Blutwerte verstehen und richtig deuten

18.05.2017
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Einmal im Jahr sollte man sein Blut untersuchen lassen, denn eine solche Blutuntersuchung ist so etwas wie ein Frühwarnsystem für Krankheiten. Der Arzt kann ein kleines oder ein großes Blutbild anordnen und anhand dieser Blutbilder erkennen, ob die Werte in einem normalen Bereich liegen oder erhöht sind, was auf eine Krankheit hindeutet. Die Blutwerte verstehen ist für einen Laien kaum möglich und den meisten Ärzten fehlt die Zeit, dem Patienten die einzelnen Werte zu erklären. Viele Patienten wollen aber ihre Blutwerte verstehen und nicht einfach nur ein Medikament einnehmen, das der Arzt aufgrund der Werte verschreibt.

Die Bestandteile des Blutbilds

Wer die Blutwerte verstehen möchte, der sollte zunächst den Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen Blutbild kennen. Während bei einem kleinen Blutbild nur die Konzentration der unterschiedlichen Blutzellen innerhalb des Körpers dargestellt werden, verfügt ein großes Blutbild auch über ein sogenanntes Differenzialblutbild, es geht also mehr ins Detail. Grundsätzlich besteht ein Blutbild aus LDL, HDL und CRP. Der LDL-Wert bezeichnet die Fett-Eiweiß-Verbindung und trägt auch den Beinamen böses Cholesterin. Wer einen hohen LDL-Wert hat, der gilt als Risikopatient für Herz- und Kreislauferkrankungen. HDL beschreibt das gute Cholesterin, und wenn dieser Wert niedrig ist, dann ist keine Behandlung notwendig. CRP ist ein körpereigenes Eiweiß, das den Zustand des Immunsystems darstellt und an diesem Wert kann der Arzt ablesen, ob es Infektionen oder Gewebeschäden im Körper gibt.

Blutwerte verstehen – das kleine Blutbild

Die folgende Übersicht zeigt die Abkürzungen und ihre Bedeutung bei einem kleinen Blutbild:

Die gemessenen Werte können viel über die Gesundheit eines Menschen aussagen und anhand des kleinen Blutbilds kann der Arzt erkennen, ob ein großes Blutbild gemacht werden muss oder nicht.

Die Werte im Einzelnen

Ein zu hoher oder zu niedriger Wert muss nicht zwangsläufig auf eine Krankheit hindeuten, aber es sollte trotzdem nach den Ursachen geforscht werden.

Die Anzahl der Erythrozyten sollte bei Frauen zwischen 4,3 und 5,2 und bei Männern zwischen 4,8 und 5,9 Millionen liegen. Ist der Wert zu hoch, dann deutet das auf einen Sauerstoffmangel hin. Ist der Wert zu niedrig, kann das auf Blutarmut, auf einen Mangel an Eisen, Vitaminen oder Folsäure hindeuten, auch Nierenschäden oder Infektionen sind möglich.

Gesunde Menschen haben einen Wert zwischen 4000 und 10.000 Leukozyten. Ist der Wert höher, dann deutet das auf eine akute Infektion, eine Allergie, einen Schock oder eine Vergiftung hin. Eine Überfunktion der Milz, eine Schädigung des Knochenmarks oder eine Virusinfektion wären mögliche Ursachen für einen zu niedrigen Wert.

Die Blutwerte verstehen, schließt auch den Thrombozyten-Wert mit ein. Normal wäre ein Wert zwischen 150.000 und 400.000, bei Verletzungen mit hohem Blutverlust ist der Wert höher, ist er zu niedrig, dann kann zu viel Alkohol eine Ursache sein, aber auch Blutarmut und ein Vitamin B-12-Mangel kommen als Auslöser infrage.

Bei einem Schlaganfall ist der Hämoglobin-Wert zu hoch, der normalerweise zwischen 14 und 18 bei Männern sowie zwischen 12 und 16 bei Frauen sein sollte. Möglich bei einem hohen Wert ist auch ein Gehirntumor oder ein zu hoher Verlust an Flüssigkeit. Bei einem zu niedrigen Wert kann es sich um eine Nierenerkrankung, eine Entzündung von Magen oder Darm sowie um Eisenmangel handeln.

Wer die Blutwerte verstehen will, der muss auch auf den Hämatokrit achten, der bei Männer zwischen 40 und 52 % und bei Frauen zwischen 37 und 45 % liegt. Ist er zu niedrig, dann kann Blutarmut vorliegen, ist er zu hoch, dann kann das auf einen Herzinfarkt oder Diabetes hindeuten.

Bildquelle: © Depositphotos.com - Foto von fotoquique

Artikel letztmalig aktualisiert am 18.05.2017.

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Medizin, Allgemeinmedizin
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