PR: DGE-BV 2017 in Berlin: Die Bedeutung der Adenomdetektionsrate

01.06.2017
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In seinem Vortrag ging Privatdozent Dr. Gschossmann auf die Bedeutung der ADR sowie die Möglichkeiten ihrer Verbesserung ein. Laut Gschossmann ist der Stellenwert des Darmkrebs-Screenings heutzutage völlig unbestritten, allerdings weist die ADR von 7,4 - 52,5 % eine große Spannbreite auf.

Obwohl die ADR der beste Einzelindikator für das Risiko eines Intervallkarzinoms ist1, sollte diese Spannbreite Anlass zur Diskussion geben. Zumal zwischen der Höhe der ADR und dem Risiko eines Kolonkarzinoms ein Zusammenhang besteht: Die Erhöhung der ADR um 1 % senkt das Risiko für ein Kolonkarzinom um ganze 3 %.2 Daher lohnt es sich, an der Verbesserung der ADR zu arbeiten. Allerdings könnten verschiedene Faktoren die Untersuchung beeinflussen. Dazu gehören vor allem die Erfahrung des Untersuchers, die Untersuchungszeit sowie der Untersuchungszeitpunkt, die Vorbereitung und die anatomischen Gegebenheiten.

In der Vergangenheit wurde gezeigt, dass sowohl eine geteilte Vorbereitung3, die Umlagerung der Patienten während der Durchführung4 und verschiedene technische Verfahren die Möglichkeit bieten, die ADR zu verbessern. Nachteile bei den technischen Verfahren stellen vor allem Methoden dar, die den Lichtbereich einschränken (z. B. Third Eye Retroskop, Kappen), ein spezielles System voraussetzen (z. B. Fuse System) oder keine Intubation des terminalen Ileum erlauben (EndoRing).

Als besonders vorteilhaft beschreibt er ENDOCUFF VISION®: Der kleine Plastikaufsatz stabilisiert das Endoskop mit seinen Ärmchen während der Untersuchung, ohne dabei das Sichtfeld einzuschränken. Aktuelle Studiendaten belegen eine signifikant verbesserte Polypendetektionsrate mit ENDOCUFF VISION® im Vergleich zu der Standardkoloskopie (55,4 % vs 38,4 % (p < 0,0001)).5 Zudem weist ENDOCUFF VISION® ein gutes Risiko-Profil auf. Zwar können beim Einsatz etwa leichte Schäden der Mukosa entstehen, allerdings blieben schwere Blutungen oder Perforationen aus.5

Mit dem Wunsch nach der Verbesserung der ADR bleibt jedoch die Problematik der Überdiagnose. Die Frage ist laut Gschossmann daher, ob es dem Patienten letztendlich wirklich hilft, wenn eine stetige Verbesserung der ADR angestrebt wird. Denn nicht jedes Adenom entwickelt sich letztendlich zu einem Karzinom. Welche ADR aber angestrebt werden sollte, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine zukünftige Definition unter Einbezug des jeweiligen Patientenkollektivs und der individuellen Krankheitsgeschichte ist notwendig.

 

Referenzen:
1. Kaminsky et al. NEJM 2010;362(19):1795-1803.
2. Corley et al. N Engl J Med 2014;370:1298-1306.
3. Radaelli et al. Gut 2017;66:270-277.
4. Ball et al. Gastrointest Endosc 2015;82(3):488-94.
5. Floer et al. PLoS One 2014;9(12):e114267.

 

DE/NOR/0417/0706

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 01.06.2017.

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