Diabetes in der Partnerschaft

23.05.2017
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"Sind deine Werte auch wirklich in Ordnung?" Wenn Menschen mit Diabetes mellitus in einer festen Beziehung leben, dann beeinflusst die Krankheit das Leben beider Partner. Häufig müssen Freiraum und Grenzen neu definiert und Wege gefunden werden, den Diabetes in den gemeinsamen Alltag zu integrieren.

 

Diabetes in der Partnerschaft: Kommunikation steht an erster Stelle

Jeder 13. Bundesbürger lebt mit Diabetes mellitus – Tendenz steigend. Bei rund 10% aller Fälle handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung (Typ-1-Diabetes), bei der das körpereigene Immunsystem die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse verhindert. In den meisten Fällen entsteht der Diabetes aufgrund einer Insulinresistenz (Typ-2-Diabetes), durch die das Hormon vom Körper nicht mehr richtig verarbeitet werden kann. In beiden Fällen ist es notwendig, die Diabetestherapie gewissenhaft durchzuführen, um eine gute Blutzuckereinstellung zu erreichen und dadurch Folgeerkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Nierenschwäche und Nerven- und Netzhautschäden vorzubeugen. Obgleich die Diabetestherapie heute sehr weit fortgeschritten ist und neueste Behandlungsmethoden Betroffenen den Alltag erheblich erleichtern, bleibt der Diabetes ein Belastungsfaktor, der in einer Beziehung nicht unterschätzt werden darf. Aus diesem Grund steht Kommunikation an erster Stelle für alle betroffenen Paare.

Ganz gleich, ob es sich um die Angst vor Folgeerkrankungen, schlechte Stimmung aufgrund von Unterzucker oder grundsätzlich um Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags handelt: Der Partner bzw. die Partnerin muss von diesen Problemen erfahren. Der Ratgeber zu Diabetes und Partnerschaft warnt außerdem davor, den Partner auf seinen Diabetes zu reduzieren. Stattdessen sollte offen über Freiräume und Grenzen im Umgang mit der Erkrankung gesprochen werden. Eine sehr gute Möglichkeit, dem Partner den Umgang mit dem eigenen Diabetes zu erleichtern, ist es z.B., ihn mit auf entsprechende Schulungen mitzunehmen. Dort können in einem fachkundigen Rahmen auch Tabuthemen wie Sexualität und Kinderwunsch bei Diabetes angesprochen werden.

Feste Regeln erleichtern den Alltag

Diabetes mellitus kann zwar eine Belastung für die Beziehung sein, aber umgekehrt kann eine stabile Partnerschaft auch eine enorme Entlastung für die Betroffenen darstellen. Dies gilt insbesondere in kritischen Momenten: Da die Unterzuckerung (Hypoglykämie) vor allem für Menschen mit Typ-1-Diabetes ernsthafte gesundheitliche Folgen bis hin zu Bewusstseinsstörungen und Bewusstlosigkeit haben kann, ist hier der Partner gefragt. Häufig merken Nicht-Betroffene aufgrund von Anzeichen wie schlechter Laune, Schwindel oder Zittern nämlich schneller als der Betroffene selbst, dass etwas nicht stimmt. Idealerweise existieren für solche Fälle Vereinbarungen zwischen den Partnern, wie mit dieser Situation umzugehen ist (z.B. sollte der Partner immer eine Notfallration schnell wirkende Kohlenhydrate und Traubenzucker zur Hand haben).

Natürlich gibt es einige Lebensbereiche, die durch den Diabetes zunächst auf den Kopf gestellt werden und in denen sich beide Partner mit gewissen Veränderungen bzw. bestimmten Einschränkungen arrangieren sollten. Neben dem Essverhalten, das im Zuge der Diabetestherapie häufig   Veränderungen erfährt, die der Partner idealerweise mitmachen sollte, ist die Sexualität der wichtigste dieser Lebensbereiche.

Diabetes in der Partnerschaft: Wie verändert sich die Sexualität?

Grundsätzlich müssen sich Sexualität und Sexualverhalten durch den Diabetes nicht verändern. Falls dies jedoch eintritt, gibt es immer Mittel und Wege, damit umzugehen. Neben der seelischen und psychischen Belastung, die der Diabetes häufig darstellt und die selbstverständlich Einfluss auf die Sexualität eines Paares haben kann, können sowohl die Erkrankung als auch die Therapiemaßnahmen körperliche Folgen haben, die zu Lasten der Sexualität gehen. Diese sehen, je nachdem, ob der Mann oder die Frau betroffen ist, unterschiedlich aus: Während bei Männern infolge von diabetesbedingten Durchblutungsstörungen bzw. blutdrucksenkenden Medikamenten häufig Erektionsprobleme auftreten, kommt es bei vielen Frauen zu einer Verringerung der Libido durch (u.a. diabetesbedingte) Hormonschwankungen.

Obgleich eine optimale Blutzuckereinstellung vielen dieser Schwierigkeiten entgegenwirkt und die Beeinträchtigung der Sexualität durch eine gewissenhaft ausgeführte Diabetestherapie auf ein Minimum reduziert werden kann, hilft es vielen Paaren, zusätzlich eine Gesprächstherapie zu beginnen und offen und ehrlich mit dem Diabetologen ihres Vertrauens über diese Problematiken sprechen zu können.

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Bildquelle: © karenwarfel – pixabay.com

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 01.06.2017.

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