Bakterielle Vaginose - Wenn die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät

16.06.2017

Mediziner nennen sie auch die Gardnerellen-Infektion oder Aminkolpitis, bekannter ist sie jedoch unter dem Begriff bakterieller Vaginose. Verstanden wird darunter eine aus dem Gleichgewicht gebrachte Scheidenflora, welche aufgrund von Bakterien oder Keimen zustande kam.

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Bakterielle Vaginose 

Bakterien und Keime besiedeln das Scheidenmilieu und greifen die Scheidenflora an. So entsteht typischerweise ein verstärkter und übelriechender Scheidenfluss. Innerhalb einer Scheide sorgen so genannte Milchsäurebakterien für das Gleichgewicht. Kommen für das dort herrschende Milieu unbekannte Keime und Bakterien vor, so lösen diese die schützenden Milchsäurebakterien auf. Es kommt zur Infektion, wenn wer saure pH-Wert sinkt. Die Bakterienart, welche die bakterielle Vaginose auslöst, wird auch Gardnerella vaginalis genannt und ist hauptsächlich für die Infektion verantwortlich. Natürlich können auch Chlamydien, Mykoplasemn und andere Bakterien für einen Ausbruch der Infektion verantwortlich sein. 

 

 

Wie eine bakterielle Vaginose entstehen kann

Eine normale und geschlechtsreife Frau besitzt normalerweise eine säurehaltige Scheidenflora, welche mit Milchsäurebakterien angereichert ist. Sie werden im Übrigen auch Döderlein-Bakterien genannt und sorgen innerhalb der Scheide für ein saures Milieu. Der pH-Wert liegt dabei zwischen 3,8 und 4,4. Dieser Wert ist in der Lage, krankheitsauslösende Keime zu unterdrücken. Kommen so genannte pathogene, also krankmachende Keime in der Scheide vor, so kommt es zu einer Infektion. Der pH-Wert steigt auf etwa 5 an, der natürliche Säuregehalt der Scheide nimmt ab und das Milieu der Scheide verändert sich unkontrolliert. 

Symptome einer bakteriellen Vaginose 

Ist die Diagnose bakterielle Vaginose gestellt, so führt sie zu einer Entzündung im Bereich der Scheide. Sie fällt in den ersten Tagen gar nicht auf, wird dann aber aufgrund des verstärkten Scheidenausflusses bemerkt. Der Ausfluss riecht meist sehr fischig und unnormal. Es fällt auf und die Scheide beginnt auch kurz nach dem Duschen wieder zu stinken. Wer diese Symptome bei sich bemerkt, der muss natürlich noch nicht besorgt sein, immerhin kann ein übler Scheidengeruch auch andere Gründe haben. Kommen jedoch weitere Symptome wie etwa Juckreiz, starkes Brennen und Rötungen vor, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wer einen eher trockenen Genitalbereich hat und dennoch diese Symptome bei sich bemerkt, der wird wohl nicht an einer bakteriellen Vaginose leiden. Vielmehr häuft sich der Scheidenfluss auf unkontrollierte Weise. In seltenen Fällen kann jedoch eine Scheidentrockenheit auch von einer bakteriellen Vaginose herrühren. 

Wichtig zu wissen ist aber, dass etwa die Hälfte aller Frauen, die an einer bakteriellen Vaginose erkrankt sind, vollkommen beschwerdefrei leben. Dann verlaufen die Krankheiten asymptomatisch, also ohne, dass die Frau die bakterielle Vaginose bemerkt. 

Wahrscheinlichkeiten an einer bakteriellen Vaginose zu erkranken

Die bakterielle Vaginose ist heilbar. Eine Frau muss nicht mit ihr Leben und kann diese mit Antibiotika und Milchsäurebakterien in den Griff bekommen. Allerdings ist die bakterielle Vaginose eine der häufigsten Erkrankungen bei geschlechtsreifen Frauen. Oft führt ein derartiges Ungleichgewicht auch zu weiteren Erkrankungen wie etwa Blasenentzündungen. Frauen die häufig an Blasenentzündungen leiden, sollten sich auch auf eine mögliche bakterielle Vaginose untersuchen lassen. 

Die bakterielle Vaginose gehört zu übertragbaren Geschlechtskrankheiten. Ungeschützter Geschlechtsverkehr kann also eine solche Infektion hervorrufen. Bei etwa fünf Prozent aller Frauen in Europa wird eine solche Diagnose gestellt und auch schwangere Frauen sind betroffen. So leben in Europa ganze 7-22 Prozent Frauen, die an einer bakteriellen Vaginose erkrankt sind. Etwa 20 Prozent aller Frauen erkranken in ihrem Leben mindestens einmal daran. 

Wie kann man einer bakteriellen Vaginose vorbeugen? 

Wer an einer bakteriellen Vaginose erkrankt, dem wird diese Diagnose wohl erst einmal peinlich sein. Dabei erkranken sehr viele Frauen in gebärfähigem Alter daran. Sehr oft verwechselt man die bakterielle Vaginose auch mit Scheidenpilz, da es nach dem Geschlechtsverkehr die Symptome verschlimmert. Während einer Schwangerschaft kann eine solche Diagnose das ungeborene Kind gefährden, sodass Frauen schnell reagieren sollten. Unter Umständen kann sie Wehen oder Frühgeburten auslösen, ebenso können Fehlgeburten auftreten. Aufgrund solcher Vorkommnisse sollte jede Frau, egal ob Schwanger oder nicht, einer solchen Infektion vorbeugen. 

Die richtige Intimpflege ist dabei das A und O, auch für andere Erkrankungen. Verzichtet werden sollte auf die Verwendung von Deos im Intimbereich oder andere parfümierte Produkte. Eine übertriebene Hygiene kann unter Umständen großen Schaden anrichten und wenig Nutzen bringen. Zu häufiges Waschen kann ebenso ein Problem darstellen. Fehler passieren beispielsweise auch auf der Toilette, nämlich dann, wenn man sich die Scheide von Richtung After zu Scheideneingang putzt. Darmbakterien gelangen so leichter in die Scheide, welche dann eine Infektion hervorrufen. Nach dem Waschen sollte der Vaginalbereich immer mit einem sauberen Handtuch abgetrocknet werden. 

Auch die Unterwäsche sollte stets sauber und möglichst frisch sein. Diese sollte stets mit nicht aggressiven Waschmitteln gewaschen werden. Nach dem Sport sollte man sich einen frischen Slip anziehen, um der bakteriellen Vaginose vorzubeugen. Während der Periode müssen Slips und Tampons häufiger gewechselt, ebenso dürfen Binden oder Slipeinlagen nie zu lange getragen werden. 

Fazit zur bakteriellen Vaginose: 

Die bakterielle Vaginose ist keine angenehme Sache und sollte schnell behandelt werden. Wer keine Symptome bei sicher erkennt, der kann sich trotzdem darauf testen lassen und bei Bedarf mit Milchsäurebakterien behandeln. Eine normale Intimhygiene beugt einer Infektion vor, auch zusätzlicher Schutz während dem Geschlechtsverkehr kann vorbeugen. 

Bildquelle: Fotolia: #68225008 | Urheber: Patrik Skovran

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.06.2017.

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Medizin, Gynäkologie
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