Notfallpatient, Atemnot (aber nur rechte Nase)

19.04.2017
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Die Notaufnahmen der Krankenhäuser werden immer häufiger von Patienten aufgesucht, die sich eher in Arztpraxen vorstellen sollten, also keine objektiven Notfälle sind.

Die Diskussion zum Thema der Dringlichkeit einer ärztlichen Behandlung wird rasch emotional geführt. Wie wird der medizinische Notfall definiert und wo ist man mit welchen Beschwerden in unserem Gesundheitssystem richtig aufgehoben?

Wirklich ein Notfall?

Wie oft steht in unserer HNO-Praxis ein jemand, der das Gefühl hat, ein Notfallpatient zu sein und sofort angesehen werden will? Und welche dieser Notfälle gibt es in der HNO-Heilkunde, die einer sofortigen Behandlung bedürfen?

Akute Blutungen, Atemnot, Schmerzen bei Babys und Kleinkindern oder ähnliches sind sicherlich eindeutige Beispiele. Seit zwei Tagen abends Halskratzen, letzte Nacht schlimme Luftnot (aber nur rechte Nase), Heiserkeit im Rahmen eines Infektes seit gestern etc. sind sicherlich keine Notfälle. Letzteres kommt aber täglich vor. Über einige Grenzfälle kann man sicherlich intensiv streiten.

Kommentar von Dr. Gassen, KBV

In der gestrigen Videomeldung verteidigt der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Gassen die Neueinführung der seit dem 1. April geltenden Abklärungspauschale der Notaufnahmen in Krankenhäuser.

Unter anderem steht dort:

„Zunehmend nehmen Patienten den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder den Notfalldienst an Krankenhäusern in Anspruch, obwohl sie keine dringende Behandlung benötigen. Für solche Fälle können Bereitschaftsdienst- und Notfallärzte seit 1. April die Abklärungspauschale abrechnen, wenn sie die Patienten an einen niedergelassenen Arzt weiterleiten.

Der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss hatte die Abklärungspauschale Ende des vorigen Jahres beschlossen und als neue Leistung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab aufgenommen. Die Pauschale beträgt tagsüber 4,74 Euro sowie nachts, am Wochenende und an Feiertagen 8,42 Euro.

Neu seit 1. April sind außerdem zwei verschiedene Schweregradzuschläge im Notfall- und Bereitschaftsdienst. Sie werden als Zuschläge zu den Notfallpauschalen (GOP 01210 und 01212) für Fälle mit erhöhtem Behandlungsaufwand gezahlt.“

Das ist die Antwort auf die Probleme?

Aus meiner Sicht bleibt nun abzuwarten, wie sich diese neue Regulierung in der Praxis durchsetzen wird.

Mir gehen nach diesem Artikel folgende Fragen durch den Kopf:

Ich persönlich kann mich nicht erinnern, in meiner Jugend wegen kleinster Beschwerden immer gleich zum Arzt, schon gar nicht in eine Notaufnahme, gerannt zu sein. Ich komme übrigens nicht aus einem Mediziner-Haushalt.

Stichwort Versicherung

Wie soll man eigentlich eine Krankenversicherung verstehen? Als All-inclusive-Flatrate für sämtliche Leistungen im Medizinsektor? Zu jeder Zeit und überall? Ein Kommentator meinte ja schon, die Arztpraxen sollten sich den Öffnungszeiten der Supermärkte anpassen. Geht’s noch?

„Ich will jetzt sofort drankommen, ich zahle seit Jahren so hohe Beiträge, da habe ich Anspruch drauf!“ – wie reagiert man, wenn jemand so argumentiert?

Was Wikipedia dazu sagt:

Versicherung (Kollektiv)

Die Versicherung (veraltet Assekuranz) wird das Grundprinzip der kollektiven Risikoübernahme (Versicherungsprinzip oder Äquivalenzprinzip) bezeichnet: Viele zahlen eine Geldbetrag (= Versicherungsbeitrag) in die Kapitalsammelstelle Versicherer ein, um beim Eintreten eines entsprechenden Schadens, dem Versicherungsfall, aus der Kapitalsammelstelle einen Schadenausgleich zu erhalten. Da der Versicherungsfall nur bei wenigen Versicherten eintreten wird, reicht das Vermögen der Kapitalsammelstelle bei bezahlbarem Beitrag aus. Voraussetzung ist, dass der Umfang der Schäden statistisch abschätzbar ist und demnach mit versicherungsmathematischen Methoden der von jedem Mitglied des Kollektivs benötigte Beitrag bestimmbar ist.

Natürlich macht diese (Kranken-) Versicherung Sinn im Falle eines Unfalls, einer Operation oder Tumorbehandlung – aber bei Schnupfen?

Provokante These:

Warum findet es die Politik eigentlich nicht so schlimm, dass die Last auf die niedergelassenen Ärzte übertragen wird, die Krankenhäuser aber mit der Ablehnung Geld verdienen? Hat das etwas mit dem Bugdet zu tun? Mehr Leistung, aber nicht mehr Geld für die Praxen? Ein Schelm, der so etwas denkt!

Eine Diskussion über eine Pauschale wäre spannend. Dann aber nicht 10 € pro Quartal und dann Freifahrtschein mit Überweisungen zu allen weiteren Ärzten, sondern pro Arzt-Besuch 35 €. Höchstgrenze pro Jahr 420 €. Für jeden! Andere Konzepte sind nur langfristig sinnvoll.

Oder die Patienten treten wie die PKV-Patienten in Vorleistung und zahlen mal ihre Arztbesuche bei anschließender Erstattung, um sich der entstandenen Kosten bewusst zu werden. Aber dann rennen die Ärzte dem Honorar hinterher.

Nur Ideen! Ihre Meinung dazu?

 

Bildquelle: John Ferguson, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.04.2017.

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Wäre es vielleicht sinnvoll, bei der Patienten_bildung_ anzusetzen? Ich erlebe oft, dass heutzutage nicht gewusst wird, mit welchem Zipperlein man überhaupt zum Arzt gehen soll(te), und was sich gut mit Hausmittelchen behandeln bzw abwarten lässt. Und natürlich sind die Atteste und Krankmeldungen, die Schulen und Arbeitgeber für jede Magen-Darm-Episode, ersten Menstruationstag, Migräne und ähnliche Verdächtige schon am ersten Fehltag ausgestellt haben wollen, in Sachen Arbeitslast der Niedergelassenen keine Hilfe.
#29 vor 4 Tagen von Jehanne Jenkins (Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technische Assistentin)
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Gast
@hannelore: Deinen Kommentar finde ich sehr gut, aber er ist aus meiner Sicht zu idealistisch gedacht. Wenn man Probleme nicht lösen kann oder nur über viele Jahre, dann sind es gesellschaftliche Probleme. Und ob die Krankenhäuser diese Abweisungspauschale nutzen, um die Patienten in einem netten Gespräch aufzuklären, halte ich für ausgesprochen optimistisch. Aus diesem Artikel kann ich übrigens nicht herauslesen, dass irgendjemand in Zukunft medizinisch schlechter versorgt werden soll. Wer leidet unter diesem beschriebenen Problemen im Notfallsystem? Die Patienten, die wirklich versorgt werden sollten und das Personal, dass diese Mehrarbeit ohne einen Ausgleich zusätzlich bewältigen muss. Die Praxen bekommen Mehrarbeit schon seit Jahren durch das Budget nicht bezahlt und die Krankenhäuser müssen Personal eher abbauen. Hat hier mal jemand eine Lösung, die man auch schnell erreichen kann? Oder weiterhin Ärzte- und Krankenhaus- Bashing.
#28 vor 5 Tagen von Gast
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hannelore
Vielleicht wird in diesen Vorschlägen die "Erziehung" an falscher Stelle betrieben. Warum kommen Patienten in Notaufnahmen statt in Praxen zu gehen? Vielleicht weil Praxen Überlastet sind, abgewiesen wurden, mangelnde Aufklärung über die Versorgngsmöglochkeiten, mangelndes Vertrauen zu Hausärzten, nicht existierende Hausärzte? Gibt es tatsächlich zuviele Gesunde, die denken dass sie krank sind? Nun selbst wenn jemand sich etwas "einbildet" oder seine eigenen Symptome schlimmer Empfindet als sie tatsächlich sind, sind diese Empfindungen real und suchen jemanden von dem sie ernst genommen werden, jemand der sich "Kümmert". Jemanden zu sagen, dass er im Grund nichts hat und deswegen die Kosten alleine tragen muss, wird diese Person bestimmt nicht aufbauen. Was man sicher in Frage stellen kann ist, ob der Arzt diese Rolle übernehmen muss? Ich denke da eher an ein gesellschaftliches Problem. Vielleicht einen Magel des "füreinander da seins" oder ähnliches? Die Personen die daruter leiden sind dann auch die Verlierer des "Kosten"-Systems. Vielleicht eine übertriebene Wahrnehmung des Körpers als Tempel? Vielleicht eine zunemende Unsicherheit vieler Menschen? Vielleicht ein erlerntes Verhalten, dass man nur bekommt was einem zusteht wenn man es nachhaltig einfordert? Vielleicht die Erziehung, dass man selbst immer am wichtigsten ist auf Kosten der gegenseitigen Rücksichtnahme? Vielleicht eine Selbstverantwortung, mit denen manche Menschen nicht umgehen können? Die Verlierer der im Artikel vorgeschlagenen Lösung sind eh schon die Verlierer der Gesellschaft oder des Systems. Diese Rädchen lassen sich sicher nicht so leicht drehen. Konkreter: Im Notaufnahme-System könnte man probieren vor Ort Aufklärung zu betreiben, um von vornherein die Ansprüche mit den Möglichkeiten abzugleichen. Insofern finde ich die Abklärungspauschale eine gute Idee.
#27 vor 5 Tagen von hannelore (Gast)
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Ärztin
@24: Niemand möchte das die Versorgung schlechter wird nur weil jemand arm ist. Es geht einzig darum dass kein Missbrauch betrieben werden sollte. Dabei geht es auch nicht primär um Geld, sondern um Menschenleben. Es spielt keine Rolle ob jemand privat oder gesetzlich versichert ist, wenn kein akuter Notfall vorliegt hat man in der Notaufnahme nichts verloren und wenn einige unserer Mitmenschen nicht ständig grundlos niedergelassene Ärzte aufsuchen würden wäre es auch leichter dort einen Termin zu bekommen. Das bedeutet Leute bei denen es "nicht anders geht" sind in der Notaufnahme sowieso goldrichtig, müssen dort auch nichts bezahlen und wenn die Leute bei denen es eben schon anders geht nicht in die NA kommen würden müsste man dort auch nicht lange warten. Diejenigen bei denen kein Notfall vorliegt sollten einen zeitnahen Termin in der Arztpraxis bekommen, das geht aber nur wenn die Praxen nicht durch Bürokratie, Dauerabonennten und Leute denen gar nichts fehlt überlastet werden.
#26 vor 6 Tagen von Ärztin (Gast)
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Gast
Zum Vorredner: Sorry, aber genau das ist es doch, worüber wir hier diskutieren: Überlegen, ob man wirklich in eine Notaufnahme gehen muss. Kein Mensch will Ihnen die medizinische Versorgung streitig machen! Aber welchen Vorschlag haben Sie denn? Offensichtlich muss man etwas verändern. Und warum geht das in anderen Ländern? Bisher leiden die wirklich Kranken und das Personal in Praxen und Krankenhäusern an teilweise völlig überzogenen Versorgungswünschen der Leute.
#25 vor 7 Tagen von Gast
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Gast
Also aus meiner Erfahrung als Hartz IV Empfängerin muss ich den Menschen zustimmen die die Befürchtung haben dass Arme nicht oder zu spät zum Arzt gehen wenn das Gebühren kostet, auch wenn man die Summe "nur" auslegen muss. Von den knapp 400€ zu leben ist tatsächlich schwer (sollte vielleicht jeder mal einen Monat lang ausprobieren), da tut jede Fahrt zum Arzt weh, jedes Medikament (bis man an die Befreiungsgrenze kommt) und eine Art Bestrafung um Patienten zu erziehen bestraft tatsächlich die Falschen. Ich leiste mir heute weder die Zahnreinigung wie früher, tu mir schwer Physio in Anspruch zu nehmen, muss auf die Zuzahlung bei Zahnbehandlungen und die nötige Brille irgendwie sparen und bei einer Gebühr für die Notaufnahme würde ich mir lange überlegen ob das zu dem Zeitpunkt wirklich notwendig ist - im Zweifel würde ich solange warten bis es eben gar nicht mehr geht und dann könnte es natürlich teurer werden für die Kassen, schlechtere Prognosen geben und im Allgemeinen zu spät sein.
#24 vor 7 Tagen von Gast
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geneigter Leser, Arzt
Es ist doch wichtig, Probleme anzusprechen. Dieser Beitrag ist sehr sachlich und die meisten Kommentare konstruktiv. Aber Himmel: Solche wie #6! Habe lange überlegt, ob ich nur einen Daumen runter drücke. Ne, Leute. Diskussionskultur im tiefsten Keller!! Hier wird eine These aufgestellt. Den Autor deshalb so zu verunglimpfen und wieder mit der Sozialkarte zu kommen ist doch echt das letzte!!! Gibt es eigentlich Studien, die belegen, dass es in den unten beschriebenen Ländern mit Praxisgebühr eine medizinische Benachteiligung für Menschen in prekären finanziellen Situationen gibt? Gab es in Deutschland im Zeitraum dieser Gebühr eine schlechtere Versorgung? Die Idee von # 22, diese Gebühr bei den Krankenkassen einreichen zu können, finde ich sehr gut. Die können dann mit der kodierten Diagnose selbst entscheiden, ob sie das Geld erstatten. Damit müßte auch #6 leben können, oder?
#23 vor 7 Tagen von geneigter Leser, Arzt (Gast)
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Gast #16
Es zahlt doch auch kein Privatpatient direkt seine Behandlungskosten. Der kriegt eben eine Rechnung und reicht die bei der Kasse ein. Warum soll das bei einer Notfallgebühr nicht auch gehen? Damit muss sie keiner vorstrecken und ob man den Patienten die dann als "Strafe" selbst zahlen lässt oder eben nicht oder einen Anteil kann dann die Kasse entscheiden - gern mit Härtefallregelungen, die sich am Einkommen, chronischen Krankheiten... orientieren und auch dem Geld hinterherlaufen wenn jemand eben nicht zahlt. Dann sind endlich die Krankenhäuser, Hausärzte... als geldeintreibende Buhmänner raus und die Kassen können sich überlegen ob sie lieber viel Geld einnimmt mit der Gefahr Kunden zu vertreiben oder großzügiger ist um der Werbewirksamkeit willen. Und in beiden Fällen werden sie sicher eine Möglichkeit finden um das Ganze wirtschaftlich zu gestalten.
#22 vor 8 Tagen von Gast #16 (Gast)
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Mit 10Euro Praxisgebühr war die Inanspruchnahme des ärztl.Notdienstes deutl. geringer. Wirkliche Notfälle im Notdienst sind m.E. die Ausnahme. Da hat man halt Zeit nachts zum Arzt zu gehen und droht mit der Ärztekammer wenn der Arzt den nächtlichen Check up ablehnt. M.e. nach wie vor das beste Modell 10% Eigenbeteiligung, wie früher bei den Lokführern. Das überfordert mit Höchstgrenzue niemanden und hindert Ärzte und Patienten an überflüssiger Diagnostik und Therapie.
#21 vor 8 Tagen von Dr. med. Jens Bernhardt (Arzt)
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Ärztin
Ich halte eine "Gebühr" auch für kontraproduktiv, wie bereits mehrfach erwähnt trifft sie die falschen. Außerdem besteht die Gefahr dass die "Kunden" die Missbrauch aus Bequemlichkeit oder Egoismus betreiben ohne dass ein triftiger Grund vorliegt durch das Bezahlen von Gebühren ihr Verhalten als legitimiert betrachten... dann lieber bei eindeutigem Missbrauch (v.a. bei Wiederholungstätern) eine gepfefferte Strafe (meinetwegen vorausgehend Mahnung von der Klinik und der Krankenkasse)
#20 vor 8 Tagen von Ärztin (Gast)
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Gast
Das Problem mit "Abwehrgebühren" ist immer, daß es die Falschen trifft. Wer in die Notaufnahme kommt weil es bequemer ist und schneller geht als einen Termin beim Hausarzt zu machen, der kann sich in der Regel auch die Gebühr leisten. Der Vorschlag, arme Menschen könnten den Betrag ja zurückfordern geht an der Realität vorbei. 40€ vorstecken bedeutet dann schnell eine Woche ohne Essen auskommen zu müssen weil das eine der wenigen Stellen im Budget ist, wo sich überhaupt etwas einsparen läßt. Daß die 40€ nach Wochen oder Monaten von Papierkrieg und zusätzlichen Portoauslagen dann wieder zurück kommen ändert an der akuten Notlage nichts. Damit werden viele keine Hilfe suchen, wenn sie sie eigentlich nötig hätten, nur auf die Gefahr hin, daß der Notfallbesuch Geld kostet, das sie schlicht nicht haben. Dann verschiebt sich die Population in der Notaufnahme noch weiter Richtung "Luxuskunde", das kann das Ziel nicht sein.
#19 vor 8 Tagen von Gast
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Gast
Das Problem der fehlerhaften Inanspruchnahme des ärztlichen Notdienstes (auch der ÄN der niedergelassenen ist im Übrigen nur für "unaufschiebbare Notfälle" gedacht) ist meines Erachtens nur durch eine komplette Reorganisation lösbar. Dies ist für alle Betroffenen sich äußerst unbefriedigend (mich eingeschlossen), aber alles andere wäre ein "Curieren an den Symptomen". Die derzeit präsentierten Lösungsansätze sind jedenfalls meines Erachtens untauglich bis kontraproduktiv. Weder ist die Einrichtung von Portalpraxen zwingend eine wirkliche Entlastung der Krankenhäuser, noch kann man ernsthaft erwarten, dass diese eine weiter erhöhte Notfallpauschale auf Kosten der Niedergelassenen erwarten dürfen. Um nur mal zwei der Vorschläge zu nennen.
#18 vor 8 Tagen von Gast
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Gast
Ich war mal -zugegeben kurz - im irischen Gesundheitswesen beschäftigt - in einem nicht-Privat-Krankenhaus. Damals kostete der Notaufnahme-Besuch dort ca. 40€ "Aufnahmegebühr" und wer sich nicht zusätzlich privat versichert hatte zahlte für jedes Röntgen, Medikament etc. einen Beitrag. Wir hatten bis zu 10h Wartezeit (nachdem einen die besonders ausgebildete Schwester als nicht-dringend eingestuft hatte) und man lag nach der Arzt-Untersuchung auch mal über 24h dort in einer Reihe mit 18 Tragen mit lediglich einem Vorhang dazwischen und einer Toilette für alle, bis auf der Station ein Bett frei wurde - im 5-Bett-Zimmer mit uralt-Sprungfeder-Betten. Die Aufschreie die es hier wegen so etwas geben würde ("mit so wenig Komfort kann man ja nicht gesund werden") möchte ich gar nicht hören. Seltsamerweise hat sich dort so gut wie nie jemand beschwert. Und es wurde gute Medizin gemacht. Aber ob das System hier auf Begeisterung stoßen würde wage ich zu bezweifeln.
#17 vor 9 Tagen von Gast
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Gast
Ich bin für eine (durchaus hohe) Notfall-Gebühr, die der Patient bei der Kasse zurück verlangen kann. Funktioniert mit Gebühren der Privatversicherten ja auch. Dann kann endlich mal die Kasse dem Patienten erklären, warum diese Beschwerden kein Notfall waren (und sie ihm deshalb die Gebühr nicht zurück erstatten), statt dass die Ärzte entweder dem Patienten erklären müssen warum er jetzt kein Notfall ist und ihn auf eigenes Risiko weg schicken oder den Kassen gegenüber rechtfertigen aus welcher medizinischen Notwendigkeit er behandelt wurde (und man Geld dafür haben will). Sollen sich doch bitte Versicherung und Kunden um das Thema streiten, dann würden sicher auch die Versicherungen schnell Anreize schaffen, die die Patienten dorthin lenken wo sie hin sollen. Aber wenn man statt dessen das Geld irgendwo beim Budget medizinischer Einrichtungen kürzen kann (egal bei welcher) gibts dazu ja keinen Grund.
#16 vor 9 Tagen von Gast
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Gast
Ich kann #13 nur zustimmen. Was sich so manchmal in der Notaufnahme tummelt, muss bei genauem Hinsehen noch nicht mal zum Hausarzt. Ein Beispiel: Wir waren mit unserer Tochter montag Abends in der Kinder-Notaufnahme (ein echter Notfall übrigens) und wurden unfreiwillig Zeuge eines Gesprächs eines Paares mit Kleinkind mit einer Schwester. Den Dialog kann ich stark verkürzt so wiedergeben: Mutter auf die Frage der Schwester: Unser Kind hat gespuckt und isst jetzt nichts mehr. Schwester: Wie oft hat sie denn gespuckt? Mutter: Einmal. Schwester: Wann? Mutter: Heute morgen. Schwester: Wann hat sie denn zuletzt gegessen? Antwort: Heute mittag. Aber jetzt will sie nichts mehr. Schwester: Hat sie Durchfall? Antwort: Nein. - ????
#15 vor 9 Tagen von Gast
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Gast
Ich frage mich bei dieser Diskussion immer: Cui bono (wem nützt es?) - dem Patienten wohl am wenigsten. Warum macht man es bei uns nicht so wie in vielen anderen Ländern - pragmatisch und kostengünstig. Habe ich, als echter Notfall, in Ländern wie England und Australien persönlich schätzen gelernt. Als Notfall "zu Fuß" ins Hospital, dort am Empfang registriert, dann weiter zu einem "Assistant Doctor" oder einer "Triage Nurse". Dort Erstdiagnose / - untersuchung, Kreislaufcheck, Grund für den Hospitalbesuch, Medikamentennahme etc. Daraufhin erst die Entscheidung "echter Notfall" oder nicht bzw. welcher Facharzt ggf. hinzugezogen werden sollte. Wer sind diese "Assistant Doctors" bzw. "Triage Nurses"? Das sind erfahrene, fortgebildete Krankenpfleger mit entsprechend höherer Entlohnung. Hebt das Gefühl gut aufgehoben zu sein, weil es schnell geht und zunächst jemand mit echter Erfahrung mit einem spricht - auf jeden Fall mit größerer Erfahrung als ein junger Assistenzarzt.
#14 vor 9 Tagen von Gast
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Ich war kürzlich als Notfall in der Nitaufnahme (unfreiwillig, aber eine niedergelassene Chirurgin hat mich dringlich überwiesen) und musste feststellen, dass dort viele Menschen saßen, die wegen Kleinigkeiten dort waren. Ein Paar unterhielt sich soagr freimütig darüber, dass die Notaufnahme ja so praktisch wäre, weil man ganz in Ruhe abends hin könne... Früher war das Verhalten der Menschen anders. Ich fände eine Beteiligung der Patienten an der Nutzung der Notaufnahme, besonders als Nicht-Notfall, richtig. Denn jeder muss ja angeschaut werden, um sicher zu sein, dass es kein Notfall ist. Klar, manchmal hat ein Mensch eine Erkrankung, die ihn panisch macht und die Notdienste aufsuchen lässt. Mit gesundem Menschenverstand lassen sich diese aber feststellen. Ärgerlich sind all jene, die Notdienste und Notaufnahmen in Anspruch nehmen, weil sie meinen, es stünde ihnen jederzeit "der Service" zu - diese Mentalität zeigt sich aber in allen Bereichen, auch bei uns in der Veterinärmedizin.
#13 vor 9 Tagen von Susanne Veh (Tierärztin)
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Gast
In Österreich hat sich in den letzten Jahren auch die sogenannte "Susi Sorglos Vollkasko Mentalität" etabliert. Es gibt weder zu wenig Krankenhäuser, noch zu wenig niedergelassene Hausärzte (Allgemeinmedizin) und Fachärzte. Was es gibt, sind in hohem Maße fordernde Menschen bestimmter bildungsferner Schichten, sowohl Authochtone, als auch Migranten. Diesem Klientel ist, bei sorgfältiger, ärztlicher Abwägung, die Behandlung "Jetzt und sofort" oder "ist gerade zeitlich günstig" argumentativ zu verweigern, oder mit einem real kalkulierten Geldbetrag (keine Versicherungsleistung) zu ermöglichen. Dieses Klientel ist nicht anders zu erziehen und leider beratungsresistent. Hart, aber fair. Notfall ist Notfall, es entscheidet der Mediziner und nicht der Patient, nachdem er noch dazu bei Banalitäten statt mit Öffis oder dem Taxi, die Rettung als Taxi "benutzt".
#12 vor 9 Tagen von Gast
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Gast
Haus- und Kinderärzte fest anstellen, Fachärzte in eigener Niederlassung und Direktabrechnung bei freier Kassenwahl - revolutionär, aber Hauptproblem gelöst.
#11 vor 9 Tagen von Gast
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Einheitlicher Bewertungsmaßstab EBM: - GOP 01205: berechnungsfähig am Tag (Tag = 7-19 Uhr; ohne Wochenenden, Feiertage & 24./31.12); Bewertung: 4,74 Euro (45 Punkte); einmal im Behandlungsfall - GOP 01207: berechnungsfähig in der Nacht (Nacht = 19-7 Uhr; ganztägig an Wochenenden, Feiertagen & 24./31.12); Bewertung 8,42 Euro (80 Punkte); einmal im Behandlungsfall. Doch bei jeder Art von Behandlungsvertrag mit Patientinnen und Patienten besteht eine Fürsorge- und Garantenpflicht seitens des verantwortlichen und koordinierenden Arztes für die angemessene Versorgung und gezielte Weiterleitung. Derartig banale, grundlegend arztrechtliche Tatsachen müssten eigentlich einem KBV-Vorstandschef bekannt sein. Stattdessen stiften seine multimedialen Äußerungen zu diesem Themenkomplex nur Verwirrung und Verunsicherung - oder ist das etwa beabsichtigt?
#10 vor 9 Tagen von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Im Wortlaut heißt es bei der KBV: "Abrechnungshinweise zur Abklärungspauschale GOP 01205 und 01207 - Die Abklärungspauschale kann abgerechnet werden, wenn ein Patient in die reguläre vertragsärztliche Versorgung weitergeleitet werden kann, weil er kein Notfall ist. Damit wird die Abklärung der Behandlungs-Notwendigkeit und Koordination der weiteren Behandlung vergütet. Die Ausschlüsse sind die gleichen wie bei den bestehenden Notfallpauschalen (GOP 01210, 01212, 01214 und 01216 und 01218). Zudem dürfen neben der Abklärungspauschale nicht die EBM-Kapitel 33, 34, und 35 (bildgebende Diagnostik) abgerechnet werden." http://www.kbv.de/html/1150_25783.php
#9 vor 9 Tagen von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist FA für Orthopädie.... Von daher kann man nicht zwangsläufig intellektuelle Höhenflüge erwarten ;-) Seine Anmerkungen und Einschätzungen zur "Abklärungspauschale" sind irreführend bis fehlerhaft als "KBV-Absurditäten-Abklärungspauschale!"! KBV-Vorstandskollege Dr. med. Andreas Gassen behauptet, die Pauschale sei eingeführt worden, weil es Fälle gebe, in denen Patienten mit Bagatellerkrankungen oder nur für ein Rezept eine Notfallambulanz aufsuchten? Dazu im O-Ton: „Diese Pa­tien­ten soll der Kran­ken­hausarzt dann zum niedergelassenen Arzt schicken. Für diese Abklärung hat das Krankenhaus bisher kein Geld bekommen“ als krasse Fehleinschätzung. Denn selbstverständlich wurden derartige "Bagatellfälle" zur Quersubvention aufwändiger echter Notfälle voll abgerechnet, entsprechend dem gleichmacherischen Durchschnitts-Vergütungs-Prinzip mit Regelleistungsvolumina (RLV) in der haus- und fachärztlichen, vertragsärztlichen Praxis.
#8 vor 9 Tagen von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Diese Fragen stelle ich mir in unserer Hausarztpr. auch oft. Wir sind die altersm. jüngste Praxis in der Stadt mit 70T Einwohner. 60% der HÄ vor Ort sind über 60. Wir haben tgl 5-10 Neupat. und alle Praxismitarbeiter gehen am Krückstock. Der Tagesdurchschnitt bewegt sich bei 150 Patienten (3 Ärzte) Wir können nicht mehr Patienten bewältigen. Wir diskutieren wöchentlich intern, wie wir die Ströme besser steuern können. Wir werden erdrückt von Bagatellerkrankungen, Pseudonotfällen (alle ohne Termin versteht sich, weil man beim Facharzt erst in 3 Wochen einen bekommt) und Pat. mit erheblicher Sprachbarriere, die uns die Zeit rauben. Für alles und jeden sollen wir Atteste erstellen und Papierkram erledigen. Eine Großzahl der Patienten kommt auf mindestens 10 Arzt-Patienten-Kontakte pro Q (all-inclusive-Mentalität!) Ich poche auf bessere Aufklärung! Die Menschen müssen Verantwortung für sich und unser Gesundheitssystem übernehmen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen optimieren!
#7 vor 9 Tagen von Gast
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Gast
Sorry, da lässt sich offenbar wieder jemand über so einen Quatsch wie die Pauschale aus, vor allem in dieserHöhe, der von der Lebensrealität von Menschen in prekären wirtschaftlichen Situationen keine Ahnung hat, nie in einer solchen Lage war und vermutlich nie in eine solche geraten wird und obendrein vermutlich privat versichert ist und somit in jeder Notaufnahme sowieso bevorzugt behandelt wird (ja auch dort ist es so!). Mich macht sowas wirklich wütend. 420,-€ /Jahr? Das zahlen gesetzlich Versicherte, die sich einkommensmäßig in der Nähe der Bemessungsgrenz bewegen, mehr oder weniger aus der Portokasse. Aber für Menschen, die jeden cent umdrehen müssen, bedeute das, dass sie sich ernsthaft überlegen müssen, ob sie sich eine *notwendige* Behandlungennoch leisten können und ggf. lieber darauf warten, biss sie notarztmäßig abgeholt werden müssen. Selten so einen Blödsinn gelesen.
#6 vor 9 Tagen von Gast
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Gast
Bei unseren niederländischen Nachbarn besteht schon lange ein Eigenanteil für medizinische Behandlungen, Medikamente, Therapien. Wirtschaftlich nicht so gut gestellte Patienten erhalten den gezahlten Eigenanteil dann am Ende des Jahres retour. Außerdem kann der Patient selber entscheiden ob er den Betrag monatlich gestaffelt überweist oder die (Arzt) Rechnungen oder die Medikamente/ Therapien bis zum Höchstbetrag (ca. 480 Euro/ Person/jährlich) zahlen möchte.
#5 vor 9 Tagen von Gast
  2
Gast
Mittlerweile habe ich den Eindruck,dass man bitte bitte machen muß, um behandelt zu werden. In den Krankenhäusern besteht mittlerweile eine so schlechte Versorgung, dass man Angst haben muss, dort zu sterben, weil keiner kommt.Unfreundlichkeit, Mißstände und dann nach die Frage ,, was soll ich jetzt machen??" Ja und was soll der Patient machen????
#4 vor 9 Tagen von Gast
  20
Gast
Wieso sollen Ärzte ihrem Honorar hinterherlaufen müssen? In der Schweiz funktioniert es doch und im Zweifel kann der Arzt sich auch direkt an die KV wenden. Den obligatorischen Patientenanteil holen die Kassen sich schon wieder.
#3 vor 9 Tagen von Gast
  3
Gast
Die Schuld nur bei den Patienten zu suchen, halte ich für falsch. Es liegt auch daran, dass man oft in den Arztpraxen abgewiesen wird. Sorry, wir haben heute den letzten Tag auf, sind schon proppenvoll und können niemanden mehr nehmen, dann haben wir drei Wochen Urlaub und dann anschließend kann ich ihnen auch nicht gleich einen Termin geben. Wer schon mal erlebt hat, wie heftig dann Ohrenschmerzen übers Wochenende werden können, kann aus dem Fenster springen oder geht eben in die Notfallambulanz.
#2 vor 9 Tagen von Gast
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Alexandra Arnold
Häufig sehe ich in deutschen Ambulanzen deutsche Neubürger. Diese kommen mit der kompletten Familie, da sie es, nach meiner Befragung, in ihren Heimatländern so gewohnt sind, in MVZs zu gehen, da es nicht überall ein so gutes Haus-und Facharztnetz gibt, wie in Deutschland. Hinzu kommen die Einheimischen, denen gerade einfällt, dass in Ermangelung eines guten Fernsehprogramms und weil man ja morgen zum Brunch verabredet ist, mal eben schnell der Doc auf diesen blöden, eingewachsenen Nagel schauen soll. Tut in den Pumps immer so weh... verstehe ich ja alles.. Ich wäre absolut für ! eine Bagatellselbstbeteiligung in Notfallambulanzen. Dann gingen mancje lieber doch ins Kino für die Kohle ...
#1 vor 9 Tagen von Alexandra Arnold (Gast)
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