Die Parodontitis-Erkrankung unter Mithilfe des Patienten behandeln

18.04.2017
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Rund 75 Prozent der Deutschen sind von Parodontitis betroffen, wobei nur ein kleiner Teil der Erkrankten das erhebliche Risiko, das die Erkrankung mit sich bringt, auch wahrnimmt. Die Bekämpfung der Krankheit setzt sich aus vielen Komponenten zusammen, die je nach Stadium der Parodontitis Anwendung finden.

Frühzeitige Behandlungen sichern die besten Heilungschancen

Warnhinweise, wie vermehrtes Zahnfleischbluten und kontinuierlicher Zahnfleischrückgang, laufen meist schmerzfrei ab, weshalb Patienten lange Zeit keine Praxis aufsuchen. Da eine frühzeitige Behandlung der Parodontitis bessere Heilungschancen in Aussicht stellt, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen empfehlenswert, um rechtzeitig eingreifen zu können. Dank Recall-System werden die Patienten regelmäßig angesprochen, Zahnarzttermine wahrzunehmen, in deren Rahmen professionelle Zahnreinigungen durchgeführt werden können, um den Biofilm und die Plaque auf den Zähnen wirkungsvoll zu reduzieren. Hinzu kommt eine Betrachtung der Ausbildung der Zahnfleischtaschen, die erste Rückschlüsse auf eine mögliche Erkrankung geben kann.

Die Therapieschritte müssen individuell angepasst werden

Neben Röntgenbildern, die einen möglichen Bakterienbefall des Knochens anzeigen, haben sich die Vector-Methode und Lasersysteme zur Reinigung und Beseitigung der Entzündungsherde etabliert. Da diese beiden Methoden in der Regel schmerz- und blutungsarm ablaufen, wird das entzündete Zahnfleisch nicht weiter gereizt. Im Bereich der Lasersysteme ist besonders die Photodynamische Therapie zu nennen, die als Kombination aus Laserlicht, blauer Farbstofflösung und Sauerstoff die Membran der Bakterien angreift und zerstört. So kann oftmals von einer Antibiotika-Gabe abgesehen werden, was besonders in Zeiten der Bakterienresistenz eine interessante Alternative darstellt. Schmelz-Matrix-Proteine und Knochenersatzmaterial fördern im Anschluss das gesunde Wachstum des Knochens und Zahnfleisches und bilden somit die Grundlage für Implantate oder Mini-Implantate, für den Fall, dass die Krankheit bereits zum Zahnverlust geführt hat.

Lebenslange Nachsorge ist das A und O

Nach einer Parodontitis-Behandlung muss vermehrt auf die Mundhygiene geachtet werden, um eine mögliche Revision zu unterbinden. Dies gelingt zum einen durch die heimische Mundpflege mit einer geeigneten Zahnbürste, der richtigen Putztechnik sowie wahlweise Interdentalbürsten oder Zahnseide. Zum anderen wird je nach vorangegangener Schwere der Erkrankung der Abstand der professionellen Zahnreinigungen verschmälert. Die Motivation des einzelnen Patienten ist hier erfolgstragend, um eine erneute Erkrankung zu verhindern. Kurz nach der Krankheit lässt sich meist eine hohe Bereitschaft für die Pflege der Zähne erkennen, die jedoch im Laufe des Jahres nach der Erkrankung rapide nachlässt. Hier kann ebenfalls Gebrauch vom Recall-System gemacht sowie eine Aufklärung durchgeführt werden, die dem Patienten den Ernst der Situation vor Augen führt und mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen in den Fokus rückt.

Mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen erläutern

Die Bakterien können auf lange Sicht den gesamten Organismus schwächen. So steigt mit einer Parodontitiserkrankung auch das Risiko für Herzinfarkte, chronisch ischämische Herzkrankheiten und Arteriosklerose um bis zu zwanzig Prozent. Auch die gegenseitige negative Beeinflussung von Parodontitis und Diabetes mellitus, Lungenerkrankungen, Krebs und Rheuma sollte dem Patienten unbedingt vor Augen geführt werden, um dessen Sinne für erneute Auffälligkeiten im Mundbereich zu schärfen und gleichzeitig ein Bewusstsein für den Ernst der Lage zu schaffen. Denn der mindestens halbjährliche Besuch beim Zahnarzt allein kann ohne die Mithilfe und Motivation des Patienten nicht zu einer dauerhaft guten Mundgesundheit führen. Hier ist die Mitarbeit und Disziplin des Patienten gefragt.

Artikel letztmalig aktualisiert am 18.04.2017.

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