Gespensterhafte US-Publikation im JACC als GAU?

23.06.2017
Teilen

Sollten die größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen neben krasser Fehl- und Über-Ernährung allein körperliche Inaktivität, Typ-2-Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck sein, ist die Publikation von G. A. Roth et al. 'Global, Regional, and National Burden of Cardiovascular Diseases for 10 Causes, 1990 to 2015' im J Am Coll Cardiol größter anzunehmender Unsinn (GAU)

Wenn die größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen neben krasser Fehl- und Über-Ernährung, körperliche Inaktivität, Typ-2-Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck sein sollen, dann haben G. A. Roth et al. mit ihrer Publikation: "Global, Regional, and National Burden of Cardiovascular Diseases for 10 Causes, 1990 to 2015", J Am Coll Cardiol 2017;May 17
http://www.onlinejacc.org/content/early/2017/05/15/j.jacc.2017.04.052?download=true
auf Kosten der Bill and Melinda Gates Foundation nur stupide Daten gesammelt, diese aber nicht verstanden und dennoch unreflektiert hinausposaunt. 

Nähe zur Pharmaindustrie 

Viel zu viele der zahlreichen Autoren geben eine suspekte Nähe zu den größten international operierenden Pharma-Konzernen an. Und wie sollen, bitteschön, die oben aufgelisteten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit den höchsten Sterberaten ausgerechnet in den Schwellen- und Entwicklungsländern Osteuropas, Zentralasiens, dem Nahen Osten, Südamerikas, Subsahara-Afrikas und Ozeaniens wirksam werden können. 

Auch Mangel und Not machen herzkrank

Dort, wo Unterernährung und Knappheit an frischem, sauberen Wasser am häufigsten, die Pro-Kopf-Einkommen und Bruttoinlandsprodukte (BIP) am niedrigsten, die medizinische Versorgung nur für besonders Privilegierte existiert? Dort, wo Unterdrückung, Krieg, Terrorismus, Zwangsmigration und gewaltsamer Tod allgegenwärtig bzw. politische Unterdrückung durch die Herrschenden dokumentiert sind? Dort, wo viele Menschen auf der Flucht mit Herz- und Gefäßerkrankungen unversorgt sterben? 

Kardiovaskuläre Krankheiten kein Zivilisations-Privileg 

Dort, wo im Gegensatz zu den überernährten, in klimatisierten Büros hockenden "Zivilisations"-Gesellschaften wie Deutschland, den EU-Ländern, Nordamerika, Japan und Südkorea keine nennenswerte ambulante/stationäre interventionelle Kardiologie existiert, sind die vielen, weitgehend mittellosen Menschen mit kardiovaskulären Beschwerden ohne Krankenversicherung schon gestorben, b e v o r sie je eine Sanitätsstation erreichen konnten, wenn sie nicht gleich Opfer kriegerischer Handlungen und Überfällen wurden. 

Ablenkungsmanöver aus der Sicht der reichen Industriegesellschaften 

Es ist beispielloser Zynismus festzustellen, dass die Zahl der Todesopfer durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit Jahren in Deutschland, anderen EU-Ländern, Nordamerika, Japan und Südkorea stagnieren würden, obwohl sie von 1990 bis 2010 von 345 auf 219 Todesfälle pro 100.000 Einwohner in diesen Gebieten zurückgegangen sind bzw. 2015 deren Zahl immer noch bei 203 Fällen je 100.000 Einwohner lag. Um gleichzeitig mit wohl- oder überernährten dicken Fingern auf Länder zu zeigen, deren hohe kardiovaskuläre Sterberaten ganz andere Ursachen haben:

Nämlich Unterernährung, Chancenlosigkeit, Armut, Hunger, Not, Wasser- und Ressourcen-Knappheit ohne Zugang zu haus- und fachärztlicher Versorgung bzw. interventioneller Kardiologie! 

Bildquelle: Gespenst Copyright Praxis Dr. Schätzler

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.06.2017.

10 Wertungen (3.8 ø)
474 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Seit Mitte der 1980er-Jahre wurde dazu die gesamte erwachsene Bevölkerung des Landkreises Trøndelag mehr...
Es reiche als positive bio-psycho-sexuelle Identitätsbildung also nicht hin, lediglich die Kategorien mehr...
Ist diese Studie nicht sowieso zu dilettantisch und mit unzureichendem Datenmaterial angelegt worden? Martin Fieder mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: