PsychCast: Wie Pornos das Sexleben verändern

04.06.2017
Teilen

Was machen Pornos mit unserem Verlangen und was haben sie mit unseren Synapsen zu tun? Wieso gehen Beziehungen häufig am Sex zu Bruch? Wieviel Sex ist gesund? Sind wir heute sexuell befreit? Wir haben eine Sex-Folge des PsychCast aufgenommen.

Im 45. PsychCast sprechen wir über Sex und gehen die 10 spannendsten Fragen durch, die unsere Hörer uns dazu gestellt haben.

Was ist Stealthing?

Vorweg sprechen wir über Steahlthing (sprich „Ställ-Thing“), was wir im Podcast falsch aussprechen bzw. nicht richtig interpretieren. Es handelt sich um eine neue Form sexuellen Mißbrauchs, die immer häufiger vorkommt: Der Mann streift während des Geschlechtsverkehrs heimlich das Kondom ab. In den sozialen Netzwerken und Internetforen wird dieses Verhalten heftig diskutiert.

Die Tragweite von Pornos

Wir sprechen über die Symbolik sexueller Störungen und ihre Bedeutung für die moderne Psychosomatik und Psychotherapie. Wenn Männer oder Frauen nicht erregt sind, wird oft auf einen speziellen Konflikt geschlossen, der sich körperlich äußert. Solche Gedanken halten sich nach wie vor, eine schablonenhafte Übertragung von einer sexuellen Störung auf ein psychisches Problem ist allerdings höchst fragwürdig.

Welchen Einfluss hat die Pornographie auf die Paar-Sexualität? Wie wirkt sich der Pornokonsum auf die Gehirn-Synapsen aus? Fakt ist, was wir konsumieren, hinterlässt mehr oder weniger bewusst einen Eindruck. Der Gedanke, dass ein erhöhter Konsum von Pornographie die Erwartungshaltung verändern kann und wie wir über Sex empfinden, scheint äußert nachvollziehbar. Dieses Thema wird noch etwas verhalten diskutiert, vor allem, was medizinische Fachbereiche betrifft.

Von der Videothek ins Internet

Was sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat, ist die Struktur und Verfügbarkeit des Materials, auf das man heute zugreifen kann. Die unbegrenzte und jederzeit zugängliche Sammlung an Pornos verändert die Sicht auf Sex. Dennoch heißt das nicht unbedingt, dass Jugendliche ein völlig falsches Bild der Sexualität haben. Laut einer Studie trennen sie deutlich zwischen konsumierter Pornographie und selbst erlebte Sexualität in der Realität.

Auch der Begriff Hypersexualität ist Thema unseres Gesprächs. Das Erleben von Sex kann hier häufig als „narzisstische Plombe“ dienen, die einen Mangel ausgleicht. In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage des Selbstwertes auf und die Diskussion darüber, was die exakt richtige Häufigkeit von Sex überhaupt sein soll.

Sexualtheorie – Unendliche Weiten

Wir widmen uns dem Aspekt der Einnahme von Psychopharmaka und deren möglichen sexuellen Nebenwirkungen wie beispielsweise ein Libidoverlust. Ein weiterer Themenpunkt ist das Machtverhältnis in der Sexualität – Stichwort Sadomasochismus.

Auch über die Fortpflanzungsdimension und die Kritik der biologischen Sexualtheorien diskutieren wir. Dabei gehen wir auf Freuds Sexualaufklärung ein und reden über die kulturell bedingten Grenzen in unseren Köpfen.

Abschließend fragen wir uns, was mögliche Auslöser sexueller Probleme sein können und gehen der Frage auf den Grund, warum Beziehungen häufig am Sex scheitern.

Zur Podcast-Folge geht es hier

 

Bildquelle: Alan Levine, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.07.2017.

35 Wertungen (2.74 ø)
8168 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
Gaaanz wichtiges Thema !!!! Die Jugendlichen die fast nur Pornofilme als Sexualerziehung haben , sehen in fast jedem Film Analverkehr und Oralverkehr . Die Jungs verlangen diese Praktiken von ihren oft kurzfristigen Liebschaften , die Mädchen akzeptieren dies als normal. Insbesondere die Gynäkologen unter uns haben da sehr viel Aufklärungsarbeit zu leisten !
#4 am 16.07.2017 von Gast
  1
Gast
# Dr. R. Kumm Tolles Statement, mir fallen mindestens drei dieser letzten sogenannten Gesundheitsminister Kaste ein. Bis ziemlich in den 80gern scherten sich alle einen Dreck um neue Resistenz bedingte Seuchen aus vorigen Jahrhunderten. Allen voran Pharma- & Co. Mal schauen wer in den nächsten 30-40 den Wettlauf gewinnt. Nein hier ganz ohne Sarkasmus. Es ist das kleine Einmal -eins aus Wirtschaft Politik und Mikrobiologie...
#3 am 16.07.2017 von Gast
  0
Noch ne Frage: gehört das Erheben einer sexuellen Anamnese in Deutschland inzwischen zum Curriculum ? Ich habe noch nicht erlebt daß Fragen aus diesem Spektrum in den Fortbildungen der hiesigen Ärztekammer bearbeitet wurden. Ich weiß, die Katholiken, Juden, Muslime, Verteidiger konservativer Werte hätten was dagegen. Was ist eigentlich aus Frau Süssmuth geworden und der Safer-Sex Kampagne ? Brauchen wir nicht mehr ? HIV, multi-resistente Syphilis, Elendsprostitution scheren sich nicht um Religion oder Politik. Fragen über Fragen !
#2 am 15.07.2017 von Rainer Kumm (Arzt)
  0
Gast
So ein Durcheinander! Lauter Fragen, von denen jede einzelne schon eine ganze wissenschaftliche Arbeit erfordern würde! Mich motiviert das nicht, den Blog zu lesen.
#1 am 14.07.2017 von Gast
  2
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Deutschland hat ein bewährtes und preiswertes Gesundheitssystem, das weltweit seines Gleichen sucht. Während mehr...
Besuch vom Kinderdok In der Podcast-Folge mit dem Kinderdok stellen wir, Jan und Alex, zunächst fest, dass eine mehr...
Im dreiundvierzigsten PsychCast sprechen wir über die Paar-Kollusion, wie sie der vielleicht weltbeste Paartherapeut mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: