Nervus intermediofacialis (VII)

16.04.2017
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Der Nervus intermediofacialis stellt der 7. Gehirnnerv dar und ist hauptsächlich für Strukturen im Innenohr (Intermediusanteil) und der Innervation der mimischen Muskulatur (Fazialisanteil) zuständig. Er wird in den Regiones parotidea et masseterica oberflächlich, weshalb bei Präparationen in diesem Bereich Vorsicht geboten ist.

Der Nervus intermediofacialis, in der Humanmedizin oftmals nur als Nervus facialis bezeichnet, besteht funktionell aus zwei verschiedenwertigen Komponenten. Beide Anteile verleihen ihm letztendlich seinen vollständigen Namen:

Aufgrund seiner zusammengesetzten Form sollte der 7. Hirnnerv auch korrekterweise als Nervus intermediofacialis benannt werden.

Beide Nerventeile entspringen am hinteren Rand der Brücke (Pons) aus der Medulla oblongata (verlängertes Rückenmark). Hierbei sind sie nur beim Wiederkäuer und beim Schwein (ähnlich dem Menschen), an ihrem Austritt voneinander getrennt, sodass sich bei diesen Tieren beide Nerven erst im Meatus acusticus internus vereinigen.

Aufgrund seiner engen topographischen Lagebeziehung zum Nervus vestibulochochlearis (VIII), zieht er mit diesem gemeinsam zum Meatus acusticus internus. Dort tritt er im weiteren Verlauf in den Canalis facialis (s. Canalis nervi facialis) ein, wo er sich fast senkrecht nach kaudal wendet und so das periphere Fazialisknie (Geniculum nervi facialis) bildet. Dieser Knick beherbergt (namensgebend) das Ganglion geniculi.

Der Nervus facialis, und somit nur noch der motorische Anteil des Nervus intermediofacialis, verlässt das Felsenbein (Pars petrosa ossis temporalis) durch das Foramen stylomastoideum.

Nervus intermedius

Der Nervus intermediusfacialis gibt im Canalis facialis seinen Intermediusanteil in Form mehrerer verschiedener Strukturen ab:

Zusammenfassend kann behauptet werden, dass die im Fazialiskanal vom Nervus intermediofacialis abzweigenden Nerven den Nervus intermedius repräsentieren. Auf der einen Seite versorgen sie die vorderen zwei Drittel der Zuge mit sensorischen Geschmacksfasern, auf der anderen Seite innervieren sie alle Drüsen des Kopfes (mit Ausnahme der Ohrspeicheldrüse, Glandula parotis) mit sekretorischen, parasympathischen Fasern. Dabei verkörpern die sekretorischen Parasympathikusanteile präganglionäre Fasern, die dem Ganglion pterygopalatinum über den Nervus petrosus major und dem Ganglion mandibulare über die Chorda tympani zugeführt werden.

Nervus facialis

Nachdem sich im Canalis facialis alle Intermediusanteile des Nervus intermediofacialis selbstständig gemacht haben, tritt am Foramen stylomastoideum folglich nur mehr der eigentliche Nervus facialis aus. Dieser führt im wesentlichen nur noch motorische Fasern. Folglich ist er für die Innervation sämtlicher mimischer Muskulatur des Kopfes (oberflächliche Fazialismuskulatur) sowie des kaudalen Bauches des Musculus digastricus mit der Pars occipitomandibularis (Pferd) und des Musculus stylohyoideus (tiefe Fazialismuskulatur) zuständig. Dabei entstammen alle motorischen Fasern aus dem Nucleus motorius nervi facialis und erreichen letztendlich die Oberfläche des verlängerten Markes (Medulla oblongata), nachdem sie zunächst das innere Fazialisknie (Genu nervi facialis) um den Abduzenskern (Nucleus nervi abducentis) gebildet haben.

Kurz nachdem der Nervus facialis das Foramen stylomastoideum passiert hat, zweigen am Rand der Glandula parotis mehrer Äste ab bzw. ästelt er sich vollständig auf:

(Literatur: Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band IV: Nervensystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004)

Bildquelle: spatz_2011 / Flikr

Artikel letztmalig aktualisiert am 18.04.2017.

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Medizin, Studium
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