Zecken sind kitzelig am Po

11.05.2017
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Nur um eins gleich mal klarzustellen, ich habe größten Respekt vor ihnen. Nach einem Atomkrieg sind wahrscheinlich die einzigen Überlebenden Ratten und Zecken. Letztere können jahrelang im Wasser überleben, weshalb Ertränken keine endgültige Lösung ist. Klo runterspülen ist dabei eingeschlossen.

Seitdem ich das weiß, habe ich immer Angst, eine Zecke könnte die Kloschüssel wieder hochgekrochen kommen. Die einzig sichere Methode, der selben Zecke kein zweites Mal zu begegnen, ist sie anzuzünden, anzufachen, in Brand setzten, ihr einzuheizen. Zu Zecken gibt es in den sozialen Medien die wundersamsten Geschichten, die sich derart schnell verbreiten, dass man, würde man sich eine Geschichte ausdenken, spätestens am Folgetag mit den Worten „wusstest du schon“ verlinkt wird. Hier kommen meine Lieblings-Mythen, auf Vollständigkeit wurde bewusst verzichtet.

Mythos Nr 1: Zecken müssen rausgedreht werden

Alte Mär, aber immer wieder gut. Man kann Zecken mit einer leichten Drehung raushebeln, dagegen spricht erstmal nichts. Sie haben aber kein Schraubgewinde am Kopf, sodass links- oder rechtsdrehend total egal ist. Wenn man „falschherum“ dreht sitzt die Zecke also nicht fester als zuvor. Zudem sind Zecken wie Kinder mit drei Tonnen verspeisten Süßigkeiten auf der Kirmes. Setzt man sie in ein sich drehendes Fahrgeschäft, müssen sie sich übergeben, nur dass der Mageninhalt einer Zecke voller Keime ist.

Mythos Nr. 2: Kokosöl for President

Kokosöl hilft natürlich gegen alles, von Krebsleiden bis hin zum Weltfrieden ist es multifunktional einsetzbar, AUßER bei Zecken. Sie damit einzureiben, drum herum reiben oder ähnliches hat den selben Effekt wie die Kirmesgeschichte. Gemessen an ihrer Körpergröße, kommt es schnell zu einem übermäßigen Genuss von Kokosöl und damit verbundenem Brechreiz. Das gilt auch für Butter, andere Frittierfette und Cremes. Auch der gute Uhu-Kleber ist kontraproduktiv. Meine Mutter hatte mal unseren Hund bzw. dessen Zecke eingebuttert. Stunden später sah ich das goldgelbe glitschigen Ding auf dem Parkett spazieren gehen. Ja, es hatte offensichtlich vom Hund abgelassen, war aber wohl auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Wer also keine Walking Zecke haben möchte, der sollte von dieser Idee Abstand nehmen.

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Mythos Nr. 3: Zecken müssen archiviert werden

Ich gebe zu, dass ich das auch gemacht habe. Irgendwann fragte mich jemand nach dem Warum und spätestens zu diesem Zeitpunkt war auch mir klar, dass es Unsinn ist. Zecken unter Tesafilm an den Kühlschrank gepinnt mögen hübsch anzusehen sein, haben aber keinen diagnostischen Nutzen. Man könnte auch jede Zecke ins Labor schicken und auf Krankheiten untersuchen lassen, das würde aber nichts darüber aussagen, ob man sich nun infiziert hat oder nicht. Einzig der Familie der Zecke würde es helfen zu wissen, dass diese todkrank war und es eh nicht mehr lange gemacht hätte. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass man nie sicher sein kann, ob sie sich nicht einfach nur tot stellt und doch unterm Tesafilm weiterlebt. Da wären wir also wieder bei der Walking Zecke. Bedauerlicherweise bleibt also nur, die Einstichstelle zu markieren und bis zu vier Wochen lang zu beobachten. Wer sich für diese Tiere interessiert, sollte sie lieber in einer Becherlupe sammeln. Allerdings empfiehlt es sich, diese ausbruchsicher mit fünf kg Paketband zu verschließen.

Mythos Nr. 4: Eine Zecke ist kein Axolotl

Manchmal bleibt der Zeckenkopf beim Entfernen stecken. Erfreulicherweise wächst der Körper NICHT nach. Dem Axolotl wachsen amputierte Gliedmaßen nach, eine Verwandtschaft zur Zecke besteht nicht. Bleibt der Kopf stecken, macht man das gleiche, wie wenn er nicht stecken geblieben wäre. Desinfizieren, markieren, beobachten. Sollte es rot werden, ab zum Arzt.

Mythos Nr.5: Zecken sind kein lebensbedrohlicher Notfall

Eine Zecke muss nicht nachts um drei vom Notarzt entfernt werden. Je länger eine Zecke im Körper verbleibt, desto eher muss sie sich vor Langeweile übergeben. Wenn ich also den Notarzt rufe, dieser 10–15 Minuten braucht, um vorzufahren, die Fahrt ins Krankenhaus auch nochmal 15 Minuten dauert, die Wartezeit bei der Anmeldung vielleicht drei bis vier Stunden beträgt (weil der diensthabende Arzt zum eigenem Ärgernis gerade jemanden reanimiert muss), sind vier bis fünf Stunden schnell vergangen. Wenn ich mich um drei Uhr nachts schlaftrunken bis zum Badezimmerschrank begebe, weil ich nur eine Pinzette und keine Zeckenzange oder ähnliches Werkzeug im Hause habe, kann ich sogar noch einen Latte Macchiato machen und würde trotzdem unter 15 Minuten bleiben. Klarer Vorteil für die Do-it-yourself-Variante.

Mythos Nr. 6: Die Unerschrockenen

Der Mythos, man könne mit 15–30 Zecken am Leib einfach in friedlicher Koexistenz leben, weil man gegen Borreliose geimpft ist, lies mich sprachlos werden. Weiterhin sollte man sich von erkrankten Meningitisfällen fernhalten, auch wenn man eine FSME-Impfung (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) hatte. Diese hilft nicht gegen die „normale“ Meningokokken. Hört sich nur ähnlich an.

Mythos Nr. 7: Zecken haben einen Sinn für die schönen Künste

Kreisende Bewegungen mit Eiswürfeln oder Wattestäbchen um die Zecke, werden von dieser nicht staunend mit Applaus kommentiert. Erstens hat sie keine Hände, zweitens ist ihr das herzlich egal. Schlimmstenfalls ist sie genervt und muss sich übergeben, da hilft auch kein Kokoseis. Wer an brennende Wattestäbchen zwecks Feuerbestattung denkt, sollte das nur tun, wenn diese schon den Wirt verlassen hat oder man eine gute Verbrennungsstation um die Ecke hat.

Wahrheit oder Mythos Nr. 8: Zecken sind kitzelig

Ein medizinisch bewanderter Mensch behauptet steif und fest, dass Zecken am Po kitzelig sind. Man müsse sie vor dem Entfernen mit der Pinzette am Allerwertesten kitzeln, dann wäre das Entfernen viel leichter. Ich habe dazu nichts gefunden, auch die Tierärzte halten sich bedeckt und Tierversuche werden ja streng reglementiert. Wer also in seiner Becherlupe schon ein paar Exemplare gefangen hält, den bitte ich oben Beschriebenes auszuprobieren. Sollte die Zecke sich vor lachen auf dem Rücken wälzen, ohne sich zu übergeben, bitte hier die Forschungsergebnisse dokumentieren. Bis dahin: Zecke sehen, rausholen, Wunde desinfizieren und entsorgen.
 


 

Bildquelle: Mislav Marohnić, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 15.05.2017.

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Gast
bevor man sich nach einem zeckenbiss allerdings die vielen vom doc verschriebenen antibiotika einschmeißt, weil die zecke ja borreliose haben KÖNNTE, wäre es schon sinnig dies vorher untersuchen zu lassen. kann jeder privatmann/-frau....kostet nicht viel (+/- 40 euro).
#40 vor 30 Tagen von Gast
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Gast
Amüsant geschrieben - Info: Auch Schnaken können Borrelien übertragen
#39 am 24.05.2017 von Gast
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Sehr unterhaltsam! Danke :)
#38 am 23.05.2017 von HP Yvonne Bareiss (Heilpraktikerin)
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Kleine aber sehr wichtige Korrektur: Es gibt einen Schnelltest mit dem man die entfernte Zecke auf möglichen Borrelienantigen-Gehalt testen kann. Ist wirklich nicht teuer, kann man sich als Tierarzt (Arzt) ruhig mal ins Regal stellen. "Fassisi BoTick".
#37 am 22.05.2017 von Dr. med . vet. Christina Wolf (Tierärztin)
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Karin Schneider
#34. bei dem Mythos wird von dem Mythen Inhaber alles durcheinandergebracht. FSME, Borreliose und Meningitis
#36 am 20.05.2017 von Karin Schneider (Gast)
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Thomas Zeyner
FSME ( Obwohl zur Postexpositionsprophylaxe nicht geeignet) und Tetanusimpfschutz überprüfen (weis jetzt kommen gleich die Kommentare der Impfgegner) Im Zentralblatt Arbeitsmedizin 3-17 Beitrag "FSME: eine Übersicht" stehen hierfür die ganzen Quellennachweise.
#35 am 19.05.2017 von Thomas Zeyner (Gast)
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Gast
Mythos Nr. 6: gegen Borreliose geimpft? Seit wann gibts dafür einen Imfpstoff? Hier ist doch sicher die FSME-Impfung gemeint?
#34 am 19.05.2017 von Gast
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Thomas Zeyner
Viele Mythen ...und schon wieder viele unterschiedliche Methoden in den Kommentaren......Beim Mensch. Spitze Pinzette unterhalb des "Körpers" möglichst an ihrem Kopf (Mundwerkzeug) packen und langsam raus ziehen/ hebeln ohne den hinteren Teil zusammen zu drücken….Der Zecke Zeit lassen… die lässt los…. Kontrolle ob alles dran ist dann im Papier zerquetschen… die „ärgert“ niemanden mehr. Wer gerne feuerbestatten möchte darf das natürlich auch :-) Danach Einstichstelle desinfizieren (Pflaster und z.B. Octeniseptsalbe) Kontrolle der Einstichstelle über 30Tage anraten. Erythema migrans nur bei ca.70% der Fälle (oft auch nur schwach ausgeprägt). Deshalb auch auf Grippeähnliche Symptome achten bzw. wenn auftretend noch an den Zeckenbiss denken. (FSME/ Borreliose) ARZT aufsuchen. (Auch nach Jahren Reaktionen möglich) Ansprechen Prävention / Impfungen Klasse Artikel! Danke!
#33 am 19.05.2017 von Thomas Zeyner (Gast)
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Gast
Wort
#32 am 16.05.2017 von Gast
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Gast
Köstlicher Artikel. Super! In einer Sache muss ich jedoch widersprechen: Zecken überleben mitnichten jahrelang unter Wasser. Durch die Möglichkeit, die eigenen Tracheen zu verschliessen, ist es ihnen zwar theoretisch möglich mehrere Wochen unter Wasser zu überleben. Aber nur sehr theoretisch. In der Realität tritt der Tod meist binnen weniger Minuten ein. Denn bei Bewegung wird O2 verbraucht, und ohne Frischluft Zufuhr geht der Zecke da dann auch schnell die Puste aus. Die Walking Zecke aus dem Klo dürfte also auch in den Bereich Mythos zu verschieben sein. Ist ja schließlich kein Kiemenatmer wie der Axolotl. Hier bitte nochmal recherchieren. Wir wollen ja keine Mythen verbreiten, gelle? ;)
#31 am 16.05.2017 von Gast
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Maddin
hahaha :)) sehr schön, aber Zecken am Po kitzelig... eine Z am Po,das kitzelt
#30 am 16.05.2017 von Maddin (Gast)
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Gast
Hat jemand in letzter Zeit etwas vom Produkt der schweizerischen Ixodes AG gehört? Mich deucht, dass noch eine PhIII-Studie läuft, die dank FDA komplett gegen Placebo prüft.
#29 am 16.05.2017 von Gast
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Gast
Witzig
#28 am 16.05.2017 von Gast
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Gast
Ich tropfe etwas Sterillium auf das Vieh und reibe leicht mit dem Finger. Notfalls etwas nachtropfen. Das Mistvieh lässt panikartig los und man kann es feuerbestatten... Dr. rer. nat Heinz Hug
#27 am 16.05.2017 von Gast
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gast
Klingt wie ein Wahlprogramm ! Alles schön ! Ist es aber nicht ! Denn wir liegen wie immer genau daneben d.h unter der Zecke. Das Problem -wie bekannt ist das Unsichtbare- Borrelien etc Diese Spezies sind gegen alles immun - mögen auch Symptome erfolgreich bekämpft worden sein -der Weg ist das Ziel zum "Gehirn" Früher nannte man das "Tabes dorsalis" Heute klagen wir über eine Zeckenmigration -linksdrehend oder rechtsdrehend- Das schaffen wir schon.Nur nicht so genau hinsehen !
#26 am 16.05.2017 von gast (Gast)
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Gast
wenn die Zecke herausgedreht ist, hülfe Nagelllack, Uhu etc. also alles, was klebt und dabei festtrocknet, gegen das Hochkriechen im Toilettenbecken und anderes Zombie-mäßiges Gehabe. Erheiternd all´die "Ausfälle" gegen das Getier. Nachtschnecken und Gärtner*innen (insbesondere Mütter und braune Nacktschnecken) sind im Garten bezogenen Feuilleton bisher der Renner, nun sind Wege-Schnecken nicht infektiös und Zecken können ihnen leicht den Rang in der parlamentarischen Sommerpause ablaufen.
#25 am 16.05.2017 von Gast
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Chirurg
Nicht so zimperlich: Wenn beim Versuch das Tierchen zu entfernen ein Teil zurückbleibt, einfach bei (peripherer) LA das Areal keilförmig en-block herausschneiden, adaptierender Einzelknopf...fertig!
#24 am 16.05.2017 von Chirurg (Gast)
  7
Gast
Ich vereise die Zecken zuvor und entferne sie dann. Habe damit gute Erfahrungen gemacht. Irgend jemand Einwände? Ich denke die Viren oder Bakterien müssten damit zumindest geschwächt oder abgetötet werden. Wenn jemand eine andere Meinung hat , würde es mich interessieren.
#23 am 15.05.2017 von Gast
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#5: trage seit über 40 Jahren jede Saison mindestens 10 Zeckenbisse davon - in FSME-Pandemiegebiet - nie was gewesen (ohne Impfung). 1 x Borreliose - ungläubig vor dem Spiegel entdeckt - nach Therapie mit dem guten alten Doxy nix mehr!
#22 am 15.05.2017 von Dr. rer.nat. Annelie Weiske (Biologin)
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#11: bei sovielen Zecken lohnt es sich natürlich, immer einen Topf heißen Wassers auf dem Herd zu haben. Bei 1-5 täglich (von den Katzen) während der Saison geht geht quetschen einfach schneller. Ganz dicke vollgesaugte werfe ich ganz gerne in unseren Gartenteich und habe schon gesehen, dass die Molche sich darüber freuen!
#21 am 15.05.2017 von Dr. rer.nat. Annelie Weiske (Biologin)
  1
#13: ist aber 'ne ziemliche Sauerei, wenn sie schon Blut gesaugt haben - empfehle daher die Papiermethode zum zerquetschen - geht dann auch mit dem Daumennagel und knackt herrlich!
#20 am 15.05.2017 von Dr. rer.nat. Annelie Weiske (Biologin)
  4
Mit ein klein wenig drehen gehen sie einfach leichter raus - Erfahrung aus 46 Jahren engen Zusammenlebens mit Katzen (immer 3-6). Sicher vernichten: kann nur vor dem Verbrennen warnen - zu leicht fängt nachher das ganze Haus Feuer! Leicht und sicher ist folgende Methode: die irgendwie rechts- oder linksgedrehte Zecke auf ein kräftiges Papier legen, ein ebenso kräftiges darüberlegen und mit einem Kuli oder ähnlich robustem Gegenstand schlicht zerquetschen! Macht satt: "knack" und sie kommt nie wieder irgendwo hochgekrabbelt!
#19 am 15.05.2017 von Dr. rer.nat. Annelie Weiske (Biologin)
  5
Gast
@#2: Doch, sie mögen Globuli, sie können sich nur nicht entscheiden zwischen Zucker und Blut. Darum nehmen sie erst das Blut und dann suchen sie den Zucker.
#18 am 15.05.2017 von Gast
  6
Es gibt noch ein Individuum einer anderen Species, das einen Atomkrieg überleben würde: Keith Richards von den Rolling Stones.
#17 am 15.05.2017 von Ulrich Sallen (Arzt)
  6
Gast
selten so gelacht! Super geschrieben!
#16 am 15.05.2017 von Gast
  3
Gast
Hey Super Arikel! Und die Ergänzng im Kommentar. Habe mir ElMi Photos angesehen - war gut. Ist echt sinnvoll.
#15 am 15.05.2017 von Gast
  0
Gast
Die meisten Zeckenbisse, die ich während meiner Klinik- und Praxiszeit gesehen habe, hatten meist eine starke entzündliche Umgebungsrötung durch allerhand übertragene Dreckkeime aus dem Beissapparat der Zecke (ausser Borrelien, Babesien, Bartonellen, Rickettsien etc), die erstmals eine Unterscheidung zu einer beginnenden Borreliose schwierig machte. Wir haben lokal immer Fucidine, Fucicort oder Clindamycin Gel verschrieben und eine weitere Beobachtung der Rötung. Borrelien sind übrigends in den Speicheldrüsen der Zecke.
#14 am 15.05.2017 von Gast
  3
Ich kille die herausgezupften Viecher durch simples Zerquetschen zwischen zwei Fingernägeln. Das knackt so schön.
#13 am 15.05.2017 von Prof. Mag. Othmar Endelweber (Biologe)
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Herrlich!!! Selten einen so schönen Zecken-Artikel gelesen. Dankeschön
#12 am 15.05.2017 von Silke Belau (Arzthelferin)
  1
Einfach herrlich! Was wirklich gegen Zecken hilft: Eine lange gekröpfte Spitzpinzette zum druntergreifen und beherztem ausreißen und ein Gefäß mit fast kochendem Wasser. Zecken können alles vertragen außer Temperaturen jenseits 56° C (auf Meereshöhe), also min. rund 60°-65° C. - Bleibt der Kopf stecken keine Panik, es ist nur ein lebloses Chitinteil. Unsere Haut läßt ihn herauswachsen. Desinfizieren und gut ist. Eine schnelle Entfernung ist zu empfehlen. Beißt die Zecke injeziert sie ein beteubendes und blutverdünnendes Sekret zum unbemerkten saugen. Im Umkehrschluß: Penetriert man eine Zecke durch gefummel oder drehen reizt man sie, worauf erst die Zecke ihren Speichel durch den Bißkanal abgibt. Das ist der gefährliche Moment, denn die Zecke spuckt schnell! Verbrennen oder zerquetschen geht natürlich auch, wer es umständlich mag. Wir betreiben seit 20 Jahren eine Igel-Forschungsstation mit 800 Igeln jährlich stationär, d.h. auch mehrere zehntausend Zecken bei Einlieferung entfernen.
#11 am 15.05.2017 von Rüdiger Rister (Medizinjournalist)
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Gast
ad no. 3: wie steht es um den Nutzen, die extrahierte Zecke auf Borellien untersuchen zu lassen, insbesondere im Zusammenhang mit der diskutierten prophylaktischen Antibiose? Wie steht es um phrophylaktisch, topische Behandlung mit Antibiotika? Warum 80 kg Lebendgewicht threapieren, wenn Borellien sich schlimmstenfalls in 2 g Gewebe eingenistet haben können?
#10 am 15.05.2017 von Gast
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Gast
Den "Tipp" mit dem Kokosöl kenne ich nur so, dass man Hunde damit einreibt und/oder es ins Futter gibt - also zur Vorbeugung. Man kann sagen was man will, die Erfahrung hat gezeigt, es hilft.
#9 am 15.05.2017 von Gast
  10
Gast
Die Aufklärung über die Mythen war grandios. Hätte ich das vor ca. 10 Jahren schon gelesen, hätte ich mir eine Behandlung mit unnötigen Mengen von Antibiotika sparen können. Das hat nämlich nur die Pharmaindustrie gestärkt, nicht aber gegen Herzrhythmusstörungen genützt, was es eigentlich tun sollte. Und dann auch noch sooo amüsant geschrieben. Bitte weiter so.
#8 am 15.05.2017 von Gast
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Was Sie so lächerlich gemacht haben: natürlich haben die Kiefer der Zecke kein Gewinde, aber kleine Widerhaken wie ein Spreizdübel. Diese "klappen" beim herausdrehen (egal wie rum,!) ein und ermöglichen ein rückstandsfreies Herausziehen. Kein Märchen, mache ich in meiner Tierarztpraxis jeden tag mehrfach. Im Fell der Tiere kommt man nämlich mit der Schlinge oder Pinzette nicht so schön drunter, so daß meistens der Kopf oder die Bohrwerkzeuge abgerissen werden. Wens interessiert: ein ElMi Foto des Bohrgerätes ansehen, und man wird nie wieder in Versuchung kommen, einfach so dran zu reißen... Sinnesorgane ( HALLERsches Organ) haben die Zecken an den Tarsen ihrer Beine !
#7 am 15.05.2017 von Dr. med.vet. Stefan Gabriel (Tierarzt)
  6
Gästin Ärztin
Wo waren Sie so lange? Sie wurden vermisst! Kann mich nur anschließen. So schön und fröhlich ist Medizin
#6 am 15.05.2017 von Gästin Ärztin (Gast)
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Es hat richtig Spaß gemacht dies zu lesen. War heute erst beim Dok wegen einem Zeckenbefall ... den ich am Samstag vom Notarzt habe entfernen lassen... hätte ich früher über all die Mythen und Geschichten der Zecken Bescheid gewusst... dann hätte ich doch "Do It yourself" gemacht.
#5 am 15.05.2017 von Frank Schultz (Medizininformatiker)
  2
Gast
:-) fröhliche Medizin
#4 am 15.05.2017 von Gast
  1
Endlich einmal fachkundige und informative Aussagen. So lustig kann Medizin sein!
#3 am 15.05.2017 von Dr. Rainer Krischke (Arzt)
  2
Gast
Die Globulie zur Präventation wurden vergessen. Zecken sollen doch keine Globuli mögen...
#2 am 15.05.2017 von Gast
  11
Gast
Wunderbar und zugleich informativer Artikel!
#1 am 15.05.2017 von Gast
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