CT bei erstem epileptischen Anfall?

14.06.2017
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Epileptische Anfälle gehören zum täglichen Brot des Neurologen. Erstmalige epileptische Anfälle sind für den Patienten aber immer ein sehr einschneidendes Erlebnis.

Einige werden sich an meinen „Worst-Case“-Blogbeitrag erinnern, in dem ich von einem erstmaligen epileptischen Anfall berichtete. Die Patientin hatte eine Malignomanamnese.

Im Kommentarbereich kam daraufhin eine Diskussion über die Notwendigkeit eines kraniellen CTs auf. Kotisaari et al. sind nun dieser Thematik nachgegangen und haben versucht herauszufinden, wann bei einem bildgebenden Verfahren mit einem pathologischen Befund zu rechnen ist.

Das Ergebnis lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Von 449 Patienten mit erstmaligem epileptischen Anfall bekamen 416 (93 %) eine native Bildgebung. Bei 49 Patienten (12 %) fanden sich Auffälligkeiten.

Das Vorhandensein einer der folgenden Faktoren konnte eine Pathologie mit 84-prozentigen Sensitivität vorhersagen:

Bei allen anderen Patienten kann man mit einer Bildgebung (dann MRT) zunächst abwarten, sollte aber dennoch auf die Abklärungsbedürftigkeit und zeitnahe Notwendigkeit einer Bildgebung hinweisen.

 

Bildquelle: Soma Kondo, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.06.2017.

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Gast
Nach einem ersten epileptischen Anfall ist ein cMRT obligat. Wenn der Anfall solitär ist und der sauber und komplett erhobene klinisch-neurologische Befund unauffällig ist sowie das EEG keinen Herdbefund zeigt, hat das MRT auch ein paar Tage Zeit. Anderenfalls rasch, alternativ - wie unten erwähnt - überbrückungsweise cCT, das aber nicht das MRT ersetzt.
#4 am 16.06.2017 von Gast
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Ärztin
Ich denke man sollte auch die Begleitumstände des erstmaligen cerebralen Kranmpfanfalles berücksichtigen. Natürlich ist ein cMRT wenn möglich zu bevorzugen (zusätzlich, elektiv zum nächstmöglichen Termin). Die entscheidende Frage ist jedoch ob (wenn z.B. nachts oder am Wochenende kein MRT verfügbar ist) in der Akutsituation sofort ein natives cCT erforderlich ist. Denn schließlich eine intracranielle Blutung als Auslöser dem Krampfanfall vorangegangen sein oder das Resultat eines im Rahmen des Krampfgeschehens stattgehabten Sturzereignisses sein. Deshalb finde ich die erwähnten Faktoren (Kopfschmerz, Fokalneurologie, CA-Anamnese, Bewusstseinseinschränkung) sehr hilfreich. Man könnte als zusätzlichen Faktor vielleicht noch die berühmte Kopfplatzwunde diskutieren.
#3 am 16.06.2017 von Ärztin (Gast)
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Gast
> Bei 49 Patienten (12 %) fanden sich Auffälligkeiten. Sorry, aber das ist KEINE Diskussionsgrundlage. Die zitierte Studie beschreibtim Abstract: "12% of patients had emergent pathology on non-contrast computed tomography." Wie hoch wäre wohl die Trefferquote im kontrastverstärkten CT oder noch besser im MRT gewesen? Welche der gefundenen Pathologien hat oder hätte etwas mit der klinischen Symptomatik zu tun gehabt? Besser wird das Ergebnis retrospektiv angelegten Studien nicht werden.
#2 am 16.06.2017 von Gast
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Gast
Jeder erste Anfall gehört diagnostiziert zumindest mit CT, besser MRT
#1 am 16.06.2017 von Gast
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