So wirst du Famulant des Monats

20.07.2017

Anonym fragte: Hey, ich wollte mal fragen, ob du Tipps für Famulanten in der Chirurgie hast :) Dankeschön im Voraus!

Vier Punkte, auf die Famulanten nicht vergessen sollten:


1. Stell dich vor, bei jeder Person. Klar, es sind viele Menschen und bei manchen wird man sich doppelt vorstellen, weil es einfach Unmengen an Gesichtern sind, die einem unterkommen werden. Als Studentin hatte ich manchmal das Gefühl, sowieso Luft zu sein (heute verstehe ich den Grund: Im Stress ist die Betreuung von Studis zusätzliche Arbeit und die wird im Ernstfall vernachlässigt. Das hat nichts damit zu tun, dass sie einem wirklich egal sind.) Heute fallen mir Studenten in erster Linie positiv auf, wenn sie sich mit Namen vorstellen. Der erste Eindruck zählt!

2. Seid pünktlich. Und wenn ihr es nicht seid, erklärt den Grund. Zu spät kommende Studenten erwecken den Eindruck, dass es für sie eh nur ein un- oder schlecht bezahltes Praktikum sei, das uninteressant ist. Was zur Folge hat, dass man auch weniger machen darf.

3. Besserwisser mag niemand. Es ist super und bewundernswert, wenn jemand mehr als der Durchschnitt weiß und bei manchen Studenten weiß man schnell, dass sie echt was drauf haben. Das muss man nicht proaktiv zur Schau stellen. Wenn jemand wirklich gut ist, merkt man das im Rahmen der Famulatur, und nicht weil diejenige Person dauernd ungefragt hyperintelligente Bemerkungen von sich gibt.

4. Haut nicht einfach ab. Der Tag neigt sich dem Ende, die Ärze sind mit Bürokram beschäftigt und ihr wollt nachhause gehen? Fragt! Einfach abhauen erweckt einen schlechten Eindruck. Eine simple Frage, ob man noch etwas helfen kann, ist absolut okay.

In der Chirurgie:

Bildquelle: DoD News, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.07.2017.

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Leider sind in deutschen OP-Sälen Sätze wie "Was? Du kannst nicht nähen? Dann mach ich es selbst." keine Seltenheit. Da bin ich froh, mein Chirurgietertial in Japan verbracht zu haben, wo Lehre einen ganz anderen Stellenwert hat. Dort hatten die Assistenzen(Ärzte und Studenten) übrigens auch (Mittags-)Pausen, weil man dort versteht, dass das Assistieren teilweise anstrengender ist bzw. so empfunden wird, weil der Körper nicht ständig mit Adrenalin geflutet wird. Aber das An- und Auskleiden würde das deutsche Gesundheitssystem wohl zu viel kosten.
#5 am 03.01.2018 von Anja Kunitz (Studentin der Humanmedizin)
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Gast
Lesen Sie nächste Woche: So wirst du Fabulant des Monats! Ich freu' mich schon drauf...(;
#4 am 28.07.2017 von Gast
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Gast
@2: dachte ich auch erst: "Super Artikel" aber dann fiel mir ein dass bei jemandem dem man das alles erst sagen muss irgendwie der Zug schon mehr oder weniger abgefahren ist... was soll uns das sagen? In der Famulatur fleißig, höflich, engagiert und hilfsbereit sein weil man eine gute Bewertung haben will und dann als Assistent die Sau rauslassen? Ne ne, kein Bedarf, wer nicht von selbst draufkommt machts später auch nicht... solche Kollegen gabs schon zu oft (... aber damals als Student war er doch sooo nett...)
#3 am 27.07.2017 von Gast
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Gast
Sicherlich sollte man höflich sein, allerdings als unbezahlte Kraft ausgenutzt zu werden, weil die Leute die Geld für ihre Arbeit bekommen so super viel Stress haben ist einfach nicht schön. Da kann man noch so brav Männchen machen und fleißig Essen damit man dann durchhält auch wenn einem die Pausen gestruchen werden. Ich finde den Artikel völlig unnötig. Wer mit 20 noch nicht weiß was Höflichkeit und Pünktlichkeit ist der hat ein ganz anderes Problem und man muss nicht imner nur gefallen, man hat auch das Recht fair behandelt zu werden. Der Artikel ist eine traurige Anleitung zum A... kriechen...
#2 am 27.07.2017 von Gast
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Gast
Stimme ich völlig zu. Das gilt, aus Sicht eines Studenten, aber auch umgekehrt! Wenn man in einen OP-Saal kommt, sich vorstellt und trotzdem bestenfalls als Hakenhalter ignoriert oder angepampt wird, dann gibt's halt Dienst nach Vorschrift, und der endet nach 8 Stunden - oder bei manchen "dreisteren" Kommilitonen im "Kreislaufkollaps". Gleiches gilt für freiwilliges Helfen beim Ausleiten / Umlagern. Es ist eben wie überall ein Geben und Nehmen, wobei aus Gründen die mir unklar sind chirurgische Fächer und OP-Personal ihren gewissen Ruf nicht von ungefähr haben. Wobei auch ganz klar zu sagen ist, dass solche Säle die Ausnahme sind und eben nur den Ruf der Mehrheit der anständigen Chirurgen runterzieht...
#1 am 26.07.2017 von Gast
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