Die Gesundheitssklaven – Teil I

09.07.2017
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Um weiter Kosten zu reduzieren und den Gewinn zu erhöhen, gibt es für Ärzte ständig neue Formulare, Guidelines oder Krankenhaussoftware. Das alles erschwert den Alltag in der Klinik und geht irgendwann an die Substanz. Manche Ärzte wählen den Tod.

Dr. Andrew Bryant hat sich einen Lebenstraum erfüllt. Er ist angesehener Gastroenterologe in Brisbane, er hat eine liebevolle Familie mit Frau und vier Kindern. Es scheint alles perfekt.

Jahrelang arbeitet er erfolgreich in seiner Privatpraxis, er spezialisiert sich auf die Entfernung großer Polypen und führt endoskopische Mukosaresektionen bei seinen Patienten durch. Bryant interessiert sich auch für Militär- und Flugmedizin. Doch sein größtes Hobby sind seine vier Kinder. Gerne packt er sie in den Kindersitz und unternimmt mit ihnen Fahrradtouren durch die australischen Weiten. Er fährt an den Strand, spielt mit ihnen und lächelt dabei fröhlich in die Kamera seiner Frau. Seine Patienten beschreiben ihn als hilfsbereiten und sehr professionellen Arzt mit einer einfühlsamen Ader. Er zählt zu den 5 Top-Gastroenterologen in Brisbane. Und doch ist alles nur scheinbar perfekt.

Der medizinische Erfolg birgt auch Schattenseiten und die erfährt der australische Doktor Anfang des Jahres. Seiner Frau Susan fallen zunächst seine Schlafprobleme auf: „Seit Ende Februar schlief er nicht mehr gut, aber er war nie ein großer Schläfer“ erzählt sie. „Er war sehr beschäftigt mit seiner Arbeit, aber er war ja immer beschäftigt“. Im Nachhinein kommen Susan die Veränderungen ihres Mannes eindeutig vor. Doch damals fielen sie ihr kaum auf. Sie sah nicht kommen, was drei Monate später folgen würde. „Bryant war Arzt, er war immer von medizinischem Personal umgeben. Jeden Tag. Seine Eltern waren beide Psychiater, zwei seiner Brüder sind Ärzte und seine Schwester ist eine Krankenschwester in der Psychiatrie – doch niemand von ihnen sah es kommen.“ 

Niemand sah es kommen

Kurz vor Ostern wurde der Gastroenterologe vermehrt angespannt – er machte sich Sorgen über seine Privatpraxis, darüber mit der Büroverwaltung hinterher zu sein, über die Finanzen, über manche seiner Patienten und über seine ärztlichen Fähigkeiten.

Er kam seiner Frau entmutigt und unkommunikativ vor. Sie tat alles, um ihm zu helfen und zu entlasten, doch Susan war auch verwirrt. Bryant war immer sehr beschäftigt in seiner Praxis, aber es lief doch genauso wie die letzten 20 Jahre auch. Der Arzt war das ganze Osterwochenende über total erschöpft und die Woche danach stand sein Bereitschaftsdienst für die öffentlichen Krankenhäuser an. Dies sollte sich als schlimmste Notdienstwoche herausstellen, die Bryant je erlebt hatte: Er wurde jede Nacht gerufen, manche Nächte sogar drei- oder viermal hintereinander und tagsüber musste er noch seine eigenen Patienten betreuen und die Endoskopieliste abarbeiten.

„Er verpasste das Geburtstagsessen von unserem Sohn Nick und auch jedes andere Abendessen in dieser Woche“ erzählt Susan traurig. Gegen Ende der Woche, es war ein Freitag, war Bryant richtig erschöpft, er konnte immer noch nicht richtig schlafen und war einfach nur platt. Seine Frau macht sich immer mehr Sorgen um ihn, doch er ist dafür unempfänglich. Susan drängt ihren Mann, jemanden wegen seiner Schlafprobleme aufzusuchen, doch er will davon nichts hören. Der Gastroenterologe sieht weiter seine Patienten, arbeitet sich durch die Endoskopielisten, geht zur Arbeit und ist immer erst sehr spät daheim. Am Dienstag Abend kommt er schließlich sehr aufgebracht und den Tränen nahe nach Hause: Ein Patient von ihm ist verstorben. Seine Frau erinnert sich: „Andrew war immer bestürzt, wenn einer seiner Patienten starb, aber diesmal war seine Reaktion auf die Belastung ganz anders.“

Kratzen an der Oberfläche

„Im Nachhinein betrachtet waren alle Zeichen einer Depression da“, meint Susan. Doch bis dahin kann niemand glauben, dass der angesehene Gastroenterologe nicht mehr kann. Niemand sieht kommen, was in der ersten Maiwoche passiert. Dr. Bryant geht ganz normal zur Arbeit, doch abends kehrt er nicht mehr nach Hause zu seiner Familie zurück. Er nimmt sich in seinem Büro das Leben. Sein Tod schockiert Familie, Freunde und Kollegen. Seine Frau Susan entschließt sich eine emotionale E-Mail an sie zu schreiben, denn sie möchte aus dem Tod ihres Mannes kein Geheimnis machen. „Ich möchte nicht verheimlichen, dass Andrew Suizid begangen hat“, schreibt sie darin.

„Wenn mehr Leute darüber sprechen, was zu einem Selbstmord geführt hat, wenn sie nicht darüber sprechen, als wäre er etwas Beschämendes, wenn Leute verstehen, wie leicht und schnell Depressionen jemanden überwältigen können, dann könnte es vielleicht weniger Todesfälle geben.“ Susan fügt hinzu: „Seine vier Kinder und ich schämen uns nicht dafür, wie er gestorben ist.“

Sie bittet ihre Freunde die E-Mail mit Andrews Geschichte weiterzugeben an alle, die fragen wie er gestorben ist, aber auch an alle anderen, die es vielleicht wissen möchten oder denen es helfen könnte. Susans Kinder veröffentlichen sie auch auf Facebook, um darauf aufmerksam zu machen. Und die E-Mail geht um die Welt. Innerhalb kurzer Zeit lesen Tausende von Andrew Bryants Selbstmord und sprechen ihr Beileid aus oder teilen ihre eigenen Erfahrungen. „Es ist ein großes Problem in der Medizin und ich wurde von so vielen Ärzten kontaktiert, vor allem von denen, deren Kollegen Suizid begangen haben“, erzählt Susan Bryant.

„Es ist als ob ich an der Oberfläche von etwas Großem gekratzt habe… Leute schreiben mir, dass sie nie über einen Suizid reden konnten, weil es immer noch so ein großes Tabuthema ist.“ Andrews Sohn John ruft dazu auf, besser auf seine Angehörige zu achten: „Seht nach, ob es ihnen gut geht. Es könnte einen riesengroßen Unterschied machen... lasst es kein Tabu sein.“

Arbeit beeinflusst Privatleben

So wie Dr. Bryant geht es vielen Ärzten. Einige kommen mit dem Druck und dem Stress in der Medizin nicht mehr zurecht und nehmen sich schließlich das Leben. Andere bekommen gerade noch die Kurve und suchen sich rechtzeitig Hilfe. Viele Ärzte kennen das Gefühl durch dunkle Zeiten zu gehen.

Depressionen, Angespanntheit, Burn-Out, Suizidalität, Hoffnungslosigkeit, Lethargie, Freudlosigkeit, Ängste und Sorgen – das alles sind Gefühle mit denen die meisten Mediziner schon einmal in ihrem Leben konfrontiert wurden. Die wenigsten haben ernsthafte Suizidgedanken, aber viele kennen die negativen Reaktionen auf interne oder externe Stressfaktoren. Nicht nur in der Praxis, auch im Krankenhaus leiden viele Mediziner darunter. Besonders die Arbeit ist häufig der kritische Faktor. Da Ärzte nun mal den Großteil ihres Lebens auf der Arbeit verbringen, beeinflusst die Arbeit fast alle anderen Aspekte des Lebens wie Familie und Sozialleben. Wie kommt es aber dazu, dass manche keinen anderen Ausweg mehr sehen als sich das Leben zu nehmen?

Ein Grund dafür könnte in unserem immer mehr auf Profit ausgelegten Gesundheitssystem liegen. Das Krankenhaus ist kein Ort der Barmherzigkeit und Nächstenliebe mehr, sondern entwickelt sich immer mehr zu einer Industrie, die rein wirtschaftsorientiert arbeiten muss. Der australische Chirurg Dr. Eric Levi identifiziert drei daraus resultierende Faktoren, die Ärzte in Depressionen und Burn-Out treiben. 

1. Kontrollverlust über die Arbeit

2. Verlust von Unterstützung durch Familie und Freunde

3. Bedeutungsverlust der Medizin

Wie Guidelines, Prüfungen und Fürsorgepflicht an die Substanz gehen

Als jemand der 24 Stunden 7 Tage die Woche Bereitschaft hat, insgesamt 12 von 14 Tagen, beschreibt der Chirurg einen allmählichen Verlust der Kontrolle über seine Arbeitstage. Wenn er sich auf seine chirurgischen Prüfungen vorbereitete, arbeitete er von 6:30 Uhr bis 22 Uhr abends jeden Tag und sah seine Familie nur am Wochenende zum Mittagessen. Er arbeitete in einem Krankenhaus, in dem er für einige Zeit tagelang nicht nach Hause kam und im Bereitschaftszimmer oder seinem Auto übernachten musste. Er hatte immer seinen Schlafsack und Umziehklamotten im Kofferraum, weil er nie wusste, ob er es in diesen Nächten nach Hause schaffen würde.

Jeden Tag konnten Pläne aufgrund eines Notfalls umgeworfen werden, er war nie sicher was die nächste Stunde brachte, wenn er Notdienst hatte. Er konnte nicht weniger arbeiten, denn wer sollte sich sonst um die Patienten kümmern? Das Krankenhaus beschäftigte nicht mehr Ärzte und die Kranken konnten schließlich nicht unversorgt bleiben. Dr. Levi musste die Tatsache akzeptieren, dass er eine Fürsorgeverantwortung hat, die er nicht einfach aussetzen kann, wenn er müde ist.

Doch auch das Gesundheitssystem an sich trägt zum Schaden bei. Jeden Tag gibt es ein neues Formular, eine neue Guideline, ein neues Protokoll, eine neue Krankenhaussoftware oder eine neue Politik, die jegliches klinische Arbeiten diktiert und einschränkt. Manche der bürokratischen Vorschriften werden von Leuten geschrieben, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Eine ganze Industrie widmet sich der Umgestaltung von dem, was Ärzte und Krankenpflegepersonal zu tun und zu lassen haben, um immer weiter Kosten zu reduzieren und den Ertrag zu erhöhen. Das geht irgendwann an die Substanz der Ärzte und die Leidtragenden sind Personal und Patienten.

Arbeitsalltag eines Chirurgen

Um zu verstehen, wie so etwas jemanden zur blanken Erschöpfung bringen kann, muss man sich den typischen Arbeitsalltag des Chirurgen ansehen: Sein Tag startet gewöhnlich um 6 Uhr morgens. Dr. Levi wacht auf, weil ihn eine E-Mail daran erinnert, dass er noch einige Entlassungsberichte vom Vortag zu Ende schreiben muss. Schnell macht er sich fertig. Um 7 Uhr beginnt die Visite.

Er sieht 15-20 Patienten und es stapeln sich zahlreiche Formulare und Anträge, die ausgefüllt werden müssen. Genervt setzt er sich an den Computer und verflucht das klobige und alles andere als benutzerfreundliche System, das ewige Zeiten braucht, bis er sich einloggen kann. Er ruft stattdessen die völlig überbuchte OP-Liste für den Tag auf. Um 8 Uhr muss er im Operationssaal sein. 7 Patienten stehen auf seiner Liste.

Dr. Levi ist frustriert, denn er hat keinen Einfluss darauf, wer auf die OP-Liste kommt oder in welcher Reihenfolge die Patienten operiert werden. Die ersten Patienten wurden noch nicht überprüft. Also muss er das schnell nachholen. Doch alles ist chaotisch. Der diabetische Patient ist hypoglykämisch, das Kleinkind ist quengelig, das autistische Kind rennt weg. Der Dolmetscher für den ausländischen Patienten ist auch noch nicht hier. Schnell einen Blick zum PC. Der Computer hat ihn immer noch nicht ins System eingeloggt. Das Passwort ist abgelaufen. Mist.

Dr. Levi konnte früher einmal die OP-Liste ändern, weil er aus ärztlicher Sicht beurteilen kann, dass manche Operationen länger dauern als andere und bestimmte Patienten davon profitieren eher dranzukommen. Aber jetzt hat die Verwaltung entschieden, dass alle Tonsillektomien genau 14 Minuten dauern müssen – denn das ist die erfasste Durchschnittszeit im Computer. Die Schaltuhr startet, wenn er sich einwäscht und stoppt, wenn er den OP-Saal verlässt. Klick. Klick. Klick. Da der Computer aber nicht die Zeit erfasst, die der Dolmetscher ins Krankenhaus braucht, die die OP-Vorbereitung in Anspruch nimmt oder die der Weg zur Intensivstation auffrisst, ist Dr. Levi schon jetzt zu spät dran.

Die OP-Schwester guckt säuerlich und mahnt den Chirurgen ja rechtzeitig fertig zu werden. Dr. Levi schafft seine 14 Minuten für die Mandelentfernung, trotzdem hat das OP-Team Verspätung wegen unvorhersehbarer externer Gründe. Jeder ist angespannt und will schnell fertig werden, alles wird gehetzt und übereilt fertig gemacht.

Fehler vorprogrammiert

In so einer Situation sind Fehler vorprogrammiert. Kaum ist der Chirurg verspätet aus dem OP, zeigt ein Blick aufs Diensttelefon 12 verpasste Anrufe von Angehörigen und Ärzte anderer Stationen. Doch es warten bereits drei Patienten für Dr. Levi auf seiner Station und einer wird gerade von einem anderen Krankenhaus eingeflogen.

Schnell eilt er auf die Station und schluckt auf dem Weg eine Tasse aufgewärmten Instant-Kaffee hinunter. Schließlich kommt er völlig zu spät in der Klinik an, die wieder mal überbelegt ist. Die Krankenschwestern sind unglücklich darüber, doch ändern kann er nichts. Der Arzt sieht jetzt zwischen 8-10 Patienten. Er bespricht komplizierte chirurgische Eingriffe, wird aber immer wieder von Papierkram und Anrufen unterbrochen. Kaum bahnt sich eine Verschnaufpause an, klingelt mal wieder das Diensttelefon. Schnell muss der Chirurg zum OP eilen, denn er wurde für einen Notfall gerufen. Zu diesem Zeitpunkt begibt sich Dr. Levi auf gefährliches Eis.

Fehler sind schneller gemacht, als er sich vorstellen kann. Er ist müde, launisch und sein Kopf explodiert voller Aufgaben, die er noch erledigen muss. Trotzdem hält er durch. Zeit für Mittagessen hat er nicht, stattdessen beginnt um 14 Uhr die Nachtmittagsvisite, in der der Arzt viele weitere Patienten sieht und Briefe diktiert. In so einem 24-Stunden-Dienst nimmt er selten weniger als 70 Anrufe entgegen. Um 18 Uhr ist er schließlich völlig erschöpft. Doch der Tag ist noch längst nicht vorbei.

Dr. Levi schnappt sich eine Packung Chips und eine Ingwer-Limonade und beginnt mit der restlichen Schreibarbeit, die er für heute erledigen muss. Er prüft auch die Fälle der nächsten Tage. Obwohl er mit der Arbeit längst nicht fertig ist, geht er um 20 Uhr nach Hause. Isst zu Abend und bringt die Kinder ins Bett. Doch da wird er wieder angerufen: ein Notfallpatient, er soll so schnell wie möglich in den OP. Kurz nach Mitternacht kann er wieder nach Hause und schläft erschöpft ein. In dieser Nacht wird Dr. Levi noch vier weitere Male in den OP gerufen.

 

Hier geht es weiter zu Teil II.

 

Bildquelle: muammerokumus, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.07.2017.

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Medizin, Politik Wirtschaft
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Ich bitte die zukünftigen KollegInnen für die mögliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen abzustimmen: https://www.openpetition.de/petition/online/bundesweit-einheitliche-und-branchenuebergreifende-30-stunden-woche-als-vollzeitarbeit Die Senkung der gesetzlichen Vollzeitarbeit auf 30 Stunden pro Woche würde folgende Vorteile bringen: Verbesserung der Work-Life Balance Verbesserung, der Chancen zur Weiterbildung, Verbesserung der Erholung zur Qualitätssicherung der Arbeit, Ausgleich der für die heute länger gewordenen Arbeitswege benötigten Zeit. Auch daran muss man denken.
#55 am 14.07.2017 von Nadezhda Syrkina (Studentin der Humanmedizin)
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Ivor
Der Alltag von Menschen in sozialen Berufen ist von vielen unnötigen Neuerungen, neben teilweise schlechter Bezahlung geprägt. Die Menschen, die ihre Arbeit ernst nehmen, für den Pat./Klienten wirklich noch da sind, werden von diesem ganzen Ballast zerrieben. Die Einen sitzen am PC spielen mit den neusten Anforderungen und gehen geschmeidig damit um, während die Anderen die Arbeit am/ mit dem Menschen machen und noch die Dokumentation o. Anträge stellen müssen. Die Einen halten kosquent ihre Raucherpausen ein, sind keinem Schwätzchen abgeneigt, nehmen die Arbeitszeit für private Erledigungen, während die Anderen versuchen die "verlorene Zeit einzuholen". Bourn out, Depressionen , Suizid. Es heißt zwar immer, Arbeit" am Menschen" ist nicht messbar, sie ist messbar! Vielleicht hilft ein generelles Umdenken, gute Arbeit wird gut bezahlt und wer kann, aber nicht will, kann gehen. (ich höre schon den Aufschrei der GW und der anderen Gruppen "unsozial" unsozial ist, sich auf Kosten anderer auszuruhen, auf Kosten anderer zu leben. Dann hätten wir auch gleich das Problem der Überbevölkerung hier in Deutschland gelöst)
#54 am 14.07.2017 von Ivor (Gast)
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Gast
Die Generation Y wird den Status quo im Gesundheitssystem in Deutschland und weltweit überrollen wie ein Tsunami Khao Lak. Die Generation Y ist keine vorrübergehende Erscheinung, sondern ein so noch nie da gewesenes Phänomen, das als kulturelle Revolution auf einer Stufe steht mit 68, Anti-Baby-Pille, Renaissance, Reformation und Aufklärung. Und das ganze hat gerade erst begonnen - und es wird so weiter gehen. Selbst Ärzte in Südkorea, Taiwan und Singapur ziehen mittlerweile immer öfter angesichts der Erkenntnis der Ebdlichkeit des eigenen Lebens Strand, Rucksack und Sonnenbrille dem Verheizt-Werden in irgend einem Krankenhaus vor.
#53 am 12.07.2017 von Gast
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Bezogen auf die Anklage das auf die Psychische Situation von Kollegen nicht eingegangen wird und sie zu hören bekommen das sie sich dann einen anderen Job suchen sollen. Was sollen die Kollegen machen ? Die Belastung für die überlasteten Kollegen Reduzieren ? In dem sie sich selbst noch mehr auf die Schultern laden, bis sie selbst zusammen brechen ? Kurzfristig kein Thema, das machen wir alle, Langfristig ….. auch die vermeidlich gesunden Kollegen haben eine Belastungsgrenze, und wenn ich nen drittel des Gehaltes meines Kollegen erarbeite will ich es auch auf dem Konto sehen, sonst bin ich langfristig nicht dazu bereit.
#52 am 12.07.2017 von Georg Gründel (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Sehr interessante Diskussion. Zu der Hundesitterin möchte ich sagen das sie Absolut recht hat, aber auf die Humanmedizin übertragen...... Was soll der Arzt in den Totenschein schreiben ? Die Zufriedenheit meiner 50 Patienten war mir wichtiger als das Leben der anderen Hundert die Pech hatten das sie zu spät gekommen sind ? Und damit sind wir beim eigentlichen Problem im Gesundheitswesen, der Umstand das Medizinisches Personal im Gegensatz zu Ökonomen noch ein Gewissen haben. Es muß ein Umdenken beim medizinischen Personal geben, denn nur wenns dem Ökonomen weh tut ändert sich was. Und wenn man seine Abrechnungen nicht schafft dann sind diese nicht wichtiger als die Patienten, auch wenn der Ökonom das sagt, denn letzteres macht ihm aua, nicht den Patienten und nicht dem Medizinnischen Personal.
#51 am 12.07.2017 von Georg Gründel (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
#50 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
Ein wesentliches Problem ist tatsächlich das Preußische im System. So wie es von Heinrich Mann in "Der Untertan" beschrieben wurde. Waren es nicht Ärzte, die im 3. Reich die Berufsgruppe mit dem prozentual höchsten Anteil an NSDAP-Mitgliedern waren und die willfährig bzw. aus "Pflichtbewusstsein" ihren "Dienst" für "Führer und Vaterland" verrichteten und die Befehle ausführten ohne diese Befehle zu hinterfragen. "Ich führte nur Befehle aus und tat meine Pflicht" zitiert Hannah Arendt in "The Banality of Evil". Natürlich tut man heutigen Ärzten mit dem Vergleich Unrecht, aber es ist ein abschreckendes Beispiel, wohin preußisches Gehorsamsdenken führen kann.
#49 am 12.07.2017 von Gast
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....das ganze Gesundheitssystem ist durch und durch marode. Eine Phalanx aus gewaltbereiten Chefärzten und den mittlerweile übermächtigen Betriebswirten. Gewaltbereit und machtbesessen,da ein System der Auswahl bereits vor d. Studium(NC etc.) die Katzbuckler, Egoisten u Mastdarmakrobaten groß werden läßt( mit Ausnahmen natürlich). Ein Tor wer da noch weitere Privatisierungen fordert#, Sie armer Tropf). Der Dicke, Gott habe ihn seelig hatte die geistig/ moralische Wende gefordert und die Herde blökte mähh und Widerstand gegen eklatante Missstände im Kollegium zu organisieren ging immer aus wie d. Hornberger Schießen. Was will man von preußischen Gehorsamsernährten und prestige- und geldgeilen Kollegen auch anderes erwarten ?
#48 am 12.07.2017 von Peter Klein (Arzt)
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Gast
Und die Toleranz gegenüber Psychischen Erkrankungen, Depression, Burnout, die ging gegen Null. Da hatte der Herr Doktor gefälligst seinen Mann zu stehen und sich am Riemen zu reißen. Und alles wurde tabuisiert, verdrängt, totgeschwiegen und verleugnet. Die Selbstmordrate in der Gesamtbevölkerung hat sich seit den 70ern halbiert und heute darf man überhaupt erst, was man früher nicht durfte: Fragen stellen (oder zumindest denken) und Zustände, Weltanschauungen und Denkweisen in Frage stellen. Früher gabs kein Doccheck, das ist doch schon mal ein Fortschritt.
#47 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
@ #44: Früher war alles noch viel schlimmer. Damals gabs bloß niemanden, der die ganzen Missstände ins Internet stellen konnte.
#46 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
Eklatant kuriose - schizophrene Beispiele liegen indes auch in der Ästhetischen Chirurgie und deren dubiosen Prüfinstanzen zugrunde. Ein weiteres Debakel ist die epidemiologische Entwicklung durch Globalisierung bei gleichzeitiger Stagnation. Lobbyisten HERRSCHEN als winzigste Kaste in ziemlich allen Ländern über das Volk. „Beethovens Ohrstöpsel“ und hermetischer Schutz gegen das sich aufbäumende Gesindel ist eine tief verwurzelte Strategie als wiederholt jüngstes Beispiel. F o r t s e t z u n g Es bleibt die Frage, Was treibt diese Spezies, indes eine ganze Berufsgruppe, wissentlich diesen Wahnsinn weiter voranzutreiben, dauerhaft an. Es widerspricht schlicht allen Grundsätzen Ihres konträren Handelns und stellt somit, zumindest vereinzelt, vermutlich die komplett Uneignung dieser Berufsausrichtung dar.
#45 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
Guten Tag liebes Ärzte. Pflege Med.- Team etc.. Es ist ein ab absurdum, das ausgerechnet im Gesundheitswesen, sprich unter Ärzten und Krankenpflegepersonal die Toleranz gegenüber psychischen Erkrankungen und deren Risiken mit all ihren Tragweiten mittlerweile Weltweit nicht vorhanden zu sein scheint. Dieser Klassische Fall ( Ost wie Westlicher Industrienationen) zeigt die ganze Misere und Schizophrenie eines nicht funktionierenden Gesundheitssystems, infolge eines sich auf rein nutzenmaximierenden Grundsätzen und stetig fortpflanzenden Nachahmer Kulturen, einer offensichtlich gewollten modernen Sklavenhalter Kultur – vergleichsweise „kanzerogen“ fortsetzt. Der Hippokratische Eid ist Geschichte (Archaisch) und Sukzessiv von einem teilweise privatrechtlichem System gestürzt. Wenn das winzigst wertvolle aus der autosomalen Entwicklung in unserem natürlichen Entstehungsverlauf, weiterhin in mathematische und Gewinnorientierte Handlungsofferten übergeht, werden Menschen kumulativ berechenbar sein. Ich denke „indirekt“ insofern auch an die Tatsachenbeispiele aus der Transplantationsmedizin. Wer kontrolliert was und von wem...
#44 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
Vor zwei Jahren hätte mir der Artikel noch geholfen, jetzt habe ich so ziemlich alles selbst durchgemacht. Das Gesundheitssystem setzt voll auf die Mitarbeiter mit dem Helfergen und nutzt diese gnadenlos aus. Ich habe den Arztberuf aus Freude am Helfen und der Medizin ergriffen, habe mich immer voll eingebracht, die Familie aufs Spiel gesetzt, stand im Prinzip 24 h rund um die Uhr für meine Patienten zur Verfügung. Während andere Kollegen über 2 KV-Dienste im Halbjahr klagten, machte ich diese in einer Woche u.s.w. Eine 60h-Woche war schon eine Faulenzerwoche. Nach kurzen ungehörten Hilferufen verlor ich meine Selbsteinschätzung und brach schließlich zusammen. Zuvor aber keine Hilfe, weder von der Familie, noch vom Arbeitgeber, sondern immer nur noch eins drauf. Dann Betroffenheit auf allen Seiten. Jetzt soll ich nur noch Teilzeit arbeiten, wenn überhaupt. Vielleicht komme ich dann endlich auf eine 40 h Woche.
#43 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
Wird durch die menschliche Existenz die Wende kommen, dass das Leben nicht ein Wirtschaftsfaktor ist? Wie verbinden wir uns, über die anthroposophische Medizin hinaus, zu einer Menschen-Kultur und nicht einer Wirtschafts-Kultur der Gegenwart?
#42 am 12.07.2017 von Gast
  2
Gast
#7: Ist kein großes Geheimnis, auch wenn momentan in der Politik darüber geschwiegen wird. Organisierte Ambulanzen wie in der früheren DDR oder auch in der Sowjetunion sind monetär gesehen billiger und einfacher bürokratisch zu verwalten, über die Effektivität wird lieber geschwiegen. Aber es wird staatlicherseits ein Gesundheitswesen vorgehalten.
#41 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
#39 Danke, ich wünsche Ihnen auch noch einen wunderschönen Tag und anscheinend haben Sie nicht wirklich verstanden , was ich damit ausdrücken möchte. Von Naturwissenschaftlern kann man das auch nicht wirklich erwarten.
#40 am 12.07.2017 von Gast
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#21:Ihr Beitrag ist einfach erbärmlich. Diskutieren Sie lieber im Portal für Hundehalter!
#39 am 12.07.2017 von Dr. med. Wenzel Nieswiatowski (Arzt)
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Gast
#21 Ich bin Hundesitterin, ich nehme aber immer nur soviel Hunde, die ich auch individuell betreuen kann. Soll heißen, ich werde den Bedürfnissen meiner Hunde gerecht, dass ging natürlich überhaupt nicht wenn ich Massenabfertigung betreiben würde. Ich werde damit auch nicht wohlhabend, meine Befriedigung geben mir die glücklichen Hundis und äußerst zufriedenen Besitzer.
#38 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
Genau diese Prof. Dr. Wichtigs sind es dann aber, die auf Chefarztvisite Wert auf den maximal großen Rattenschwanz legen (und sei es für die jeweiligen Teilnehmer auch noch so sinnfrei). Und wehe man sagt was falsches auf Chefarztvisite, wobei man natürlich primär überhaupt nichts zu sagen hat. Der Prof. Dr. Wichtig kocht natürlich auch nur mit Wasser und oft weiß der Student oder der blutige Anfänger zumindest in Aspekten sogar mehr als solche Witzfiguren, die ihren Rattenschwanz als Penis-Prothese benötigen.
#37 am 12.07.2017 von Gast
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Gast
Das Problem an der mangelnden Toleranz gegenüber Personen mit psychischen Erkrankungen in diesem Gesundheitssystem ist der Peußische Militärarzt. Man sieht Ärzte und Pfleger als Soldaten und wer nicht wie gefordert funktioniert, der wird entfernt oder rausgemobbed. Ekelhaft ist es auch, wenn Medizinprofessoren an Medizinischen Fakultäten Studenten, die vom Habitus nicht ihrem Idealtypus des funktionierenden Soldaten, der Befehle von oben ausführt (nachzufragen über den Sinn der jeweiligen Befehle hat man sowieso nicht) die Verachtung zu verstehen geben. Eine ehemalige Studienkollegin (Nein, ich war's nicht) musste sich vom Anatomie-Gott Prof. D. trotz Bestehen mit Note 3 den Kommentar anhören: "Mich würde ich nicht von Ihnen behandeln lassen." ; ein Freund bekam trotz guter Arbeit am Ende der Famulatur zu hören "Bei uns haben Sie definitiv keine Zukunft." Ich selbst habe im PJ trotz durchschnitlicher Leistung Anfeindungen durch den Chefarzt allein gegen meine Person gerichtet erlebt.
#36 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Ich habe der Klinik aus guten Gründen den Rücken gekehrt und arbeite zufrieden als ärztliche Gutachterin in der Agentur für Arbeit. Auch dort gibt es einen gewissen Auftragsdruck, aber die Arbeitsbedingungen sind angenehm kompatibel mit privaten Bedürfnissen und das Gehalt im Verhältnis dazu auch. Man muss sich nicht bis ultimo kaputtmachen lassen im Haifischbecken Klinik.
#35 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
@ #25: gibt es das Netzwerk hippokranet eigentlich noch? Da standen immer ziemlich gute Hintergrund-Information gerade auch über die offiziellen Statistiken und was diese besagen bzw. nicht besagen.
#34 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
@ 25: die 40% hat selbst der ehemalige Gesundheitsminister Daniel Bahr in einer Talkshow als amtierender Bundesgesundheitsminister bereits genannt. Bei den von der Bundesärztekammer ersteĺlten Statistiken muss man auf die Details schauen. Diese Statistiken besagen zwar, dass die Zahl der kurativ tätigen Ärzte steigt, sie sagen aber nichts über den Anteil der kurativ tätigen Ärzte an der Zahl der Ärzte, die jemals in Deutschland eine Approbation erhalten haben. Anscheinend ist die Abwanderung deutscher Ärzte ins Ausland heute geringer als noch vor 10 Jahren angesichts besserer Bezahlung und leicht verbesserter Arbeitsbedingungen (wirklich?), wenn man sich die stark steigende Zahl ausländischer Ärzte anschaut ( ich durfte vor 6 Jahren bereits als Famulant für die ausländischen Ärzte die Arztbriefe formulieren, weil diese das nicht selbst alleine konnten.) und den Gesamteindruck auf sich wirken lässt, ergibt sich ein anderes Bild.
#33 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Sich dazu zu bekennen, wenn einem die Arbeit über den Kopf wächst, wäre die richtige Reaktion, gefolgt von einer Auszeit. Doch ist es traurige Realität, dass ausgerechnet im Gesundheitswesen, sprich unter Ärzten und Krankenpflegepersonal die Toleranz gegenüber psychischen Erkrankungen minimal ist. Wer nicht funktioniert wie erwartet, über den wird gelästert, der soll sich gefälligst eine andere Arbeitsstelle suchen! Vielleicht sollte man an diesem Punkt während der Ausbildung/des Studiums bereits ansetzen, dann wäre auch die Akzeptanz psychischer Störungen/Erkrankungen innerhalb der Bevölkerung möglicherweise höher!
#32 am 11.07.2017 von Gast
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Dr. Schuelten
Danke für den Artikel. Gut, dass mal jemand auf die Problematik genauer aufmerksam macht.
#31 am 11.07.2017 von Dr. Schuelten (Gast)
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Gast
Der Beitrag über den australischen Kollegen ist schwierig zu kommentieren. In diesem Fall ist es schwierig abzuschätzen, welchen Anteil die Organisation des Gesundheitswesens und welchen Anteil durch eigene Arbeitsorganisation und auch einem Anteil Pech beding war. Als ich noch in der Klinik gearbeitet hatte, wurden Pechstränen in den Rufbereitschaften durch Kollegialität abgefangen. In dem Bericht über den Chirurgen Levi wird ganz klar, daß die Kommerzialisierung des Gesundheitwesen eine entscheidende Rolle für seine Situation spielt. In einem System, in dem relativ gesehen wenig Geld ist und immer noch Profit herausgezogen wird und Menschen in der Verwaltung und auf den Chefsesseln dafür hoch bezahlt werden, den Profit zu gewährleisten, sind solche Zustände natürlich das Resultat. Der Gedanke, Dinge in die Öffentlichkeit zu tragen, ist gut. Dabei sollten die Kalkulationen für die Leistungen der Öffentlichkeit publik gemacht werden.
#30 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Frau Cooberg: ich kann gut verstehen warum ihnen nicht klar ist dass diese ganzen Neuerungen in der Regel nichts gutes sind. Lassen Sie mich raten: Sie gehören als Diplom-Pflegepädagogin eher zum Verwaltungsapparat als zu den tatsächlich Pflegenden.... Die meisten Neuerungen sind Verschlimmbesserungen die eingeführt werden um Dokumentation besser prüfbar zu machen, nicht um den Vorgang des Dokumentierens selbst zu vereinfachen, ebenso dienen die meisten Programme und Formulare eher dem Prüfer als dem Anwender oder gar dem Patienten. Die wenigsten Neuerungen sind wirklich hilfreich und wenn doch werden sie bereits nach wenigen Monaten wieder überarbeitet und verändert... ein richtiger Workflow entsteht nie.
#29 am 11.07.2017 von Gast
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Herzlichen Dank für den sehr wichtigen Artikel. Natürlich kommt das auch in Deutschland vor. Nur wenige reden über ein burn-out-Syndrom (BOS), deren Symptome nach Studien bei zwischen 30 und 54% der healthcare-professionals zu finden sind. Auch nach einer jüngst von der Apobank veröffentlichten Studie ist die Diskrepanz zwischen Lebenszielen und beruflicher Anforderung außerordentlich belastent. Der Stoff aus dem das BOS und bei einem relevanten Anteil eine Majordepression entstehen kann. Wir sollten mehr darüber reden und wirklich hingucken. Die psychische Belastung am Arbeitsplatz zu messen-wie von den BGs gefordert- sollte Ärzte unbedingt einbeziehen
#28 am 11.07.2017 von Jörg von Hübbenet (Arzt)
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So geht es nicht nur Ärzten. Ein generelles Problem, aber ich verstehe den Einführungssatz nicht. Neuerungen bringen jemanden zum Selbstmord. Das ist nicht zutreffend beschrieben. Depressionen sind in der gesamten Bevölkerungsdichte anzutreffen, warum sollte es keine Ärzte treffen?
#27 am 11.07.2017 von Diplom-Pflegepädagogin Susanne Cooberg (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Das gehört in einer großen Boulevardzeitschritft veröffentlicht, damit sich die Patienten nicht wundern, warum der behandelnde Arzt so schlecht drauf ist.
#26 am 11.07.2017 von Dr. med. Christiane Siefert-Ajtai (Ärztin)
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Gast
#25 am 11.07.2017 von Gast
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Es wäre gut, wenn über Verhältnisse in deutschen Krankenhäusern und Praxen berichtet würde, die Zustände dürften sich den beschriebenen annähern.
#24 am 11.07.2017 von Alfred Böttger (Arzt)
  0
Gast
Und der einzelne Pfleger, Arzt, Klinikangestellte, der ist ganz schnell "am Arsch", wenn er "Scheiße baut", der Geschäftsführer der Klinik, der für die Arbeitsbedingungen mitverantwortlich ist, unter denen vermehrt Fehler passieren, der wird fast nie belangt. An jener Universitätsklinik, an der ich studieren musste, war der Geschäftsführer stolz darauf zu sagen, "Wir sind damit eine der wenigen Universitätskliniken in Deutschland, die noch schwarze Zahlen schreiben." Die Angestellten und Studenten an dieser Klinik können ein Lied davon singen, was das für die dortigen Arbeitsbedingungen ("Wird immer schlimmer.") bzw. Ausbildungsbedingungen ("Man fühlt sich als Störfaktor.") bedeutet.
#23 am 11.07.2017 von Gast
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Sein Leid zu klagen bringt leider gar nichts, es muß meines Erachtens ein Umdenken beim Medizinischen Personal einsetzen. Die meißten lehren von Frau Juchli sind überholt, aber sie prägte einen Satz der heute mehr Gültigkeit den jeh hat. Sinngemäß : Nur wer sich selbst Pflegt ist eine gute Pflegekraft. Dies kann man auch auf die Ärzte übertragen. So lange medizinisches Personal dem Druck nachgibt wird der druck gnadenlos erhöht werden. Ein Werkzeug zum Gegendruck sind Gefährdungsanzeigen, denn damit wird die Sicherheit der Patienten an die Organisation der Klinik weitergeleitet. Nur wenn die Ökonomen feststellen das ihr Kopf in der Juristischen Schlinge steckt und nicht der von Ärzten/Pflegekräften, dann kommen sie aus dem Quark
#22 am 11.07.2017 von Georg Gründel (Gesundheits- und Krankenpfleger)
  2
Gast
Vielleicht sollte man doch das gesamte Gesundheitssystem privatisieren ,und der mündige Bürger muss sich individuell privatversichern.
#21 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Gibt man bei google.de "arztberuf" ein und drückt dann einmal auf die Leertaste, kommt als Suchvorschlag an erster Stelle "arztberuf aufgeben" . Das sagt schon ziemlich viel.
#20 am 11.07.2017 von Gast
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In einem Kommentar wurde geschrieben das es von der Bevölkerung so gewollt ist, weils keinen Interessiert. Glaub ich nicht, schaut man sich doch mal die Webpropaganda der Kliniken an. Es wird zu wenig in den Medien berichtet was in den Kliniken Ab geht. Was die Aussage angeht das Kliniken wirtschaftlich arbeiten müssen …... Aber Schaut man sich die Krankenfabriken an, die machen teilweise mehr gewinne als die Autoindustrie. Und wie einige Vorredner schon sagten, die Politik will das Sterben der kleinen Kliniken, denn Wenige Großkliniken sind Billiger als viele kleine. Außerdem entlasten weitere und längere Wege in die Kliniken immens die Krankenkassen :-( In wie weit die Politik ihren Pflichten als gewählte Volksvertreter ….. Wird sich nichts ändern, die nächsten 4 Jahre werden die gleichen Aufsichtsratsposten in der Regierung sitzen.
#19 am 11.07.2017 von Georg Gründel (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
Und das gilt nicht nur für Ärzte, sondern mindestens genauso für Krankenpfleger, Altenpfleger, Physiotherapeuten, die sollen nämlich auch massenhaft dem System den Rücken kehren. Aber nichts besonders Geräuschvolles liest man, nicht mal im Internet.
#18 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Wie hoch ist eigentlich der Anteil der Ärzte, die in Deutschland je eine Approbation erhalten haben, die aber der kurativen Medizin oder der Medizin insgesamt den Rücken gekehrt haben. Es geisterte vor einiger Zeit immer diese Zahl von 40% Medizinabsolventen durch die Gegend, die dem System gänzlich verloren gehen. Auch im Internet findet man nichts genaueres mehr dazu. Ein 10 Jahre älterer ärztlicher Kollege meinte, dass die meisten dieser 40% (die in seine Augen tatsächlich existieren) als irgend was arbeiten. Ein ehemaliger Studienkollege organisiere jetzt Partys, anstatt als Arzt zu arbeiten. Ich kenne eine Ärztin, die im elterlichen Betrieb als Bürokraft arbeitet. Man findet nichts genaueres dazu in Statistiken, auch nicht in Internet-Foren, aber irgendwas muss da dran sein.
#17 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Die Beschreibung trifft auch auf das deutsche Gesundheitswesen in Klinik und Praxis exakt zu. Die Schlußfolgerungen sind korrekt. -> so ist es. (und scheinbar von Kassen, Politik und Bevölkerung so gewollt, denn es interessiert keinen)
#16 am 11.07.2017 von Gast
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Onkomaus
Ja das ist traurig. Immer wieder und immer mehr sind betroffen.Immer mehr Arbeit und weniger Mitarbeiter. Keine Zeit mehr um einen Ausgleich zu schaffen. Unser Gesundheitssystem.
#15 am 11.07.2017 von Onkomaus (Gast)
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Gast
Dass das Gesundheitssystem finanziell immer stärker unter Druck gerät, ist klar. Dass "Einfach so weiter" nicht geht, ist auch klar. Die immer untragbareren und unzeitgemäßen Arbeitsbedingungen dort zu verbessern oder zumindest nicht weiter sich verschlechtern lassen, ist aber einzig eine Frage des politischen Willens. Der Staat scheint gefühlt dutzende Milliarden übrig zu haben für Projekte wie Stuttgart 21, BER, Elbphilharmonie und die Integration von analphabetischen Armutsmigranten aus der Sahel-Zone. Die wären im Gesundheitssystem besser aufgehoben.
#14 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Stichwort Asklepios, Helios und Rhön-Kliniken. Und die Bertelsmann-Stiftung mit ihrem Bruder im Geiste Karl Lauterbach berät die Politik bei der Umgestaltung des Gesundheitswesens hin zu von Aktiengesellschaften getragenen MVZ und privaten Klinik-Ketten. Ich habe mal in einem winzigen Krankenhaus im Grünen gearbeitet, das mittlerweile aus Rationalisierungsgründen geschlossen wurde. Mich selbst will ich da nicht behandeln lassen. In den Krankenfabriken von Helios und Konsorten will ich das noch weniger.
#13 am 11.07.2017 von Gast
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@ Nr. 2 Die Profitorientiertheit ist nicht in den letzten Jahren erst für die Krankenhäuser erfunden wurden. Große Überschrift der frühen 90er Jahre: Deregulierung, Privatisierung, egal ob Müllabfuhr, Gefangenen-Versorgung, Arbeitsämter (die Filetstücke holten sich die privaten Vermittler nach niederländischem Vorbild) oder das Gesundheitswesen. Das erste Krankenhaus in Deutschland, das privatisiert wurde, war das in der Stadt Meyen. In der ersten Stunde mittenmang und maßgeblich dabei: Beate Eggert. Am Anfang waren es die fast noch harmlosen GmbHs. Dann wurden Krankenhäuser, Altenheime etc. auf einmal Teile von Aktiengesellschaften. Diese auf das Gesundheitswesen orientierten Betriebe werfen mittlerweile in Europa die größten Gewinne ab. Tatsächlich sind die Investoren recht häufig in USA beheimatet.
#12 am 11.07.2017 von Dipl.-Psych., M.A. Katharina Gutsche (Psychologin)
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Im Studium bekommen wir die Prävalenzzahlen der Krankheiten. Die Suizidstatistik kann man auch nach Berufen aufschlüsseln. Die höchste Suizidquote haben die Ärzte. Schlüsselt man wiederum die med. Fachbereiche auf, sind es die Zahnärzte. Man muss nicht lange rumrätseln, was die Ursache ist: die leidige Abspalterei! Von einer Intensivschwester hörte ich, dass sie bitterlich weinen musste über das Schicksal einer jungen an finalem Krebs leidenden Mutter von zwei kleinen Kindern. Der Chefarzt herrschte sie an: "Mädchen, wenn Du Deinen Kittel anziehst, dann zieh Deine Gefühle aus." Und das soll gesund sein? In einem Krankenhaus hält ein Krankenhausseelsorger regelmäßig Intervisions-Gruppensitzungen für Ärzte und Schwestern, Gott sei Dank!
#11 am 11.07.2017 von Dipl.-Psych., M.A. Katharina Gutsche (Psychologin)
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Gast
Es gibt öffentliche Positionierungen z.B. von Verbandsvertretern aus der Chirurgie, die sich über den hohen und steigenden Frauenanteil unter Medizinstudenten und Ärzten mokieren. Weil Frauen zu "zart" seien und den Belastungen des Arztberufes nicht im selben Ausmaß wie Männer gewachsen seien. Kein Witz, ich durfte das selbst so lesen.
#10 am 11.07.2017 von Gast
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Ärztin
Was Mediziner weder im Studium noch in den Assistenzjahren lernen ist auf sich und sein eigenes Wohlergehen zu achten und das was man dem Patienten rät auch selbst zu tun. Wer dies versucht im Arztalltag umzusetzen und sich nicht bis zur völligen Erschöpfung herumtreiben lässt, dem weht der geballte Gegenwind von Kollegen und Vorgesetzten, meist der älteren Ärztegeneration angehörend, entgegen. Ein Arzt hat immer leistungsfähig und nie krank zu sein. Und wenn er krank ist soll er bitteschön so viel Pillen schlucken dass er trotzdem arbeiten kann. Solange sich an diesem kranken ärztlichen Selbstverständnis nichts ändert wird weiterhin die Selbstmordquote bei Ärztinnen 6x so hoch und bei Ärzten 3x so hoch wie im Durchschnitt sein.
#9 am 11.07.2017 von Ärztin (Gast)
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Soweit mir bekannt, sind Ärzte die akademische Berufgsgruppe mit den meisten Rauchern, Alkoholikern, Drogenabhängien und Selbstmorden; Ärztinnen zwischen 45 und 55 sogar die Berufsgruppe mit der höchsten Selbstmordrate von allen Berufen. Dieses thema muss organisatorisch angegangen werden und nicht als "Schwäche einzelner Personen" betrachtet weden. Nicht ohne Grund verlassen uns so viele junge KollegInnen und Kollegen Richtung Ausland: dort wird von aussen kontrolliert, dass die Arbeitszeiten nicht überschritten werden.
#8 am 11.07.2017 von OSA d. R. Arp Blum (Arzt)
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Ro
Mich würden in diesem Zusammenhang die Gründe Interessieren, weshalb das Kliniksterben (private Kliniken und solche in öffentlicher Trägerschaft) von "außen" GEWOLLT ist.
#7 am 11.07.2017 von Ro (Gast)
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Gast
Nicht unbedingt bei Ärzten, aber z.B. bei Piloten führt die Offenlegung der Erkrankung ganz offiziell und staatlich gewollt zum Karriereende. Und nicht erst seit dem Fall Andreas Lubitz. Das man entsprechende Piloten oder u.U. auch Chirurgen aus dem Verkehr zieht, ist in Grenzen auch berechtigt. Es kommt aber auf folgendes an: Fingerspitzen-Gefühl.
#6 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Der allgemein bekannte Fall des Fußball-Torwarts Robert Enke, das war auch jemand, der Schwäche bzw. seine Krankheit geheim halten musste. Vor sich selber, dem Fußball-Verein als Arbeitgeber und der Öffentlichkeit. Und wer es in solchen Leistungsgesellschaften doch tut, die eigene Krankheit bzw. Schwäche vor sich selbst und anderen offenzulegen, der erleidet mindestens einen Karriere-Knick oder die Karriere ist gleich vollständig zu Ende.
#5 am 11.07.2017 von Gast
  1
Gast
Nun ist der Beruf des Arztes sicherlich erfüllender und "sinnhafter" als irgendein überwiegend materiell ausgerichteter 0815-Beruf. Aber wenn das Leben nur noch aus dem Beruf steht, sollten sich auch Ärzte ab diesem Zeitpunkt die Sinnfrage stellen: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2011-06/interview-sinnsuche-karriere
#4 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
@Gast2: die meisten von uns haben eine 40h-Woche... offiziell. Viele von uns "dürfen" sogar mittlerweile eine Stechuhr benutzen. Nützt aber nichts wenn die Stempelzeiten bei der Stundenabrechnung nicht berücksichtigt werden, Überstunden weder ausbezahlt noch ausgeglichen werden oder man durch indirekte Drohungen ("was, sie haben gestern erst 2 Stunden nach Dienstschluß ausgestempelt? Sind Sie etwa unfähig oder einfach nur ineffizient, dass Sie das Pensum in der vorgegebenen Zeit nicht schaffen?") von Vorgesetzten genötigt wird nach dem Ausstempeln weiterzuarbeiten. Einem Vorwurf möchte ich hier widersprechen: Die Gründe für dieses gnadenlose Vorgehen der Kliniken werden immer der Profitmaximierung zugeschrieben. Das ist so nicht ganz richtig. Tatsächlich machen die wenigsten Kliniken Profit, sie kämpfen vielmehr ums überleben. Das Kliniksterben ist politisch gewollt. Der Druck wird nur von Chefetage und Verwaltung an die Angestellten weitergegeben, aber er kommt von ausserhalb.
#3 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Ich bin dafür, dass auch für Ärzte und Pflegepersonal eine 40 Stunden-Woche eingeführt wird. Sowas kann man doch nicht aushalten! Man darf den Bürokraten nicht das Feld und die Entscheidungsmacht überlassen. Aber je ausgebrannter die in der Medizin beschäftigten sind, umso weniger haben sie die Kraft, sich zur Wehr zu setzen. Dass Krankenhäuser "wirtschaftlich" arbeiten müssen ist der eigentliche Wahnsinn! Sind wir denn in Amerika! Medizin sollte menschlich bleiben für die Patientinnen und Patienten und die Ärtinnen und Ärzte. Wie können wir den Gedanken der Gewinnmaximierung und Wirtschaftlichkeit nur wieder aus dem Gesundheitswesen entfernen?
#2 am 11.07.2017 von Gast
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Gast
Nicht nur Ärzte, auch sonstige Personen in "Führungsverantwortung" bzw. gesellschaftliche "Eliten" gelangen in Situationen, wo sie keinen Ausweg mehr sehen. Als Beispiel sei hier der Suizid der prominenten Jugendrichterin Kirsten Heisig (deren problematische Ansichten seien mal dahingestellt) genannt, die an einem massiven Burnout gelitten haben soll. Es herrscht in Krankenhäusern wie in de Justiz, Firmenmanagement und in der Leistungsgesellschaft insgesamt das Mantra:" Wenn Sie dem Job nicht Stand halten, dann lassen Sie es sein und gehen Sie woanders hin." Diese Einstellung wird auch von ärztlichen Kollegen und insbesondere Chefärzten so suggeriert. Aus dem erweiterten Umfeld ist mir ein Fall bekannt, wo ei Kinderarzt dem Druck nicht mehr Stand gehalten hat und nur den Suizid als Ausweg sah. Schwäche zu zeigen darf kein Tabu sein, auch nicht in "Führungspositionen".
#1 am 11.07.2017 von Gast
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