Prost, Herr Doktor

16.06.2017
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Alkohol hat in einer Heilanstalt nichts verloren. Oder doch? Will man einem Alkoholiker sein abendliches Bier verbieten?

„Prost, Herr Doktor!‟, sagt Herr Wiesmüller fröhlich und nimmt einen tiefen Schluck aus seiner Bierflasche.

„Zum Wohl, auf Ihre Gesundheit!‟, gibt Kalle zurück.

Herr Wiesmüller strahlt und winkt uns zu.

„Sag mal, darf der das?‟, fragt Sarah, als wir das Zimmer wieder verlassen haben.

„Warum nicht?‟, fragt Kalle.

„Alkohol im Krankenhaus, verträgt sich das?‟

„Er scheint’s offenbar zu vertragen!‟

Herr Wiesmüller ist ein eingefleischter Junggeselle von Mitte Sechzig, der gerne jeden Abend sein Fläschchen Bier trinkt. Oder auch zwei. Und ab und zu auch eins zu Mittag. Seit Jahrzehnten.

„Der Typ ist doch Alkoholiker!‟, sagt Sarah.

„Mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit.‟

Man will doch auch Spaß haben im Leben

Zugegeben hat er das nicht. Die wenigsten Alkoholiker geben das zu. Die meisten bagatellisieren es oder streiten es ab. Herr Wiesmüller streitet gar nichts ab, jedenfalls nicht die Tatsache, dass er täglich seine zwei bis drei Fläschchen Bier trinkt. Natürlich geht’s auch ohne, sagt er. Hat er auch schon probiert.

„Aber wozu?‟, fragt er, „Man will doch auch Spaß haben im Leben, oder nicht, Herr Doktor?‟

Und weil Kalle kein Spaßverderber ist, hat er ihm erlaubt, dass der Herbert – das ist ein etwas rauhbeiniger und nicht ganz gut riechender Freund oder Bekannter von Herrn Wiesmüller – jeden Abend mit einer Plastiktüte vorbeikommt, neue Flaschen bringt und das Leergut abholt.

„So geht das aber nicht!‟, sagt Schwester Paula.

„Warum nicht?‟, fragt Sarah.

„Wir sind schließlich eine Heilanstalt!‟

Ein Trinker geht seinen Weg

Ende der Diskussion. Kalle hat ab heute Urlaub und kann nicht widersprechen, also kriegt der Herbert Hausverbot.

Als wir zur Visite kommen, ist Herr Wiesmüller nicht da.

„Wo steckt er denn?‟, fragt Sarah.

„Der ist kurz spazieren gegangen!‟, sagt sein Bettnachbar.

Wir brauchen nicht lange, um herauszufinden, dass das Ziel des Spaziergangs die Tankstelle um die Ecke ist, nachdem Schwester Paula dafür gesorgt hat, dass der Kiosk in der Eingangshalle Herrn Wiesmüller keinen Alkohol verkaufen darf.

Beim Abendessen prostet er uns jedenfalls wieder wie gewohnt zu.

Martin nimmt ihm die Flasche weg.

„Wenn Sie das noch einmal machen, dann fliegen Sie hochkant raus!‟, sagt er.

Herr Wiesmüller schaut ganz bedröppelt drein, aber er fügt sich.

Wo ist Herr Wiesmüller?

Am Montag Morgen ist sein Bett leer.

„Was ist denn aus ihm geworden?‟, fragt Sarah.

„Der liegt jetzt auf der Intensivstation!‟, berichtet Schwester Paula, „muss wohl letzte Nacht ins Entzugsdelir gerutscht sein.‟

 

Bildquelle: Christian Kadluba, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 19.06.2017.

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Gast
Im Pflegepraktikum (ok, im letzten Jahrtausend) gab es auf der urologischen Station immer Kölsch zum Nierensteinaustreiben (die Rheinländer werden wissen, warum)
#34 am 03.07.2017 von Gast
  0
Gast
Nach ambulanten Narkosen ist der nicht angegebene Alkoholkonsum ein noch größeres Problem. Wir haben für solche Fälle die billigeren Weingeschenke und ein paar Piccolos im Kühlschrank und geben dies in Bechern als "Medikament".
#33 am 21.06.2017 von Gast
  0
Gast
Bei uns in der Chirurgie wurde es so gehandhabt und auch im Entlassbrief geschrieben: Unter Diagnosen, je nach Art der Sucht: C2-H5-OH Abusus oder regelmäßiger C2-H5-OH Konsum Unter Therapie: Delir-Prophylaxe
#32 am 21.06.2017 von Gast
  0
Gast
Dr. Eisenbart Im Akutkrankenhaus lieber dem "Gast" sein Bier lassen als am Distraneurin-Tropf in Lebensgefahr bringen. Leider nicht nur 1X selbst erlebt. Die Karenz gehört ausschließlich in die Entzugsklinik!
#31 am 20.06.2017 von Gast
  0
Gast
Ist ein alleinstehender Mann der jeden Abend Bier trinkt ist es ein Alkoholiker der belehrt gehört. Wäre es der Vorstandsvorsitzende einer Firma im Privatzimmer der das tut was er sonst auch jeden Abend tut, die gleiche Menge Alkohol in Form von einem "Gläschen" Wein zu sich zu nehmen würde man das weder als Alkoholismus, was per definitionem wäre, titulieren noch würde man die Welle machen. Auch der niedergelassene Arzt würde es sich mutmaßlich mehr als einmal überlegen den Patienten deutlich über die gesundheitlichen Folgen aufzukären. Schließlich spielt man in der gleichen gesellschatlichen Liga und da wird der regelmäßige Konsum von Alkohol eher weniger problematisiert. Klingt nach Klischee wird aber leider in der Realität oft bestätigt.
#30 am 20.06.2017 von Gast
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Gast X
Wie nett von Ihnen. Aber Sie verkennen die Situation wenn Sie denken dass ich mich echauffiere, genau genommen finde ich es sogar sehr amüsant mich hier mit Kollegen auszutauschen. Ich gratuliere zu Ihrer Selbstzufriedenheit, ich persönlich bleibe jedoch lieber selbstkritisch und nehme Anregungen von Außenstehenden fürgewöhnlich dankbar an. In Ihrem Fall erlaube ich mir jedoch eine Ausnahme zu machen da sowohl ihre Kritik als auch Ihr gönnerhafter "Respekt" jeder Grundlage entbehrt. Somit verabschiede ich mich aus dieser fruchtlosen Unterhaltung und wünsche noch einen schönen Tag.
#29 am 20.06.2017 von Gast X (Gast)
  4
Gast
Sehen Sie die Art und Weise wie Sie hier kommentieren und sich an anderen abarbeiten ließe eher genau den Schluß zu den ich gezogen habe. Ich wünsche Ihren Patienten das Sie Recht haben und sich nicht so schnell echauffieren. Das man sich hier so aufregt und das dann an anderer Stelle einfach abschaltet, Respekt wenn Sie das hinkriegen! Im Übrigen gilt für Sie das gleiche auch Sie kennen mich nicht. Ich bin mit dem Raum vor meiner Tür ganz zufrienden.
#28 am 20.06.2017 von Gast
  6
Gast X
Na, das habe ich ja sehr gern. Nur auszugsweise lesen, dann einen Abschnitt aus dem Kontext herausreissen und sich dann zu erlauben mich, meine Arbeit und meine "Methoden" zu kritisieren und mir mangelndes Verständnis der Komplexität unterstellen. Sie kennen mich nicht, Sie wissen nicht wie viel oder wenig Erfahrung ich mit der Behandlung von Suchtpatienten habe, sie wissen nichts über mein "Selbstvertrauen" und waren nie dabei wenn ich mit einem Suchtpatienten überseine Erkrankung spreche und können auch nicht beurteilen ob ich ihm damit helfe. Eines kann ich Ihnen jedoch versichern: den mahnenden, belehrenden und herablassenden Ton den Sie hier mir gegenüber anschlagen leiste ich mir im Umgang mit meinen Patienten jedenfalls nicht. Also kehren Sie vielleicht doch lieber vor ihrer eignen Haustür bevor mir etwas über meine Attitüde erzählen. Ich habe mit keinem Wort gesagt dass ich das Verhalten von Schwester Paula gutheisse oder mich selbst so verhalten würde.
#27 am 20.06.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
@25 Ich bezog mich auf Ihren isolierten Kommentar bezüglich der Ösophagunsvarizen. Ich habe mir nicht das gesamte Hickhack zwischen Ihnen und den anderen Kommentatoren durchgelesen. Kann bei einer chronologischen Auflistung schon mal passieren. Zugehört habe ich übrigens tatsächlich nicht sondern nur einen Teil nicht gelesen. Wenn sich eine Krankenschwester, nach Möglichkeit noch vor den Bettnachbarn des Betroffenen, produziert ist das was anderes. Sie könnte den Patienten auch auf die Seite nehmen und mit ihm kurz ein vielleicht etwas dezenteres Vorgehen besprechen. Was das Ansprechen des Alkohokranken durch den Arzt angeht so scheinen Sie ja tief davon überzeugt zu sein das die ärztliche Atitüde und der mahnende Zeigefinger Alkoholiker heilt. Respekt vor soviel Selbstvertrauen (zurückhaltend formuliert). Das Krankheitsbild ist nur etwas komplexer, würde Ihre Methode funktionieren würde das dem System viele unnötige Kosten ersparen.
#26 am 20.06.2017 von Gast
  6
Gast X
Sie haben mir offenbar kein bisschen zugehört! Meine Aussagen bezogen sich auf Kommentar 18+20: Wie ich bereits geschrieben habe sollte keineswegs das weitertrinken eines Alkoholikers im stationären Setting verboten werden, eben aufgrund der bereits erwähnten Risiken und der Tatsache dass ein dreitägiger erzwungener Entzug wegen einer OP sowieso nichts bringt und der Patient zu Hause sofort weitertrinken würde. Es geht mir auch nicht darum dass man Alkoholiker verurteilen oder herablassend behandeln sollte, das befürworte ich keinesfalls. Es geht mir lediglich darum dass die in Kommentar 18+20 festgehaltene Aussage dass Alkohol eine "gute Arznei" sein soll völliger Schwachsinn ist! Natürlich hat ein Alkoholiker ein Recht darauf vor seiner Erkrankung die Augen zu verschließen, und darf deswegen keinesfalls beleidigt werden, aber die Pflicht eines Arztes beinhaltet das Problem klar und deutlich anzusprechen und nicht höflichkeitshalber zu beschönigen oder verschweigen.
#25 am 20.06.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
@23 Die Ösophagusvarizen wären nicht über Nacht verschwunden wenn er 3 Tage vorher mit dem Trinken aufgehört hätte. Die wenigsten reden hier das Problem des Alkoholismus, das eine Volkskrankheit ist klein. Ihre "Argumentation" könnte auch ein Internist oder Pulmologe vorbringen der sich mit einem krebskranken Kettenraucher beschäftigen muß. Alkoholiker therapiert man nicht von heute auf morgen im Krankenhaus die Rückfallquote ist extrem hoch und wenn überhaupt geilingt dies nur sehr müsehlig über Jahre. Das die Einsicht vom Suchtkranken kommen muß und nicht extrinsich von einer Krankenschwester herbeigemault werden kann kann ihnen vielleicht der psychiatrische Kollege unten noch näher erklären. Ich würde auch gerne mal sehen wie sie mit einem Intensivpatienten mir großer Wunde umgehen der postoperativ ins Delir rutscht. Mit Moralin kommen Sie da nicht weit.
#24 am 20.06.2017 von Gast
  3
Gast X
Ach, wissen Sie, wenn erst einmal ein netter älterer Herr verzweifelt nach Luft ringend und qualvoll würgend an einer akuten Ösophagusvarizenblutung verstirbt noch bevor man es schafft ihn zu sedieren und intubieren dann ist es ihnen und den Angehörigen plötzlich völlig egal was man sich Älteren gegenüber so erlauben sollte. Der Mann war gerade einmal mitte sechzig und hätte seinen Ruhestand genießen und seine Enkel aufwachsen sehen können...
#23 am 20.06.2017 von Gast X (Gast)
  8
Gast
Das hätte ich mir dem weit älteren Herrn gegenüber nie erlaubt:(Als Pfleger) Ihm seinen täglichen Wein zu verweigern.Altersmilch nannten manche das auch.
#22 am 20.06.2017 von Gast
  4
Gast X
Lieber Gast 18+20 (bei dem unflätigen, beleidigenden und auch teilweise inhaltlich falschem Gepöbel gehe ich davon aus dass es sich um dieselbe Person handelt). Da mögen Sie recht haben. Alkohol wird schon seit Jahrhunderten als "Arznei" verwendet. Warum? Weil man sich davon besser fühlt. Warum fühlt man sich besser? Weil es ein Rauschmittel ist! Nichts weiter. Natürlich übersteigt der positive Effekt bei vielen Menschen den Schaden, aber nur in geringen Mengen! Nichts spricht dagegen eine allabendliche Flasche Bier oder ein Glas Wein zu erlauben. Denn die Kollegen haben Recht: ein Entzug während einer Erkrankung oder gar in der perioperativen Phase birgt ein extrem hohes Risiko für Komplikationen. So ehrlich muss man schon sein: Leute die es nicht einmal ein oder zwei Tage schaffen auf ihren Stoff zu verzichten sind definitiv abhängig und bei denen bleibt es meist auch nicht bei "geringen Mengen". Die schweren Organ- und Hirnschäden sprechen für sich! Von wegen "gute Arznei"...
#21 am 20.06.2017 von Gast X (Gast)
  2
Gast
Meine Liberalität Wer will den Alkohol als wirklich gute Arznei denen denn verweigern, die ihn gern haben? Also Alkohol ist wirkli8ch eine gute Medizin, auch wenn das viele nicht mehr wissen sollten: Ist aber so.Guten Rotwein gab es früher sogar in der Apotheke.War mal eben so.Ich frage mich, wie man saudumm werden konnte, um Wein oder meinetwegen auch Bier in geringen ,unbedenklichen Mengen Jemandem zu verweigern?Man hüte sich vor einer faschistoiden Praxis einer irrationalen Verweigerung des Guten.
#20 am 20.06.2017 von Gast
  16
Gast
Wie steht es in der Schrift? Was ist das für ein Leben, wenn man keinen Wein hat?(Jesus Sirach) Wer kann dann da her kommen, und den Wein vom Anfang Seiendem verweigern?` Kalle , dieser hohe Arzt, wußte das besser, als minderwertige Verweigerer.
#19 am 20.06.2017 von Gast
  10
Gast
So was Blödes habe ich noch nie gehört und dass ich auf so eine dummblöde Krankenschwester je treffen möchte, erhoffe ich mir nicht:Schon immer gab es im Krankenhaus etwas Alkoholisches zu kaufen, und wehe denen, die das dummidiotisch verweigerten!Bier oder Wein ist immer schon für Kenner eine absolut einzuigartig gute Arznei gewesen: Wer das nicht erkannte, was soll der mir gelten?Wenigstens herrschte der Hohe Arzt über Allen.
#18 am 20.06.2017 von Gast
  25
Gast
In vino veritas, in aqua igittigitt :) Nein, Spass beiseite: Die Schnapsis sind in der Klinik tatsächlich ein Problem.
#17 am 20.06.2017 von Gast
  3
Dr. Stefan Graf
Für mich als Außenstehender (ich bin kein Arzt) ein ganz schwieriges Problem. Auf der einen Seite kann man einen Entzug sicher nicht mit der anderen Therapie kombinieren können - schon gar nicht, wenn der Patient die Notwendigkeit nicht sieht. Ein Delir zu riskieren ist sicher auch nicht ohne. Auf der anderen Seite denke ich an die Mitpatienten. Vermutlich ist Herr Wiesmüller nicht in einem Einzelzimmer untergebracht. Für die Zimmergenossenn könnte ein allabendlicher Umtrunk mit dem "nicht ganz gut riechender Freund" weniger angenehm sein. Zudem machen solche Privilegien auf einer Station ja schnell die Runde und dann wird der eine oder andere Trinkfreudige "gleiches Recht für alle" einfordern.
#16 am 20.06.2017 von Dr. Stefan Graf (Gast)
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Gast
Sicher wahr und richtig, dass ein nicht (primär) alkohlbedingter Krankenhausaufenthalt nicht der richtige Ort und Zeitpunkt für einen kalten Entzug ist. Schockierend ist jedoch, wie viele Ärzte ganz eindeutige Symptome (Leberwerte, chron. Gastritis, Neurostatus u.a.) über Jahrzehnte ignorieren oder totschweigen, bis es tatsächlich 'zu spät' ist. Ich habe als Tochter von Pegeltrinkern 30 Lebensjahre inkl. 18 Monate Psychotherapie gebraucht, um zu verstehen, was da eigentlich abgeht, und hätte mir sehr gewünscht, wenn ein Arzt mal den Mut und die Verantwortung gezeigt hätte, die Krankheit meiner Eltern zusammen mit der Familie anzugehen. Hier ist das Problem.
#15 am 20.06.2017 von Gast
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hubidocrosi
Wo ist denn bitte das Problem? Als Unfallchirurg sieht man immer wieder insbesondere ältere Patienten, die regelmässig Wein oder Bier trinken und plötzlich durch eine Fraktur aus Ihrem Trott gerissen werden. Die bekommen bei mir alle perioperativ und postoperativ ihren Alkohol, wobei die Station Bier stellt und die anderen Dinge halt durch Verwandte oder Bekannte besorgt werden. Da ist der Lebensentwurf dieser alten Menschen und manche haben sonst nicht mehr viel. Mit welchem Recht soll ich denn da auftreten und diesen Menschen Ihren regelmässigen Alkoholkonsum verbieten, zumal die perioperative Phase für einen Entzug mehr als ungünstig ist ? Geht´s noch ? Das kann doch jeder für sich entscheiden und es steht meines Erachtens uns als Ärzten nicht zu, da den Zeigefinger zu heben und den Moralapostel zu spielen !!!
#14 am 19.06.2017 von hubidocrosi (Gast)
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Als Altenpfleger habe ich gelernt, dass ich Jemandem, der wahrscheinlich von einer Droge (in diesem Fall Alkohol) abhängig ist nicht in eine Situation bringen darf, die die Entstehung von Entzugssymptomen nach sich ziehen könnte. Wenn ich das bewusst täte oder inkauf nähme wäre das eine Körperverletzung. Auch aufgezwungene Behandlungen (in diesem Fall: Alkoholentzug) sind Körperverletzungen. Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die ich nicht dadurch verschlimmern darf, dass ich dem Patienten das Suchtmittel vorenthalte. Das man nicht zur Verschlimmerung einer Krankheit beitragen darf sieht ja auch die ärztliche Ethik so vor. Warum sollte das ausgerechnet im Krankenhaus nicht gelten.
#13 am 19.06.2017 von Thomas Schneider (Altenpfleger)
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Gast
Nil novi sub sole
#12 am 19.06.2017 von Gast
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Gast
Während meiner Schwesternausbildung auf der Chirurgie hat uns die damalige Stationsschwester bei allen Patienten die prä OP regelmäßigen Alkoholkonsum angaben zum Kiosk geschickt eine Flasche Riesling holen. Der kam dann in die Schnabeltasse post OP. Begründung: Aus Erfahrung besserer postoperativer Verlauf. Spendiert nicht uneigennützig aus der Stationskasse.
#11 am 19.06.2017 von Gast
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Gast
unterschied zwischen theorie und praxis. Auch als psychiater kuriere ich keinen alkoholkranken menschen dadurch, dass ich ihm den alkohol abnehme oder verbiete. Im delir sind die leute schnell, denn die wahren trinkmengen werden fast immer schamhaft bagatellisiert. Wenn ich einen alkoholkranken menschen "heilen" will, kann ich ihm nur information und begleitung anbieten. Den steinigen weg der störungseinsicht und daraus resultierend evtl. Behandlungswilligkeit kann ihm niemand abnehmen. Ich muss dann aber auch meine arbeit komplett machen, psychiatrische comorbiditäten suchen, diagnostizieren und behandeln. Angst, depression, ptbs, psychose, persönlichkeitsstörungen. Alles andere ist betrug am patienten. Wer sich selbst nüchtern nicht erträgt, hat meistens eine geschichte. Und eine depression nicht zu behandeln bzw eine erfolgreich medikamentös behandelte depression zurück in den akutzustand zu versetzen, nämlich alle AD wg "suchtmittelwechsel" schlagartig absetzen ....oh oh
#10 am 19.06.2017 von Gast
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Gast
Die alte Regel: Angegebenen Konsum des Patienten mal 2 nehmen - dann ist man zumindest etwas dichter an den wahren Verhältnissen dran. Und ja, bevor ich mich auf einen "Entzugs"-Versuch mit Distra einlasse, gestehe ich meinen Patienten auch lieber den Alkohol zu (in meiner letzten Arbeitsstelle lag immer eine Notration für die schweren Fälle bereit). Der klassische Pegeltrinker wird sich kaum damit ins Koma saufen. Ins Delir rutschen kann er aber schon, wenn er entzügig wird. q.e.d.
#9 am 19.06.2017 von Gast
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Gast
Ich kenne auch Mediziner die brauchen ihre Dröhnung um ihren Pegel zu halten. Bei einen von ihnen stolpert man förmlich von der Praxis zum Privathaus über leere Bierkisten. Ein anderer hat seinen Weinbrand in der rechten Schreibtischtür. Wiederum ein anderer trinkt seinen Kaffee am liebsten mit Spezial- Verdünnung. Ich erinnere mich, dass ein Chefarzt der Chirurgischen Abteilung zu Höchstform mit seinen oAlkoholproblem auflief. Da mussten schon Mal Handwerker im Eingangsbereich Schilder abmontieren, weil Chefarzt mit denen Knies hatte. Auch wurden OP- Pfleger und Assistenten bis zum Oberarzt hoch, schon Mal während einer OP gekündigt. Es konnte auch passieren, dass er 7 Tage, 24 Stunden über die Klinikflure schlich und alle mit Ratschläge beglückte. Sogar die Polizei wusste es, weil er nahm auch Blutproben ab. Jedenfalls dauerte es sehr sehr lange, bis man ihn Seitens der Klinikleitung im Ruhestand versetzte.
#8 am 19.06.2017 von Gast
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Gast
Das halte ich für eine Fabel. Wahrscheinlich wurden zu den 0,5 l Bier die kleinen Schnäpse nicht mitgerechnet.
#7 am 19.06.2017 von Gast
  9
Gast
@#5: dann sollte Bier verboten werden. Und andere Alkoholika auch.
#6 am 19.06.2017 von Gast
  26
Gast
Aber sicher! Ich hatte vor Jahrzehnten während meiner internistischen Assistentenzeit einen Patienten mit einem protrahierten Entzugsdelir.Der Mann trank nachweislich jeden Abend eine(!) 0,5 l-Flasche Bier.
#5 am 19.06.2017 von Gast
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Rauchern wird ja auch nicht in jedem Fall das Rauchen vor der Klinik in diesen schmierig-stinkenden, überdachten Aschenbecherecken verboten. Sehr ulkig das Bild vor dem Eingang einer Lungenfachklinik in Essen, wo auf dem Rollator das O2-Gerät liegt und der Patient seine Zigarette inhaliert. Wenn es mit der zu behandelnden Krankheit nichts zu tun hat, sollte der Pat. lieber einen kleinen Alkoholgenuss erlaubt bekommen, das spart das Delir...
#4 am 19.06.2017 von Alexandra Arnold (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Gast
Wenn nicht zwingend die Medikation gegen den Alkohol spricht oder das der Patient nach Konsum nicht mehr laufen kann, ist der temporäre Krankenhausaufenthalt nicht der Ort des Entzuges es sei denn es ist eine Suchtklinik. Ich kann mich noch an Intensivzeiten erinnern wo unter der Ägide eines ehemaligen Chefarztes für die ganz harten Fälle auch mal Alkohol i.v. verabreicht wurde um genau die Probleme des Entzugs zu vermeiden. Sobal der Tubus raus war durfte auch ein Bierchen getrunken werden weil die Entzugsproblematik tatsächlich die eh schon vorhandene Grunderkrankung nur nachteitlig verschlechtert hätte und das ist keine Glosse. Es zählt allerdings die Abwägung im Einzelfall.
#3 am 19.06.2017 von Gast
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Gast
Entzugsdelir nach dem täglichen Trinken von 2 - 3 Flaschen Bier????
#2 am 19.06.2017 von Gast
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Gast
Ernsthafte Frage: max. 3 Flaschen Bier pro Tag und dann ins Delir? Gibt es so etwas?
#1 am 19.06.2017 von Gast
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