Kinderanästhesie: 3 x überzeugen, 1 x betäuben

17.07.2017
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Warum ist Kinderanästhesie so ein heikles Thema? Es fängt ja schon damit an, dass Kinder und Krankenhäuser einfach nicht zusammenpassen. Kinder sollen herumtoben und nicht betäubt im OP-Saal liegen. Und wieso wird eigentlich behauptet, eine Narkose mache dumm?

Schmerzhafte Erkrankungen und unangenehme Untersuchungen – wie das laut hämmernde MRT – sollten nicht dazu gehören, sind aber manchmal nicht vermeidbar, um die Gesundheit der kleinen Patienten zu erhalten. Und falls eben doch mal ein Arm gebrochen ist oder der Kopf gescannt werden muss, kommen wir ins Spiel – die Anästhesisten. Wir sollen einen Zustand der An-Ästhesie (griechisch ἀναισθησία = Empfindungslosigkeit) herbeiführen.

Als wäre es nicht schon kompliziert genug, bei einem gut genährten Zweijährigen eine Narkose zu machen, so müssen wir nicht nur diese Herausforderung meistern, sondern vorher auch noch Vater und Mutter (und manchmal auch Onkel, Tanten und Großeltern) von Sinn und Notwendigkeit einer Narkose überzeugen.

Eltern sind häufig der Knackpunkt

Überzeugungsarbeit ist manchmal der komplizierteste und vielleicht sogar wichtigste Teil der Prozedur. Wenn die Eltern nicht zu 100 Prozent hinter uns stehen, überträgt sich die Unsicherheit direkt von der Mutter oder dem Vater auf das Kind.

Kinder haben ein ganz feines Gespür dafür, dass etwas nicht stimmt. Es ist also überhaupt nicht förderlich, dass Mama drölfzig Mal mantramäßig ihr „Isallesguuuuuuut-Melody-Chantal“ betet. Spätestens beim dritten Isallesguuuuut-Mantra wird Melody-Chantal gemerkt haben, dass hier gar nichts gut und irgendwas im Busch ist. Und versucht dann mal, noch einen Zugang zum Kind zu bekommen.

Wer sagt, dass Narkose dumm macht?

Man kann Kindern, die aufgeregt, nervös oder vielleicht sogar verängstigt sind, auch trotzdem eine Narkose geben. Die schlafen auch alle ein. Die Angst und Unruhe rächt sich jedoch dann am Ende der Narkose. Meine Erfahrung zeigt, dass die Kinder meistens genau so wach werden, wie sie eingeschlafen sind.

Und wer hat eigentlich behauptet, dass eine Narkose dumm macht?

Ich kenne die Arbeiten von Todorovic et al. und Stratmann et al. und habe nicht nur die Sekundärliteratur dazu gelesen, sondern auch die Fachkommentare in den Onlinepublikationen. Tiermedizinische Versuche können lediglich einen Hinweis auf beim Menschen kritisch zu beobachtende Zusammenhänge geben. Die Vergangenheit hat wiederholt gezeigt, dass selbst eindeutige tierexperimentelle Untersuchungen andere Ergebnisse erbrachten, als der gleiche Sachverhalt beim Menschen – und umgekehrt. Ich bin mir sicher: Wenn Narkosen im Kindesalter wirklich gravierende Konsequenzen hätten, dann wäre das schon bemerkt worden.

Ohne Indikation betäubt kein Anästhesist

Unabhängig von der möglichen Schädigung der Hirnentwicklung sollte ohnehin jeder operative Eingriff im Kindesalter nur bei eindeutiger Indikation durchgeführt werden. Die Kinder, die ich betäubt habe, hatten gar keine andere Wahl. Ich kann mich nicht an ein einziges Kind erinnern, bei dem ich gedacht hätte „Na, das muss man jetzt nicht unbedingt machen“.

Ein gebrochener Arm, ein gebrochener Blinddarm, eine Verbrennung – das sind knallharte Indikationen. Die Diskussionen um das Pro und Contra einer Narkose stellt sich hier für mich nicht.

Tatsächlich kann ich mich nur an eine einzige Operation erinnern, bei der über die Notwendigkeit eine Meinungsdifferenz bestand. Damals ging es um die selektive Beschneidung eines fünfjährigen muslimischen Jungens. Und selbst da würde ich sagen: Wenn schon Vorhaut ab, dann unter Narkose. Das tut nämlich weh. Aber das ist ein anderes Thema.

Fragen stellen ist gut, aus Prinzip kritisieren unnötig

Als Folge dessen ergibt sich, dass selbst eine mögliche – und bisher nicht bewiesene – Hirnschädigung als notwendiges Übel in Kauf genommen werden muss. Wer würde denn freiwillig seinem Kind beibringen wollen, dass die offene Reposition des Knochenbruchs leider ohne Narkose gemacht werden muss und Johannes-Richard jetzt ganz tapfer sein muss, nur weil es möglicherweise einen Hinweis darauf gibt, dass die Gehirnentwicklung des Nachwuchs-Einsteins einen Schaden davon tragen könnte. Eben.

Mit der Kinderanästhesie verhält es sich wie mit vielen Dingen in der Medizin. Statt sich über den Segen moderner Medizin zu freuen, werden immer neue, teils haarsträubende Argumente gegen dies und jenes herangezogen. Abenteuerliche Argumentationen fangen bei Impfungen an, kurven kurz an den Antibiotika vorbei und parken bei der Kindersonnencreme ein.

Ganz klar, Fragen ist richtig, der Mensch soll wachsam bleiben. Vielleicht macht es aber auch einfach mehr Spaß, zu kritisieren, weil man so mehr Gehör findet. Oder würden Sie sich die 192 5-Sterne-Bewertungen durchlesen, obwohl es eine einzige 1-Stern-Kritik gibt?

Von ambulanten Anästhesie-Modellen ist abzuraten

Wenn ich aber doch noch einen Rat geben kann: Ich, und alle Anästhesisten, die ich kenne, würde immer eine Klinik wählen, die explizit mit Kinderanästhesisten arbeitet.

Es gibt viele ambulante Modelle (beispielsweise in Zahnarzt- und HNO-Praxen), die sich entweder Anästhesisten als Honorarärzte tageweise dazu buchen oder mit Anästhesiepraxen zusammenarbeiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Anästhesisten oft sehr veraltetes Equipment einsetzen und auch fachlich nicht mehr auf der Höhe sind. Außerdem fehlt das notwendige Notfallequipment und auch das Notfallbackup, falls wirklich mal was schief geht.

In „meinem“ Kindersaal konnte ich in jeder kritischen Situation noch erfahrenere Kollegen dazuholen, außerdem haben wir viel mehr mögliche Eskalationsstufen in Notfallsituationen. Airtraq, Bronchoskop, intraossärer Zugang etc. Das sind teils sehr teure, aber eben im Notfall auch lebensrettende Maßnahmen. Keine Praxis schafft sich mal eben für 10–15.000 Euro eine solche Notfallausrüstung an, die dann nur rumsteht.

Sprechen Sie mit den Experten

Falls das Thema Narkose im Kindesalter wirklich gerade bei Ihnen wichtig ist, lesen Sie nicht im Internet nach, sondern sprechen Sie mit jemandem, der sich auskennt. Und das ist nicht die Nachbarin und nicht die Klassenlehrerin, sondern der Kinder(!)anästhesist.

Wir nehmen uns gerne die Zeit, alle wichtigen Fragen zu beantworten. In Ruhe, im direkten Gespräch. Ein gutes Narkose-Vorgespräch beruhigt, spart Medikamente und sorgt für Entspannung bei allen Beteiligten.

 

Bildquelle: Nicki Dugan Pogue, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.07.2017.

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Gast
Der Autor dieses Artikels scheint noch recht frisch in der Anästhesie zu sein....
#55 am 15.08.2017 von Gast
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Gast
Beschneidung von Jungen - die unterdrückte Debatte.... Ich erlebe es immer wieder, dass sobald es in Zeitungs- und Webartikeln irgendwie um das Thema "Beschneidung" bei Kindern geht, es sehr viele leidenschaftliche Reaktionen gibt. Dieses Thema scheint die Menschen zu interessieren. Doch auf dieses Interesse reagiere die Mainstream-Medien nicht. Der Fall des Babys in Nürnberg, das wegen einer Beschneidung in Lebensgefahr schwebt, ist ein Beispiel dafür: http://www.ndr.de/info/Beschneidung-auf-dem-Kuechentisch-Staatsanwaltschaft-ermittelt,audio335198.html Der NDR hat darüber berichtet. Der BR auch. Und der Focus. Und das war es dann auch schon mit der überregionalen Berichterstattung: SZ, Spiegel, Tagesspiegel, BZ, Tagesschau, ZDF - die alle berichteten nicht über den Fall, obwohl sie sonst jeder Nichtigkeit einen Artikel widmen. Es scheint, als solle dieses Thema möglichst unterdrückt werden. Schon eine Debatte über das Thema Beschneidung von Kindern soll verhindert werden.
#54 am 29.07.2017 von Gast
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Gast
Zum Thema: Ambulante Kinderanästhesie: Dass ambulante Operieren im niedergelassen Bereich sollte komplett verboten werden - mit Ausnahme des zahnärztlichen Bereichs. Das ambulante Operieren hat sich ohnehin als Katastrophe herausgestellt. Schon in den großen Kliniken wird nicht kontrolliert. Aber die niedergelassene Operateure in ihrer großen Zahl lassen sich erst nicht effektiv kontrollieren. In einer großen Klinik gibt es zumindest mehrere Ärzte, die sich über die Schulter schauen - eine gewisse innerinsitutionelle Kontrolle. Die niedergelassen Operateure hingegen können schalten und walten - vor allem und schneiden - wie sie wollen. Niemand kontrolliert, ob die Operateure auf dem neuesten Stand der Medizin behandeln, ob die Operationen, die sie vornehmen, wirklich medizinisch notwendig sind.
#53 am 28.07.2017 von Gast
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Gast
Verehrter Kollege, ich bitte um Versachlichung bzgl. "Ambulanter Modelle". Unser Modell sieht nämlich so aus: Ambulantes OP-Zentrum mit Fachbetreuung im Aufwachraum. Kindgerechtes Notfallequipment. Alle 2 Jahre Notfallsimulationstraining mit dem gesamten Team an einer "Kinderpuppe" mit fachkundiger Supervision. Langjähriger Facharzt Anästhesie betreut Kind und Eltern vom Aufklärungsgespräch bis zum Aufwachraum. In 8 Jahren ca. 2500 Kinder betreut, 2 Kinder mußten für eine Nacht ins Krankenhaus aus Gründen der Anästhesie. Solche "Modelle" scheinen Ihnen nicht bekannt zu sein. Allerdings ist Ihnen zuzustimmen, wenn Sie auf "schwarze Schafe" mit suboptimalem Standard abheben möchten. Die gibt´s in ambulanten wie auch im stationären Umgebungen, lassen Sie uns gemeinsam die Qualität der Kinderversorgung in der Anästhesie hochhalten und akzeptieren wir, dass jeder Bereich seine Stärken und Schwächen hat!
#52 am 28.07.2017 von Gast
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Gast
@ATA Ja, das lässt sich wohl nicht vermeiden. Mord, Totschlag und Vergewaltigungen sind auch verboten, trotzdem finden solche grausamen Dinge täglich statt. Ein Verbot der religiös-motivierten bzw. medizinisch nicht-indizierten Beschneidung bei Kindern allein würde aber tatsächlich nicht ausreichen aufgrund der der vielen missbräuchlich bzw. fehlerhaft medizisch indizierten Beschneidungen. Was wir brauchen, ist ein Total-Verbot der Beschneidung bei Minderjährigen, welches medizinisch indizierte Beschneidungen mitumfasst, oder zumindest eine starke gesetzliche Einschränkung.
#51 am 27.07.2017 von Gast
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ATA
Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass streng Religiöse dann eben andere Wege suchen werden um ihr Kind beschneiden zu lassen. Ein Gesez alleine schafft hier keine Abhilfe- es wäre jedoch ein gutes Statement, dass dieser hochintime Eingriff an Kindern nicht akzeptabel ist.
#50 am 26.07.2017 von ATA (Gast)
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Gast
@#46 Schon wieder ist ein kleines Kind durch eine – medizinisch komplett unnötige, religiös motivierte – Beschneidung schwer geschädigt woren. Im Bericht ist von Höllenqualen die Rede und von bleibenden Schäden. http://www.ndr.de/info/Beschneidung-auf-dem-Kuechentisch-Staatsanwaltschaft-ermittelt,audio335198.html Diese Tragödie und das ganze Leid des Kindes hätte verhindert werden können, wenn im Jahr 2012 die Beschneidung nichteinwilligungsfähiger Kinder endlich verboten statt rechtlich geschützt worden wäre. Merkel und mit ihr alle Bundestagsabgeordnete, die das sog. „Beschneidungsgesetz“ 2012 auf den Weg brachten, tragen direkte Mitverantwortung für dieses Verbrechen.
#49 am 24.07.2017 von Gast
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Specialist
Gast "Unser Gesundheitssystem ist absolut krank! Der dumme ist immer der Beitragszahler." Ja, das muss man leider unterstreichen. Das deutsche Gesundheitssystem bräuchte eigentlich eine Radikal-Reform. Und der Zustand des Gesundheitssystem gibt auch Antwort auf ihre Frage. Ja, selbstverständlich können Ärzte Beschneidungen auf Kosten der KK abrechnen lassen. Das ist ohne weiteres möglich. Ganz einfach weil es keine Kontrollen gibt - jedenfalls keine wirksamen. Es gibt keine Kontrollen, welche Behandlungen ein Arzt abrechnet und schon gar nicht, ob diese Leistungen medizinisch notwendig waren. Es ist für einen Arzt möglich, einem gesunden Kind eine behandlungsbedürftige Phimose zu diagnostizieren und dann den Eltern, die ansonsten nie auf die Idee kommen würden, ihren Sohn operieren zu lassen, zu einer Beschneidung ihres Kindes zu überreden.
#48 am 24.07.2017 von Specialist (Gast)
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Gast
Hier gings doch um Kinder-Anaesthesie Hier teile ich die Auffassung des Kollegen. Als Paediater ist das schon immer unsere Alltagsrealitaet, zunehmend da Dr Google eigentlich schon alles wusste...
#47 am 24.07.2017 von Gast
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Gast
Ich hoffe nur, dass diese Körperverletzung an kleinen Jungen nicht noch von den KK bezahlt wird. Also von der Allgemeinheit. Ich akzeptiere religiöse Gründe mit Widerwillen und nehme es verärgert zur Kenntnis. Das sollen die Eltern dann aber selber bezahlen. Ärzte die daraus aus Profitgier eine medizinische Notwendigkeit machen, damit es die KK bezahlt, gehört aus den Reihen der anständigen Ärzten verbannt und geächtet. Meistens sind dies Ärzte, die der selben Religion angehören. Ich bin der Überzeugung, dass dies die KK wisse, dass hier ein Missbrauch stattfindet, es aber stillschweigend hinnehmen, wie so vieles andere auch. Das ist Betrug an den Beitragszahler. Übrigens! Ich kenne eine gastroenterologische Praxis wo jemand ohne abgeschlossenen Facharzt Sedierungen und Narkosen am Fließband durchführt. Unser Gesundheitssystem ist absolut krank! Der dumme ist immer der Beitragszahler.
#46 am 23.07.2017 von Gast
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Malinium
@#18 "Eine weitere Bemerkung: wie stellt der Autor sich denn die Versorgung der typischen, ambulant durchgeführten Eingriffe im Kindesalter (Circumzision, Adenotomie, Parazentesen, Zahnärztliche und Kieferchirurgische Eingriffe usw.) vor - alles an die Uniklinik? Das geht komplett an der Versorgungsrealität vorbei." Warum nicht? In anderen Ländern geht es doch ohne Probleme. Warum also nicht auch Deutschland? Die Versorgungsrealität geht wohl eher an den Bedarfsrealität vorbei. Zuviele fragwürdige oder unnötige Operationen an Kindern!
#45 am 23.07.2017 von Malinium (Gast)
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Herz
Was ist das nur für ein Land, an dem kleinen Kinder scheinbar nach Lust und Laune an den Genitalien herumgeschnitten werden darf und dies auch massenhaft getan wird. Was sind das für Ärzte, die auch noch offen und verhohlen damit werben, Beschneidungen ohne medizinische Begründung durchzuführen? Gibt es keinen Anstand mehr? Kein Mitglied mit den Kindern?
#44 am 22.07.2017 von Herz (Gast)
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Gast
@Gast Wir sollten uns mal vor Augen halten, was eine Beschneidung überhaupt ist. Das ist kein Eingriff wie jeder andere. Es ist ein sexueller Übergriff. Wenn jemand an der Vorhaut eines minderjährigen Jungen auch nur manipuliert, gilt das als sexueller Missbrauch? Aber wenn jemand die Vorhaut eines Jungen von der Eichel abreißt, einquetscht und abschneidet, soll das in Ordnung sein? Ein Arzt, der ein wehrloses Kind grundlos beschneidet, sei es aus rituellen Gründen oder aufrgrund leichtfertiger oder fehlerhafter Indikation, der ist kein Mediziner mehr. Der gehört aus den Reihen der anständigen Ärzten verbannt und geächtet.
#43 am 22.07.2017 von Gast
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Gast
@ Dr. med. Götz Serocki "Eine weitere Bemerkung: wie stellt der Autor sich denn die Versorgung der typischen, ambulant durchgeführten Eingriffe im Kindesalter (Circumzision, Adenotomie, Parazentesen, Zahnärztliche und Kieferchirurgische Eingriffe usw.) vor - alles an die Uniklinik? Das geht komplett an der Versorgungsrealität vorbei" Was die Zirkumzisionen angeht: Für die Zahl der medizinisch wirklich notwendigen Zirkumzisionen bei Minderjährigen würde eine Uniklinik ausreichen. Es ist seit langem bekannt, dass viele medizinisch indizierte Beschneidungen bei Jungen tatsächlich medizinisch unnötig ist. Und "viele" heißt in diesem Fall die große Mehrheit. Eine jüngere Studie aus Deutschland fand heraus, dass in einer kinderchirurgischen Klinik circa 86% der vermeintlich indizierten Beschneidungen an völlig gesunden, beschwerdefreien Kindern vorgenommen wurden. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00120-016-0232-0
#42 am 22.07.2017 von Gast
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Schade, dass der Autor keinen Komentar oder Erklärung bzw. Richtigstellung abgibt, sondern sich hinter seinem Pseudonym versteckt.
#41 am 22.07.2017 von Dr. Bernd Schloemer (Arzt)
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Anästhesist
Auch wenn Dr Schmotz-Leyrer nicht den adäquaten Ton gefunden hat, kann ich seinen Ärger gut verstehen. So habe ich ein universitäres Zentrum für ambulante KinderAnästhesie/Op gesehen, wo zwar überall NotfallBronchoskope, sogar an den Aufwachbetten herumhängen, diese wären von der möglichen Tubusgröße erst ab ca. 14.Lj verwendbar gewesen, über die verschwendete quersubventionierte Investition könnte man als Niedergelassene/r schon weinen... In der Umkleide sprach ich mit einem Kollegen ohne abgeschlossen Facharzt, der aber dort selbstständig, nach eigener Auskunft, Kindernarkosen gemacht hatte ( ok, mitHintergrund nehme ich an, erlaubt ist das allerdings nicht) In einer anderen Klinik fiel in der ersten Nacht nach HNO Op das Kind einer Bekannten aus einem Klofenster- wäre das bei ihr Zuhause passiert? Nur Beispiele, die jetzt nicht sagen sollen, ambulanter immer besser als stationär. Aber "Narkosedoc" sollte sich vielleicht nicht über Kollegen erheben, die inzwischen diese Zusatzbezeichnung(die es ja früher nicht gab) trotz tausender Kindernarkosen nicht mehr erwerben können. Na ja, die Jugend halt.... Zur technischen Ausrüstung gibt's ja zB DGAI-Vorgaben, die haben sich das nicht aus den Fingern gesogen, könnte Narkosedoc mal lesen
#40 am 21.07.2017 von Anästhesist (Gast)
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Gast
Da die Diskussion teils sehr emotional sind, versuche ich mal, ein paar Punkte auf eine sachliche Ebene zu bringen. Sicherlich können kleinere Eingriffe bei Kindern auch ambulant durchgeführt werden - wichtig finde ich, ausreichend Personal und Menpower, das gilt meiner Meinung nach übrigens für jede Narkose (auch beim Erwachsenen). Der entscheidende Punkt ist auch (egal ob ambulant oder periphere Klinik), die Grenzen zu kennen, so gehören Kinder mit speziellen Vorerkrankungen im Zweifelsfall auch für kleine Eingriffe ans Kinderzentrum. Oft angesprochen wurde in den Kommentaren das postoperative Delir - ein bekanntes Problem für jeden, der regelmäßig Kindernarkosen macht, man muss einfach damit umgehen, entsprechende Delirtherapie und ganz wichtig: mit den Eltern sprechen, erklären, was da gerade los ist. Frohes Betäuben allerseits!
#39 am 21.07.2017 von Gast
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Gast
@ 36 Ich wollte Sie weder persönlich angreifen oder bewerten sondern lediglich einen Standpunkt verdeutlichen. Das Motto war doch: nicht gleich aufregen. Offenbar haben wir eine unterschiedliche Definition von „Augenhöhe“ (welche ich bewusst als zwischenmenschlich beschrieben habe). Da Sie zwischenmenschlich ja einfühlsam und respektvoll arbeiten, verstehe ich nicht, warum Sie meinen Kommentar als feindselig aufgefasst und sich angesprochen gefühlt haben. Im Punkt, dass unterschiedlich ausgebildete Menschen über unterschiedliches Fachwissen verfügen, stimme ich Ihnen voll und ganz zu.
#38 am 21.07.2017 von Gast
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Krhs- Arzt
Nicht ärgern lassen, Kinderarzt! #35 weiß offensichtlich noch nicht einmal, was Polemik ist. Geht nur in die Offensive! Einfach ignorieren! Sie haben einen Zusammenhang Verhalten Eltern - Kinder dargelegt. Völlig richtig. Mit viel negativer Phantasie kann man das so auslegen, dass Sie anstrengende Eltern und Kinder nicht mögen. Ist aber aus meiner Sicht ihres Kommentars nicht erkennbar. Anstrengende Patienten, ja. Anstrengende Kommentatoren, muss doch nicht sein!
#37 am 21.07.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Kinderarzt
Fachlich unterschiedlich ausgebildete Menschen sind nie auf Augenhöhe! Trotzdem kann man empathisch und freundlich und vor allem verständnisvoll und respektvoll sein. Das sind Sie offensichtlich nicht, wenn Sie meinen, ich sei falsch in meinem Job. Ich behandle auch immer gerne Kind mit ihren Eltern mit bestem Engagement. Ihre persönlichen Wertungen und Unterstellungen sind anmaßend und verletzend. Aber auch Sie würde ich nach besten Wissen und Gewissen behandeln. Das ist der Unterschied zwischen Ihnen und mir.
#36 am 21.07.2017 von Kinderarzt (Gast)
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Gast
@ 30 Vielleicht ist „nicht jede kleine Übertreibung ist sofort eine Feindseligkeit“ – aber warum braucht es beim Thema überhaupt Polemik? Wie Sie anmerken, spiegelt die Erzählweise des Artikels durchaus eine Einstellung Eltern gegenüber wieder. Und die ist meiner Meinung nach kontraproduktiv. Ein medizinischer Eingriff ist eben mehr, als gute fachliche Arbeit oder eine Autoreparatur. Es mag frustrierend sein, sich mit ängstlichen Eltern auseinander zu setzen. Wie Sie aber selbst schreiben, haben die Eltern großen Einfluss auf ihre Kinder. Deshalb gilt es, diese bestmöglich abzuholen. Wer Augenhöhe von fachlich gut ausgebildetem Mensch zu besorgtem Mensch nicht für notwendig erachtet, ist im Medizinbetrieb, erst recht in der Pädiatrie, meiner Meinung nach falsch im Job.
#35 am 21.07.2017 von Gast
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Wer auch immer Sie sind hören Sie auf so einen Quatsch zu verbreiten nur weil Sie keine sichtbaren oder eingebetteten Eier haben um ambulant Anästhesien durchzuführen. Allerdings wenn Frau / Mann nicht ganz doof ist kann jeder ambulante Anästhesien lernen
#34 am 21.07.2017 von Dr. med. Siegfried Schmotz-Leyrer (Arzt)
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so einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Niedergelassene, Honorarärzte " arbeiten mit veraltetem Equipment ". Fehlt nur noch : diese Kollegen arbeiten mit veralteten Narkoseverfahren. Ich selbst war 20 Jahr Niedergelassen als Anästhesist, jetzt seit 5 Jahren zuerst Honorararzt jetzt angestellt weil ich keine 60-70 Stunden Woche mehr will. Mein Blick in etliche Krankenhäuser lehrt mich bis heute das Grausen hinsichtlich Equipment und Handfertigkeit von Kollegen / innen die in ihrer persönlichen Sicherheitszone Krankenhaus Anästhesien durchführen und so wie Sie sich selbst auf die Schultern Klopfen. Probleme mit Eltern ? Im ambulanten Bereich lernen Sie innerhalb von wenigen Tagen wie mit verängstigten Eltern und laut Ihrer Meinung daraus resultierend verunsicherten Kindern umzugehen ist.
#33 am 21.07.2017 von Dr. med. Siegfried Schmotz-Leyrer (Arzt)
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Gast
@30: Da mögen Sie recht haben, dass "coole" Mamis oft die "entspannteren" Kinder haben und ich kann verstehen dass die für Sie natürlich viel angenehmer zu behandeln sind. Aber meiner Erfahrung nach sind manchmal die supercoolen Mamis nach dem Motto Scheiß-dir-nix-dann-feid-dir-nix einfach nur deshalb so entspannt weil sie völlig unbedarft und mit an Fahrlässigkeit grenzender Ahnungslosigkeit an die Sache herangehen. Wenn ein Kind krank ist, ist es normal sich Sorgen zu machen und dass ein im täglichen Leben noch so cooles und entspanntes Kind auch mal weint, fremdelt, unruhig oder verängstigt reagiert wenn es krank oder verletzt ist, ist auch völlig normal. Die Eltern jetzt unter Druck zu setzen und zu implizieren sie hätten sich falsch verhalten weil das Kind beim Arzt weint oder fremdelt hilft nicht, es erhöht die Anspannung nur wenn sie das Gefühl haben das ihr Kind jetzt beim Arzt noch nicht einmal mehr weinen darf. Wer sich für Pädiatrie entscheidet muss damit rechnen.
#32 am 21.07.2017 von Gast
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Seit über 10 Jahren bin ich als Anästhesistin im ambulanten Bereich tätig und bin selber Mutter von drei Kindern, meine Kinder sind als Kleinkinder ambulant im Bereich HNO operiert worden, alles wunderbar und kein Problem. Bei uns ist jeder Arbeitsplatz wie ein kompletter Narkoseplatz in der Klinik ausgerüstet, wir arbeiten immer mit Assistenz.Ambulante Op Zentren unterliegen häufigen Kontrollen im Hygiene und QM Bereich....Die Darstellungen des Kollegen im Artikel sind beleidigend und schädigend für den ambulanten Anästhesiebereich.
#31 am 21.07.2017 von Susanne Gröper (Ärztin)
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Kinderarzt
Was meinen Sie mit "Augenhöhe"? Als nicht ärztliche Eltern ist man nun einmal nicht auf Augenhöhe mit einem Arzt, genau wie ein Arzt nicht auf Augenhöhe mit einem anderen Spezialisten ist, ob nun Fachanwalt oder KFZ- Mechatroniker. Diese Namen der Kinder dienen doch nur der Verdeutlichung eines Standpunktes, nicht gleich aufregen. Die Eltern haben in ihrer Art einen großen Einfluss auf die Kinder. Wer dies leugnet, sollte mal einen Tag in einer Kinderarztpraxis verbringen. Die coolen kids haben meist auch entspannte Eltern, die (verständliche) Ängste nicht auf die Kinder übertragen. Manchmal machen wir uns um die Eltern mehr Sorgen als um die Kinder. Wie deren Kinder dann heißen und ob deren Mütter dann evtl. Doppelnamen haben, geschenkt! Nicht jede kleine Übertreibung oder Klischee ist sofort eine Feindseligkeit.
#30 am 21.07.2017 von Kinderarzt (Gast)
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Gast
"Meine Erfahrung zeigt, dass die Kinder meistens genauso wach werden, wie sie eingeschlafen sind." Ich kann dies leider nicht bestätigen. Als unser vierjähriger Sohn eine notwendige, von uns weder kritisch noch ängstlich beäugte Narkose bekam, habe ich ein zuversichtliches Kind in den OP geschickt. Im Aufwachraum war dieses Kind trotzdem völlig von Sinnen und kaum im Bett zu halten. Nach einer halben Stunde beruhigte er sich und lag apatisch für weitere 5 h auf Station. Erst dann, als habe sich ein Schalter umgelegt, war unser Kind wieder "clean". Aus dem Bekanntenkreis kenne ich viele ähnliche Schilderungen. Der Aspekt, dass Kinder und ältere Menschen eine Narkose offenbar oftmals schlecht verarbeiten, kommt mir in diesem Artikel zu kurz. Eltern generell als irrational überbesorgt hinzustellen oder ihnen zu unterstellen, sie wüssten den Segen der modernen Medizin nicht zu schätzen (Stichwort Chantall und Richard-Johannes), finde ich unglücklich. Ein bisschen mehr Augenhöhe täte gut.
#29 am 21.07.2017 von Gast
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Krhs- Arzt
Vielen Dank, Frau Urbanke!! Zudem bin ich auch der Meinung, dass der allgemeine Trend zum angeblichen Hochspezialisten gefährlich sein kann. Und mit etwas Selbstbewußtsein kann ich allen hier versichern, dass eine Operation in unser Uni- Klinik nebenan nicht automatisch für mehr Qualität steht, auch wenn dort die tollsten Zertifikate in der Eingangshalle hängen.
#28 am 21.07.2017 von Krhs- Arzt (Gast)
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Liebe Mitmenschen, warum wird nicht eine höfliche Umgangsform gewahrt? Warum wird aggressiv und unhöflich miteinander umgegangen. Eine eigene Meinung zu haben ist doch normal, aber es ist die EIGENE Meinung. Und die kann gerne höflich und nett kund getan werden. Aber bitte: den Respekt voreinander nicht vergessen. Es wundert mich dass noch so viele Menschen den Mut haben, Artikel zu verfassen. Der Shitstorm der häufig über die armen Autoren herein bricht ist unsäglich.
#27 am 21.07.2017 von Dorothee Urbanke (Ärztin)
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Gast X
Es ist manchmal schwer über den Tellerrand hinauszusehen (siehe Seitenhieb richtung Kreiskliniken). In riesigen Maximalversorgungsfabriken gibt es für alles einen Spezialisten. Dafür sind die Abläufe oft chaotisch und unübersichtlich, ein Fachkonsil eines Kollegen zubekommen dauert dort manchmal mehrere Tage, während in der Kreisklinik auch ein SOFORT möglich ist. Viele Kreiskliniken beschäftigen mittlerweile hochqualifizierte Spezialisten die deshalb aus solchen Zentren geflohen sind. Wer ausschließlich dort arbeitet empfindet oftmals jede kleinere Fachklinik oder Praxis als besseres Lazarett, das wird den Pat. auch vermittelt, sowohl durch die Politik als auch durch Kassen und die Medien. Natürlich will keiner für sein Kind eine Behandlung von jemandem der diese nur 10x pro Jahr durchführt, 10x pro Monat reicht aus um in Form zu bleiben und Erfahrung zu sammeln; 10x pro Tag ist schon Fließbandarbeit, da hätte ich Bedenken dass sich Flüchtigkeitsfehler in die Routine einschleichen.
#26 am 21.07.2017 von Gast X (Gast)
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Wer hat bloss diesen Artikel geschrieben? Mehr als peinlich für eine Seite, die sich mit einem akademischen Grad schmücken will. Es ist schon recht unverschämt, die ambulant tätigen Anästhesistinnen und Anästhesisten als fachlich nicht kompetent zu bezeichnen. Die Risikodeterminanten sind, wie der Kollege schon beschrieben hatte, Lebensalter und Erfahrung des Arztes. Selbstverständlich muss die Ausrüstung auf dem neuesten Stand sein. Wie in vielen Bereichen gibt es natürlich auch hier in diesem Zusammenhang gemäß Gauß´scher Verteilung Abweichungen. Hoffentlich hält bald bei diesen Kollegen auch zügig ABS, ESP, Airbag usw, Einzug.
#25 am 20.07.2017 von Dr. med. Hinnerk Groeper (Arzt)
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@ # 22 Tja, wer soll sich "Kinderanästhesist" nennen dürfen? Schwierige Frage... Der Kollege, der lediglich 20 Kindernarkosen pro Jahr eigenständig durchführt, aber an einem "zertifizierten" Krankenhaus tätig ist? Und selbst ein entsprechendes Zertifikat erworben hat? (noch nicht verpflichtend umgesetzt) Oder der Kollege mit 20 Jahren Berufserfahrung, der im ambulanten Bereich mehrere hundert Kinder pro Jahr narkotisiert, der aber ohne einen (nicht machbaren) Wechsel an eine entsprechende Klinik keine Möglichkeit hat, ein solches Zertifikat zu erwerben? Ich weiss es auch nicht... Ärztliche Weiterbildung, regelmäßige Konressbesuche, Simulatortraining und alles, was unter QM fällt, sind absolut sinnvoll - für alle Kollegen. Ich möchte jedenfalls bestimmt keinen Keil zwischen all diejenigen Kollegen treiben, die sich der hohen Verantwortung stellen, diese anspruchsvollen und risikobehafteten Patienten zu versorgen.
#24 am 20.07.2017 von Dr. med. Götz Serocki (Arzt)
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Gast
Warum müssen diese Anspielungen über Johannes-Richard und Melody-Chantal sein? Für eine Mutter ist ein notwendiger medizinischer Eingrirff am eigenen Kind immer eine Ausnahmesituation. Jede Mutter wird Fragen haben. Überzeugungsarbeit oder Nervenberuhigung? Beides sind wichtige Aufgaben, die zweite jedoch wichtiger, wie exakt erkannt. Das Eltern Angst um ihre Kinder haben, wenn Sie deren Schicksal komplett in fremde Hände legen ist richtig und gut. Wir Ärzte und Therapeuten sollen mehr Empathie walten lassen, im täglichen Umgang mit den Eltern. Dies bleibt in der Praxis leider durch Zeitmangel so oft auf der Strecke. Nur wenn man plötzlich selbst auf der anderen Seite steht, sieht die Welt oft anders aus. Wir sollten kritische Eltern viel mehr täglich als Einladung verstehen, uns selbst, unsere Wortwahl und unsere Routine im Umgang mit kleinen Patienten und deren Eltern zu hinterfragen. Insbesondere an den schwierigen Fragen, können wir am besten wachsen.
#23 am 20.07.2017 von Gast
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Gast
Die Frage ist bloß, wer sich denn ,Kinderanästhesist' schimpfen darf...
#22 am 20.07.2017 von Gast
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Dr. Götz Serocki
#19- und diese lassen sich doch unserer Versorgungslandschaft mit Grund-, Regel- und Maximal-Versorgern zuordnen. Egal, ich will mich nicht in Begrifflichkeiten verlieren. Ich gehe davon aus, dass alle, die sich hier in der Diskussion so engagiert einbringen, genauso engagiert und verantwortungsvoll an ihrem Arbeitsplatz, egal ob nun im Krankenhaus oder in der Praxis, tätig sind. In diesem Sinne ein kollegialer Gruß an alle Kinderanästhesisten.
#21 am 20.07.2017 von Dr. Götz Serocki (Gast)
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Gast
#19 Zugegeben - das ist vielleicht auch nicht komplett wertfrei formuliert gewesen - tut mir leid. Was der Einschub "sog." an dieser Stelle soll, weiss ich allerdings nicht - es gibt Kreiskrankenhäuser und diese lassen sich auch
#20 am 20.07.2017 von Gast
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Gast
Das pauschale Bashing von sog. Kreiskrankenhäusern ist auch verantwortungslos.
#19 am 20.07.2017 von Gast
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Als ambulant/belegärztlich tätiger Anästhesist kann ich mich den Kollegen Schloemer und Gröger nur anschließen. Das pauschale Bashing von niedergelassenen Kollegen (=ambulante Anästhesie) als verantwortungslos, schlecht ausgestattet und nicht up-to date ist undifferenziert und nicht zielführend. Unsere Praxis z.B. hält intraossäre Nadeln und Videolaryngoskopie an den kinderanästhesiologischen Arbeitsplätzen vor. Es sollte jedem Anästhesisten bekannt sein, dass die wesentlichen Determinanten des kindlichen Narkose-Risikos Lebensalter unter einem Jahr sowie die Erfahrung des Anästhesisten und nicht die apparative Ausstattung sind. Richtig ist, dass in der Klinik im besten Fall personelle und strukturelle Rückfallebenen vorhanden sind. Dies gilt uneingeschränkt aber nur für Maximal-Versorger und spezielle Kinderchirurgische Häuser - die kinderanästhesiolog. Expertise ist n.m.E. bereits in vielen Kreiskrankenhäusern ausgesprochen begrenzt. Ich war lange genug an einer Uniklinik tätig, um beurteilen zu können, dass Kinder dort keineswegs automatisch anästhesiologisch besser betreut werden. Dort gibt es eine grosse Zahl jüngerer Kollegen, denen es naturgemäß an Erfahrung mangelt. Von den ineffizienten zeitlichen Abläufen und räumlichen Voraussetzungen mal ganz zu schweigen.Eine weitere Bemerkung: wie stellt der Autor sich denn die Versorgung der typischen, ambulant durchgeführten Eingriffe im Kindesalter (Circumzision, Adenotomie, Parazentesen, Zahnärztliche und Kieferchirurgische Eingriffe usw.) vor - alles an die Uniklinik? Das geht komplett an der Versorgungsrealität vorbei. Man wird leider den Eindruck nicht los, dass sich hier ein Rettungsdienst-lastiger Kollege, dessen tatsächliche kinderanästhesiologische Expertise unklar ist, undifferenziert zu einem Bereich äußert, der erheblichen, wenn nicht den wesentlichen Anteil an der anästhesiologischen Versorgung von Kindern hat - und in dem ihm offenbar der Einblick fehlt.
#18 am 20.07.2017 von Dr. med. Götz Serocki (Arzt)
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#1: wieso sollte beim ambulanten operieren das Infektionsrisiko größer sein?
#17 am 20.07.2017 von Frank Gröger (Arzt)
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Blödsinnige Bemerkung zur ambulanten Anästhesie. Wir führen in unserem Zentrum seit fast 25 Jahren Operationen und Narkosen bei Kindern nahezu komplikationslos über die ganze Zeit durch. Lebte ich in Palermo und bräuchte ich eine Narkose so würde ich meinen Anästhesisten einfliegen lassen. Mit freundlichen kollegialen Grüßen
#16 am 20.07.2017 von Frank Gröger (Arzt)
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Gast
Sehr einfühlsamer Bericht, besonder was die Psyche der Kinder betrifft! Kinder haben ein hervorragendes "Bauchgefühl", auch wenn sie nicht immer alle Fakten kennen. Die "Istallesguuuuuuut-Melody-Chantal" empfinde ich genau wie der Autor, eine Täuschung Kinder gegenüber. Wenn man ihnen behutsam sagt das tut jetzt weh, vielleicht sogar sehr weh, und die Mutter ruhig bleibt (eventuell eine Belohnung in Aussicht stellt nach dem Ereignis) und ihr Kind nicht für dumm verkauft, ist das aufrichtiger und ehrlicher dem Kind gegenüber. Kinder haben ein sehr gutes Gedächtnis! Man darf sie nicht anlügen, sonst hat man sein Vertrauen bei ihnen verspielt!!! Die Ansichten über Impfungen, Notfälle mit entsprechende Ausrüstung, Durchführung der Narkose bei Kinder von einem Kinder Anästhesist, etc. teile ich ebenfalls. Der Kollege und Autor muss ein sehr guter Kinder Anästhesist sein! Gruß, einer ehemalige Anästhesistin und Mutter.
#15 am 20.07.2017 von Gast
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Gut unterhalten habe ich die ersten Teile des Artikels gelesen, aber den Teil "Von ambulanten Modellen ist abzuraten" hätten Sie sich sparen können, lieber Autor. Pauschalurteile zeugen leider von einem undifferenzierten Kleingeist. Gerade in der Kinderanästhesie zählt die Erfahrung und die pauschale Verunglimpfung von ambulant tätigen Kinderanästhesisten trägt nicht zum Vertrauen in unseren Beruf bei. Ich führe in meiner Praxis mehr Kindernarkosen durch, als in den meisten Kliniken durchgeführt werden und verwahre mich gegen den Pauschalvorwurf, nicht fachlich auf der Höhe zu sein. Schämen Sie sich !
#14 am 20.07.2017 von Dr. Bernd Schloemer (Arzt)
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Als meine Tochter im Kindesalter eine Magenspiegelung brauchte, war es selbstverständlich, dass sie vom Kinderarzt in eine Kinderklinik eingewiesen wurde. Ambulant bei Kindern - zumindest bei uns (noch) nicht üblich.
#13 am 20.07.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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@ Dr. Brachtel: leider habe ich allzuoft erleben müssen, daß Melody-Chantal, Johannes-Richard oder Dustin-Claude-Pierre und ähnlich genannte Kinder in ganz besonders auffälliger Weise die beschriebenen Verhaltensweisen zusammen mit den Eltern zeigten und oftmals nicht wirklich behandelbar waren. Fidel-Ho war den Tag halt unpässlich... Zwar in der Zahnarztpraxis, aber trotzdem dem entsprechend.
#12 am 20.07.2017 von Dr. med. dent. Gerd Kruse (Zahnarzt)
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Eltern (und Tanten und...) von Sinn und Notwendigkeit überzeugen ? Vielleicht ist ein bisschen Haarspalterei, aber (als Anästhesist) sehe ich einen Patienten nur, wenn er mir vom Chirurgen überwiesen wird für eine Narkose. Die Frage nach Sinn und Notwendigkeit einer Narkose stellt sich eigentlich nicht. Eher nach den Risiken und Nebenwirkungen. Die meisten Eltern (die ich sehe) wollen nicht, dass ihre Kinder Schmerzen haben. Diese und andere natürliche Ängste, die sich auf die Kinder übertragen, kann man glaube ich nie abstellen. Das beste Beispiel habe ich erlebt, als ich den Sohn eines Anästhesisten- Kollegen betäubt habe, der Ärmste war so aufgelöst das man ihn nicht wiedererkannt hätte. Die Angst vor einer Narkose ist eben oft irrational, und zusammen mit der Angst ums eigene Kind: Muss man eben verstehen !
#11 am 20.07.2017 von Stefan Blasig (Arzt)
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Gast Knastarzt
#2: Probleme haben manche... Narcosedoc, vielen Dank für den interessanten Artikel. Auch wenn das Problem mich nicht betrifft, schaue ich ganz gerne über den Tellerrand hinaus.
#10 am 20.07.2017 von Gast Knastarzt (Gast)
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Gast
Nicht nur im Kindesalter sollte jeder operative Eingriff mit eindeutiger Indikation durchgeführt werden!
#9 am 20.07.2017 von Gast
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@#2 Dr. Hartwig Raeder: Si tacuisses, philosophus mansisses.
#8 am 20.07.2017 von Ulrich Sallen (Arzt)
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Keine inhaltliche Kritik zum Artikel; aber warum müssen gerade Mütter immer so lächerlich dargestellt werden, wenn es um Inhalte geht. Beispiel: „Es ist also überhaupt nicht förderlich, dass Mama drölfzig Mal mantramäßig ihr „Isallesguuuuuuut-Melody-Chantal“ betet. Spätestens beim dritten Isallesguuuuut-Mantra wird Melody-Chantal gemerkt haben, dass hier gar nichts gut und irgendwas im Busch ist.“ Nicht alle Mütter sind so und lassen sich auch nicht alle über einen Kamm scheren! Oder Kinder mit Namen wie „Johannes- Richard“ oder so ähnlich. Nicht jedes Kind heißt so! Gut, ich gebe zu inzwischen ist die Onomasiologie, Namensgebung beim Nachwuchs, schon an Grenzen gestoßen, die wirklich nicht mehr zu überbieten ist, wie „Dustin- Claude- Pierre“, aber den habe ich wirklich gehört und zig-Mal in voller Länge !- Aber mit Narkosen und ihren Indikationen hat die Namensgebung für Kinder wohl nichts zu tun.
#7 am 20.07.2017 von Dr. phil. Kirsti Brachtel (Ärztin)
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Gast
Laut Duden regelt der Artikel die Bedeutung der Abkürzung OP. Der OP - der Operationssaal Die OP - die Operation.
#6 am 20.07.2017 von Gast
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Nina
Guter Artikel! Spricht mir als Anästhesistin aus dem Herzen. Narkosezwischenfälle bei Kindern sind zwar selten, aber rasant gravierend. Daher kann ich keinen Arzt verstehen der hier strukturelle Risiken akzeptiert (z.B. Ambulante Zentren mit nur einem Anästhesisten) @Nicole: in einigen ambulanten Zentren muss leider auch die Hygiene dem Kostendruck weichen. Klar, weniger Resistenzen sollte es im ambulanten Bereich geben. Für grundsätzlich gesunde Kinder sind diese eher kein Problem. Und nur diese kommen überhaupt für Ambulante OPs (Abkürzung für Operationen) in Frage. Was sicher ein wichtiger Aspekt für Ambulante Eingriffe ist, dass sich Kinder in ihrem gewohnten Umfeld am schnellsten erholen können und weniger zusätzlichem emotionalen Stress ausgeliefert sind. Sehr gute Kompromisse sind daher Zentren für ambulantes Operieren in Kliniken!
#5 am 20.07.2017 von Nina (Gast)
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#4 am 20.07.2017 von DocCheck News Redaktion (Mitarbeiter von DocCheck)
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Ich kann Ihre Aversion gegen ambulante Narkosen z.B. beim Zahnarzt nicht nachvollziehen. Schlimm finde ich, dass Zahnärzte ohne entsprechende Notfallausrüstung und vor allem ohne entsprechendes know how in ihren Praxen Lachgassedierungen anbieten.
#3 am 20.07.2017 von Dr. med. Gabriele Schmidt-Dorn (Ärztin)
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OP ist die Abkürzung für Operationssaal. OP-Saal ist also ein verbotener Pleonasmus. Die Operation sollte als Op. abgekürzt werden.
#2 am 20.07.2017 von Dr. Hartwig Raeder (Arzt)
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Das mag für die Narkose richtig sein, aber im Falle einer OP gibt es ja durchaus noch andere Dinge die abgewägt werden sollten. So ist bei einer amb. OP vielleicht das Narkoserisiko minimal größer, dafür aber das Infektionsrisiko deutlich höher. Insofern ist der Artikel richtig, aber etwas einseitig in der Betrachtungsweise.
#1 am 20.07.2017 von Nicole Englert (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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