Schwere zu pflegen, ist schwer

16.05.2017
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Dicke Menschen sind bei Pflegenden unbeliebt. Weil es körperlich verdammt anstrengend ist, sie zu versorgen. Manche Pflegekraft hat sich schon auf diese Weise die eigene Gesundheit ruiniert. Sind übergewichtige Menschen nicht doch auch selbst an ihrem Schicksal schuld?

Auf Station geht’s mal wieder zu wie im Taubenschlag. Eine ganze Reihe von Patienten werden heute entlassen und sitzen in Begleitung ihrer Angehörigen unruhig auf den Stühlchen vorm Schwesternzimmer und warten auf den Entlassbrief. Herr Schulze will unbedingt jetzt einen Arzt sprechen, weil ihm gerade jetzt irgendwas eingefallen ist, obwohl sein Anliegen eigentlich weder neu noch dringend ist und im Prinzip bis zur Visite warten könnte, aber dann hat Herr Schulze keine Zeit, weil er grundsätzlich immer zum Rauchen auf den Balkon geht, wenn Visite ist.

Die Notaufnahme hat zwei neue Patienten raufgeschickt, damit uns nicht langweilig wird und dann erscheinen vier Rettungsdienstler in der Aufzugstür. Mit dabei haben sie eine Trage im XXL-Format.

Herr Omelowski thront uns strahlt

„Wo isser?‟, fragt einer von ihnen knapp, als sie das Schwesternzimmer passieren.

Marvin deutet den Gang hinunter.

„Zimmer vierzehn!‟, und dann grinst er sein fiesestes Grinsen. „Habt ihr ein Glück, dass der Aufzug heute nicht kaputt ist!‟

Ich hätte schwören können, dass die Geste, die der Rettungsdienstler da in Marvins Richtung gemacht hat, einen Sekundenbruchteil lang wie ein Stinkefinger aussah, aber gesehen hab ich natürlich nichts.

Ein paar Minuten später sind sie wieder zurück. Und auf der Trage thront Herr Omelowski. Er sitzt da wie ein glücklicher Buddha, lächelt und strahlt in alle Richtungen und winkt wie die Queen beim Staatsbesuch.

Marvin übergibt den Rettungsdienstlern ein Kuvert und führt die Hand salutierend zur Stirn. „Abmarsch, Kollegen!‟

Monatelang saß Herr O. im Bett

Jenny schaut der Prozession kopfschüttelnd hinterher. „Wie kann man bloß so dick sein!‟, sagt sie, als die Aufzugstüren sich hinter ihnen geschlossen haben.

„Das geht ganz einfach,‟ sagt Marvin, „du musst nur genug futtern!‟

„ ... und sich keinen Schritt bewegen!‟, fügt Schwester Paula hinzu.

Das ist richtig. Als er zu uns kam, konnte Herr Omelowski nicht mehr gehen. Die letzten Monate zu Hause hatte er ausschließlich im Bett verbracht. Bevor er zu uns kam, musste die Feuerwehr ihn mit der Drehleiter aus dem Fenster hieven. Wie viel er genau wiegt, wissen wir nicht, denn unsere Waagen hören bei 150 Kilogramm auf und Herr Omelowski wiegt mehr. Streng genommen wären selbst unsere Betten nicht mehr zugelassen für sein Gewicht.

„Endlich ist er weg!‟, sagt Jenny, „ihr könnt nicht glauben, wie froh ich bin!‟

„Hey, sei doch nicht so böse zu ihm‟, entgegnet Sarah, „der kann doch nichts dafür, dass er so dick ist!‟

Die Pfleger haben schon Rückenprobleme

Jenny verzieht das Gesicht und seufzt. „Natürlich kann er das. Ich verstehe nicht, wie ein Mensch sich so gehen lassen kann!‟

„Ist das nicht allein sein Problem?‟

Jenny schüttelt den Kopf. „Nein, es ist auch mein Problem. Ich muss seine 150 Kilo bewegen, wenn er zur Toilette muss! Ich komme mir jedes Mal vor, als ob ich ein Walross durch die Gegend wuchte! Einen Tag länger und mein Rücken hätte den Dienst quittiert!‟

„Die Andrea hat sich schon seit zwei Wochen krank gemeldet,‟ fügt Marvin hinzu. „Die hat sich bei ihm verhoben, gleich am ersten Tag!‟

Dazu muss man allerdings wissen, dass Andrea allein in diesem Quartal schon mehr Fehltage angesammelt hat als Kalle, Sarah und ich zusammengenommen in den letzten zwei Jahren. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass die Pflege von Herrn Omelowski Schwerstarbeit war.

Ein Glas Nutella zum Frühstück

„Hey, der Mann ist doch krank!‟, wirft Sarah ein.

Das stimmt. Herr Omelowski verfügt über eine höchst eindrucksvolle Sammlung von Diagnosen. Irgendwie hängt alles mit allem zusammen und ist letztendlich auf das Gewicht zurückzuführen: So gut wie alle Gelenke schmerzen, der Rücken natürlich auch, Herz und Kreislauf sind beeinträchtig und selbstverständlich ist Herr Omelowski Diabetiker, was wiederum Einfluss auf Nieren, Augen und Nervensystem hat. Trotzdem ist er die Fröhlichkeit in Person.

„Wisst ihr, was der zum Frühstück trinkt?‟, fragt Jenny und gibt gleich die Antwort: „Er nimmt ein Glas Nutella, macht es in der Mikrowelle heiß und trinkt es aus!‟

Sarah schüttelt sich. „Na, wenn’s ihm schmeckt ...‟

„Was er mit sich selbst macht, ist seine Sache!‟, schimpft Jenny, „aber er hat kein Recht, auch uns ins Grab zu bringen!‟

„Trotzdem hat auch er ein Recht auf eine anständige medizinische Versorgung!‟, fügt Kalle hinzu und verlässt den Raum.

 

Bildquelle: dreamingofariz, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 17.05.2017.

37 Wertungen (4.27 ø)
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Gast
Aber vllt. doch noch eine allgemein-menschliche Anmerkung: Jemand mit einer Adipositas per magna, der sich zu allem auch noch sehr unhöflich und nachgerade böse gegenüber dem med. Personal verhält, ist natürlich "schwerer" zu ertragen, als ein freundlicher und netter Zeitgenosse. Beide Typen von Patient habe ich schon erlebt. Und gerne gebe ich zu, daß ich mitunter mit allen meinen Klischees und negativen Emotionen einem fettsüchtigem Menschen gegenübertrat, der sich als sehr sympathisch erwies und mich beschämt zurücklies, weil ich derart schlecht über ihn gedacht hatte.
#45 vor 2 Stunden von Gast
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Gast
@ #47: Interessante Studien. Es handelt sich um die Nennung von Risikofaktoren, welche im Wesentlichen einen Endpunkt haben: Die Menschen essen mehr als sie (ver)brauchen, um normalgewichtig sein zu können. Man kann ein bestimmtes Gen, eine bestimmte Mikroflora oder sonstwas haben, was aber nicht heißt, dass man zwangsläufig deswegen adipös werden muss. Vielmehr bedeutsam ist, dass man trotz dieser Risikofaktoren Normalgewicht erreichen bzw. halten kann, wenn man sein Verhalten entsprechend anpasst; ggf. bis hin zum lückenlosen Bilanzieren der Nahrungszufuhr. In dem Zusammenhang bin ich auf ein interessanter Ernährungskonzept bei Patienten, die das Prader-Willi-Syndrom haben (diese Patienten haben kein Sättigungsgefühl und neigen infolgedessen sehr stark zu morbider Adipositas) gestoßen: https://fettlogik.wordpress.com/2016/05/09/interview-prader-willi-ich-war-immer-der-meinung-dass-sowas-einfach-in-der-familie-liegt-und-man-nichts-gegen-sein-uebergewicht-tun-kann/
#44 vor 3 Tagen von Gast
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Gast
Für diejenigen, denen es um die Ursachen von Adipositas geht und nicht darum, Menschen aufgrund ihres Aussehens, Ihrer Diagnose oder ihres Berufes anzugreifen www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4644874/ www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2955913/ www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4517116/
#43 vor 3 Tagen von Gast
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Es ist immer wieder erstaunlich, wie hier in den Beiträgen der ganz normale Wahnsinn abgeht: Ein Hauen und Stechen .. ein Diffamieren und Anpöbeln.. Trolls allgegenwärtig! Traurig nur, dass so oft dann der faire Umgang unter den Diskutanten und ein gegenseitiger Respekt auf der Strecke bleiben. Bin ich zu naiv zu glauben, in offen-aufgeschlossener Diskussion gemeinsam Lösungsvorschläge zu dem Eingangsproblem zu suchen?
#42 vor 4 Tagen von Dr. med. Richard Meiers (Arzt)
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Gast
#40: Selbstwirksamkeit ist eine feine Sache. Wie schön, dass Sie sich damit befassen! :)
#41 vor 5 Tagen von Gast
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Gast
#35 Noch ein armer, überforderter Arzt. Allmählich überkommt mich ein starkes Mitgefühl für diese endangered species.
#40 vor 5 Tagen von Gast
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Tja, ein interessanter Denkanstoß! Haben wir nicht nur die Verantwortung für uns selber, sondern auch anderen gegenüber, wenn es um das Thema Pflege geht? Ist es sozusagen unsere moralische Pflicht, auf uns zu achten, damit wir dem Pflegepersonal im Notfall nicht die Knochen ruinieren? Und wie bringen Ärzte das rüber? Als angehender Tierarzt hab ich ähnliche Probleme, allerdings wesentlich niedrigere moralische Hürden in der Kommunikation. Im äussersten Notfall kann ich auf das Tierschutzgesetz verweisen, aber was macht ein Humanmediziner?
#39 vor 5 Tagen von Alexandra Müller (Studentin der Tiermedizin)
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Gast
#37 Und da man von den Ärzten nicht mehr allzuviel erwarten kann ,müssen wir (die nicht Mediziner) uns Alles selbst an medizinischen Kenntnissen beibringen. Traurig genug ,aber machbar .
#38 vor 5 Tagen von Gast
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Ich bin froh in Deutschland zu leben, da wir eine Meinungsfreiheit haben. Es wäre aber schön, wenn diese Meinungsfreiheit sich hier immer nur auf den Sachverhalt bezieht. Ich find es immer wieder erstaunlich, wie manche " Gäste" meinen, sie könnten von einer Meinung zum Sachverhalt auf den Menschen hinter dem Kommentarschließen. An den Admin: nicht med. Berufe und Defamierer sollten bitte ausgeschlossen werden. Dies ist keine Plattform um Stimmung zu machen, sondern eine Plattform für med. Fachpersonal zum Austausch der Meinung.
#37 vor 5 Tagen von Dorothee Urbanke (Ärztin)
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Hmmm, was denkt man nach solchen Tiraden im Kommentar? - Getroffene Hunde bellen :-)
#36 vor 5 Tagen von Gisela Jetter-Richter (Heilpraktikerin)
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Arzt
An 33, Streiken Sie bitte, streiken Sie!!!!!
#35 vor 5 Tagen von Arzt (Gast)
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Gast
An Urbanke: Sie sind offensichtlich völlig überfordert mit Ihrem Arzt-Dasein. Im Interesse Aller armen unschuldigen Seelen wechseln Sie bitte, Bitte Ihr Tätigkeitsfeld. Danke!!!
#34 vor 6 Tagen von Gast
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Gast
Und was sind die Krankenhäuser heutzutage? Eine seelenlose, Geisteskranke Menschen-Abfertigungs-Fabrik, so eine Fallpauschale eben. Wir, hilflosen Patienten streiken jetzt auch ,für eine humanere menschenachtende Medizin . Wenn es uns Patienten nämlich nicht mehr gibt, tja dann müsst ihr Euch etwas anderes lukratives suchen. Viel Spaß
#33 vor 6 Tagen von Gast
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Gast
Und es gibt leider genügend Ärzte, die diesen Beruf nur wegen der guten Verdienstmöglichkeiten gewählt haben. Für mich sind das ganz armselige, sadistische Kreaturen
#32 vor 6 Tagen von Gast
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Gast
Es gibt nun mal auch unter Ärzten Empathielose Klötze ,auf die kann ich liebend gerne verzichten
#31 vor 6 Tagen von Gast
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Gast
#26 Und Sie haben Null Ahnung von Borderline Erkrankten, also unterlassen Sie gefälligst irgendwelche haltlosen Unterstellungen .
#30 vor 6 Tagen von Gast
  3
Gast
Auf jeden Fall möchte ich so eine Ärztin wie Frau Urbanke nicht als behandelnden Arzt haben, bei der würde ich Schreiattacken bekommen und Mordfantasien.
#29 vor 6 Tagen von Gast
  3
Gast
Mein Herz schlägt eben für die Schwächsten, Unterprivilegierten und Alles was sonst so aus der Norm fällt und das ist jetzt herzlos, oder wie soll ich das verstehen.
#28 vor 6 Tagen von Gast
  1
Gast
Meine Meinung über Frau Urbanke hat nichts mit meiner Borderline Erkrankung zutun. Zugegebenermaßen bin ich kein großer Menschenfreund, wenn man die Menschen kennt, liebt man die Tiere. Komischerweise fragen mich etliche Menschen um psychologische Hilfe , wahrscheinlich weil ich so ein herzloser Mensch bin.
#27 vor 6 Tagen von Gast
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Ärztin
Gast 27+23 (vermutlich die gleiche Person...): auch Ihnen fehlt es offenbar ganz gewaltig an Geist, Seele und Herzenswärme! Sonst würden Sie diese bösartigen persönlichen Angriffe gegen Frau Urbanke unterlassen! Ja, ich weiß Sie können nichts dafür weil Sie an einer Borderline-Störung leiden, ihre allgegenwärtige Generalausrede für gemeines Benehmen und haltlose Anschuldigungen. Ja, es gibt durchaus krankhafte Adipositas. Man darf über diese Leute nicht urteilen. Aber mit den von Frau Urbanke angeführten Problemen bei der Behandlung hat sie völlig Recht. Und auch jemand der für sein Übergewicht nichts kann macht es sich zu einfach wenn er aufgibt und jegliche Eigenverantwortung von sich weist. Dieses Verhalten liegt aber oft einer begleitenden Depression zugrunde für die man den Patienten ebenfalls nicht verurteilen darf, sondern die man auch adäquat behandeln muss.
#26 vor 6 Tagen von Ärztin (Gast)
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Gast
#10 Der Mensch besteht nicht nur aus Körper ,sondern ,und was wesentlich wichtiger ist ,aus Geist, Seele und Herzenswärme. Anscheinend fehlt es Ihnen enorm ,an diesen Charaktereigenschaften .
#25 vor 6 Tagen von Gast
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Gast
Also auf meiner Station (als Pfleger) gibt es eigentlich keine größeren Probleme für adipöse Patienten. Insbesondere, wenn man "nur" 150kg wiegt und vielleicht ein bisschen mithelfen kann. Wenn man außergewöhnlich schwer ist, kann es halt mal sein, dass man etwas länger warten muss, weil eben erst mehrere Pfleger zusammengetrommelt werden müssen bis man dreht, etc. - das ist aber nun mal nicht böswillig sondern nicht anders möglich...
#24 vor 6 Tagen von Gast
  0
Gast
Mein verstorbener Freund war Allgemeinmediziner ,und hat 150 kg gewogen . Er war ein toller, emphatischer Hausarzt, der sich für seine Patienten schon fast aufgeopfert hat. Ein Arzt mit Herz und Seele und aus Berufung. Leider konnte er nicht NEIN sagen ,und hat so manchen Ärger im wahrsten Sinnes des Wortes in sich hinein gefressen. Letztendlich ist er mit nur 66 Jahren an den Folgeerkrankungen seines Übergewichtes verstorben. Seine Patienten haben ihn Alle geliebt und er wird immer in unserem Herzen sein.
#23 vor 6 Tagen von Gast
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Ärztin
Von wegen "wo ein Wille da ein Weg". Ab einem gewissen Gewicht steigt die Gesamtmortalität und das Risiko für Komplikationen ins unermessliche. Und das liegt nicht daran dass man sich nicht genug Mühe gibt. Es liegt daran dass der Körper einfach an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt. Besonders die Vergleiche unserer Kollegen der Veterinärmedizin sind fachlich völlig falsch und irritieren mich gerade sehr. Ein GESUNDES Pferd kann/darf/soll 600kg wiegen weil sein ganzer Körper an dieses Gewicht angepasst ist, aber stellen Sie sich doch bitte einmal vor das arme Tier würde das 3-,4- oder 5-fache des normalen Gewichts erreichen, es würde elendig eingehen wie ein Wal auf dem Festland. Der beste Tierarzt könnte irgendwann nicht mehr verhindern dass seine Beine unter ihm nachgeben, seine Wirbelsäule verschleißt, es nicht mehr richtig atmen kann, keine OP-Wunde würde mehr richtig heilen u.v.m. Jetzt können Sie sich vielleicht vorstellen was unsere armen Adipostitas p.m.-Pat. durchmachen.
#22 vor 6 Tagen von Ärztin (Gast)
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Gast
#10 Mit dieser Aussage sollten Sie sich schämen. Na ja, wie in jeder Berufsgruppe gibt es schwarze Schafe
#21 vor 6 Tagen von Gast
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Wie wäre es mit besseren Kenntnissen bei Unterstützung von Menschen? z.B. Kinaesthetics!
#20 vor 6 Tagen von Rolf Hertes (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Gast
ad #7: Das mit dem Tisch habe ich auch schon gehört, wir haben den amerikanischen bis 200 kg (die ich ihm aber nicht zumuten möchte). Trotzdem brauche ich für die Planung CT-Querschnitte, wo der Mesch ganz drauf ist, und da wirds dann schwierig. Den kollegen von der Diagnositik reicht es ja, wenn sie das Innere sehen können.
#19 vor 6 Tagen von Gast
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KH-Arzt / Chirurgie
Bunte Bandbreite der "Begegnungen" in unserem Beruf, bei der es DEN Idealpatienten nun mal nicht gibt, ebenso wenig wie DEN Ideal-Arzt/PflegerIn. Aber die hier angesprochenen Probleme sollten klar getrennt werden: Einerseits der Patient gleich welcher physischen Ausprägung, der vorurteilsfrei (!) zu behandeln ist... zum anderen Entwicklung, Anschaffung (!) und Anwendung geeigneter Hilfsmittel wie z.B. Hebevorrichtungen oder Rollbretter.
#18 vor 6 Tagen von KH-Arzt / Chirurgie (Gast)
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Frau Urbanke 10, ich habe mit Neuroleptika 60 Kilo zugenommen. Da ich aber laut Ihnen "meinen Köroper nicht mit Respekt behandle", darf ich auch keine gute medizinische Versorgung erwarten.? Bin ich froh, dass ich nicht ihre Patientin bin! Meine Ärzte bemühen sich nämlich um die bestmöglichste Versorgung, trotz Adipositas und Psychose. Jeder dicke Mensch hat eine Geschichte, vielleicht ist er auch Binge Eater oder hat eine sonstige Essstörung? Bekommt er denn Hilfe von Ihnen ? Ich möchte freilich auch nicht , dass sich jemand wegen mir den Rücken kaputt macht. Dennoch ist es illusorisch, in dem Moment mal eben abzunehmen. In der Tat wäre ich für die Anschaffung von Pflegeroboter, die den Part des Anhebens übernehmen . Das wäre für alle besser; nicht nur bei Dicken, ich stelle es mir auch gesundheitsschädlich vor, zwanzigmal am Tag einen 80_kilo- Mann zu heben.
#17 vor 7 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Nach 45 Jahren in der Praxis, davon 35 Jahren in der Großtierpraxis mit Pferden, Rindern und Schafen , melden sich immer noch täglich die Schmerz-Opern meines Rückens obwohl die Neurokirurgen drei mal mit ihren Dirigentenstäben behaupteten das " danach alles gut werden sollte ". Die Patienten , sei es der übergewichtige Mensch oder das Pferd von 600 Kilo , kann man nur dann helfen wenn die richtigen Techniken angewendet werden ,- denkt man ! Weder der übergewichtige Mensch noch das schwerste Tier, egal welcher Gattung ,sei leider nicht mit Griffen zur Welt gekommen . Daher müssen für die Pflegeberufe Hebevorrichtungen konstruiert werden die für solchen Bedarf nötig sei , konstruiert werden . Für meinen Beruf finde ich derzeit keine andere Lösung als weiterhin die Gesundheit zu opfern bei einer Torsio Uteri , Embryotomie , Lagekorrektur bei der Geburt oder bei Pferden die urplötzlich mit der Gewalt eines einzelnen Hufes als Begrüßungsrede die Konsultation einleitet .
#16 vor 7 Tagen von Dr. med.vet. Öistein Gaarden (Tierarzt)
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KH-Arzt
Natürlich weiß der aufgeklärte Mensch, dass Rauchen , Alkohol, Drogenabusus und Adipositas der Gesundheit wie Lebenserwartung abträglich sind und die Kosten unseres Gesundheitssystem in die Höhe treiben. Dennoch denke ich, wir sollten uns diesen Patienten im KH-Alltag ohne Vorurteile nähern und versuchen das Problem ausschließlich pragmatisch zu lösen. Außerdem könnte dabei ein produktiver (interdisziplinärer) Teamgeist gefördert werden.
#15 vor 7 Tagen von KH-Arzt (Gast)
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Gast
Das ist ein Aspekt vom ärztlichen Beruf, was mich immer noch,nach Jahren Erfahrung, schwer belastet - ich muss gute Miene zu solchen verantwortungslosen Patienten machen, die sich selber gesundheitlich zugrunde gerichtet haben. Und haben auch noch Ansprüche und Erwartungen, machen allerdings genauso wie früher weiter. WTF?!
#14 vor 7 Tagen von Gast
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Gast
Also generell bin ich auch hilfsbereit, aber ich erwarte grundsaetzlich so viel Eigenleistung wie moeglich... und ein Glas Nutella zum Fruehstueck (o. ae.) ist als Vorsatz zu werten und zwar in die entgegengesetzte Richtung. Vielleicht macht er das aus Einsamkeit und so hat er immer jemanden, der sich mit ihm beschaeftigt. Da braeuchte man sensible Aerzte mit mehr Zeit fuer Gespraeche...
#13 vor 7 Tagen von Gast
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Gast
Wo ein Wille ist, ist sicher auch ein Weg ... und der dauert....Und man hat ja nicht nur einen solchen Patienten im Tagesablauf. Das Tagesprogramm ist aber randvoll, Minimum Zeit für Maximum Patientenzahl eingeteilt. Brauche ich nicht weiter die Problematik erörtern, oder?
#12 vor 7 Tagen von Gast
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Wo ein Wille, da ein Umweg ! Denken sie mal daran, in welchen Gewichtsklassen sich Patienten der Veterinärmedizin (Pferde, Rinder) bewegen
#11 vor 7 Tagen von Dr. Hermann Grötschel (Tierarzt)
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Es gibt keine "anständige" medizinische Versorgung ab einem gewissen BMI. Das fängt z.B. bei der Blutentnahme an, ein Zugang legen wird für die Beteiligten zur Qual und an einen ZVK ist schon gar nicht zu denken. Die Bildgebung ist wie schon erwähnt nicht möglich usw. Jeder muss für sich Verantwortung übernehmen, dazu gehört auch den eigenen Körper Wert zu schätzen und " in Schuß" zu halten. Sich mit Essen voll zu stopfen als Ersatzbefriedigung ist genauso schädlich, wie z.B. mit COPD weiter zu rauchen. Und am Ende steht die Erwartung die Beste medizinische Versorgung zu bekommen.... Kann meiner Meinung nach auch nicht ganz Sinnvoll sein...wer seinen Körper nicht mit Respekt behandelt, sollte seine Erwartungen hinsichtlich der Versorgung auch genauso niedrig halten!
#10 vor 7 Tagen von Dorothee Urbanke (Ärztin)
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Gast
es gibt ja auch - Prämien von der Kasse- u. Magenverkleinerung od - 200 ml Wasser nach dem Aufstehen trinken od Wasser zum Essen trinken erhöht das Sättigungsgefühl - oder langsam essen u. gut kauen damit auch die Speichelsekrete gut wirken. --
#9 vor 7 Tagen von Gast
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Gast
Dafür wären medizinische Roboter sehr hilfreich
#8 vor 7 Tagen von Gast
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Gast
Mächtig gewaltig... Ich habe in meinem Orchideenfach Strahlentherapie immerhin den Vorteil, daß bei genügend Personal und mit einem Rollbret noch jeder Patient auf den Tisch gekommen ist. Allerdings habe ich es auch schon erlebt, daß uns Patienten zugewiesen wurden, weil in der Heimatabteilung der Tisch "schon" bei 120 kg schlapp gemacht hat (unserer leider? nicht). Ansonsten ist es natürlich etwas anderes als im Pflegebereich, aber doch sehr gemeinschaftsstiftend, wenn ein zwei MTRA, ein Physiker, der Chefarzt und der Assi wahlweise ziehen oder schieben!
#7 vor 7 Tagen von Gast
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Hebehilfen? Die versagen ab 120 kg.... Und die schaffe ich auch noch... trotz 4 Bandscheibenvorfällen. Die Anspruchshaltung ist auch ein großes Problem. Eine 180 kg Patientin (auf 1.60 m) war irritiert, dass niemand ein Eckchen fand, um sie überhaupt anzufassen, geschweige denn, zu bewegen. "ja, Ok, ich bin ein bisschen moppelig" Juhuuu... dann bin ich magersüchtig! Davon habe ich immer geträumt! Der Tag war gerettet! :-)
#6 vor 7 Tagen von Katja Bartsch (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Gast
Ich bin nicht übergewichtig, mir tun Pflegekräfte, die überlastest sind leid, aber Übergewicht ist eine Erkrankung wie andere auch und die Patienten haben Respekt verdient. Hebehilfen wären vernünftiger, auch weil soviel Personal eingespart wird, was ich sehr traurig finde.
#5 vor 7 Tagen von Gast
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Gast
Wenn die Gesellschaft die Pflicht hat zu helfen, hat der Einzelne eben auch die Pflicht diese Hilfe möglich zu machen. Er kann dann eben nicht leben wie er will und machen was ihm gerade Spaß macht. Das könnte er nur dann tun, wenn er alleine für sich auf einer einsamen Insel leben würde.
#4 vor 7 Tagen von Gast
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Ärztin
@ Ben: Da haben Sie vollkommen Recht, leider muss man ehrlicherweise hinzufügen dass eine anständige medizinische Versorgung gelegentlich auch eine Operation oder Untersuchung mit Vollnarkose oder schlimmer noch Kurznarkose beinhaltet. Ab einem gewissen Gewicht steigt das Risiko für Narkose und OP dramatisch an bis zu dem Punkt an dem ein einfacher aber vielleicht nicht ganz unwichtiger Eingriff kaum mehr zu verantworten ist. Davon dass eine anständige Bildgebung irgendwann völlig unmöglich ist und man seinen Patienten dann entweder blind behandeln oder in ein Fachzentrum oder die Tierklinik bringen muss will ich gar nicht erst anfangen. Manchmal ist eine anständige Behandlung dann beim besten Willen nicht mehr möglich.
#3 vor 7 Tagen von Ärztin (Gast)
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Ben
„Trotzdem hat auch er ein Recht auf eine anständige medizinische Versorgung!‟ Dem ist nichts hinzuzufügen
#2 vor 7 Tagen von Ben (Gast)
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Gast
Ich, als Pflegekraft, habe in den letzten fünf Jahren vierzig (!!!) Kilo an Gewicht zugelegt. Ich habe meinen Zigarettenkonsum von 60 St/Tg. schlagartig auf 0/Tg. runtergefahren (heißt, ich habe aufgehört), damit fing das Elend an. Mir schmeckte das Essen besser als vorher, und dann kamen die Wechseljahre hinzu. Nun kämpfe ich jeden Tag, will das Gewicht wieder loswerden und sehe doch erst mal zu, nicht noch mehr zuzunehmen! Ich weiß also, wie verdammt schnell man in diesen Teufelskreis gerät!
#1 vor 7 Tagen von Gast
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Schwester Paula weint.
 Das hat’s noch nie gegeben: Sonst führt Schwester Paula selbstbewusst und aufrecht das mehr...
Kreidebleich sitzt er auf der Kante der Liege in der Notaufnahme und starrt sein Gegenüber ungläubig an. „Aber mehr...
Jason hat schlechte Laune. Unablässig stapft er auf dem Raucherbalkon auf und ab und rollt dabei mit den Augen wie mehr...

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