Die Fake-Ärzte sind unter uns

03.07.2017
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Eine Sendung über Hochstapler in der Medizin hat mich einmal wieder sprachlos gemacht, dass es so einfach ist, eine Karriere als Fake-Arzt zu starten. Überprüfungen finden kaum oder ungewissenhaft statt. Wer weiß, wie viele Möchtegernärzte täglich auf Patienten losgelassen werden.

Ich habe ferngesehen. 
Meinen Senf werde ich zu folgendem, hervorragend guten Film geben: 37 Grad – Betrug im weißen Kittel, die vielen Lügen der Alexandra B.


Lügner von Beruf

Es geht um eine Hochstaplerin, die sich aus vielfältigen Gründen dafür entschied, auf kriminelle Art und Weise das Vertrauen anderer Menschen zu erschleichen und in einem Beruf zu arbeiten, für den sie nicht qualifiziert war. Der Beruf des Arztes lockt viele eben immer noch aufgrund des vermeintlich hohen sozialen Ansehens und es gibt nicht wenige Beispiele von Möchtegernärzten. Sascha S., Denny H., Christian E., die Liste ließe sich beliebig verlängern –
 jetzt zum Beispiel um die portraitierte Alexandra B.
 Die Reportagereihe 37° ist ganz grundsätzlich ein hervorragendes Format und auch diese Folge reiht sich ein in die unendliche Liste aufmerksam recherchierter, dramaturgisch gut geführter, unaufgeregter Portraits außergewöhnlicher Lebenslinien.


Habt ihr die Reportage auch gesehen? Mich würde eure Meinung dazu interessieren.
Wenn man sich dieses Portrait anschaut, blickt man auf die Trümmer einer gescheiterten Existenz. 
Ich war mir am Ende nicht ganz sicher, ob die Protagonistin wirklich überschaut, was sie da angerichtet hat. Ähnlich wie die Darsteller bei gescripteten Reality-Shows (Bauer sucht dies, Schwiegertochter etc.), die nach der Ausstrahlung ihrer ausgeschlachteten Lebensgeschichte vor einem Scherbenhaufen stehen, habe ich hier den Eindruck, dass man diese offensichtlich kranke Frau vor sich selbst schützen müsste.

Einsicht? Fehlanzeige

Es besteht ihrerseits überhaupt keine Einsicht darüber, etwas kriminelles getan zu haben.
 Das Highlight dann: Als ein Postzusteller und Möchtegernarzt die Möchtegernärztin interviewt und etwas von Psychodynamik faselt und daraufhin ihr Verhalten als pathologisch einstuft.

Eigentlich kann man relativ wenig von dem, was die Protagonistin erzählt, so stehen lassen. Ich saß die längste Zeit mit offenem Mund vor dem Fernseher und musste über so viel Realitätsverkennung staunen. Sie bemitleidet sich in einer Tour und sieht überhaupt nicht, welcher Schaden durch sie angerichtet wurde. Mitnichten ist es so, dass keine Patienten zu Schaden gekommen wären. Das lässt sich so pauschal gar nicht behaupten. Es ist vielleicht kein Behandlungsfehler offensichtlich geworden, zumindest wurden aber adäquate und etablierte Therapien verzögert. Das wäre noch die mildeste Variante der Patientenschädigung.

Jeder kann Fake-Arzt werden

Ein weiterer Aspekt hat mich nachdenklich gemacht: 
Ich bin seit einer ganzen Weile bei einem namhaften deutschen Ärzteportal registriert und werde hierüber von Zeit zu Zeit als Honorararzt eingesetzt. In der Regel geht es hierbei um Notarztdienste. Diese Dienste werden manchmal sehr kurzfristig und per SMS vergeben. Eine Nachricht kommt dann zum Beispiel um 14:30 Uhr mit der Bitte um eine krankheitsbedingte Übernahme eines Notarztdienstes am Standort XY ab 16 Uhr.
 Dem Auftraggeber blieben also noch genau 90 Minuten, um zu überprüfen ob ich auch wirklich für diese Tätigkeit geeignet bin (Approbation und Fachkunde Rettungsdienst).
 Laut geltenden Verträgen zwischen den Krankenhäusern und der Agentur verpflichtet sich die Agentur dazu, die Dokumente zu überprüfen.


Ich habe bis heute nicht ein einziges Dokument an diese Agentur geschickt! Ich zahle einmal jährlich einen Mitgliedsbeitrag und dafür werde ich vermittelt. Da hat nie eine Überprüfung stattgefunden. Und wie effektiv diese Überprüfung läuft, wenn es denn eine gibt, kann man ebenfalls in obiger Reportage sehen.
 Der Ärztemangel und die Notwendigkeit, den Dienstplan zu besetzen, spielt diesen Betrügern in die Hände.


Bei meinen drei letzten Arbeitgebern wurde die Approbation einmal von der Sekretärin unserer Abteilung kopiert. Darauf der Vermerk „im Original gesehen“ und fertig.
 Ich befürchte, dass da draußen noch etliche wenn nicht hunderte falsche Ärzte unterwegs sind. Die Hürden sind nicht hoch genug, der Einstieg wird ihnen sehr einfach gemacht. Schließlich finden kaum bis keine Überprüfungen statt und die gemachten Überprüfungen sind zu unsicher. 
Das Zertifikat meines an der Decke installierten Feuermelders hat ein Wasserzeichen und ein Hologramm (!), meine Approbationsurkunde ist auf Standardpapier ausgedruckt. 
Ein Register zum Abgleich gibt es nicht.
 Daran sollte man vielleicht dringend mal was ändern.

 

Bildquelle: coombesy, pixabay

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.07.2017.

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Warum fragt eigentlich keiner nach Kammer und Approbationsamt, bei uns in Niedersachsen jetzt NizzA? Ich musste dort 1969 noch den deutschen Grossvater väterlicherseits nachweisen. Da der auch Arzt und sanOffz war, fiel mir das leichter. doc-fux
#27 vor 8 Stunden von Carl Fuchs (Arzt)
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Zahnmedizin????
#26 vor 4 Tagen von Dr. med. Manfred Budde (Arzt)
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Wenn es sich lohnen sollte, über Inkompetenz und Hochstapelei in der ausgeübten Beschäftigung nachzudenken, empfehle ich weniger die Ärzteschaft, sondern unsere Landtage und den Bundestag. :-) Was manche Kommentatoren hier von sich geben, ist bestenfalls unqualifiziert.
#25 vor 4 Tagen von Dr. med. Michael Kausch (Arzt)
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Ein Register wäre sicherlich wünschenswert. Hilfreich wäre auch wenn die Universitäten die Namen der Absolventen pro Jahrgang mit Photo zur Verfügung stellen würden, dann hätte man wenigstens einen Anhaltspunkt. Die Schreiber die hier Mißstände überwiegend bei ausländischen Ärzten vermuten sollten sich vielleicht mal den Blick ein wenig auf die deutschen Namen unter den Fake Ärzten weiten. Das die Urkunden keinerlei Schutz vor Fälschungen wie Wasserzeichen, Hologramm etc. aufweisen ist ein schlechter Scherz. Das wäre immerhin noch die einfachste Möglichkeit Fälschungen per Laserdrucker auszuschließen. Bei Schecks treibt man da deutlich mehr Aufwand aber da geht es ja auch nur um Geld...
#24 vor 4 Tagen von Klaus Samer (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
Nun, ich glaube es gibt einfach Menschen, deren großes Wissen besteht darin, dass sie die "geheimen Wege" kennen. Dass hier in Deutschland wenig überprüft wird kann ich in keinster Weise bestätigen. Ich führe gerade einigen Schriftverkehr für einen guten Bekannten aus Syrien. Er ist Arzt (Studium in Syrien und Ägypten) Facharztausbildung (Chirurg) in Syrien und seit einigen Monaten in Deutschland (kein Flüchtling! mit Visum). Es gestaltet sich total schwierig die allesamt vorliegenden beglaubigten und nochmals verifizierten Urkunden und Zeugnisse anererkannt zu bekommen. Er hat zwar mittlerweile Berufserlaubnis, doch die Anerkennungen sind noch in der Warteschleife bei der Staatsregierung, also immer noch zittern wegen der Approbation in Deutschland....Also es gibt auch die andere Seite: Zittern nach 7 jähriger Tätigkeit als Facharzt.
#23 vor 4 Tagen von Gast
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ein Patient
zu #13 und 15: Ich war schwer depressiv (Diagnose Psychiater) und hätte ohne weitere Untersuchung Psychopharmaka bekommen. Dann ging ich auf eigenen Antrieb zum Andrologen und es wurde mit Testosteron erst deutlich besser, dann wieder schlechter. Das habe ich drei Ärzten gesagt, die hätten wissen müssen, daß mit der Testo-Substitution ein Vitamin B(12)-Mangel auftreten kann. Meine Frau hat dies im Internet recherchiert und seitdem bin ich wieder der Alte. Wo bitte muss man sich da erst "ranarbeiten"? Das sollte man wissen, wenn man Testosteron verschreiben darf. Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht, der Letzt kriegt das Glas auf, weil die anderen den Deckel gelockert haben, aber bei mir wurde ja nur gesagt, daß ich nicht mehr Testo bekomme, weil die Werte passen (was stimmte, aber mir nicht weitergeholfen hat).
#22 vor 5 Tagen von ein Patient (Gast)
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Die Patienten können das nicht nachprüfen, nicht mal die psychiatrischen Patienten wissen, welches Hintergrundwissen ihr Psychiater hat . Die kriegen ja nur das mit, was Postel als "das könnte auch eine dressierte Ziege" beschreibt: Antidepressiva bei Depressionen, Neuroleptika bei Psychosen, Stimmungssabilisatoren bei Bipolaren und bei Borderlinern probiere ich alles aus. Ich weiß, dass es juristisch keinen Unterschied macht, gefühlsm,äßig ist es für mich doch ein Unterschied, ob sich jemand als Psychiater oder als Chirurg ausgibt. Ersterer Fall endet für gewöhnlich nicht nötig, es sei denn, dass der Fake- Arzt Suizidalität nicht erkennt. Ganz schwierig wird es in den Fällen, in der der Fake-. Arzt nicht nur "nicht schadet", sondern eventuell sogar hilfreich ist .
#21 vor 5 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Ich habe an der Uni Mainz gearbeitet und damals konnte man sich dort noch kostenlos Beglaubigungen machen lassen; ich hatte mir meine Approbationsurkunde gleich zehnmal beglaubigen lassen und hätte damit zehn Leuten eine Approbation beschaffen können! Kein Mensch hat überhaupt auf das Original geschaut! Es ist wirklich viel zu einfach! Bei allen Arbeitgebern habe ich meine Urkunde nicht mal aus der Hülle holen müssen, so dass ich jetzt festgestellt habe, dass sie jetzt mit der Hülle verwachsen ist:-)! Es wäre ein leichtes gewesen, eine Farbkopie mit falschem Namen zu benützen. Wie unten erwähnt habe ich auch schon etliche falsche Ärzte erlebt und es war gar nicht so einfach das nachzuweisen, weil z.B. russische Universitäten die Auskunft verweigerten! Wenn ich bei Einstellungsgesprächen Zweifel habe, stelle ich einfache Fragen wie: Wieviele Brustwirbel gibt es? Ich hatte schon mal die Antwort 17 bekommen!
#20 vor 5 Tagen von Gast
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PS. es gibt überall schwarze Schafe auch bei Heilpraktikern, nur mehr Nicht-.... beschmutzen über die Maßen Heilpraktiker, vor allem Diejenigen, die verantwortungsvoll arbeiten.
#19 vor 5 Tagen von Heidrun Fieber (Heilpraktikerin)
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Das absolute Grauen kann man dabei bekommen, sich im Ernstfall solchen AerztInnen ausgeliefert zu fühlen. Da wird oft über böse und unfähige Heilpraktiker gewettert - und nun diese Fälle, wo ich glaubte es gäbe nur Einen, der das mal so durchgezogen hat - mehr als gruselig. Nicht-Ärzte und Nicht-Heilpraktiker werden nach dem Heilpraktikergesetz verurteilt!!!!!!!!!
#18 vor 5 Tagen von Heidrun Fieber (Heilpraktikerin)
  11
Gast
#16 einer der b e s t e n Meinungen hierzu!!!! "Auch j e n e Personen haben ein Recht auf Anerkennung". Zumal ein sehr großer Zuwanderungs- Hintergrund damit begründet worden ist, unsere bestehenden Lücken auch auf Akademischen Plateau, mit besonderen Interesse die aktuelle medizinische Grundversorgung bei steigenden Bevölkerungszuwachs mittel und langfristig zu sichern. Ganz tolle Aussage, schade anonymus. (Doz) PS muss mal eben z. Hausarzt Schränkchen, bekomme gerade abdominale, kolikartike schmerzen.
#17 vor 5 Tagen von Gast
  6
Gast
Wieviele rumänsiche/bulgarische/... vorgebliche Gynäkologinnen sind tatsächlich nur Hebammen, Zahnärztinnen nur Helferinnen? Jede(r) Anästhesist(in) kennt solche Beispiele. Aber diese Personen haben ein Recht auf Anerkennung ihrer vermeintlichen Abschlüsse. Und das ist hausgemacht von unseren Politiker(inne)n! Gebt ihnen ein Recht auf Prüfung ihrer Kompetenzen und legt ihnen die Kosten auf, evtl als Darlehen. Ich mußte meine BAföG-Leistungen auch zurückzahlen.
#16 vor 5 Tagen von Gast
  6
Gast
'#13 absolut fachlich qualifiziertes Veto! Fakt ist aber auch eine dt. Fach-Sentimentalität und gewisse Arroganz im Alleingang. Ich empfehle "Die Story im Esten - OP gelungen Pat. tot. Diese arme "Mutter" k ö n n t e wohl möglich gerettet werden. PS ich habe jedes mal sorge bei diesem U-Thema als Verräter oder Kritiker der Nation zu gelten. In allen anderen Beiträgen bin ich daccord. Doz
#15 vor 5 Tagen von Gast
  3
Ich habe bisher drei entlarvte Hochstapler in meiner Karriere gesehen ( selber 1999 approbiert ). Einer war Sanitäter aus Russland und gab sich als Chirurg und Notarzt aus. Eine war Schwester aus Russland und hat lange Jahre einen Hausarztsitz gehabt ! Auch ihr Mann gab vor Arzt zu sein. Was er war weiß ich nicht, aber er war kein Arzt. Die beiden konnten sich sogar über die Ärztekammer Zusatzbezeichnungen aneignen! Ich habe immer gesagt, wenn von dieser Praxis ein Pat. zugewiesen wurde:" er kann alles haben, aber sicher NICHT das was auf der Einweisung steht ".... Bei einer Ex-Kollegin aus Rumänien bin ich mir sicher, das auch sie keine Ärztin war: null Ahnung, aber arrogantes Auftreten... mein Chef wollte es aber nicht überprüfen lassen-> traurig!!!
#14 vor 5 Tagen von Dorothee Urbanke (Ärztin)
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Ärztin
Lieber Patient Nr. 10, ich finde es etwas vorschnell und ziemlich undifferenziert gleich von Inkompetenz zu sprechen weil ein komplizierter Sachverhalt nicht gleich auf den ersten Versuch gelöst wird. Die Trial and Error-Methode brachte da den Erfolg, der Kollegen konnte nur deshalb mit dem radikalsten Therapieversuch ins Schwarze treffen weil alles andere schon ausprobiert worden war. Wäre er der Erstbehandler gewesen hätte er vielleicht nicht sofort zum Messer gegriffen, denn eine OP auf Verdacht ist immer ein Wagnis und es gab auch schon Patienten die dann zusätzlich zu den durch die OP nicht erfolgreich behandelten ursprünglichen Beschwerden noch die OP-Komplikationen am Hals hatten.
#13 vor 5 Tagen von Ärztin (Gast)
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Gast
Da wird mir ganz schlecht.Vielleicht war der russische Schlächter in der Notaufnahme,der stets betonte, er sei Leiharzt(laut Namensschild Facharzt für Innere Medizin) ja auch ein Hochstapler.Vom Krankenhaus erfuhr ich hinterher,aufgrund vielfacher Beschwerden sei die Zusammenarbeit mit diesem Honorararzt sofort beendet worden.
#12 vor 5 Tagen von Gast
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Lieber Herr Zissel bei den deutschen Landsleuten lässt es sich halt nachweisen, versuchen Sie mal ne Rückmeldung aus Russland oder den arabischen Staaten zu bekommen
#11 vor 6 Tagen von Dr. med. Jens Bernhardt (Arzt)
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ein Patient
Ich kann spontan genau so viele Ärzte aufzählen, bei denen ich davon ausgehe, daß sie eine echte Approbation haben, die mir bewiesen haben, daß sie trotzdem inkompetent sind. Die Häufigkeit des Problems konnte man an dem Artikel vor ein paar Tagen sehen ("Sie sind meine letzte Hoffnung"). Wenn der fünfte Arzt endlich das rausfindet, worauf bereits der Erste hätte kommen müssen. Laut der Reportage, die ich über Herrn Postel gesehen habe, sollen alle seine Gutachten von studierten Fachleuten bestätigt worden sein. Er hat sich sicherlich stetig fortgebildet...
#10 vor 6 Tagen von ein Patient (Gast)
  12
Gast
Mir kam es zu Klinik Zeiten immer komisch vor, warum so viele Russen als Anästhesist arbeiten, aber mal ehrlich, jede Anästhesie/Intensivschwester weiß nach zwei/drei Jahren wie es läuft und in Deutschland angekommen lässt sich als Anästhesist deutlich mehr Geld verdienen, was sagte mein russischer Kollege: in Moskau kriegst du alles.... auch ne Approbation, Angst habe ich bei meinem arabischen Kollegen bekommen, operativ gut, aber das man mit der PTT kein Marcumar einstellt und andere Basics waren vollkommen unbekannt....
#9 vor 6 Tagen von Gast
  3
Gast
#6: Eins ist die Approbation aber doch wert: der beruhigende Gedanke vor dem Einschlafen, dass mir nicht sechs Jahre Haft und danach keine Ausbildung und 250.000€ Schulden für die nächsten 30 Jahre im Nacken hängen. Ein (mehr oder weniger für immer) verkorkstes Leben an der Armutsgrenze für ein paar Jahre Ansehen und guten Verdienst? Das wäre es mir nicht wert. (Mal ganz abgesehen vom moralischen Aspekt). Aber eine rational geplante Sache war das ganze ja auch nicht...
#8 vor 6 Tagen von Gast
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Gast
Postel dürfte ein narzisstischer Soziopath sein, aber halt auch hochintelligent; und man sollte nicht ausschließen, dass er sich auf seinem - dem psychiatrischen - Fachgebiet tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Kompetenz erarbeitet haben kann (wenn auch autodidaktisch). Seine Einschätzung, dass die zunehmende "Identifikation" der Frau B. mit ihrer Rolle ("wenn alle mich als Ärztin sehen, bin ich auch eine") "pathologisch" sei, scheint mir völlig korrekt, insofern darin eine fundamentale Unsicherheit darüber, was die Realität ist, und was man selbst ist, zum Ausdruck kommt (und eine entsprechend tiefgreifende Störung). (Postel dagegen war (mutmaßlich) lediglich davon überzeugt, wenn's drauf ankam, genau so gute psychiatrische Gutachten für den Bundesgerichtshof verfassen zu können wie jeder "echte" Psychiater - und wenn man an das Zschäpe-Gutachten von wegen "abhängiger Persönlichkeitsstörung" denkt, fällt es schwer, ihn da einfach apriorisch zu widersprechen...)
#7 vor 6 Tagen von Gast
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Gast X
Es ist wirklich Irrsinn. Wenn man bedenkt welchen Aufwand es erfordert eine echte Approbation zu bekommen wird einem schlecht. Allein schon die vielen Formalitäten die nötig sind um sich zu immatrikulieren und zu den Staatsexamina anzumelden sind haarsträubend, die haben mich fast genausoviel Arbeit und Hirnschmalz gekostet wie die Prüfung selbst. (Die Standesbeamtin begrüßte mich irgendwann mit den Worten "Ach Frau X, brauchen Sie etwa SCHON WIEDER eine Geburtsurkunde?!?!? ... Sie brauchen mit Ihre Daten nicht zu geben, die kenne ich schon auswendig.") Und wofür das ganze??? Damit sich das irgendein Möchtegern in 15 Minuten zusammenfälschen kann? Unfassbar!
#6 vor 6 Tagen von Gast X (Gast)
  3
Gast
Ich habe 2003 auf der Lindauer-Autobahn mit meinem Wohnmobil Bekanntschaft mit einem Geisterfahrer gemacht. Sitze seit dem im Rollstuhl,wurde X-Mal operiert,transplantiert und bin deswegen auch Dialysepatient. Habe somit auch schon viele Krankenhäuser, Rehakliniken, Arztpraxen, Ärzte und Therapeuten kennengelernt die mich bis zum heutigen Tag behandelten und noch weiterhin behandeln müssen. Mir wird ganz schlecht dabei wenn ich so etwas lese und darüber nachdenke. Ich hoffe, dass diese Menschen vor Gericht das Höchstmaß an Strafe bekommen.
#5 vor 6 Tagen von Gast
  3
Gast
Einmal Vorlagen googeln und ein guter Drucker, mehr wird man ja nicht brauchen. Wasserzeichen / Hologramme würden vermutlich die nötige kriminelle Energie erhöhen. Es scheint ja aber auch nicht allzu schwer zu sein an gefälschte Ausweise zu kommen, dann dürfte das mit solchen Urkunden ja auch möglich sein (nur dass Sekretärinnen o.a. nicht ausgebildet sind, Fälschungen zu erkennen). Wirklich Abhilfe schaffen würde vermutlich nur ein zentrales Register, das Arbeitgebern die Approbation eines Bewerbers bestätigt. Sollte in heutigen Zeiten eigentlich machbar sein...
#4 vor 6 Tagen von Gast
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Sascha S., Denny H., Christian E., Alexandra B ... Aus welchen "Ländern" kommen die denn? Bei den Fällen, die durch die Presse gingen, handelt es sich in der Regel um deutsche Landsleute.
#3 vor 6 Tagen von PD Dr. rer.nat. Gernot Zissel (Biologe)
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Jo da fallem einen Länder ein, wo man mit ausreichend Dollars ein Arzt-Diplom kaufen kann. Aus diesen Ländern kommen dann gehäuft "Ärzte", die dann z.B. in deutschen Kliniken arbeiten und in der FA Prüfung dadurch auffallen, dass sie eigentl. nichts wissen. Das ist nicht nur der berühmte Chefarzt der bei hartnäckiger Überprüfung als der LKW Fahrer des Krankenhauses entlarvt wurde.
#2 vor 6 Tagen von Dr. med. Jens Bernhardt (Arzt)
  5
Gast
Hilfe, ich bekomme Angst!!! Ist es wirklich so einfach?
#1 vor 6 Tagen von Gast
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