Kehlkopf (Larynx)

15.06.2017
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Nachdem die Atemluft Nasen- bzw. Mundhöhle passiert hat, muss sie eine weitere Hürde überwinden, um in Luftröhre (Trachea) zu gelangen. Hierbei muss die Luft vom Rachen über den Kehlkopfeingang hindurch, um letztendlich in die Lunge zu gelangen. Der Kehlkopf erfüllt somit verschiedene Funktionen und stellt zugleich den stimmbildenden Apparat dar, weshalb anatomische Kenntnisse unverzichtbar sind.

1. Nasenrachen (Pars nasalis pharyngis)

Damit der Larynx (Kehlkopf) verstanden werden kann, muss ein Grundverständnis über den vorgelagerten anatomischen Raum bestehen, weshalb der Nasenrachen (Pars nasalis pharyngis, Nasopharynx) vorab behandelt wird.

1.1 Anatomie

1.1.1 Nasen-Rachen-Gang

Die kaudale Fortsetzung des ventralen Nasenganges (Meatus nasi ventralis) ist der Nasen-Rachen-Gang (Meatus nasopharyngeus). Dieser Gang führt über die Choanen (Choanae) in den Nasenrachen (Pars nasalis pharyngis). Eine genaue anatomische Beschreibung des Nasopharynx erfolgt im vorausgegangenen Kapitel (Seite 2).

In diesem Kapitel werden nur die anatomischen Besonderheiten des Nasenrachens erwähnt, die für die Atemwege Relevanz aufzeigen. Zu diesen Besonderheiten zählen die Ohr- oder Hörtrompete (Tuba auditiva) sowie dessen Erweiterung beim Pferd (Luftsack, Diverticulum tubae auditivae). 

1.1.2 Ostium pharyngeum tubae auditivae

Am schlitzförmigen Zugang zur knorpelig gestützten Ohrtrompete an den Seitenwänden des Nasopharynx (Ostium pharyngeum tubae auditivae) ist eine etwa 3 cm lange Falte ausgebildet. In dessen freier, oroventral gerichteter Rand ist eine elastische Knorpelgrundlage eingebaut, die sich der Pharynxwand fest anlegt und die Ohrtrompete dadurch verschließt. Eine Öffnung dieses schlitzförmigen Zugangs in die Eustachi’sche Röhre erfolgt nur während des Schluckaktes sowie beim Gähnen. Durch die Öffnung und gleichzeitig entstehende Verbindung zwischen Nasenrachen und Mittelohr kann ein Druckausgleich zwischen der Mittelohrhöhle (Cavum tympani) und Außenwelt erfolgen. Dieser Druckausgleich ist für das freie Schwingen des Trommelfells notwendig.

1.1.3 Tuba auditiva

Beim Pferd und allen anderen Equiden besitzt die Tuba auditiva eine kaudoventrale Schleimhautausbuchtung, die als Luftsack (Diverticulum tubae auditivae) bezeichnet wird. Die Funktion des Luftsacks ist bis heute (2017) nicht geklärt, jedoch vermutet man, dass er einerseits zur Resonanzverstärkung dient, andererseits zu einer Gewichtsreduktion des Kopfes führen soll. Der Hohlraum des Luftsacks umfasst ca. 300 bis 600 ml. Die Begrenzungen erfährt die Schleimhautausbuchtung dorsal von der Schädelbasis und Atlasgrube, ventral vom Nasenrachen und lateral von der Glandula parotis (Ohrspeicheldrüse) sowie der Musculi pterygoidei. Außerdem schieben sich zwischen die Luftsäcke beider Seiten von dorsal die Kopfbeuger (Musculus longus capitis und Musculus rectus capitis ventralis) ein. Ventral sind beide Luftsäcke nur durch ein dünnes medianes Septum getrennt.

Von ventral kommend wird jeder Luftsack durch den großen Zungenbeinast (Stylohyoideum) eingestülpt. Aufgrund des Stylohyoids wird der Luftsack in eine kleine laterale und eine große, weit halswärts ragende, mediale Bucht, geteilt.

Am Luftsackausguss kann erkannt werden, dass dieser mit dem Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis), dem äußeren Gehörgang (Meatus acusticus externus) und mit dem Atlantookzipitalgelenk (Articulatio atlantooccipitalis) in Berührung kommt.

Der Luftsack kann chirurgisch über das Viborg’sche Dreieck erreicht werden, einem Bereich, der zwischen der Sehne des Musculus sternomandibularis (kaudodorsal), der Vena linguofacialis (ventral) und dem Angulus mandibulae (rostral) im ventralen Bereich der Glandula parotis (Ohrspeicheldrüse) begrenzt wird.

Klinische Relevanz besitzen die Lagebeziehungen des Luftsacks mit den verschiedenen den Luftsack umgebenden Strukturen, wie etwa Nerven und Gefäße und Lymphknoten. Dabei unterscheidet man Impressionen an der größeren, medialen Bucht von der kleineren, lateralen Bucht.

Mediale Bucht:

Laterale Bucht:

2. Kehlkopf (Larynx)

2.1 Einführung

Der Kehlkopf (Larynx) dient als Verbindung zwischen dem Schlundkopf (Pharynx) und dem Tracheobronchalbaum bzw. der Luftröhre (Trachea). Die Wände des röhrenförmigen Larynx sind durch Knorpel gestützt und das Innere ist mit einer Schleimhaut bedeckt. Diese Schleimhaut zeigt an Orten höherer Belastung (Kehldeckel, Kehlkopfvorhof, Stimmfalte) ein mehrschichtiges Plattenepithel und im aboralen Abschnitt ein respiratorisches Epithel. Der Kehlkopf ist zudem über das Zungenbein mit der Schädelbasis verbunden.

Neben der Funktion als Weg für die Atemluft zeigt der Kehlkopf Bedeutung an der Lauterzeugung und beteiligt sich zudem in schützender Funktion als Barriere der unteren Atemwege vor dem Eindringend von Fremdkörpern.

2.2 Topographie

Der Larynx weist in seiner Lage tierartliche Unterschiede auf. Beim Pferd und Wiederkäuer ragt er in ca. bis zur Hälfte in den Kehlgang, wohingegen er beim Fleischfresser und Schwein im kranialen Halsabschnitt liegt.

Aufgrund der Verbindung zum Zungenbeinapparat verändert der Larynx während des Schluckaktes seine Position. 

2.3 Anatomie des Kehlkopfskeletts

Das Skelett des Kehlkopfes besteht aus vier großen, konstant vorkommenden Kehlkopfknorpeln (Cartilagines laryngis):

Zudem können im dorsalen Kehlkopfbereich noch kleinere, sogenannte Sesamknorpel, auftreten.

2.3.1 Kehldeckelknorpel

Der als elastisch ausgebildete Kehldeckel- oder Schließknorpel (Cartilago epiglottica) bezeichnete Knorpel dient als Grundlage des Kehldeckels (Epiglottis). Er liegt am weitesten rostral und besteht aus einem Stiel (Petiolus epiglotticus) und einer Platte. Der Stiel dient als Ansatz des Ligamentum thyroepiglotticum und weist beim Pferd beiderseits einen Keilknorpel (Proceussus cuneiformis) auf, der die Taschenfalte (Plica vestibularis) stützt. Im Zustand der Ruhe ist die Platte dorsorostral ausgerichet und ihr freier Rand liegt der dem Nasopharynx (Pars nasalis pharyngis) zugewandten Fläche des Gaumensegels (Velum palatinum) auf. Beim Schluckvorgang wendet sich die Platte nach kaudal und verschließt unvollständig den Kehlkopfeingang (Aditus laryngis).

2.3.2 Schildknorpel

Der Schildknorpel (Cartilago thyreoidea) stellt den größten Kehlkopfknorpel dar. Er bedeckt, mit Ausnahme der Cartilago epiglottica, die anderen Kehlkopfknorpel von ventral und seitlich wie ein Schild. Der Schildknorpel besteht aus zwei Seitenplatten (Laminae), die ventral zu einem Körper miteinander verschmelzen. Der Körper weist rostral und kaudal je einen Einschnitt (Incisurae thyreoidea rostralis und caudalis) auf. Die kaudale Inzisur ist beim Pferd sehr lang und rostral des Ringknorpelreifs tastbar. Er ist durch das Ligamentum cricothyreoideum verschlossen.

An der Ventralseite ist eine Verdickung (Prominentia laryngea) ersichtlich,die weniger deutlich ausgeprägt ist, als der „Adamsapfel“ beim Mann. An den lateralen Oberflächen der Seitenplatten verläuft jederseits eine Lignea obliqua, die als Ansatzstezelle von Muskeln dient.

Der Dorsalrand der Seitenplatte (Lamina) verlängert sich in rostraler und kaudaler Richtung in je einem Fortsatz (Cornu rostrale und Cornu caudale). Das Cornu rostrale, das dem Schwein zu fehlen scheint, verbindet sich in der Articulatio thyrohyoidea mit dem Thyrohyoideum des Zungenbeins, wobei bei den Fleischfressern hir nur eine Syndesmosis ausgebildet ist. Gleichzeitig bezeichne tman den Einschnitt zwischen dem Cornu rostrale und der Seitenplatte (Lamina) als Fissura thyreoidea. Diese Öffnung dient als Eintrittspforte für den Nervus laryngeus cranalis an die Kehlkopfschleimhaut. Außerdem spannt sich zwischem rostralem Rand der Seitenplatte (Lamina) und dem Thyrohyoideum sowie dem Zungenbeinkörper beiderseits die Membrana thyrohyoidea. Das Cornu caudale tritt über die Articulatio cricothyreoidea mit dem Rinknorpel in Verbindung.

Die Cartilago thyreoidea besteht aus hyalinem Knorpel und neigt dazu, im Alter zu verkalken oder gar zu verknöchern, weshalb sie zerbrechlich werden kann.

2.3.3 Ringknorpel

Der Ringknorpel (Cartilago cricoidea) zeigt die Gestalt eines Siegelrings. Er ist aus einer dorsalen Platte (Lamina cartilaginis cricoideae) und einem engen Reif (Arcus cartilaginis cricoideae) aufebaut. Die Platte trägt dabei eine mediane Leiste (Crista mediana) und ist beiderseits rostral mit je einer Gelenkfläche (Facies articularis arytenoidea) für die bewegliche Verbindung mit dem Gießkannenknorpel ausgestattet. Außerdem befindet sich am Übergang des Reifs in die Platte auf beiden Seiten eine Facies articularis thyreoidea, die mit der entsprechenden Facies articularis cricoidea des kaudalen Schildknorpelhorns (Cornu caudale) artikuliert. Wiederkäuer zeigen hier eine Syndesmosis.

Der Ringknorpel besteht, gleich wie der Schildknorpel, aus hyalinem Knorpel und neigt dazu, im Alter zu verknöchern.

2.3.4 Gießkannenknorpel

Der Gießkannenknorpel (Cartilago arytenoidea) ist paarig ausgebildet und zeigt eine unregelmäßige Gestalt. Man bezeichne ihn auch als Stell- oder Aryknorpel, der durch Muskelzug bei der Atmung und Lautbildung in seiner Stellung variiert.

Der Gießkannenknorpel zeigt an der kaudodorsalen Ecke der dem Kehlkopflumen zugewandten Seite eine Facies articularis zur Verbindung mit dem Ringknorpel. Gleichzeitig ist der ventrale Rand als Processus voacalis zum Ansatz des Stimmbandes ausgebildet. Dieser Fortsatz besteht, im Gegensatz zum restlichen hyalinen Cartilago arytenoidea, aus elastischem Knorpelmaterial.

Gleichzeitig wird der nach kranial zeigende Winkel des Aryknorpels als Apex cartilaginis arytenoideae bezeichnet. Auf dessen Spitze sitzt der nach dorsal ragende elastische Spitzenknorpel (Processus corniculatus), welcher der Katze fehlt. Diese beiderseits ausgebildeten hornförmigen Fortsätze stützen den Kaudalrand des Kehlkopfeingangs (Aditus laryngis).

Damit die Plica aryepiglottica und die Plica vestibularis beim Hund stabilisiert wird, ist an der Spitze des Stellknorpels ein elastischer Processus cuneiformis angeheftet. Außerdem weist die laterale Knorpelseite des Cartilago arytenoidea einen deutlichen Processus muscularis auf.

2.4 Anatomie der Kehlkopfgelenke

Die Kehlkopfknorpel weisen in Summe drei Gelenke zur Verbindung mit dem Zungenbein auf:

2.4.1 Articulatio thyreohyoidea

Die Articulatio thyreohyoidea ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Cornu rostrale (vorderer Fortsatz) des Schildknorpels (Cartilago thyreoidea) und dem Thyrohyoideum des Zungenbeins. Dieses Gelenk ermöglicht eine leichte Rotationsbewegung um die transversale Achse zwischen den beiden Gelenken. Beim Pferd und Wiederkäuer handelt es sich hierbei um ein synoviales Gelenk, wohingegen es beim Fleischfresser eine Synchondrosis und beim Schwein eine Syndesmosis ist.

2.4.2 Articulat cricothyreoidea

Die Articulatio cricothyreoidea stellt die gelenkige Verbindung zwischen dem Cornu caudale (hinterer Fortsatz) des Schildknorpels (Cartilago thyreoidea) und dem Ringknorpel (Cartilago cricoidea) dar. In diesem Gelenk sind ebenfalls Rotationsbewegungen um die die beiden Gelnke verbindende transversale Achse möglich. Beim Wiederkäuer ist statt eines synovialen Gelenks eine Syndesmosis ausgebildet.

2.4.3 Articulatio thyreohyoidea

Die Articulatio cricoarytenoidea ist die gelenkige Verbindung zwischen der Ringknorpelplatte (Lamina cartilaginis cricoideae) und dem Stellknorpel (Cartilago arytenoidea). Dieses Gelenk gestattet eine Rotation um die transversale und, in geringerem Ausmaß auch, um die sagittale Achse. Außerdem sind in diesem Gelenk noch Gleitbewegungen möglich, die den Abstand zwischen beiden Stellknorpeln verändern. Demzufolge bestimmen die Bewegungen in der Articulatio cricoarytenoidea maßgeblich die Weite der Stimmritze.

2.5 Anatomie der Kehlkopfbänder

Die Kehlkopfknorpel (Cartilagines laryngis) stehen untereinander einerseits über Gelenke, andererseits über Bänder und Membranen in Verbindung, welche die Ruheposition der Knorpel maßgeblich bestimmen. Dazu zählen:

2.6 Anatomie der Kehlkopfmuskeln

Neben zahlreichen, von außen auf den Kehlkopf (Larynx) einwirkende Muskeln (Musculus ceratohyoideus, untere Zungenbeinmuskeln) gibt es noch eine Reihe weiterer, paarig angelegten Eigenmuskeln des Kehlkopfes (Musculi laryngis). Mithilfe ihrer Kontraktion verändern sich die Kehlkopfknorper in ihrer gegenseitigen Lagebeziehung. Hierbei unterscheidet man zwischen Stimmritzenerweiterer und Stimmritzenverenger:

2.7 Anatomie der Kehlkopfhöhle

Die Kehlkopfhöhle (Cavum laryngis) kann in rostrokaudaler Richtung in drei Abschnitte gegliedert werden:

Der Zugang zur Kehlkopfhöhle (Cavum laryngis) wird vom Kehlkopfeingang (Aditus laryngis) gebildet. Dieser Eingang wird durch den Kehldeckel (Epiglottis), die Kehldeckelfalten (Plica aryepiglottica) und die Tubercula corniculata begrenzt.

2.7.1 Kehldeckel (Epiglottis)

Der Kehldeckel (Epiglottis) ist an seiner Basis mit dem knorpeligen Stiel (Petiolus epiglotticus) zwischen der Zungenwurzel (Radix linguae), dem Basihyoideum und dem Schildknorpel (Cartilago thyreoidea), befestigt. Es werden an der Kehldeckelplatte eine Facies lingualis von einer Facies laryngea unterschieden. Die seitlichen und gleichzeitig freien Ränder (Margines laterales) treffen sich in einer nach rostral weisenden Spitze (Apex).

2.7.2 Kehldeckelfalte (Plica aryepiglottica)

Die Kehldeckelfalte (Plica aryepiglottica) spannt sich auf beiden Seiten zwischen der Epiglottis und dem Gießkannenknorpel (Cartilago arytenoidea) aus. Bei der Katze spannt sich die Falte zwischen der Epiglottis und dem Ringknorpel (Cartilago cricoidea) aus. Beim Hund bildet sich aufgrund des Processus cuneiformis des Stellknorpels (Cartilago arytenoidea) in der Plica aryepiglottica (Kehldeckelfalte) ein Tuberculum cuneiforme.

2.7.3 Tuberculum corniculatum

Als Tuberculum corniculatum bezeichnet man den mit Schleimhaut überzogenen Processus corcniculatus des Gießkannenknorpels.

2.7.4 Kehlkopfkrone

Das Zusammenspiel von Kehldeckel (Epiglottis), Kehldeckefalten (Plica aryepiglottica) und schleimhautbedeckten Processus corniculati (Tuberculum corniculatum) ragt als Kehlkopfkrone rostrodorsal in Richtung des Nasenrachens (Pars nasalis pharyngis) empor. So werden auf beiden Seiten der Kehlkopfrone über den Recessus piriformis Flüssigkeiten und weiche Nahrung in Richtung Speiseröhre (Ösophagus) transportiert.

2.7.5 Kehlkopfvorhof (Vestibulum laryngis)

Der Kehlkopfvorhof (Vestibulum laryngis) erstreckt sich vom Kehlkopfeingang (Aditus laryngis) bis zu den rostralen Stimmfaltenrändern (Lig. vocale). Beim Pferd und Fleischfresser findet man im Vestibulum laryngis beiderseits eine Vorhoffalte (Plica vestibularis). Diese Schleimhautfalte wird durch das Ligamentum vestibulare und beim Hund durch den Processus cuneiformis des Stellknorpels gestützt. Sowohl Band als auch Knorpel sind bei der Katze nicht ausgebildet, jedoch findet man eine Plica vestibularis. Zwischen beiden Vorhoffalten befindet sich die Vorhofenge (Rima vestibuli).

2.7.6 Mittlere Kehlkopftasche (Recessus laryngis medianus)

Kaudal der Epiglottis ist am Boden des Vorhofs beim Pferd und beim Schwein eine Einbuchtung ausgebildet, die als mittlere Kehlkopftasche (Recessus laryngis medianus) bezeichnet wird.

2.7.7 Kehlkopftasche (Ventriculus laryngis)

Am kaudalen Ende des Vorhofs (Vestibulum laryngis), zwischen den Vorhof- und Stimmfalten, buchtet sich die Schleimhaut beim Pferd, Hund und Schwein auf beiden Seiten zu einer Kehlkopftasche (Ventriculus laryngis) aus. Dabei ist der Zugang zum Ventriculus laryngis beim Pferd so groß ausgebildet, dass er mit einer Fingerkuppe passierbar ist.

2.7.8 Stimmapparat (Glottis)

Die Glottis stellt den eigentlich Stimmapparat des Kehlkopfes (Larynx) dar und umfasst die Stimmfalten, die Stellknorpel und den zwischen diesen frei bleibenden Spalt, die Stimmritze (Rima glottidis) ein. Man bezeichnet den zwischen der Stimmfalte gelegenen Abschnitt der Stimmritze als Pars intermembranacea, den Abschnitt zwischen der mit Schleimhaut überzogenen Stellknorpeln befindliche als Pars intercartilaginea. Die Stimmfalte (Plica vocalis) enthält an ihrem reien Rand das Ligamentum covale und lateral davon den Musculus vocalis, der oftmals von Fett umgeben ist.

2.7.9 Cavum infraglotticum

Das Cavum infraglotticum stellt den durch den Ringknorpel (Cartilago circoidea) eingerahmten Ausgangsraum des Kehlkopfes (Larynx) dar. Er geht in die Luftröhre (Trachea) über.

2.8 Histologie

Die Kehlkopfschleimhaut (Tunica mucosa) ist mit zahlreichen, vorwiegend mukösen und gemischten Drüsen (Glandulae laryngeae) ausgestattet. Gleichzeitig findet man Ansammlungen von diffusem lymphatischem Gewebe oder solitären Lymphknötchen (Lymphonoduli laryngei). Außerdem befinden sich an der Plica aryepiglottica (Kehldeckelfalte) bzw. lateral an der Epiglottisbasis bei der Katze, beim kleinen Wiederkäuer und beim Schwein eine Tonsilla parraepiglottica. Die sensible Innervation der Kehlkopfschleimhaut erfolgt über den Nervus laryngeus cranialis und Nervus laryngeus caudalis, wobei die Innervationsgrenze hier die Rima glottidis darstellt.

(Literatur: Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, and Uwe Gille, eds. Anatomie für die Tiermedizin. Enke, 2008.)

Artikel letztmalig aktualisiert am 15.06.2017.

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