Da ist die Tür!

04.05.2017
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Nicht jeder, der nachts in der Notaufnahme auftaucht, muss stationär aufgenommen werden. Aber darf man einen Betrunkenen einfach so vor die Tür setzen?

Kreidebleich sitzt er auf der Kante der Liege in der Notaufnahme und starrt sein Gegenüber ungläubig an. „Aber Sie können doch nicht ...‟


„Natürlich können wir das, Herr Bügelmeyer!‟, sagt Kalle und lächelt jovial.


„Aber ich kann doch nicht ... in diesen Sachen ...‟

Der Patient deutet hilflos auf seinen blauweiß gestreiften Bademantel.

„Warum nicht? Sie sind doch im selben Aufzug hierher gekommen!‟

Er schaut zu Boden.

„Da war ich aber im Krankenwagen!‟

„Nun, es stand Ihnen frei, sich vorher etwas anderes anzuziehen.‟

„Konnte ich nicht. War doch krank.‟

„Nein, Herr Bügelmeyer, Sie waren nicht krank. Sie waren betrunken. Und das sind Sie immer noch.‟

„Ich komme zur Entgiftung!‟

„Ich weiß. Sie sind schon mehrmals gekommen, immer nachts und sturzbetrunken und haben gesagt, dass Sie zur Entgiftung kommen möchten. Wir haben Sie aus Mitleid immer wieder stationär aufgenommen. Jedes Mal sind sie nach zwei oder drei Tagen wieder gegangen oder haben wieder angefangen, zu trinken oder was weiß ich. Wir haben Ihnen mehrmals gesagt, dass wir Sie nicht mehr ernst nehmen können und wegen einer Entgiftung nicht mehr stationär aufnehmen werden. Sie sind trotzdem immer wieder gekommen. Und aus Mitleid haben wir Sie nicht fortgeschickt ...‟

„Warum tun Sie das jetzt?‟

„Weil Sie meine Kollegin bedroht haben.‟

„Diese Schla ...‟

„Bitte, Herr Bügelmeyer!‟

„Die wollte mich rausschmeißen!‟

„Meine Kollegin hat Ihnen das gesagt, was ich Ihnen gerade gesagt habe. Daraufhin sind Sie laut geworden und haben Sie körperlich bedroht. Zum Glück ist unser Pfleger Marvin rechtzeitig dazwischen gegangen.‟

„Wissen Sie, was der gemacht hat? Der hat mir fast den Arm ausgekugelt!‟

„Er hat Sie vor einer Anzeige wegen Körperverletzung bewahrt.‟

„Aber so kann ich doch nicht auf die Straße ...‟

„Wir rufen Ihnen ein Taxi.‟

„Das zahlt die Kasse?‟

„Nein, das zahlen Sie selbst.‟

„Und wo soll ich hin?‟

„Das wird Sie der Taxifahrer nachher auch fragen. Bis dahin sollten Sie sich eine Antwort überlegt haben.‟

„Hören Sie, meine Frau hat mich vorhin rausgeschmissen ... Ich sitze auf der Straße!‟

„Das ist sehr bedauerlich.‟

„Das ist unterlassene Hilfeleistung ...‟, der Patient macht keine Anstalten, aufzustehen, „ ... wir sehen uns vor Gericht!‟

Kalle lächelt.

„Gerne. Ich darf Sie jetzt trotzdem bitten, das Haus zu verlassen!‟

Herr Bügelmeyer bleibt sitzen und wirft Kalle einen provozierenden Blick zu.

Marvin ist hinzu getreten. „Wird’s bald oder brauchst du eine Extra-Einladung? In zehn Minuten sind die Bullen hier!‟

Herr Bügelmeyer schaut noch einmal vom einen zum anderen und dann steht er auf und geht wortlos davon. Kurz darauf sehen wir ihn durchs Fenster durch die nächtlichen Straßen ziehen.

„Er kann einem trotzdem leid tun!‟, sagt Sarah.

Kalle schaut auf die Uhr. „In drei Stunden macht das Sozialamt auf!‟, sagt er, „bis dahin wird er schon nicht erfrieren!‟
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 08.05.2017.

87 Wertungen (4.39 ø)
11530 Aufrufe
Gast
Und weshalb wird Herr Bügelmeyer von diesem Marvin einfach geduzt und ziemlich herablassend behandelt???
#43 vor 17 Tagen von Gast
  5
Gast
#51 Für mich sind Sie der einzige hier , der klar bei Verstand ist und auch Mitgefühl für arme Alkoholiker hat. Ein humaner Arzt, meine Hochachtung.
#42 vor 17 Tagen von Gast
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Gast
#52 Teuer hin oder her, wollen Sie die arme Frau etwa wieder zu ihrem gewalttätigen Monster-Gatten abschieben? Immer diese Kosten-Nutzungsrechnung geht mir wahrhaftig an die Nerven.
#41 vor 17 Tagen von Gast
  20
Auf meiner Psychotherapiestation befindet sich seit nunmehr 3 (!) Monaten eine schwer übergewichtige Frau, sonst aber pumperlgesund, wenn man davon absieht, dass sie vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflohen ist. Keine PTBS oder sowas. Kein Frauenhaus nimmt sie mehr auf, wegen mangelnder Hygiene oder was weiß ich. Bin gespannt, wie die Therapeutin den Aufenthalt vor der Krankenkasse rechtfertigen wird. Das ist eine wahrhaft teure Art der Unterbringung, oder?
#40 vor 17 Tagen von Dr. med. Irmela Eckerlin-Wirths (Ärztin)
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Ambulanzarzt
Wie sollte eine Diskussion nach einem solchen zwar emotional geprägten aber nichtsdestotrotz realistischen Beitrag ablaufen? Für mich, der ich 25 Jahre als unfallchirurgischer Ambulanzarzt einer interdisziplinärer Notaufnahme in einem KH der Akutversorgung gearbeitet hatte, macht es vordringlich Sinn, eigentlich wie bei jeder Diskussion über Konfliktsituationen, Lösungs-ANSÄTZE zum Thema beizutragen. In diesem Sinne war mein Beitrag #1 gemeint. Obligat sollte primär die körperliche Untersuchung des alkoholisierten Patienten stehen mit BZ-Bestimmung (Hypoglykämie?) und bei Verletzungen am Kopf die Indikation zum CCT geprüft werden. Beiträge mit abschätzigen Bemerkungen über alkoholkranke Menschen finde ich deplatziert und wenig hilfreich zum Thema.
#39 vor 17 Tagen von Ambulanzarzt (Gast)
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Gästin
@46: ich vermute für die Redaktion ist es nicht leicht vorherzusehen welche Artikel eine zur Eskalation neigende Diskussion hervorrufen. Bei den Themen Impfung oder Alternative Medizin ist eine Eskalation ja quasi vorprogrammiert, völlig egal wer sich daran beteiligt, kochen die Gemüter eigentlich immer über.... Bei Themen wie diesem hier wird es eigentlich nur dann unangenehm wenn sich einige bestimmte Kandidaten in das Gespräch einklinken. Zum Glück gibt es hier davon nicht allzuviele, man erkennt sie leicht an den immergleichen Geschichten und Formulierungen... dann kann man sich eine Unterhaltung in der Regel sparen, die Nummern einiger anonymer Gäste braucht man sich dann auch nicht zu merken weil die Redaktion dann am Montag den schlimmsten Käse wieder löscht ;-)
#38 vor 18 Tagen von Gästin (Gast)
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Gast
Hat hier noch jemand den Gedanken, dass die hier beschriebene Reaktion des Krankenhauspersonals dem Herrn Bügelmeyer bei seiner "psychischen und Verhaltensstörung durch Alkohol" therapeutisch gesehen der einzige Weg hieraus sein kann? Die Versorgungsforderungen und die Neigung, andere verantwortlich zu machen für das eigene Verhalten sind hier ja unverkennbar. Die Verleugnung kann doch so nicht weitergehen. Herr Bügelmeyer wird dies aber sicher nicht erkennen, wenn man immer so weiter macht und ihn immer wieder aufnimmt/versorgt, wenn man damit die Realität immer wieder 3 Tage beugt und ihm die Folgen seines Fehlverhaltens und der verdrehten Einstellung "abpuffert". Eine langzeitige Verhaltensstörung wird jemand nicht verändern, bei dem damit alles soweit ganz gut läuft. Herr Bügelmeyer muss die Veränderungsnotwendigkeit erkennen und sein Verhalten ändern, nicht das Krankenhaus muss eine verdrehte Wirklichkeit mitspielen! Es ist SEIN Weg, der nicht durch die Drehtür weitergehen kann.
#37 vor 18 Tagen von Gast
  5
Gast
komisch, hier gibt es noch eine Kommentarfunktion. Den Sermon über die Impfpflicht musste man so hinnehmen. Ebenso den sehr zynischen Artikel, der auf die Heilpraktiker abzielte. Hatte man einen Kommentarüberlauf befürchtet?
#36 vor 18 Tagen von Gast
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Gast
#36 Nicht jeder Arzt passt zu jeden Patient und umgekehrt. Ein Arzt sollte so gut sein, dass er ein feines Gespür für sein Gegenüber hat und dementsprechend auch so mit dem Patient kommuniziert.
#35 vor 18 Tagen von Gast
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Gast
#22 In einer Notaufnahme habe ich noch nicht gearbeitet aber ich kann mir lebhaft vorstellen was dort los ist. Vor Allem die Alkoholiker, Drogensüchtigen die dann auch noch aggressiv werden gehören tatsächlich irgendwo anders hin. Frage ist nur: Wohin mit denen?
#34 vor 18 Tagen von Gast
  1
Gast
#36: Und daraus schließen Sie direkt, dass der Großteil der Ärzte ungeeignet ist? Schon mal überlegt, wie evtl. die eigene Einstellung und das eigene Auftreten den Gegenüber beeinflusst?
#33 vor 18 Tagen von Gast
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Gast
#32 Natürlich gebührt man gegenseitigen Respekt aber wenn ich dann auf einen AssistenzArzt in der Notaufnahme treffe, der einem noch nicht mal die Tageszeit und seinen Namen nennen kann und das Gefühl einen überkommt man sei irgendwie lästig, na dann kann ich auch schon mal pampig werden.
#32 vor 18 Tagen von Gast
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Gast
Ich weiß nicht was Alkoholiker in die Notaufnahme treibt aber anscheinend haben sie ein Anliegen und die Nothelfer sollten sich zumindest bemühen auch deren Bedürfnisse zu befriedigen. Gibt auch ein gutes Gefühl
#31 vor 18 Tagen von Gast
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Gast
@32: ein Urteil das häufig leichtfertig ausgesprochen wird, jeder glaubt zu wissen wer wofür geeignet ist ohne ihn zu kennen... heutzutage sind viele auch nicht mehr zum Patienten (=der Duldsame) geeignet, viele sind nur noch Konsumenten die demjenigen der sich um sie bemüht genauso wenig Achtung entgegenbringen wie ihrer eigenen Gesundheit und dann pampig werden wenn man es wagt sie an ihre Eigenverantwortung zu erinnern.
#30 vor 18 Tagen von Gast
  13
So lange in der Gesellschaft die Psychiatrie nicht funktioniert wird dieses Problem in der Notaufnahme nicht lösbar sein . In Den Scandinavischen Ländern, wo die Alkoholprobleme noch größer sind als hier, Wird der Patient direkt nach dem zweiten Mal mit Entgiftung als folge, in der Psychiatrie "abgeschoben " . Das ganze wird nach und nach ein finanzielles Problem mit der Krankenkasse geben.
#29 vor 18 Tagen von Dr. med.vet. Öistein Gaarden (Tierarzt)
  1
Gast
#10 Nicht jeder Arzt ist als Heiler geeignet, nur wenige sind für den Arztberuf prädestiniert
#28 vor 18 Tagen von Gast
  15
Gast
#28 Autoabgase, Lärm ,Fettsucht etc. sind auch ziemlich ungesund. Alkoholsucht ist eine anerkannte Krankheit, Borderline Personality Disorder übrigens auch.
#27 vor 19 Tagen von Gast
  13
Gast
Alle Kritiker sollten als freiwillige Helfer richtig in die Notauhnahme zum Arbeiten kommen. Oder Geld spenden, damit bauliche Maßnahmen durcjgeführt werden können, und solche gute Ideen wie auf der Matratze den Rausch in gesicherter Umgebung ausschlafen können oder Kleiderkammer "gründen", umsetzbar werden. Und nicht mit der physischen und psychischen Gesundheit des Personals spielen. Wir sind keine Fußabtreter und wir können nicht alle Systemfehler mit noch mehr persönlichen Einsatz kompensieren. Und übrigens, jeder hat schon mal gehört, dass Alkohol, Rauchen, usw. Ungesund sind.
#26 vor 19 Tagen von Gast
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Immer wieder derselbe Reflex: Kaum haben jemand wie "Medizynicus", und viele Andere auch, auf Ihren DocCheck Blog Beiträgen den Mut, unbequeme Wahrheiten offen auszusprechen, eigene Empfindungen anzusprechen und ehrliche Diskussionen oder vielfältige Meinungen zum Thema zu publizieren. Da produzieren sich Leute mit weniger Mut zu eigenen Beiträgen mit z. T. abenteuerlich unbegründeten Beiträgen am liebsten aus dem Dunkel der Anonymität mit moralisch-ethischen Aburteilungen. Das ist m. E. keine Diskussions- und Streitkultur. Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
#25 vor 19 Tagen von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Dieser Hausarzt war ein sehr menschlicher Arzt, der hat auch sozial schlechter gestellten Patienten ganz praktisch geholfen, in den er ihnen schon mal Geld oder andere Dinge hat zukommen lassen.
#24 vor 19 Tagen von Gast
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Gast
Zumindest habe ich Psychologie studiert und habe meinen damaligen Freund( leider vor 2 Jahren verstorben) psychologisch betreut. Ich kenne viele Arztgeschichten
#23 vor 19 Tagen von Gast
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Gästin
@ 22: Achso, mit einem Allgemeinmediziner liiert... und in einer Notaufnahme waren Sie auch schon...ja nun. Na dann verstehen Sie natürlich mindestens soviel von der Arbeit eines Arztes und der Medizin als jemand der selbst in der Klinik arbeitet...Wenn ich ihnen jetzt erzählen würde dass ich selbst schon einmal Fluggast war und mit einem Piloten verheiratet bin würden Sie sich dann von MIR fliegen lassen? Glauben Sie mir: ab und zu Berichte zu hören oder zu sehen wie jemand etwas tut und es selbst jeden Tag zu tun sind 2 völlig verschiedene Dinge.
#22 vor 19 Tagen von Gästin (Gast)
  30
Gast
#21 Ich bin nicht so ganz ahnungslos, ich war 10 Jahre mit einem Allgemeinmediziner leiert und habe auch für ihn gearbeitet. Etliche Patienten haben auch nachts Privat angerufen obwohl sie nicht wirklich ein Notfall waren.
#21 vor 19 Tagen von Gast
  13
Gästin
@ 18: kein Zuckerschlecken soso... was für ein nutz- und inhaltsleeres Statement von jemandem der keine Ahnung hat. Ob Sie es glauben oder nicht: hier geht es nicht darum sich Rosinen rauspicken zu wollen oder sich vor unangenehmer Arbeit zu drücken. Für Ärzte ist so ein Pat meist nicht anstrengender als andere, sich mit einem Drehtürpatienten den man seit Jahren kennt zu unterhalten und seelischen Beistand zu leisten ist körperlich nicht so belastend wie eine Reanimation oder ein Schockraum. Lieber habe ich 5 solche Pat als einen einzigen jungen Familienvater der an einem Herzinfarkt stirbt. Das macht einem mehr zu schaffen. Es hat auch nichts mit der Krankheit zu tun, wenn ein Alkoholiker (oder wie bei Nr 15 Borderliner) mit einer Platzwunde oder Blinddarmentzündung kommt ist das kein Thema. Aber dass wegen nutzloser Inanspruchnahme unserer Ressourcen andere Pat zu kurz kommen ist nicht ok. Man kann Alkoholismus oder eine Borderlinestörung leider nicht in der NA heilen oder lindern.
#20 vor 19 Tagen von Gästin (Gast)
  9
Gast
#19 kurzer Nachtrag, denn bei uns in Notfallaufnahme gibt es aus lauter Nächstenliebe eine riesige Kleiderkammer. Da hat glaube ich schon jeder Mitarbeiter, vom Reinigungsdienst bis zu den Ärzten ausgemusterte Kleidung mitgebracht, damit unsere Patienten nicht mit nassen und anderweitig eingesauten Klamotten das Haus verlassen müssen!
#19 vor 19 Tagen von Gast
  0
Gast
#10 Tja, der Arztberuf ist manchmal eben kein Zuckerschlecken, solche Fälle gibt es nun mal auch.
#18 vor 19 Tagen von Gast
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Gast
Mutter Theresa hatte auch eine Vorreiterrolle.
#17 vor 19 Tagen von Gast
  9
Nervenarzt
@14: Das ist Sozialromantik. In der durchökonomisierten Medizin der Gegenwart gibt es für solche Anliegen leider keine Ressourcen mehr. Deswegen auch meine - zugestandenermaßen harte - Äußerung zu Beginn (#3).
#16 vor 19 Tagen von Nervenarzt (Gast)
  13
Gast
Sie sollten Warnschilder oder Bildchen malen, wer als Patient Alles nicht tauglich ist . Keine Alkoholiker, keine Borderline Patienten und überhaupt Nichts emotional anstrengendes. In so einer abgestumpften, egoistischen nur auf Profit denkendenden Welt möchte ich nicht mehr leben.
#15 vor 19 Tagen von Gast
  51
Gast
Wer kennt den noch den Ursprung eines Krankenhauses? Dort gingen Arme, Kranke und Bedürftige Menschen hin und wurden auch aufgenommen.
#14 vor 19 Tagen von Gast
  13
Gast
Alkoholiker sind schwerst kranke Menschen und natürlich ist es frustrierend wenn die selben Personen immer wieder kommen, trotzdem sollte es auch eine spezielle Einrichtung für dieses Klientel geben.
#13 vor 19 Tagen von Gast
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Charlotte (Ärztin)
Jeden Monat ab dem 20ten steigt die Zahl der Entgiftungswilligen sprunghaft an, da die finanziellen Mittel sich dem Ende zu neigen. Man wird gepöbelt, verbal attackiert, beleidigt, vollgejammert (ich meine Jammern, nicht Weinen) und nach spätestens zwei, drei Tagen ist der Entzugswunsch vergessen, weil einer, den man kennt, dann doch nen Zehner locker gemacht hat für Alkohol. Und dann geht die Schleife von vorn los. Es gibt wenige, die wirklich entziehen wollen. Das ist de traurige Wahrheit. Für diese wenigen lohnt es sich weiter zu machen, aber manchmal ist es ermüdend. Die beschriebene Geschichte kenne ich aus der Klinik auch, das schlechte Gewissen bleibt steter Begleiter und so nimmt man se meist doch auf, zumal sich einer der häufigen Gäste mal direkt auf die Straße vor der Klinik gelegt hat...er wollte sich überfahren lassen,um ein Zeichen zu setzen. Mehr als furchtbar.
#12 vor 19 Tagen von Charlotte (Ärztin) (Gast)
  1
Gästin
Fortsetzung: die Ressourcen die hier verschwendet werden sind immens, allein die finanziellen, aber auch die personellen. Möchten Sie oder Ihre Angehörigen etwa stundenlang auf einen Rettungsdienst, Notarzt oder in der Notaufnahme warten müssen weil alle sich mit diesen Patienten beschäftigen? Tag für Tag, wieder und wieder... und wofür? Für nichts! Das ganze wäre auch nicht so irrsinnig wenn man wenigstens helfen könnte, aber seien wir ehrlich: es macht nicht den geringsten Unterschied. Also verstehen Sie bitte wenn das Personal sich seine Motivation und Kraft manchmal für Leute einteilen muss denen es auch wirklich helfen KANN.
#11 vor 19 Tagen von Gästin (Gast)
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Gästin
Solche "Patienten" gibt es oft: rufen wegen zuviel oder zuwenig Alkohol den Rettungsdienst (teilweise täglich oder gar mehrmals täglich) dann entlassen sie sich auf eigene Verantwortung oder verlangen eine Aufnahme in die Psychiatrie zur Entgiftung und entlassen sich dort wieder nach einigen Stunden oder haben dort bereits Hausverbot... wenn sie gut drauf sind ist man stundenlang beschäftigt weil sie viel Aufmerksamkeit brauchen, wenn sie schlecht drauf sind ist man stundenlang beschäftigt weil sie gewalttätig werden oder es zumindest androhen oder andere Patienten belästigen und wenn sie ganz schlecht drauf sind geben sie Suizidgedanken an und man ist stundenlang beschäftigt um ein Notfallbett und die Verlegung zu organisieren... Alle die sich jetzt über kaltherzige Äußerungen von Ärzten beschweren oder ihnen gar vorhalten sie hätten ihren Beruf verfehlt (ziemlich unverschämt, boshaft und arrogant übrigens) sollten sich bitte vor Augen führen welche eine Belastung diese Leute sind.
#10 vor 19 Tagen von Gästin (Gast)
  9
Gast
Das Spiel kenne ich als Schwester auf Intensivstation und es ist mehr als ärgerlich..............da werden Ressourcen gebunden, die wir für die wirklichen Intensivpatienten brauchen. Hinzukommt dass die Herrschaften ein hohes Anspruchsdenken haben........"ich bleibe nur hier wenn ich einen Fernseher bekomme"...alles schon erlebt. Mag sein dass diese Leute krank sind.............aber gewiss nichts für die Notaufnahme........
#9 vor 19 Tagen von Gast
  0
Wieso kommentieren hier die meisten als Gast ? Wenn ihre Meinung wichtig ist und nicht nur anonyme Kritik, sollten sie auch dazu stehen.
#8 vor 19 Tagen von M.A. Annette Richter (Medizinjournalistin)
  27
Gast
An Nervenarzt, so eine Behandlung wünsche ich Ihnen dann auch. Eigentlich müsste man Ihnen mit so einer Aussage die Approbation entziehen.
#7 vor 19 Tagen von Gast
  46
Gast
Und Ärzte sollten sich mal besinnen was für einen Beruf sie ergriffen haben.
#6 vor 19 Tagen (editiert) von Gast
  43
Gast
Wenn der Herr nach 2 oder 3 Tagen freiwillig wieder geht, dann sollte man man es ihm auch gewähren. Gelegentliche Streicheleinheiten braucht jeder
#5 vor 19 Tagen von Gast
  38
Gast
Wenn der Mann Alkoholiker ist, dann ist er natürlich krank.
#4 vor 19 Tagen von Gast
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Nervenarzt
Orientierende Kurzuntersuchung und ab vor die Tür - ohne langes Palaver.
#3 vor 19 Tagen von Nervenarzt (Gast)
  37
Gast
Sie argumentieren lange - viel zu lange bei der Ihnen bekannten Vorgeschichte. Lernen Sie haushalten mit Ihren Ressourcen - für andere Patienten, Ihre Familie und auch für sich.
#2 vor 19 Tagen von Gast
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Ambulanzarzt
In ähnlichen Fällen, und solche hatten wir genügend in der Großstadt, wurden solche bedauernswerten Menschen die fast immer während der Nacht auftauchten, sofern sie sich friedlich verhielten, von uns in der Notfallambulanz in Sichtweite auf eine Liege platziert mit dem Angebot, dort bis zu Morgen ihren Rausch ausschlafen zu dürfen. Somit erfolgte soziale Akutversorgung ohne weitere Kosten und ohne Schuldgefühle beim Ambulanzteam.
#1 vor 19 Tagen von Ambulanzarzt (Gast)
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