Allgemeine Einteilung des Nervensystems

01.04.2017

Das Nervensystem besteht aus zwei großen Gruppen: das zentrale Nervensystem (ZNS) und das periphere Nervensystem (PNS). Hierzu gibt es unterschiedliche Gliederungen, wobei grundsätzlich von einem oikotropen und idiotropen Nervensystem gesprochen werden kann.

Die allgemein bekannte Einteilung des Nervensystems in einen zentralen Anteil, das Zentralnervensystem (abgekürzt ZNS), bestehend aus dem Gehirn und dem Rückenmark, und einen peripheren Anteil, den peripheren Nerven und Ganglien, ist aus didaktischer Sicht und v.a. aus praktisch-klinischer Sicht eindeutig von Vorteil.

Diese zweigeteilte Betrachtungsweise hat jedoch weder morphologisch noch funktionell eine Basis, da die peripheren Nerven nichts anderes als Axone von Nervenzellen darstellen, die zum Großteil im Gehirn und im Rückenmark lokalisiert sind. Aufgrund dieser Tatsache wäre es gerechtfertigt, die das Gehirn und Rückenmark verlassenden Nerven, die in obiger Systematik als "periphere Nerven" betitelt werden, im Zusammenhang mit dem Zentralnervenystem darzustellen.

Aus diesem Grund wurde eine weitere Einteilung eingeführt, welche die Betrachtung des Nervensystems nach seinem Wirkungsbereich zugrundeliegt:

Oikotropes Nervensystem

Das oikotrope Nervensystem hat seine Aufgaben auf die Umwelt des Organismus gerichtet. Diesem fließen über die bekannten Sinnesorgane Erregungen von außen zu, sodass seine an die Skelettmuskulatur abgegebenen Impulse zu einer art- und situationsgemäßen Beantwortung der verschiedenen Umweltreize führen. Demzufolge regelt das oikotrope Nervensystem gezielte bewusste Aktionen und Reaktionen, sodass in ihm das Wesen eines Individuums zum Ausdruck kommt. Aufgrund dessen kann es auch als animalisches oder somatisches Nervensystem oder auch wegen der direkten Verbindung der peripheren Nerven mit dem Gehirn und Rückenmark als cerebrospinales Nervensystem bezeichnet werden.

Idiotropes Nervensystem

Das idiotrope Nervensystem geht der Regelung der Funktion der Eingeweidesysteme und des Kreislaufappartes im Sinne eines harmonischen Zusammenspiels nach. Aus diesem Grund dient es den lebenserhaltenden Prozessen, die unbewusst und mit einer gewissen Autonomie ablaufen müssen. Das idiotrope Nervensystem bezeichnet man deshalb auch als "Lebensnervensystem" bzw. als vegetatives oder auch autonomes Nervensystem. Es ist somit dem animalischen Nervensystem (oikotropes Nervensystem) gegenübergestellt. Gleich dem oikotropen Nervensystem, ist auch das idiotrope Nervensystem an das Zentralnervensystem angeschlossen und wird somit auch von diesem beeinflusst.

(Literatur: Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band IV: Nervensystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.)

Bildquelle: fungusakafungus / Flikr

Artikel letztmalig aktualisiert am 18.04.2017.

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