren Politikern die Türklinke betätigen oder bei Veranstaltungen neben solchen "Figuren" ("Nip"- habe ich weggelassen) sitzen dürfen und fotografiert werden. Das ist die ganze Misere der Ärzteschaft, und nicht nur in den Kliniken, wo der Untertanen-Geist von Ärzten allerdings schon erzogen wird.
#85 am 03.08.2017 von Dr. med. Lothar Markus (Arzt)
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Georg Maus
Deutsches "Gesundheits"wesen": Eine Erfahrung nach 40 Jahren in der Medizin: Ein Krankenhaus ist ein Haus, wo man kranke Menschen gesund macht, in dem man gesunde Menschen krank macht ! Die Krankenhäuser werden zunehmend wie Industriebetriebe gesehen, geleitet und immer mehr ökonomisiert. Die "leitend" Handelnden folgen der alten indusriekapitalischen Ideologie benutzen und verachten zugleich die "leidend" Handelnden - es geht um Macht und Geld, wenig um den Patienten und gar nicht um das Personal. In einem Krankenhaus ohne Ärzte sterben vllt. 30% Patienten, in einem ohne Schwestern, Pfleger, MTL´s, MTA´s, usw. 100%. Welche Ressourcen verschenken wir in dem angeblich so großartigen "Deutschen Gesundheitwesen" !!! Der einzige Ausweg: Aufstande der Anständigen - ich meine damit auch die Politik. Vielleicht erleben wir die Chance eines Kulturwandels durch den Zustrom von Arbeitskräfte aus den so belächelten anderen Kulturen !
#84 am 03.08.2017 von Georg Maus (Gast)
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Zum Glück gibt esKliniken wo die Welt weitgehend in Ordnung ist! Bei uns gibt es weder Großvisiten noch Krieg zwischen Pflege und Ärzten. Und auch die Studenten werden weder runter geputzt noch ausgenutzt! Großmaulige Jungärzte werden von den OAs in ihre Schranken verwiesen, damit das gute menschliche Verhältnis gewahrt bleibt.
#83 am 03.08.2017 von Dorothee Urbanke (Ärztin)
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Gast
# 52 Bitte, bitte schreiben Sie Ihr Buch, das wäre sehr wichtig für uns Alle. Nur wenn dieses unerträglichen Zustände öffentlich gemacht werden, kann eine Veränderung erfolgen. So ähnlich wie bei der Holocaust-Massen-Tierhaltung
#82 am 03.08.2017 von Gast
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Allgemeinmedizin
Wo man in Kliniken hinsieht: hochgradig gestörte Charaktere, moderne Sklaverei, Mobbing und Bossing! OP-Schwester fährt mit Besteckwägelchen die Archillessehnen hübscher Assistenzärztinnen blutig! OP-Springerin dreht am Tisch stehenden OP-Team die Kühlung an oder die Heizung auf, je nachdem wie es nicht erwünscht ist. Kreiskrankenhäuser besser? Hier wird mittlerweile beinahe jeder Pavian Ober- bzw. Chefarzt. Assi internistisch darf Patient trotz eindeutiger Indikation nicht verhassten Chirurgen übergeben, Patient muss trotz bestehender Problematik entlassen werden. Assis werden von Oberärzten gezwungen, Pneumonie zu codieren, obwohl lediglich ein Harnwegsinfekt oder ähnlich Banales diagnostiziert wurde. Assi benötigt anwaltliche Hilfe, um Weiterbidldungszeugnis ausgehändigt zu bekommen. Grabenkämpfe zwischen profilneurotischen Internisten und allgemeinmedizinischen Assis: diesen wird Ober- und Chefarztvisite verweigert, kommen generell nicht ins Sono und verlassen ohne diese Disziplin die Klinik. Notaufnahmedienste ohne Einarbeitung! 80% Teilzeitgehalt bei 150% Tätigkeit. So ihr Lieben, die ihr die schlimmen Zustände nicht bestätigen könnt und nicht miterleben musstet: Glückwunsch! Dann wart/seid ihr wahrscheinlich auf der dunklen Seite der Macht oder habt eine viel stärkere Persönlichkeit sowie spitzere Ellenbogen, als all die Weicheier, die hier über die keineswegs überzeichneten barbarischen Zustände berichten! Alles eine Frage des Blickwinkels ;-)
#81 am 03.08.2017 von Allgemeinmedizin (Gast)
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Tacky2009
Das bezüglich des gestörten Hierrachie bei Chefärzten kann ich für Deutschland nur bestätigen . Ich war eine Zeitlang in Zürich und habe ein angenehmeres Arbeiten mit vernünftiger Kommunikation erlebt. Ich habe in der Chirurgie in Deutschland auch erlebt dass Chefärzte selbt ihre Oberärzte mit Affen verglichen haben ( scheint ein Klasdiker zu sein) . Andererseit muss ich retrospektiv sagen das dass stoische Immer wiederkehrende Runterbeten von Standards auch seine Berechtigung hat, wenn man sieht wie wenige Kollegen heute ( sorry bin da etwas reaktionär geworden) ihre Standards kennen . Bzgl der Behandlung von. Pflegepersonal kann ich nur sagen dass es auch Zeiten in den 80 er gab wo es genau anderes herum war. Ärzteüberschuss( billige Aip Ware) und Schwesternmangel , so dass sich manche dahergelaufene Schwestern das Recht rausnehmenn konnte zu sagen : ich bin wertvoll und sie sind eine ersetzbare Null mit einem 3 Monatsvertrag um den man noch bangen musste ihn zu behalten . Ich kenne beide Seiten da ich in der Pflege und als Arzt gesrbeitet hab. Ich freue mich für die Kollegen dass die Strukturen nicht mehr so angestaubt sind wie früher
#80 am 02.08.2017 von Tacky2009 (Gast)
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Die geschilderten Verhaltensweisen sind mir bestens bekannt. Druckausübung in unterschiedlichster Art und Weise zur Erreichung von kritikloser Unterwürfigkeit, teilweise offenbar unbewusst . Höhepunkte sind der Assistenzartzkollere, der nach sehr anstrengendem Nachtdienst bei der Chefartzvisite so lange 'befragt' wird, bis er eine Synkope erleidet. Der geschockte Chefarzt fragt dann die anderen Assistenzärzte ob er so schlimm gewesen sei. Der Chef, der einen, Leitender Oberarzt, in sein Zimmer zitiert und dann progressiv in eine Ecke schreit. Der Chef der mit dem Colonresektat nach seinem Oberarzt, der mit einer Frage in den OP kommt, schmeißt, so dass es von der Wand herunterfällt. Der Chef, der seine Assistenzärzte regelmäßig vor dem Pflegepersonal so zusammenschreibt, dass der Speichel als Schaum von den Mundwinkeln tropft. - Nun arbeite ich in Neuseeland/Australien und habe NICHTS in dieser Richtung gesehen.
#79 am 02.08.2017 von Dr. med. Bernhard Küpper (Arzt)
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Gast
# 41: kann ich so nicht sagen, habe da ziemlich heftiges Mobbing erlebt und das was ich von einer Freundln aus der Pflege mitbekomme, die immer noch bei den Anthros arbeitet, sind Stress und Zeitdruck genauso wie in anderen Krankenhäusern... # 40: ach ja, existiert das wirklich nicht? Dann verstehe ich nicht, warum ich mal in den Op gerufen wurde und alle meinten "Oh je, zum Chef?" Hab durchaus selber heftige Ausbrüche von Ärzten erlebt. Wobei die Choleriker noch erträglich waren, in dem Sinne, dass die kurz hoch fuhren und danach Ruhe war. Aber dieses vorm Patienten nieder machen kenne ich leider zu gut. Und gerade das geht in meinen Augen gar nicht. Das hat nichtmal was mit meinem Ego zu tun, sondern eher damit, das der Patient eh oft schon verunsichert ist und das dann durch solche Sprüche verstärkt wird. Ich bin froh, dass ich das nur noch aus der 2. Reihe erlebe, da ich inzwischen in die Technik gewechselt hab. Aber auch hier habe ich durchaus heftiges Mobbing erlebt.
#78 am 02.08.2017 von Gast
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Unfallchirurg
Fazit: Betriebsklima ist (fast) alles! Retrospektiv nach 34 Jahren Klinikluft kann ich nur jedem Neuling raten, bei Bewerbungen die Lage vor Ort auch emotional zu sichten, sich mit Pflege und Assis offen in der Kantine zu unterhalten und sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen ! Wer sich, z.B. in Unikliniken, verheizen lässt, der ist charakterlich konform damit oder hat vielleicht noch nicht begriffen, dass es auch noch "freundlich-faire" KH außerhalb der Haufischbecken gibt.
#77 am 02.08.2017 von Unfallchirurg (Gast)
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Gast
Als langjähriger Honorararzt erlebe ich "von außen drauf gesehen" alle die beschriebenen Dinge und muss bestätigen, dass nichts übertrieben ist. UND: gleichzeitig versuche ich in meiner "Position" die betroffenen Kollegen und Krankenschwestern/pfleger zu stärken. Habe sogar schon Kontakt mit dem Marburger Bund aufgenommen und vom MB eine frustrierte, traurige Antwort erhalten: "wir können nur etwas für diese Kollegen tun, wenn sie eine Anzeige/ Klage machen wollen". Ich kann dieses für diese Kollegen nicht tun. Leider arbeiten zu viele Kollegen und Schwestern als Duckmäuser und verzichten auf eine Anzeige (bei der ja Marb. Bund, Mobbingstelle Ärztekammer usw. helfen würden). Es kann aber nur von ihnen selbst ausgehen. Ich in einer Art Coach kann nur aufklären, stärken. Wir haben in Deutschland ein tolles Arbeitsrecht. Dieses darf und muss angewandt werden. Dafür ist es da. Übrigens: als Honorararzt habe ich auch warmherziges Miteinander im Team erlebt, auch das gibt es.
#76 am 02.08.2017 von Gast
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Das Konsil wird zwar mit "kollegialen Grüßen" oder - je nach Rang des Adressaten - "mit vorzüglicher Hochachtung" unterzeichnet, intern war aber auch schon von "dem Arsch" die Rede. Bei Inhabern hoher akademischer Grade darf man also nicht immer einen angemessenen Umgangston erwarten. Kein Wunder, dass die Sitten verrohen.
#75 am 02.08.2017 von Dr. rer. nat. Jürgen Boxberger (Biologe)
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Max Schlommski
Sowas macht Krank! Sich selbst über sich und seine Fähigkeiten bewusst zu sein ist der echte Berufsabschluss und sollte es je einer wagen mit mir so umzugehen, hat ereine Scheissreise gewonnen! Lieber geh ich und such mir nen anderen Job als das ich mich derart verbiege und wie ich in meinen über 30 Berufsjahren festellen konnte, mussman sich nicht verbiegen, schon garnicht lassen! Legt mehr selbstbewusstsein an den Tag und macht euch nicht krank!
#74 am 02.08.2017 von Max Schlommski (Gast)
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Gast
In den letzten 6 Jahren durfte ich 3 Krankenhäuser als Patientin durchleben. Das erste war ein städtisches HORROR-Krankenhaus, leider in der Nähe meines Wohngebietes, die nächste Klinik in meiner Stadt war sehr gut, vom Pflegepersonal bis zum Chefarzt einfach Top und das Allerbeste Krankenhaus war ein Anthroposophisches, das toppte Alles. Dort nahm man sich Zeit für die Patienten und auch das Betriebsklima war ausgesprochen gut, so wie mir die Krankenschwestern und Pfleger berichteten und das war auch deutlich spürbar. Ich denke, das wäre auch in anderen Kliniken machbar
#73 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
Nil Novi sub Sole! Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt.“ (Jean Améry) Welche ekelhafte Vernichtung von Menschen. Abfindung? Lachhaft heute wird der Gemobbte so vernichtend "sonderbehandelt" bis er erliegt. So spart man zynisch Geld. Die Hierarchie bleibt erhalten zum Wohle der Speichellecker.
#72 am 02.08.2017 von Gast
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Mein Kommentar auf Twitter zu: "DocCheck - hierarchischen Rollen in #Kliniken sind seit 150 Jahren klar verteilt: die Oberen herrschen, die Unteren buckeln https://t.co/IqCVCh3xfM" lautet: In 17 Jahren ärztlicher Aus- und Weiterbildung habe ich so etwas niemals erlebt. Kollegen/-innen und ich hätten uns das nie gefallen lassen! MfG
#71 am 02.08.2017 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Alte Pflegerin
Oh je. Was hat mich nur geritten, im Oktober in eine große Klinik zu wechseln- als Altenpflegerin? Gott sei Dank bin ich eine "alte" Azubine mit Vorerfahrung als Krankenpflegehelferin in einem KH- und mit einem gewissen Standing. Als junger Mensch würde ich mich das nicht trauen, fürchte ich. Schade eigentlich!
#70 am 02.08.2017 von Alte Pflegerin (Gast)
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Gast
#1 Mord und Totschlag wird dann am Patienten geübt
#69 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
Hierachiegehabe im Klinikalltag ist kontraproduktiv und sollte der Vergangenheit angehören. Schikane und Mobbing helfen keinen weiter. Wir alle haben mal klein angefangen, auch der Chefarzt, leider wird das schnell vergessen. Sich über Kollegen lustig machen zeugt von mangelndem Selbstbewustsein oder die Ehefrau hat zu Hause die Hosen an und in der Klinik kommt es dann zum Ausgleich. Hochmut kommt vor dem Fall und wer zugrunde geht der wird zuvor stolz.
#68 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
#66 Das ist aber sehr traurig und die armen Patienten
#67 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
#55 Nein.
#66 am 02.08.2017 von Gast
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Dr.med  Plum-Hummel
#62 Ich finde auch, dass ist schnell ausgesprochen. Man sollte ersteinmal ein Gespräch suchen.
#65 am 02.08.2017 von Dr.med Plum-Hummel (Gast)
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Gast
Wie wahr!
#64 am 02.08.2017 von Gast
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Hat sich anscheinend wenig geändert in den letzten 25 Jahren, kommt mir alles so bekannt vor. Einzig die von #60 genannte Option des kündigen stand uns damals nicht so einfach zur Verfügung, da Klinikstellen rar und schwer zu ergattern waren. Zumindest in dieser Hinsicht hat sich also etwas gebessert, und wenn genügend Kollegen "mit den Füßen abstimmen", dann kommt vielleicht etwas in Bewegung...
#63 am 02.08.2017 von Dr. med. dent. Jens Bayer (Zahnarzt)
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Exam. Krankenschwester
Ich bin viele Jahre in der Pflege. Leider gab es das immer schon. Heute kommt noch der Mangel von fachlich qualifizierten Personal dazu. Das zu erhöhten Stress führt und somit zu Unmut,wenn es auch nicht sein darf. Aber ist es immer gleich Mobbing?
#62 am 02.08.2017 von Exam. Krankenschwester (Gast)
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Auch ich kann die Schilderungen bestätigen, auch mir passierten viele ähnliche Dinge, ich habe in sämtlichen Hierarchieebenen gearbeitet und wünsche keinem jungen motivierten Arzt, dass er dies erleben muss, auch ich habe meine Erlebnisse aufgeschrieben diese aber niemals veröffentlicht, es ist ein mit hohem persönlichen Risiko verbunden die Wahrheit zu sagen. Am Ende ist immer der Patient der Leidtragende ...
#61 am 02.08.2017 von Dr. med.Dr. Frank Steinmeier (Arzt)
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Tommy
Ich kenne die beschriebenen Zustände nur zu gut. Fazit: anzeigen und kündigen, die Größenwahnsinnigen allein lassen. Es gibt genug Alternativen.
#60 am 02.08.2017 von Tommy (Gast)
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Die Berichte sind vermutlich teilweise - leider- zutreffend. Grundsätzlich setzt sich aber Fachkompetenz durch, und dann ist auch Schluß mit Scikane oder sonstwas. Als ich noch Assistenzarzt war sagte mein Chefarzt zu mir : der Oberarzt hat Urlaub, ich muß zu Prof. Semm zum Segeln, aber sie werden auch ohne uns schon den Laden schmeißen! Ja, das ist zwar nicht ganz nach Vorschrift, aber , geht doch. Hilft also nur eins : UNENTBEHRLICH und GUT SEIN, dann läuft es schon....
#59 am 02.08.2017 von Dr. med. Markus Mathies (Arzt)
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Vieles von dem Beschriebenen habe ich auch selbst erlebt. Ich hätte gedacht, dass das jetzt anders ist. Meine Facharztausbildung hatte ich von 1974 bis 1980. Damals habe ich gedacht, ich schreib ein Buch über diese Zustände. Es ist nie dazu gekommen.Es gibt inzwischen auch genug, die darüber berichtet haben.
#58 am 02.08.2017 von Dr. med. Sigrid Schlößer (Ärztin)
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#51, Ja auch woanders wird sicher "Mobbing" betrieben. Mal mehr, mal weniger. Bedeutet das Ihrer Meinung aber, dass Mobbing per se zum Standard gehört und insofern so völlig in Ordnung geht?
#57 am 02.08.2017 von Dipl.Ing. Winfried Duven (Biochemiker)
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nach fast 60 Jahren in / an der Klinik: 1. früher war das oft so 2. es hat sich deutlich gebessert 3. menschliche Schwächen (Machismo, Narzissmus, short - man - Syndrom, Sozialisationsdefizite / Dünkel etc.) werden bleiben 4. das Erzübel: Klinikträger insbes. private und ihre Geschäftsführer (m/w) wollen eine Hierarchie mit einem CA, der dranglasiert und als Büttel miss- / gebraucht werden kann - oder eben kooperiert (Erfolgsziele mit Gewinnbeteiligung). Ein Systemrisiko.
#56 am 02.08.2017 von Dr. Jochen Weisser (Arzt)
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Gast
Gibts auch etwas nettes zu berichten aus deutschen Krankenhäusern?
#55 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
Wer in gesellschaftlich heute nicht akzeptierter Art und Weise angefahren wird, hat das Recht - und sich gegenüber auch die Pflicht - sich zur Wehr zu setzen. Wenn also ein Chefarzt in "preußischer Lazarettarztweise" austeilt, soll man ihm auf Augenhöhe begegnen und ihn deutlich zurechtweisen - zuerst in einer Bitte unter vier Augen, im Wiederholungsfall gleich vor Zeugen: "Ich verstehe Sie nicht und bitte Sie, in einem Ton mit mir zu sprechen, den ich verstehe". Dann ist gleich vor aller Ohren klar, wer recht hat. Der Herr Chefarzt hat sehr schlechte Karten, wenn er eine berechtigte Gegenwehr niederzuschlagen versucht - vor allem, wenn sich die ebenfalls angefahrenen Kollegen nicht als Feiglinge zeigen, sondern sich ebenfalls auflehnen. Ich habe noch nie erlebt, dass einem Rüpel, dem man Paroli geboten hat, von der ihm vorgesetzten Stelle, i.e. der Krankenhausdirektion, der Rücken gestärkt wird. Ich habe aber schon erlebt, dass Rüpel höflich geworden sind.
#54 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
in der Schweiz gibt es eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte u. auch sonst gehen sie Humaner mit Schwerstkranken um - auch ist dort die Sterbebegleitung erlaubt
#53 am 02.08.2017 von Gast
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Wow, dass sich jemand traut dieses Fass aufzumachen ist doch endlich mal ein Anfang diesen unmenschlichen Verhaltensweisen entgegen zu wirken. Ich habe 44 Jahre in kommunalen und kirchlichen Krankenhäusern gearbeitet und kann das im Artikel beschriebene nur bestätigen. Ich könnte ein Buch schreiben, wenn ich den Autor wäre. Darin könnten Sie über noch weit schlimmere Episoden lesen. Wird es nun eine Aufarbeitung und eine Änderung der Zustände geben? Das wäre ein Segen für alle Menschen in den Krankenhäusern und auch für unser Land und unsere Volkswirtschaft.
#52 am 02.08.2017 von Marion Schneider (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Dr. Klaus Fischer
Aber, wo ist das nicht so? In welcher Institution, Betrieb, Partei, Organisation??
#51 am 02.08.2017 von Dr. Klaus Fischer (Gast)
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Gast
# 39 Toll, ich hätte Chirurg werden sollen, dann hätte ich mich mal ohne Konsequenzen voll ausleben und toben können. Entspricht meinem Naturell weil BORDERLINER
#50 am 02.08.2017 von Gast
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Wir sind stets bemüht die Symptome der Krankheit zu bekämpfen, statt die Ursache der Krankheit zu ermitteln und zu kurieren. Es änderst sich erst etwas, und zwar grundlegend, wenn das System verändert wird... hat man schon viel zu oft gehört, nicht wahr? Anscheinend ist es aber bislang bei sehr wenigen Menschen auch erkannt und umgesetzt worden.
#49 am 02.08.2017 von Marc Franke (Physiotherapeut)
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Gast
Besonders bei den Chirurgen tummeln sich etliche Narzissten
#48 am 02.08.2017 von Gast
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#44 Schweden hat erkannt das ein Land aus seinen Bewohnern besteht. Sind die Bewohner gut versorgt, zufrieden, dann flouriert das Land. Schweden ist versucht sich nachhaltig um seine wichtigste Resource zu kümmern.
#47 am 02.08.2017 von Marc Franke (Physiotherapeut)
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Gast
hat sich in den letzten 30 Jahren wohl nur auf dem Papier was geändert, aber Befristungen und der Druck der Technik kommen heute wohl noch erschwerend hinzu. gruselige Zukunft, besonders, wenn man bedenkt, dass ein Frauenanteil von >70% nun studiert, die später wohl auch noch alle Teilzeit arbeiten wollen (vormittags). Eine kranke Entwicklung - in der Medizin und auch in anderen Bereichen. Die geistige Anwesenheit (Mobil & Global) und die Taktfrequenz machen schon krank. Schon im Studium haben die Medizinstudenten kaum noch Freiräume. Selbst 6 Wochen Jahresurlaub kommt kaum zu Stande (Pflichtveranstaltungen & Klausuren vor und nach den Semestern & Pflegepraktika / Famulaturen) Burnout schon vor Berufsantritt. Man kann seinen Beruf als Frau kaum weiterempfehlen, er ist famulienunfreundlich und teilweise menschenunwürdig. Schade, so viele sind so hochmotiviert (meist aus ärztefernen Haushalten ;))
#46 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
Ich frage mich nach dem Lesen dieses Berichts, warum tatsächlich der Traum vieler Abiturienten das Medizinstudenten ist. Sich Mobbing oder ausnutzen zu lassen sind das etwa die Privilegien?
#45 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
#28 was kann Schweden was Deutschland nicht schafft???
#44 am 02.08.2017 von Gast
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Gibt es in jedem Wirtschaftsunternehmen - und das ist eine Klinik in diesem System nun mal
#43 am 02.08.2017 von Lydia Wolf (Ärztin)
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Solche Fälle kommen sicher vor. Aber dagegen kann man sich wehren bzw. kann man Konsequenzen ziehen: Beim dzt. Ärztemangel in den Kliniken ist der Stellenwechsel - trotz damit verbundener Unannehmlichkeiten z.B. Ortswechsel etc. - nicht nur die letzte sondern eine gute Option! Ich persönlich habe Beschriebenes zumindest in der beschrieben Extremform nicht erlebt
#42 am 02.08.2017 von Dr. med. Ulrich Stuber (Arzt)
  1
Gast
Bei den Anthroposophen geht es ruhiger und kuscheliger zu. Sehr flache Hierarchien ,und das kommt auch den Patienten zu Gute. Ich spreche aus Erfahrung
#41 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
Dieser Beitrag ist wirklich vollkommen übertrieben. Ich komme aus einer großen Universitätsklinik und habe meine Facharztausbildung in einem chrirurgischen Fach absolviert, bevor ich dann im Anschluss Oberärztin wurde. Natürlich habe ich sehr viel gearbeitet, aber das weiß man, bevor man den Beruf auswählt. Mit den Op Schwestern dutze ich mich bis heute und ebenso mit den Assistenzärzten und meinem Chef. Dieser Artikel erinnert doch eher an eine Schlagzeile für die Bildzeitung...
#40 am 02.08.2017 von Gast
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Leider ist es genau so. Im OP wird getobt, mit Gegenständen geworfen, gedemütigt und gemobbt. Immer noch.
#39 am 02.08.2017 von Isolde Kolbeck (Heilpraktikerin)
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dazu kommt Dokumentation wie im Mittelalter was viel Zeitaufwand erfordert Die Küche ist oft digital gut aufgestellt
#38 am 02.08.2017 von Wolfgang Neher (Weitere medizinische Berufe)
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Gast
#29 Fortsetzung... Und ich wohne in einer deutschen Großstadt in NRW
#37 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
Ich habe auch, Gottseidank wenige, solche Erfahrungen während meiner Tätigkeit als Rettungassistent gemacht, bevor Ich mein Medizinstudium begonnen habe. Jedoch gab es dieses Verhalten, wenn überhaupt, nur bei älteren Notärzten. Diese behandelten Uns jedoch wie Ihre Leibeigenen, es ging so weit dass man angebrüllt wurde, wenn man keinen Kaffe gekocht hatte. Von diesen zukünftigen Kollegen wurden auch nie unsere Gedanken und Fähigkeiten zum vorliegenden fall berücksichtigt, da man ja bloß der dumme Fahrer war. Dies ging sogar so weit, dass bei einer Patientin mit Lungenödem ein i.v Zugang heraus gezogen wurde, welcher von einem Rettungsassistenten zuvor gelegt wurde, mit der Begründung:" Ihr seid keine Ärzte, Ihr könnt das nicht." obwohl eine Lebensbedrohliche Situation vorlag und der Rettungsassistent seinen Kompetenzen entsprechend handelte. Ich hoffe das diese Art von Arzt nicht mehr all zu lange existiert und habe beschlossen so ein Arzt auf keinen fall zu werden. MfG CR7
#36 am 02.08.2017 von Gast
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Markus
Vater Arzt, Mutter Krankenschwester, acht Jahre Arbeit als Klinischer Psychologe in einem Krankenhaus. Ein Grund, warum ich nicht Medizin studiert habe, ist diese unsäglich brutale Hackordnung, die bis heute nicht aufgearbeitet ist. Jegliche Form von Bosheiten, Intrigen und Grausamkeiten innerhalb des Pflegepersonals, zwischen den Ärzten und zwischen den beiden Gruppen waren und sind an der Tagesordnung. Wenig Konflikte gab es zwischen jüngeren Ärzten und mir sowie anderen PsychologInnen. Die Supervision brachte nichts, leider, weil der Sozialpsychologe konfliktscheu war.
#35 am 02.08.2017 von Markus (Gast)
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Würde es nicht die Schwächsten (hier Patienten) treffen, müssten die hochnäsigen Studierten mal ins offene Messer laufen. Schadensersatz und strafrechtliche Verfolgung mit Verlust der Approbation, schön publiziert in einschlägigen Medien und in Unis als Pflichtlektüre vermittelt. Ähnliche Erlebnisse kenne ich aus eigener Erfahrung, auch Mobbing von Kolleginnen. Nach dem Ausstieg hatte eine davon bekannt: "Wir haben die viel Unrecht getan". Eines der Probleme liegt m.E. im Numerus Clausus. Da kommen nicht die menschlich Geeigneten zum Zug, sondern die Abi-Überflieger. Liebe zum Beruf oder Liebe zur Karriere? Am ärgsten empfand ich in der KLinik die Frischlinge von der Uni. Insofern hatte ich mit Chefärzten weit weniger Probleme als mit Assis.
#34 am 02.08.2017 von Herr Andreas Lutz (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
#18 Wenn alle so denken würden, wären wir noch in der Steinzeit.
#33 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
Der Personalmangel hat sich langsam eingeschlichen. Unerfahrene junge Ärzte müssen Verantwortung tragen, für die sie noch keine Erfahrung haben. Einarbeitung bei Pflegepersonal ist ein Wunschtraum. Unser gesamtes Gesundheitssystem ist zerfressen von Druck, Angst, Überforderung und natürlich Geldgier. Fahrlässigkeit ist an der Tagesordnung, z.B. Bei MRSA- Abstrichen. Macht man keine, gibt es keins. Ich bin nach Burn out in Depressionen gerutscht, weil ich den Berufsalltag nicht mehr ertragen habe. Dienst alleine, aus dem Frei gerufen werden, von Ärzten nachts hängengelassen werden, immer wieder mit Aufgaben konfrontiert, die eigentlich in die Hände von Ärzten gehören. Und das sind weder Einzelfälle noch Verallgemeinerungen.
#32 am 02.08.2017 von Gast
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Bei Wirtschaftsunternehmen, wie beispielsweise Krankenhäusern gibt es zwei wesentliche Faktoren die den beruflichen Alltag bestimmen. Zeit und Geld. Da Zeit gleich Geld ist gilt die einfache Regel wer, oder was viel Ertrag in wenig Zeit erwirschaftet erbringt Gewinn. Die Resource und auch gleichzeitig der teuerste Posten mit den meisten Nullen im Rechnungswesen sind die Angestellten einer Klinik. Hier gilt, nach oben genannter Regel. Der- oder Diejenige mit der höchsten Qualifikation stellt den größten Finanzposten dar, ist aber auch in der Pflicht den meisten Ertag zu sichern... ... klingt sehr unhuman, unsensibel, emotionslos? Ist es auch! Aus dieser einfachen Regel ergeben sich die Hierarchien in dem "Kastensystem" Klinikum. Wenn man diese Hierarchien auflösen, oder umstrukturieren möchte, einen menschenwürdigen und integren Ort der Heilung und des Miteinander schaffen will, muss man das Klinikum als Wirschaftsunternehmen auflösen.
#31 am 02.08.2017 von Marc Franke (Physiotherapeut)
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Ich habe seit meinen ersten Klinik-Erfahrungen vor vielen Jahren für mich beschlossen, daß es das Chefarzt-System und die Art, wie es gehandhabt wird, nur noch gibt, damit sich Historiker am lebenden Objekt über das Funktionieren feudalistischer Strukturen des finsteren Mittelalters informieren können.
#30 am 02.08.2017 von Dr. Reinhard Horowski (Arzt)
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Gast
# 18 Also, ich als Patientin hatte einen Super Klassen Chefarzt der Chirurgie, der war sehr emphatisch, professionell und ein Team-Player. Vergleichbar mit einem Buddha, er ruhte in sich Selbst
#29 am 02.08.2017 von Gast
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Genau deswegen ging ich für meine Facharztausbildung nach Schweden. Das gibt es dort nicht.
#28 am 02.08.2017 von Frank Rissel (Arzt)
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dieser Artikel ist sehr übertrieben- sicher gibt es solche Fälle, aber das ist nicht der normale Alltag- es hängt eben immer von der Persönlichkeit ab.. ein gutes Arbeitsklima kann allerdings nur bestehen, wenn alle an einem Strang zeihen.. das war immer mein Credo.. bitte nicht immer so verallgemeinern Dr. van Alste Chefarzt i.R.
#27 am 02.08.2017 von Dr. med. Hans Eike van Alste (Arzt)
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Wenn ich meine (inzwischen als Chefärztin tätige) Freundin so höre, müßte sich das Problem eigentlich von selbst erledigen, da es auf ausgeschriebene Stellen ja wohl kaum noch Bewerbungen gibt. Also hätten Mobbingopfer doch prinzipiell gute Karten, eine bessere Stelle zu finden
#26 am 02.08.2017 von Petra Mangold (Tierärztin)
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Die emotionale Pest herrscht in der Regel in Unikrankenhäusern, dort gibt es noch genug Bewerber. Dort können die Chefs noch herrschen und die Oberärzte können den Druck weiter geben. Das wird sich vielleicht ändern, wenn sich nur noch Rumänen und Äthiopier melden, die keine andere Perspektive haben. Auf dem Lande müssten sie die Abteilungen schließen und deshalb herrscht dort schon ein anderes Klima.
#25 am 02.08.2017 von Dr. Andreas Triebel (Arzt)
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Gast
Sie haben mit dieser Feststellung kommentarlos das Deutsche Recht auf Ihrer Seite. Deutsche Krankenhäuser sind ein Paradebeispiel für die von Ihnen geschilderte Situation innerhalb von Europa. Ich musste mich im Juli d. J. in der Schweiz einer Notoperation unterziehen, denn ein Rücktransport nach Deutschland haben die Schweizer Ärzte abgelehnt. Was ich dort sehen durfte war genau das Gegenteil von der oben beschriebenen Situation in deutschen Krankenhäusern. Meine leider im Mai verstorbene Frau hat auf der Palliativ-Station Niederschmetterndes ertragen müssen - ich musste mich leider danach bei der Chefärztin beschweren. Ich habe ihr liebevoll gesagt, dass ein Teil dieses Pflegepersonals in einem Gefängniskrankenhaus besser aufgehoben ist. Wenn ich noch ein junger Kerl wär´, würde ich im 100-m-Tempo in die Schweiz flüchten. Euer Manfred (79 Jahre)
#24 am 02.08.2017 von Gast
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Gast
@ Voker Scharnowski: Auch wenn das nicht jeder so gegen sich erleben muss, ich habe selbst so etwas wie obiges durchleben müssen. Das sind mitnichten Einzelfälle und das ist mitnichten überzeichnet.
#23 am 02.08.2017 von Gast
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Vielleicht findet ja der/die ein oder andere mal Zeit sich mal einen Psychcast anzuhören (der hier schon mal gepostet wurde), und insbesondere auchdas Einfäührungsvideo dazu. Schlechte Fehlerkultur und das Eintreten vermeidbarer Fehler haben auch(!) mit steilen und falsch verstandenen Hierarchien zu tun. http://psychcast.de/pc048-human-factors/
#22 am 02.08.2017 von Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast (Biologe)
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Gast
@ Jörg Schreiber: "Verstöße, wie oben beschrieben, sind zu ahnden." Das macht aber keiner. Wenn ein kleiner Nobody zur Ärztekammer geht und sagt: "Der Prof. Dr. Dr. Wichtig hat ganz böse Dinge mit mir gemacht." , glauben Sie ernsthaft, dass irgendjemand dort einen Finger krumm macht und gegen den Prof. Wichtig vorgeht. In der Realität darf der Prof. Wichtig nahezu alles - nur sich wie Donald Trump auf den Times Square stellen und jemanden abknallen, da landet dann auch der Prof. Wichtig hinter Schloss und Riegel, aber offensichtlich auch leider nur dann und gefühlt wegen allem, was geringfügiger ist, leider nicht.
#21 am 02.08.2017 von Gast
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Also ich bin nunmehr 36 Jahr ärztliche tätig. Stiesel und narzisstisch Gestörte gibt es Überall. Es war aber in den 80-iger Jahren schon nicht mehr so extrem wie in den noch weiter zurück liegenden Dekaden. Das hier Beschriebene ist schon sehr überzeichnet, wenn es allgemein verbindlich sein sollte, denn Einzelfälle wird es immer geben. Ansonsten glaube ich, daß es in der heutiger Zeit ein Chefarzt oder Oberarzt wie hier beschrieben so schwer haben wird, daß sein Klinikdasein in Wochen bemessen ist. Umgekehrt gibt es natürlich einige "Assistenzarztexemplare" die sich selbst und ihr Auftreten ebenfalls ernsthaft hinterfragen sollten. In der Jetztzeit wird natürlich auch sehr flott die Befindlichkeitsfahne geschwungen. Grundsätzlich finde ich die in der deutschen Medizin praktizierte Hierarchie nicht sehr hilfreich und praktiziere sie auch nicht so.
#20 am 02.08.2017 von Dr. med. Volker Scharnowski (Arzt)
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Gast
Auszug aus der Berufsordnung - Ärztekammer Westfalen-Lippe 2016 "§ 29 Kollegiale Zusammenarbeit (1) Ärztinnen und Ärzte haben sich untereinander kollegial zu ver - halten. Die Verpflichtung, in einem Gutachten, auch soweit es die Behandlungsweise einer anderen Ärztin oder eines anderen Arz - tes betrifft, nach bestem Wissen die ärztliche Überzeugung aus - zusprechen, bleibt unberührt. Unsachliche Kritik an der Behand - lungsweise oder dem beruflichen Wissen einer Ärztin oder eines Arztes sowie herabsetzende personenbezogene Äußerungen sind berufswidrig." Verstöße, wie oben beschrieben, sind zu ahnden.
#19 am 02.08.2017 (editiert) von Gast
  0
Gast
@ #15: auch hier: Genau diese Prof. Dr. Wichtigs sind es dann aber, die auf Chefarztvisite Wert auf den maximal großen Rattenschwanz legen (und sei es für die jeweiligen Teilnehmer auch noch so sinnfrei). Und wehe man sagt was falsches auf Chefarztvisite, wobei man natürlich primär überhaupt nichts zu sagen hat. Der Prof. Dr. Wichtig kocht natürlich auch nur mit Wasser und oft weiß der Student oder der blutige Anfänger zumindest in Aspekten sogar mehr als solche Witzfiguren, die ihren Rattenschwanz als Penis-Prothese benötigen.
#18 am 02.08.2017 von Gast
  7
Gast
junge Ärzte in der Weiterbildung sind jetzt schon nicht zu beneiden:: Weiterbildungszeit erhöht (sollen jetzt alle zu hochspezialisierten Ärzten werden?) und ganz aktuell noch Weiterbildungsinhalte strukturiert, das heißt noch mehr kleine Gutscheine sammeln um endlich Facharzt zu werden. Das ist die Voraussetzung um möglichst lange abhängig beschäftigt/gemobbt zu werden. DANKE an unsere Fachvertreter (die mit der noch "einfachen" Weiterbildung).
#17 am 02.08.2017 von Gast
  2
Gast
Narzisstisch gestörte Persönlichkeiten bevölkern die Chefetagen. Auch in unserem Fach. Was soll da anderes herauskommen als ständig "Untergebene" demütigen zu müssen, um das eigene Pseudo-ego aufgeblasen halten zu können? Narzissten können ihre psychische Homöostase nur so halten! Und nebenbei bemerkt bevölkern auch viele Soziopathen die Chefsessel dieses Planeten. Die haben nämlich die nötige Hornhaut auf den Ellenbogen, um dort hin zu kommen. Und keinerlei Skrupel. Also : Psycho-Tüv für Leitungsfunktionsinhaber in spe ;-)))
#16 am 02.08.2017 von Gast
  2
Gast
Als Patient empfinde ich die Visiten des Chefs mit Gefolge und entsprechendem Gehabe in höchstem Maße entwürdigend für die jungen Ärzt und dazu unangehm für mich.
#15 am 01.08.2017 von Gast
  3
Gast
Ich würde es eher als seelische Vergewaltigung beschreiben.
#14 am 01.08.2017 von Gast
  2
Gast
"Arbeit in Klinik = Folter?" fragen Sie Betroffene!
#13 am 01.08.2017 von Gast
  4
Gast
Geht noch mehr bitte? Arbeit in Klinik = Folter?
#12 am 01.08.2017 von Gast
  16
Gast
Emotionale Pest wird das auch genannt. Emotionale Pest ist ansteckend. Wenn jemand lange - wie oben geschildert - behandelt wird, gemobbt wird, nimmt er die Art des Mobbers an. Auch bei Folteropfern gibt es das selbe Prinzip. Einmal in die entsprechende Position gekommen, wird dann gemobbt, gequält. So wird die Krankheit weiter getragen.
#11 am 01.08.2017 von Gast
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Ich habe ab 1981 Medizin studiert, dann als letzter Ausbildungsgang AIP gemacht, meine Facharztausbildung und viel später ein zweites Studium (Biologie) absolviert. In der Facharztausbildung waren 10 bis 12 Nachtdienste pro Monat die Regel, wir waren eine kleine Klinik mit 4 Assistenten. Montags habe ich es erlebt, dass nach über 72 Stunden Dienst der geplante Schluss um 12 Uhr nicht genehmigt wurde. Ich dachte, diese Zustände hätten sich in Zeiten des Ärztemangels längst geändert. Da bin ich heute eines Besseren belehrt worden. Jedoch: statt klagen hilft nur Zusammenhalten und eine Fehlerkultur, wie sie die Piloten längst eingeführt haben. Ich habe leider auch viel zu lange gebraucht, um das zu begreifen.
#10 am 01.08.2017 von Anja Breuker (Ärztin)
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Gast
Menschen auszunutzen, weil man Vorgesetzter oder Weisungsbefugter ist, ist immer abzulehnen. In jeden Bereich und jedem Job. Ist es wirklich im Gesundheitswesen schlimmer als anderswo? Im Studium habe ich viele Nebenjobs gehabt, die weitaus schlimmer waren, als das was oben beschrieben ist. Das rechtfertigt natürlich nicht die bemängelten Zustände in den Kliniken.
#9 am 31.07.2017 von Gast
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Gast X
@7: Das mit der Akademikerkrankheit würde ich so nicht unterschreiben. Ich bin während des Studiums und als Assistenzärztin auch schon mal schikaniert worden, aber niemanls so heftig wie zur der Zeit als ich noch Schwesternschülerin war. Viele Pflegekräfte haben sich damals gerne an Schülern abreagiert, ich war noch eine von den wohlgelittenen aber musste trotzdem einiges schlucken, andere hat es noch schlimmer erwischt.
#8 am 31.07.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
Trösten Sie sich alle, in Apotheken geht es mindestens genauso schlimm zu. Da gibt es auch den omnipotenten Apotheker (meist weiblich) der oder besser die ihr Handlangerpersonal wie den letzten Dreck behandelt. Scheint eine typische Akademikerkrankheit zu sein: Morbus porcus.
#7 am 31.07.2017 von Gast
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Dachte, es hätte sich aufgrund der insgesamt entspannten Beschäftigungssituation im ärztlichen Bereich, bezüglich der übertrieben praktizierten Hierarchie um einiges gebessert. Anscheinend gibt es immer noch Bereiche, in denen die Beteiligten nichts dazugelernt haben. Die letzten Ausbrüche im Klinikalltag habe ich als Unbeteiligter gegenüber einem Assistenten der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie erlebt, und das ist jetzt immerhin 16 Jahre her. Nicht nur ich habe mich damals gefragt wie man sich so etwas gefallen lassen kann. Es gibt keinen gerechtfertigten Grund sich wiederstandslos demütigen zu lassen. Leider muss man dann auch bereit sein seinem unverschämten und unkollegialen Arbeitgeber und Ausbilder den Rücken zu kehren. Bei uns damals war das aufgrund fehlender Stellen schwierig, heute dürfte es allerdings bei entsprechender Mobilität deutlich einfacher sein. Trotzdem wäre es sehr wünschenswert wenn Kommunikation und nicht Konfrontation die Grundlage bilden.
#6 am 31.07.2017 von Dr.med Jan Heller (Arzt)
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Krhs- Arzt
Ich soll mich schämen, weil ich eine andere Meinung habe als Sie, verehrter Gast #4, und weil ich andere Erfahrungen gemacht habe? Ich habe immer gut mit allen zusammen arbeiten können, bis hin zum Leitenden Oberarzt einer sehr großen Klinik. Wie können Sie mich hier verurteilen, ohne die Meinung anderer über mich zu kennen? Ich denke, uns fehlt die Grundlage für eine Diskussion, die uns beide weiterbringt. Man kann hier gerne immer Missstände in der Medizin ansprechen. Dann kann man es wohl auch aushalten, eine positive Gegendarstellung zu posten. Meine Empathie- Fähigkeit herabzuwürdigen, ist Ihrerseits eine Unverschämtheit! Lernen Sie mal, anderen Meinungen zu tolerieren.
#5 am 31.07.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Gast
Krhs-Arzt: Sie sind perspektivisch so beweglich wie die Gruppe "Kollegen" , die von der Autorin hier als Problem beschrieben werden. Das Problem sind nicht die hierarchischen Strukturen an sich, das Problem ist der Missbrauch dieser hierarchischen Strukturen und entsprechender Machtpositionen. In einem Anarcho-Krankenhaus, wo jeder das macht, was er will, will ich nicht behandelt werden. Wieso gehen denn die ärztlichen Bewerbungen immer weiter zurück? Weil immer weniger diesen - um Sie zu zitieren - "wunderschönen Beruf" unter diesen Umständen noch machen wollen. Und Nein, wenn man der Ausübung von diesem Beruf unter diesen Bedingungen entsagt, hat man nicht automatisch von vornherein den Beruf verfehlt. Die Realität besteht aus Grautönen und nicht aus Schwarz-Weiß. Leider ist Ihre Empathie-Fähigkeit für derartige persönliche Erfahrungen, so mutmaße ich, nicht im Milimeterbereich vorhanden. Schämen Sie sich! Das obige "House of Horror"-Spukschloss-Titelfoto ist übrigens zu treffend.
#4 am 31.07.2017 von Gast
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Krhs- Arzt
Natürlich gibt es im Krankenhaus deutliche hierarchische Strukturen. Es geht nämlich um viel Verantwortung; um die Gesundheit des Patienten. In jedem Bereich gibt es unterschiedlich gute Vorgesetzte, aber auch unterschiedlich begabte Anfänger. Ich kann diese vollkommen überzogene Darstellung aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Und jeder Arzt ist auch gut beraten, sich mit den "Untergebenen" gut zu stellen. Eine gute Zusammenarbeit mit den Schwestern ist absolut hilfreich und auch eine rasche und strukturierte Ausbildung hebt das Niveau der Abteilung deutlich. Eine gut behandelte Schwester ruft den Assistenten nicht bei jeder Kleinigkeit nachts im Dienst an und jeder gut ausgebildete Assistent klingelt den Oberarzt im Hintergrund nicht dauernd am Wochenende aus dem Schlaf. Die Anzahl der ärztlichen Bewerbungen nimmt stetig ab, so dass man sich immer sofort auch woanders bewerben kann. Natürlich gibt es Mobbing, aber nicht jeder unfähige Arzt ist gleich ein Opfer.
#3 am 31.07.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Ärztin
Kann die Erfahrungen an Großstadt-Unikliniken nur bestätigen. Natürlich ist nicht jeder der sich dort dauerhaft niederlässt zwangsläufig ein ehrgeiziger und machthungriger Unmensch aber es sind zweifellos Haifischbecken. Ab aufs Land, liebe Kollegen! In vielen Kleinstadt- und Kreiskliniken wird ebenso gute oder gar bessere Medizin gemacht, hier wird man häufig besser behandelt und hier wird oft durch großartige und hochqualifizierte Chef- und Oberärzte welche ihrerseits nach abgeschlossener Ausbildung dem Großstadt-Universitätsbetrieb erleichtert den Rücken gekehrt haben eine tolle Ausbildung ermöglicht.
#2 am 31.07.2017 von Ärztin (Gast)
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Gast
Angesichts des vielfachen Unrechts, das tagtäglich in den Kliniken geschieht und angesichts einer roher gewordenen Gesellschaft (Thomas de Maizière: "Da ist etwas zerissen.") wundert man sich, dass Mord und Totschlag dort nicht längst Alltag sind.
#1 am 31.07.2017 von Gast
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