Und nebenbei das Leben

16.07.2017
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Ich habe länger nicht mehr geschrieben. Weil das im Studienalltag nämlich gar nicht mal immer so einfach ist.

Einerseits stehen bei mir anstatt Praktika und Tagen am Krankenbett momentan eher Seminare und Vorlesungen auf dem Stundenplan. Und dann ist da noch mein Nebenjob, meine Doktorarbeit, meine Freunde, meine Bücher auf dem Nachttisch und meine Laufschuhe im Flur. Denn ein bisschen was für sich tun muss man ja auch mal. Und das ist nur der normale Alltag. Geburtstage und Konzerte, die hin und wieder einfach da sind, noch gar nicht mitgezählt.

Studenten haben so viel freie Zeit.

Ja und wieder nein. Denn wir haben auch viel, mit dem wir unsere Tage füllen. Füllen wollen und füllen müssen, beides zusammen ist es eine Menge. Manchmal verteufle ich die deutsche Eifrigkeit. Irgendwie scheint es schon ziemlich fest in uns drin zu sein - Work hard, play hard. Zwischendurch wollen wir Chillen, aber danach auch wieder Performen und Achiven. Wollen und sollen, da ist auch oft beides.

Dazwischen auch immer wieder neue Fragen, die unser Leben - so scheint es uns und so ist es auch irgendwie - so maßgeblich bestimmen könnten. Wo das PJ? Welches Wahlfach? Wirklich mit der besten Freundin zusammen oder allein? Wo suchen wir nachher einen Job? Wird es mir gelingen, mich einzuleben? Menschen sind frustriert, wenn die Auswahl an Joghurts im Supermarkt zu groß ist, und kaufen am Ende gar keinen, hab ich mal gehört. Manchmal überkommt es mich und ich bin mega gestresst, weil jede Entscheidung für eine Sache auch eine Entscheidung gegen tausend andere Dinge ist.

Wanderjahre - zum Entdecken, Ausprobieren. Für Streifzüge.

Diese ganze Bewegung macht unglaublich Spaß, kann aber auch sehr anstrengend sein. Wenn die Beziehung doch nicht so sicher ist wie sie einmal schien. Wenn Zweifel aufkommen an der Berufswahl nach einem langen anstrengenden Tag, an dem man womöglich nur die Schattenseiten des Klinikalltags mitbekommen hat. Beim Schultreffen mit Freunden, die schon im Beruf stehen und gefestigt sind. Die ich abwechselnd beneide und bemitleide, weil mein Leben mir irgendwie noch so anders erscheint. Manchmal besser und manchmal schwieriger.

Nun ja, deshalb also weniger Zeit zum Schreiben. Nun steht die nächste Klausurenphase an, die zehnte. Dann reicht es irgendwie auch mal mit den ständigen Zyklen aus Lernen und Bestehen. Dann will ich auch ankommen. Wenn das denn überhaupt existiert und was auch immer es bedeutet.

 

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Artikel letztmalig aktualisiert am 16.07.2017.

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Medizin, Studium, Humanmedizin
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Wobei ich hier nicht eine leserliche Handschrift meine, obwohl auch die nach wie vor vermutlich nicht verkehrt wäre. mehr...
Daneben Schlägereien und ein auffälliges Sozialverhalten: aggressiv, unselbstständig. In der Übergabe höre ich mehr...
Irgendwoher tauchten dann kleine Leinwände und einige Stifte auf und wir begannen, nach all dem stumpfen mehr...

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