Plötzlicher Kindstod: Eltern, hört auf uns!

01.06.2017
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„Um das Baby vor plötzlichem Kindstod zu schützen, können Eltern vorbeugende Maßnahmen ergreifen. ‚Dazu gehört an erster Stelle das Schlafen auf dem Rücken in einem passenden Schlafsack.‘

„Eltern dürfen kein Kissen, Bettzeug oder große weiche Spielsachen in das Kinderbett legen, da dies die Erstickungsgefahr im Schlaf erhöht“, so Prof. Nentwich, ehemaliges Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in einer Pressemitteilung

Zu den weiteren Risikofaktoren gehören:

Was man sonst noch tun kann:


Meine Realität in der Praxis

Glücklicherweise musste ich schon lange keinen Fall des SIDSmehr aus meiner Praxis beklagen. Ich habe aber den Eindruck, dass die bekannten Empfehlungen, wie sie auch oben vom BVKJ jüngst wieder einmal veröffentlicht wurden, in der Realität aufzuweichen scheinen. Wir predigen sie weiterhin.

Okay, das Rauchen in manchen Familien – da hat man als Kinderarzt so gut wie keine Chance. Schulterzucken ist noch die mildeste Form der Antwort, wenn man Familien darauf anspricht. Aber vor allem das Bewusstsein bezüglich der Gefahren von Co-Sleeping und der Bauchlage („mal kurz nach dem Stillen in der Nacht ... bin dann aber zum Glück aufgewacht, als das Mäuselchen zwischen mir und meinem Mann lag“) scheinen zu schwinden. Über das Pucken ist schon viel geschrieben worden. Auch hier sollte man vorsichtig sein.

Mützchengetrage im Bett: Warum?

Regelmäßig jedoch sind die Überwärmung durch Kleidung – das unleidige Mützchengetrage auch im Bett zu Hause – und die überwärmten Wohnungen. Ich frage immer, und Sommers wie winters sagen die Hälfte aller Eltern bei der U3, sie würden zuhause mehr heizen, seitdem das Baby da sei. Ob das dann die gleichen 50 Prozent sind, die mit einem Monat noch kaum vor der Tür waren, weiß ich nicht.

Die Rate der Plötzlich Verstorbenen Kinder ist durch die vielen Aufklärungskampagnen gut zurückgegangen, aber jedes Kind, das durch ein vermeidbares Risiko zu Tode kommt – der tatsächliche Mechanismus des SIDS ist immer noch ungeklärt – ist eines zuviel.

Also bitte: Hört auf die Experten!

 

Weitere Infos:

Infos zum Co-Sleeping

Weiteres zum Thema Sudden Infant Death Syndrome

Bildquelle: Torsten Mangner, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 06.06.2017.

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Medizin, Pädiatrie
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Gast
Dass Co-sleeping im Säuglingsalter gefährlich sein soll kann ich nicht nachvollziehen. Das ist von der Natur so vorgesehen, damit die stillende Mutter nicht x-mal zum stillen aufstehen muß. In der "3.Welt" ist es absolut üblich das Baby bei der Mutter schlafen zu lassen. Nestwärme sozusagen.
#50 am 22.08.2017 von Gast
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Gast
Wie sollte die Schlafposition sein? Ich dachte Rücken und Seitlage oder hat sich schon wieder etwas verändert? Meine persönliche kleine Statistik zeigt mir, dass die Kinder durch die ersten Impfungen eher kränklicher sind. V.a. im Winter leiden viele Säuglinge an obstruktiver Bronchitis nach den Impfungen.
#49 am 01.08.2017 von Gast
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Ad #47: Meines Wissens nach ist die genaue Art des SIDS-Todes ungeklärt, eine Theorie lautet jedoch, dass durch das Schlafen in Bauchlage auf einer weichen Unterlage eine Art CO2-Pool entstehen kann, wodurch das Kind schlussendlich erstickt...
#48 am 22.06.2017 von Manuel Zemann (Student der Humanmedizin)
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Gast
schlecht recherchiert; Co-sleeping schützt vorm SID, da die Atmung der Mutter sich positiv auf das Kind auswirkt (nachzulesen bei Sears zb.); es sei denn die Mutter ist krank oder nimmt Drogen; Stillen sowieso (meist wachen Stillbabys häufiger auf - zuuu fester langer Schlaf im 1. Lebensjahr erhöht das Risiko). Außerdem ist SID KEIN Erstickungstod!
#47 am 20.06.2017 von Gast
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Team Java Schimmelspürhund
Keine Schimmelpilzbelastung oder dessen Stoffwechselprodukt in den Innenräumen
#46 am 18.06.2017 von Team Java Schimmelspürhund (Gast)
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Gast
Ist immer eine Gratwanderung und manches darf nicht verabsolutiet werden. Wenn ein Neugeborenes in Rückenlage nur brüllt, ist der Mutter mit Angst mache und "es MUSS aber in Rückenlage schlafen" wenig geholfen. Außerdem ist Co-sleeping ein weites Feld. Da gibt's z.B. das Baby-bay oder die Möglichkeit, das Kinderbettchen ohne Gitter an einer Seite direkt ans Elternvertreter zu stellen. So handhaben es die meisten Co-Sleeper. Herr Dr. Renz-Polster hat zum Thema SIDS und Studien einen sehr guten, wesentlich fundierter en Artikel geschrieben.
#45 am 17.06.2017 von Gast
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Landolin
Wenn man die Statistiken verfolgt sind die skandinavischen Ländern in der Hinsicht mehr als nur Vorreiter. In Finnland beispielsweise gibt es schon seit Jahren eine "Kinder-willkommens-Box", die neben nützlichen Gegenständen, wie Strampler usw., auch selbst genutzt werden kann: Nämlich als Kinderbett. Die Raten konnten soweit reduziert werden, dass auch Norwegen nun eine solche Box einführen möchte.
#44 am 17.06.2017 von Landolin (Gast)
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Gast
@Frau Baumgartner...ja Impfen zum Bsp. gegen Keuchhusten - häufig wurde in der Vorgeschichte bei Kindern mit SIDS ein respiratorischer Infekt festgestellt wozu auch Keichhhusten z. B. zählt....die böse Pharmaindustrie
#43 am 16.06.2017 von Gast
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Gast
Fortsetzung: Dieses Kind schlief abwechselnd in Rücken- und Seitenlage (auch mal links mal rechts), d. h. gefühlt schlief es eigentlich nie, tagsüber schon mal gleich gar nicht und nachts kam es alle zwei Stunden. Hat dann öfter bei uns im Bett geschlafen, weil die Mutter auch mal ein bisschen Schlaf brauchte. Lange Rede, kurzer Sinn: Schlafsack und nicht zu warm sehe ich ein, vor mir aus auch keine Bauchlage, aber allein im Kinderbettchen war definitiv von der Natur so nicht angedacht (wäre vor ein paar Tausend Jahren auch noch lebensgefährlich gewesen, aber nicht wegen SIDs). Meiner Erfahrung nach schläft man als Nichtraucher, Nicht-Süchtiger und Nicht-Epileptiker etc. mit Baby daneben auch nicht so tief. Impfen sehe ich durchaus nicht als Allheilmittel, aber ich möchte auch nicht ausschließen, dass manches Kind den plötzlichen Kindstod infolge einer "stillen" Infektion gestorben ist.
#42 am 10.06.2017 von Gast
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Gast
Schon vor 10/12 Jahren, als meine Kinder auf die Welt kamen, war das Thema sehr umstritten. Zu der Zeit war wohl gerade wieder die Rückenlage modern geworden, davor wurde die Bauchlage gepredigt und die Studien waren durchaus uneinheitlich. Und ihr wundert euch, wenn jeder es macht, wie er denkt. Weil es die neuesten Empfehlungen waren, hat unser erstes Kind immer allein im Schlafsack und in Rückenlage geschlafen. Und weil das Kind ziemlich viel geschlafen hat (tut es immer noch), hat es jetzt einen ziemlich flachen Hinterkopf und ist ein kleiner Rührmichnichtan. Es war allerdings ein ziemliches Spuckkind und deshalb war mir bei Rückenlage nie wohl. Das zweite Kind lag kurz nach der Geburt im Babybettchen und hat ziemlich geröchelt, da kam die Schwester rein und hat mir das Kind kurzerhand auf dem Bauch gelegt. Und siehe da, da Röcheln hörte auf und alles war gut. Fortsetzung folgt...
#41 am 10.06.2017 von Gast
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Gast
Bin gespannt, wann endlich eine Datenerhebung kommt in der zwischen gestillten und mit Flasche ernährte Babys differenziert wird. Ich vermute, dass dann auch die Co-sleeping-Empfehlung differenzierter ausfällt.
#40 am 10.06.2017 von Gast
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Urgs, es gibt nichts, was gegen den plötzlichen Kindstod hilft. Es gibt lediglich Einflußfaktoren, die das Risiko erhöhen oder vermindern, daß ein pötzlicher Kindstod auftritt.
#39 am 09.06.2017 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Ärztin
@ Frau Baumgartner: Eine Quelle für diese Behauptung wäre gut. Denn das würde mich jetzt aber schon einmal interessieren wo jeder halbwegs gebildete Mensch solche Informationen herhat. Offenbar bin ich nämlich nicht gebildet genug...
#38 am 09.06.2017 von Ärztin (Gast)
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Impfen soll gegen plötzlichen Kindstod helfen?? Das ist wohl eine Studie der Pharma. Für wie blöd werden wir eigentlich gehalten. Heute weiß doch jeder halbwegs gebildete Mensch dass eher das Gegenteil der Fall ist.
#37 am 09.06.2017 von Sabine Baumgartner (Physiotherapeutin)
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Impfen...? Allroundansatz, scheinbar für und gegen Alles geeignet...
#36 am 09.06.2017 von Peter Peschel (Wirtschaftswissenschaftler)
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Nicht Rauchen, nicht Überwärmen und bei Co-Sleeping keine bewußtseinstrübenden Substanzen und nicht bei potentiell gefährlichen Erkrankungen wie Epilepsie. Soweit dürfte Konsens bestehen. Der Rest sind m.E. überwiegend statistische Zuckungen, wie sie bei Kohortenstudien zu seltenen Ereignissen üblicherweise auftreten. Meinen Sohn habe ich ab Geburt bei mir schlafen lassen, weil er vehement darauf bestanden hat. Überdies hat er ein Mützchen getragen, auf einem Lammfell gelegen und war mit unter meiner Bettdecke, weil er nur so seine Körpertemperatur halten konnte. Wenn nur eine dieser Komponenten gefehlt hat, wurde der spargeldürre 2 kg Zwerg aus der 36 + 2 SWS sofort hypotherm. Jetzt wird sicherlich jemand "ab in den Brutkasten" schreien, aber wie sehr er das gehaßt hat durfte ich erleben, als er ein paar Stunden dort rein mußte zur UV-Betrahlung wegen leichtem neonatalem Ikterus. Man muß auch mal auf sein Kind hören, wenn dieses ganz unmißverständlich klar macht, was es braucht.
#35 am 08.06.2017 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Kommentar 33, Ärztin 11: Genauso haben wir es auch gehalten. Ein Beistellbett, Kind im Schlafsack ohne Kopfkissen , Stofftiere und ähnliches nachts raus, Rauchen geht gar nicht. Dennoch hatte ich furchtbare Angst vor SIDs und bin nachts oft aufgestanden, um zu gucken, um das Baby noch atmet ..... Mit zwei Jahren dann wollte unsere Tochter in ihrem eigenen Zimmer schlafen. Das Ganze ohne Geschrei, Geheule und durchwachte Nächte.
#34 am 07.06.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Ärztin 11
ich vergaß zu erwähnen dass ein zum Elternbett hin geöffnetes Beistellbettchen eine wunderbare Möglichkeit bietet sowohl die Sicherheit als auch das Bedürfnis nach Nähe zu berücksichtigen.
#33 am 07.06.2017 von Ärztin 11 (Gast)
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Ärztin 11
Sie haben recht Ärztin Nr. 29. auch ich habe diese Erfahrungen gemacht. Man darf die Empfehlungen nicht wörtlich nehmen. Das Co-Sleeping von Naturvölkern darf nicht mit dem in Industrieländern verglichen werden. Entscheidend ist das WIE. Klar dass ein zu warmes, Enges und weiches Bett mit übermüdeten oder gar betrunkenen Eltern und unruhigen Schlaf in Seitenlage ein höheres Risiko bedeuten. Es gibt auch weniger riskante Formen von Co-Sleeping, aber das auszuprobieren kann die Forschung nicht leisten... wir können nur retrospektiv die Umstände auswerten nachdem etwas passiert ist. Und Welcher Arzt würde einer Mutter guten Gewissens etwas empfehlen wenn er nicht weiß wie sicher es ist also empfiehlt man die sicherste Variante: kuscheln im Bett bis das Baby schläft und es dann in sein eigenes Bettchen legen bevor man selbst einschläft, so mache ich das und bei uns funktioniert es.
#32 am 07.06.2017 von Ärztin 11 (Gast)
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Fortsetzung: Und mit etwa 3,5 Jahren wollte das älteste Kind dann auch von sich aus allein schlafen. Die nachfolgenden zogen etwas eher aus dem Elternschlafzimmer aus, weil die Kinder nicht einzeln in "ihren" Zimmern schliefen, sondern ein gemeinsames Schlafzimmer hatten, welches sie auch in der Pubertät nicht verließen, es sei denn, sie hatten einen Freund / eine Freundin über Nacht zu Besuch. Ein deutliches Indiz, wie wichtig "soziales" = gemeinsames Schlafen ist. Darüber machen sich Eltern, die selbst ja meist gemeinsam ( und mehr oder weniger "kuschelig" ) zusammen schlafen , kaum Gedanken. Inzwischen weiß man ja auch, wie stark die Oxytocinausschüttung und auch die Bildung von Oxytocin-Rezeptoren durch solche körperbezogenen Aktionen gefördert wird und daß das Effekte für das ganze spätere Leben der Babys / Kinder hat.
#31 am 07.06.2017 von Ernst Pawlowsky (Biologe)
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der psychische Streß durch Isolation von der Mutter im eigenen Bettchen, womöglich noch in einem anderen Zimmer, wird m. E. sehr unterschätzt. Ich habe 3 Kinder, und alle schliefen so lange bei uns Eltern, wie sie es selbst wollten. Für das jeweils jüngste stand sein Bett, welches zum Elternebett hin offen war, direkt am Elternbett auf der Seite der Mutter, für das nächstjüngere Kind auf meiner, des Vaters Seite. So konnte jederzeit durch Körperkontakt und / oder Stillen ( ist natürlich auch mit Körperkontakt verbunden ) auf die Kinder eingegangen werden, und daß ohne, daß dazu große Aktionen wie Aufstehen o. ä. erforderlich waren. Das war ausgesprochen streßarm für alle Beteiligten: - die Kinder wurden umgehend beruhigt, versorgt, und - für die Eltern war der Aufwand minimal, meist wurde sogar nur der Elternteil wach, auf dessen Seite das Kind unruhig wurde. Dabeio verblieb das gestillte Baby häufig im Bett der Mutter, weil Mutter und Baby beim Stillen einschliefen.
#30 am 07.06.2017 von Ernst Pawlowsky (Biologe)
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Ärztin
Ich habe drei Kinder. Das erste noch nach dem Stillen ganz brav ins eigene Bettchen im Zimmer der Eltern gelegt. Ergebnis: Kind wacht alle halbe Stunde auf, übermüdete Mutter schläft sitzend im Bett während dem Stillen mit Kind im Arm ein, welches ich dann irgendwann zwischen meinen Beinen selig schlafend gefunden habe und einige andere ähnliche Situationen. Beim zweiten und dritten habe ich liegend im Bett gestillt, selber sehr warm angezogen, daher die mütterliche Bettdecke nur über die Unterschenkel gelegt. Ich habe jeden Mucks von meinen Babys mitbekommen, sie nachts quasi ständig überwacht und war trotzdem hinreichend ausgeruht. Für mich war das der in der Realität umsetzbare Kompromiss. Ich kenne die Empfehlungen nur allzu gut, aber die Realität muss jede Familie bei jedem Kind für sich selbst kennenlernen. Ich kenne im Übrigen auch einige Kinderärzte, die eine ganz neue Perspektive haben, seit sie selbst Kinder bekommen haben...
#29 am 07.06.2017 von Ärztin (Gast)
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hk (medizintechniker)
nachtrag: ich selbst liefere pro woche mehrere babyüberwachungsgeräte aus. vlt. sollte man dies bindend in den leistungskatalog der kassen (natürlich freiwillig für eltern, die dies nicht wollen) aufnehmen. so kann die rate sicherlich nochmals gesnkt werden....
#28 am 07.06.2017 von hk (medizintechniker) (Gast)
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hk (medizintechniker)
sicher sind die empfehlungen sinnvoll. das scheinen ja die rückläufigen zahlen zu belegen. stillen war schon immer gut (thema mutter-kind-bindung, immunsystem u.a.). ich selbst bin durchgeimpft und meinen eltern dankbar dafür. meiner meinung nach ist es aber durchaus möglich ein kind in bauchlage auf den eltern einschlafen zu lassen uind es dann ins eigene bett zu legen. so hat man beides: beruhigendes einschlafen und kuscheln bei den eltern, sichere rückenlage im schlaf.... gibt halt nicht immer nur schwarz und weiss. in diesem sinne....
#27 am 07.06.2017 von hk (medizintechniker) (Gast)
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So weit ich weiss, senkt das Schlafen des Babys im Bett der Mutter die Saeuglingssterblichkeit ausser die Mutter ist suchtkrank oder leidet unter Epilepsie. Sie meisten Kinder dieser Welt schlafen bei der Mutter, weil es in Huetten keine Kinderzimmer gibt. Dort soll der ploetzliche Kindstod ganz unbekannt sein. Die Muetter merken auch im Schlaf dann unbewusst wenn das Baby in Not ist, und reagieren intuitiv. Diese Infos hab ich aus einem Vortrag von Prof. Brisch, der sich mit dem Thema sehr beschaeftigt hat. Ich weiss dass es eine Richtlinie gibt, dass man Eltern davon abraten soll. Aber Richtlinien haben ja auch nicht immer recht.
#26 am 07.06.2017 von Regina Clasen (Ärztin)
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Gastarzt
Ich glaube, dass viele Menschen den Glauben an die Wissenschaft und Studien verloren haben. Selbst wenn, wie in dieser, keine (Pharma-)Firma dahintersteckt. Erschreckt hat mich hier, dass sog. Therapeuten ihr eigenes Meinungssüppchen kochen und damit Menschen in Gefahr bringen können, weil sie absolut beratungsresistent sind. Toll, dass hier einer mal eine brauchbare Studie gepostet hat, die die Kritiker wahrscheinlich alle schnell ignorieren, weil es ihre kleine Welt durcheinander bringt.
#25 am 06.06.2017 von Gastarzt (Gast)
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geneigter Leser
Das analytische und wissenschaftliche Denken kommt in dieser Diskussion schon wieder viel zu kurz! 1. Bitte nennen Sie es nicht "Moden", sondern neue Erkenntnisse. Und wenn sie Ihr Kind (ich habe drei, mittlerweile alle in der Schule) nachts auf dem Rücken und sonst im Wachzustand in allen anderen Positionen haben, wird es keine Kopfdeformität bekommen. Was für ein Unsinn! 2. Wenn ein Kind auf bedauerliche Weise an SIDS verstirbt, werden sich die Menschen fragen, wie und ob man es verhindern kann. Und das ist doch in dem Artikel deutlich geworden. Man kann das Risiko senken mit bestimmten Hinweisen. Aber nicht verhindern. 3. Mit Intuition hat das alles so viel zu tun wie sich im Auto anzuschnallen! Man kann trotzdem beim Verkehrsunfall sterben oder auch verbrennen, weil man "gefesselt" ist. Es ist aber eine statistisch eindeutige erwiesene Tatsache, dass man im Falle eines Unfalls weniger Risiko hat zu sterben, wenn man den Gurt anlegt. Das muss man nicht für sich selbst rausfinden!
#24 am 06.06.2017 von geneigter Leser (Gast)
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Mir gefallen die "Moden" in der Medizin nicht. Als mein Sohn geboren wurde (1990) wurde mir von sehr strengen Hebammen die Bauchlage als das einzig Richtige gepriesen. Er war kräftig und futterte gut, ich hab dann überlegt, ob ich mit vollem Bauch gerne in Bauchlage schlafen würde (nein) und ihn dem Rat meiner Mutter folgend immer auf die Seite gelagert (abwechselnd rechts und links), im Rücken durch ein festes Kissen gestützt. Jetzt wird ebenso starr die Rückenlage gepredigt, völlig dabei außer Acht lassend, das ein Kind auch mal erbricht und daran ersticken könnte in den ersten Wochen. Und dazu kommt, dass es bei reiner Rückenlage oft zu typischen Kopfabflachungen im Hinterkopfbereich kommt, die dann wieder aufwändig und für das Kind unangenehm durch einen Helm korrigiert werden muss.
#23 am 06.06.2017 von Annette Creson (Bibliothekarin)
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Gast
Und genug Möglichkeiten, den Zugang zur eigenen Intuition mit Mitteln oder Medienkonsum zu betäuben. Mir ist es ein Anliegen die Menschen zu ermutigen, wieder einen Zugang zu ihrer Intuition zu finden und auf sie zu hören, als "ersten Experten" sozusagen. Mein Weg ist sicher nicht der für alle und alle Familien Richtige, den muss Jeder für sich selbst herausfinden. Dennoch denke ich vor allem Ärzte sollten junge Eltern vorrangig bestärken und nicht verängstigen, dann müsssten diese auch nicht fanatisch irgendwelche Erziehungsmodelle ( oder Schlafvorschriften) verteidigen, sondern könnten gelassen das für sie Richtige herausfinden.
#22 am 06.06.2017 von Gast
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Gast
@Gast20: Wie sie schon sagen, ist der Tod eines Kindes ein schicksalhaftes Ereignis. Also ist es wohl weder "Glück gehabt" noch Pech gehabt". Danke für Ihre guten Wünsche! Mich würde interessiern, ob der "Experte" der den Artikel verfasst hat und auf den wir hören sollen auch nur ein einziges eigenes Kind hat und eventuell um die Unumsetzbarkeit so mancher "Expertenempfehlung" weiß. Ich bin fest davon überzeugt, dass der beste Experte für jeden Einzelnen doch er selber ist, sofern er sich nicht abtrainiert hat auf seine Intuition zu hören. Ich gebe zu, das geht schnell, es gibt ja genug "Experten", die wissen wie es uns und im Leben überhaupt gibt.
#21 am 06.06.2017 von Gast
  18
Gast
@Gast19: natürlich kann man niemandem die Schuld geben. SIDS ist ein schicksalhaftes Ereignis, wie vom Blitz getroffen zu werden. Es gibt protektive Faktoren und Risikofaktoren, aber wen es trifft hat nicht unbedingt etwas falsch gemacht und wer alles richtig macht kann trotzdem getroffen werden. Aber was wollen Sie uns nun mit ihrer Geschichte mitteilen? Dass man einfach nur Glück haben muss? Und wenn ein Kind stirbt ist es einfach Pech? Ich gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrer gesunden und glücklichen Familie, ich hoffe Sie werden auch weiterhin gesund und glücklich bleiben und nie in eine Situation kommen in der Sie nichts anderes mehr denken können als: "Mein Gott, hätte ich doch nur..."
#20 am 06.06.2017 von Gast
  8
Gast
Ich habe selber in 4 schwangerschaften 5 sehr gesunde Kinder zu Hause ( oh wie verantwortungslos, ja sogar Zwillinge!) geboren, die natürlich alle während der Stillzeit in meinem Bett geschlafen haben, danach mit flachem Kissen und Schnuffeltier im eigenen Bett. Bis auf eines sind alle nicht geimpft und wir alle leben außergewöhnlich gesund und sehr glücklich noch. Komisch eigentlich... Über die Kleinkindzeit sind jetzt alle hinaus. Vielleicht liegt das mit dem pl. Kindstod einfach auch nur bedingt in unserer Hand?! Und vielleicht sterben Menschen manchmal einfach, ohne dass jemand daran "Schuld" hat?
#19 am 06.06.2017 von Gast
  41
Ärztin
Natürlich brauchen Kinder die Bauchlage, ebenso das Kuscheln... das muss aber nicht sein während die Eltern schlafen. Bauchlage sollte beaufsichtigt werden und kuscheln sollte man wenn man wach ist.
#18 am 06.06.2017 von Ärztin (Gast)
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Gast
Was ist denn genau die Definition von "zu viel Impfen"? Geimpft wird ja doch in der Regel nach den entsprechenden Empfehlungen - die glücklicherweise nicht auf der Meinung eines "Therapeuten" beruhen.
#17 am 06.06.2017 von Gast
  6
Gast
@ #15: Bauchlage und Sinnesreize? Natürlich! Aber eben nicht im Schlaf! Haben Sie den Artikel nicht gelesen, nicht verstanden oder ignorieren Sie ihn Kraft Ihrer angeblichen Kompetenz absichtlich? SIDS gab es übrigens schon vor dem Smartphone! Den Rest (Impfen) kommentiere ich nicht aus Respekt vor diesem guten Artikel.
#16 am 06.06.2017 von Gast
  8
Gast
Kindesentwicklung braucht die Bauchlage, braucht sensomotorische Reize durch Druck , Zug und Reibung. Ebenso braucht das Kind Sinnesreize wie Atemströmung, Herzschlag und das Gesicht / Augen der Elternteile um sich gesund zu entwickeln. Wer als Elternteil aufmerksam auf die Signale des Kindes achtet und nicht durch Smartphone, TV und Co in anderen Spähren weilt, braucht meiner Meinung nach keine Angst zu haben. Ausreichend Stillen hilft dem Immunsystem auf die Sprünge, wodurch sich manche Spritze reduzieren lässt. Und zu viel Impfen hat schon so manchem Kind geschadet. Ein Therapeut lässt grüßen.
#15 am 06.06.2017 von Gast
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geneigter Leser
Knapp die Hälfte der verstorbenen Kinder (149 von 309) hatten bereits eine erste Impfung erhalten, dagegen zwei Drittel (822 von 1234) der gleich alten überlebenden Kinder. Experten empfehlen vor allem die Pertussis-Impfung, da Keuchhusten beim Säugling ein Wegbereiter für den Plötzlichen Kindstod sein kann. Quelle siehe unter #10
#14 am 06.06.2017 von geneigter Leser (Gast)
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wäre doch interessant zu wissen : wieviel geimpft , wieviel nicht geimpft ... wer weiß es ?
#13 am 06.06.2017 von dr. med.dent. Wolfgang Stute (Zahnarzt)
  2
immer wieder vergessen : ausdünstende neue Möbel , Bettwäsche u das neue Kuscheltier . schön wenn es dafür noch Phosphatwaschmittel gäbe .
#12 am 06.06.2017 von dr. med.dent. Wolfgang Stute (Zahnarzt)
  5
Ärztin
Ich könnte mir vorstellen dass es sich bei manchen der präventiven oder vermeintlich präventiven Faktoren um Co-Inzidenzen handelt. Menschen die ihre Kinder impfen lassen befolgen offenbar Empfehlungen von Ärzten... Ärzte empfehlen auch präventive Maßnahmen gegen SIDS... ergo: wer den Empfehlungen folgt hat sowohl geimpfte Kinder als auch ein reduziertes Risiko für SIDS. Das bedeutet aber nicht unbedingt dass die Impfung schützt. Spielt für mich keine Rolle: mein Kind ist geimpft und schläft (meistens) nach den Empfehlungen. Zusätzlich haben wir ein Babyphon mit Bewegungssensorplatten unter der Matratze (A****Care, gibt aber auch andere Hersteller). Natürlich können auch die keine Sicherheit garantieren das muss einem klar sein. Mich würde interessieren was der Autor von solchen Anlagen hält, mein Kinderarzt kannte sie nicht.
#11 am 06.06.2017 von Ärztin (Gast)
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geneigter Leser
Vielen Dank für den informativen Artikel. Welch furchtbares Erlebnis für Eltern, ein totes Kind vorzufinden. Bevor wieder unsägliche Impfdebatten losgehen, hier eine Studie, auf die sich der Autor ggf. bezieht. Mitchell, E. A., et al., Immunisation and the sudden infant death syndrome. Arch. Dis. Child 73 (1995) 498-501. Es sind Risikofaktoren. Also kann man alles richtig machen und trotzdem schlägt das Schicksal gnadenlos zu.
#10 am 06.06.2017 von geneigter Leser (Gast)
  0
Impfen soll SIDS verhindern??? Wenn ich so im www schaue finde ich da einen Haufen anderer Meinungenwie z.B hier http://www.impfkritik.de/sids/ Kann jemand ne Studie posten? Danke für die Hilfe.
#9 am 06.06.2017 von Herr Sebastian Graf (Heilpraktiker)
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Co-sleeping hat sich in Studien als präventiver Faktor gezeigt..
#8 am 06.06.2017 von Anna Hunold (Studentin der Humanmedizin)
  2
Gast
Die Studie warum impfen gegen plötzlichen Kinnndstod helfen soll würde mich sehr interessieren.
#7 am 06.06.2017 von Gast
  5
Impfen hilft wohl jetzt auf einmal gegen alles?
#6 am 06.06.2017 von Mandy Gabsch- Höfer (Krankenschwester Psychiatrie)
  22
Gast
Ich habe als Berater bei GPS dies ist eine Initiative gegen den pl Säuglingstod viele Eltern und Großeltern und beraten. Die Schwierigkeiten mit liegen darin dass es so viele unterschiedliche Beratungen gibt und sich leider nicht alle an die vorgegeben Standards halten. Schaut euch einfach mal die sinkenden Zahlen an dann frag ich mich was soll an den Standards falsch sein?!?Ich würde es sehr begrüßen wenn alle Hebammen und Kinderärzte und an einem Strang ziehen würden sowie es unser Nachbarland die Niederlande tun. Dort sprechen die Zahlen an SIDS verstorben Kinder für die sich. Alles andere verwirrt nur die Eltern.
#5 am 06.06.2017 von Gast
  0
Sehr empfehlenswert das Buch des Psychoanalytikers Arno Gruen: "Der frühe Abschied -- eine Deutung des Plötzlichen Kindstodes" (1988), in dem Gruen vor allem die biosozialen Aspekte beleuchtet.
#4 am 06.06.2017 von Uwe Niese (Arzt)
  3
Gast
Wir haben alle bekannten Risikofaktoren beachtet und unser Sohn lag trotzdem tot im Bett. Einziger Riskofaktor: leichte Erkältung, plötzlich warmes Wetter
#3 am 06.06.2017 von Gast
  0
Gast
Hallo! Die Risikofaktoren kenne und verstehe ich. Als Ärztin und junge Mutter gehen mir darüber hinaus jedoch folgende Fragen durch den Kopf: In welchem Umfang wird das Risiko durch welche der Maßnahmen reduziert? Wenn man den Studien glaubt sehr wenig! Welche Kollateralschäden riskiert man, wenn man das Kind konsequent im Schlafsack in ein steriles, sicheres Bett legt, und ihm Kuscheln sowohl mit Eltern als auch Schnuffeltuch, Decke, Kuscheltier verwehrt? Ich persönlich bin nach intensiver Auseinandersetzung dazu übergegangen, meinem Baby das Schnuffeltuch zu lassen. Da wurde sein unruhiger Schlaf schon deutlich besser. Das eine oder andere Mal bei mir einschlafen war dann schließlich auch erlaubt - und hat allen sichtlich gut getan! Das im Promillebereich erhöhte Risiko für einen plötzlichen Kindstod (denn weder rauche ich, noch schlafe ich unter Drogeneinfluss mit meinem Kind im Bett) ist letztlich für mich dann doch deutlich akzeptabler als der Stress für das Kind.
#2 am 06.06.2017 von Gast
  2
Anja
Was glauben Sie denn, warum Stillen und Impfen gegen das SIDS schützt?
#1 am 06.06.2017 von Anja (Gast)
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